Muss man als Reformator ein Rebell sein wie Luther?

Vortrag von Prof. Dr. Peter Walter, Universität Freiburg

Zentrale Anliegen Luthers finden sich bereits bei dem niederländischen Humanisten Erasmus. Mit seiner Ausgabe des griechischen Neuen Testaments, nach der Luther seine Übersetzung ins Deutsche anfertigte, und in zahlreichen weiteren Werken hat Erasmus an einer schriftgemäßen Erneuerung des Christentums gearbeitet. Das verband ihn mit der reformatorischen Bewegung, deren Exzesse ihn jedoch abschreckten.

Luther hat alle Vermittlungsversuche des Erasmus sowohl hinsichtlich der Rolle des freien Willens im Rechtfertigungsgeschehen als auch in Fragen der Kirchenreform abgelehnt und auch dessen Person nicht geschont. Sein engster Mitarbeiter Philipp Melanchthon hingegen hat die Verbindung zu dem verehrten Humanisten stets aufrechterhalten und nach Möglichkeiten der Verständigung mit den „Altgläubigen“ gesucht.

Luther, Erasmus, Melanchton – Reformatoren der ersten Stunde, Ausschnitt aus dem seit 1945 verschollenen Epitaph von Lucas Cranach d.J. für St. Blasii in Nordhausen

Ort: Gemeindehaus

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