Agenda 2030 als Herausforderung für die Kirchen

10.10.2018

Die Evangelische Kirche in Deutschland will sich künftig deutlich stärker für Umweltschutz und Gleichstellung einsetzen. Ein neues Impulspapier „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben. Die Agenda 2030 als Herausforderung für die Kirchen“ wurde in Berlin vorgestellt. Darin werden Handlungsfelder benannt, in denen die Kirchen aktiver werden müssen.    Quelle: EKD


Die letzte Reise: Tod und Leben

14.09.2018

Flottbek. Die Jugendkirche bietet vom 13. bis 30. November 2018 wieder „Die letzte Reise“ an. Mit Phantasiereise, Hörspiel und in Diskussionen können sich Jugendliche fragen „Was kommt nach dem Tod?“ Sie überlegen, was sie mit auf eine letzte Reise nehmen würden, sie können sich mit dem Jenseits und ihren Fragen, Hoffnungen und Sehnsüchten beschäftigen – und sie können erfahren, was die Bibel dazu sagt.
Dauer: ca. 90 Minuten | Gruppengröße: 12 bis 30  | Kosten 1 Euro pro Person
Anmeldung: Tel. (040) 89 80 77 24 oder pastor@die-jugendkirche.de (für Kirchengemeinden) und jachomowski@die-jugendkirche.de (für Schulen)  - Quelle: Newsletter des Kirchenkreises

 

Nacht der Kirchen

14.09.2018

127 Kirchen in Hamburg und Umgebung laden am Samstag, 15. September 2018, von 19 Uhr bis Mitternacht zum gemeinsamen Kulturfest ein. Unter dem Motto „einfach himmlisch“ erwartet die Besucher/innen ein Programm mit rund 685 Veranstaltungen. Die 15. Nacht der Kirchen auf der NDR-Bühne in der Spitaler Straße wird eröffnet mit Bischöfin Kirsten Fehrs, Hamburgs Erstem Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Erzbischof Dr. Stefan Heße, Pröpstin Dr. Ulrike Murmann und dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Hamburg Pastor Uwe Onnen. Das Programm: www.ndkh.de  - Quelle: Newsletter des Kirchenkreises

Europaweites Glockenläuten für den Frieden

14.09.2018

Europa. Im „Europäischen Kulturerbejahr 2018“ möchte die EU-Kommission ein größeres Bewusstsein für den Wert des materiellen und immateriellen Kulturerbes in Europa schaffen, für seine grenzüberschreitenden, verbindenden Dimensionen. Zum ersten Mal in der Geschichte sollen dafür am 21. September 2018, dem Internationalen Friedenstag, von 18 bis 18.15 Uhr europaweit kirchliche und säkulare Glocken gemeinsam läuten und ein starkes Zeichen des Friedens senden. Quelle: Kirchenkreis Newsletter

Annika Fitschen, Lynn Ungelenk

Liebe Annika und Lynn, warum habt ihr euch für diese Reise in den Süden Indiens beworben?

Wir möchten Erfahrungen sammeln und das war eine Möglichkeit, die nicht oft geboten wird. Außerdem hat es uns gereizt, dass wir viel selber mit entscheiden durften, z.B. zu welchem Hilfsprojekt wir fahren wollen. Wir haben uns mit einem Motivationsschreiben beworben, da nicht so viele SchülerInnen mitfahren konnten.

Wie war Euer Tagesablauf?

Wir haben im Haus von Pastor Thomas Babu gewohnt und von dort aus Schulen besucht. Es gab einen täglichen Rhythmus: Wir haben gefrühstückt mit allem von Toast bis Papaya und indischen Spezialitäten. Tagsüber fuhren wir in die verschiedenen Schulen. Mittagspause und Essen gab es dann wieder im Haus. Wir wurden so großzügig versorgt. Am Abend trafen wir auf der Terrasse zu einer Abendrunde zusammen.

Habt ihr die Kinder im Unterricht besucht?

Wir sind in kleinen Gruppen in die Klassen gegangen, sie hatten keine Türen. Und wir haben mit den Kindern gespielt oder ihnen zugesehen.

Wart ihr schon einmal in solchen Ländern wie Indien?

L.: Ich war einmal in Ägypten, aber das war in einem abgeschotteten Club.

A.: Ich war noch nie außerhalb Europas.

Beschreibt mir doch bitte Eure ersten Eindrücke.

L.: Das erinnere ich noch ganz genau. Es war am Flughafen, dort standen Menschen mit Blumen und haben mich so liebevoll empfangen. Es war überwältigend. Dann fuhren wir mit dem Bus in der Dunkelheit und mein Eindruck war erschreckend: Wellblechhütten und so viel Müll auf der Straße. Ich habe versucht, mich vorher darauf einzustellen, aber damit habe ich nicht gerechnet. Das war ein Schock.

A.: Es war schon ein Uhr nachts und die Straßen waren voller Menschen, sie arbeiteten. Ich hatte mich auf Armut eingestellt, aber dass der Tagesablauf dieser Menschen so anders ist!

L.: Obwohl es dunkel war, waren die Straßen bunt.

Und beschreibt mir diese Kinder, mit denen ihr zusammen wart.

L.: Wir haben ja nichts Besonderes für die Kinder gemacht. Aber sie lachten uns immer an und schienen glücklich, wenn wir bei ihnen waren. Ich dachte daran, was ich alles habe und in welcher Armut diese Kinder leben. Ich bekam ein anderes Bild von mir selbst. Die lächeln wirklich die ganze Zeit.

A.: Ich will an Lynn anknüpfen: Wir haben gelernt, uns glücklich zu fühlen. Diese Kinder haben sich wirklich gefreut und das nur, weil wir mit ihnen gespielt haben. Und wo wir auch waren, standen sie glücklich lachend um uns herum. Meine Sicht auf die Dinge haben sie verändert. Viele Resümees habe ich für mich gemacht, darüber rede ich nicht, es ist in meinem Inneren.

Das, was ihr beschreibt, ist Empathie für andere, fremde Menschen auf dieser Welt. Ihr werdet wohl Nachrichten von Tsunamis oder Elend anders lesen als bisher.

L.: Wir haben auch Dinge gesehen, die mich sehr betroffen gemacht haben. Es ist schon ein schwieriges Gefühl, das große Ganze nicht ändern zu können.

A.: Wenn Menschen diese Erfahrungen gemacht haben, die wir hatten, dann ändert sich auch ihr Verhalten. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir nicht mehr so unsere Augen vor dem Elend verschließen werden.

Ihr wart in Einrichtungen des CMS. Kennt ihr Bedenken gegenüber diesem Begriff „Mission“ – als etwas Übergriffiges?

L.: Nein, diesen Gedanken hatte ich nie. Ich sehe Mission im Sinne von „etwas Gutes zu bewirken“.

A.: Ich verstehe den Begriff immer als „Mission, etwas auf den Weg zu bringen“.

Ihr beide strahlt für mich schon beinahe das Lachen dieser Kinder aus, was euch so nachhaltig beeindruckt. Gab es auch Befremdliches oder Beängstigendes?

A.: Das Gesicht des lieben Pastor Thomas Babu, der uns begleitete, steht in seiner Freundlichkeit über allem. Dieser Mann hat sich so über uns gefreut, dass dieser Eindruck immer bleibt. Aber ich fühlte mich auch manchmal bedrängt von Blicken der Männer auf der Straße, auf sexuelle Weise. Es gibt ein anderes Frauenbild in Indien.

L.: Wir wurden manchmal gescannt, der ganze Körper von oben nach unten. Einmal war ich nach einem langen Tag noch auf dem Markt und müde. Die Menschen wollten mir aufdringlich etwas verkaufen und sprachen mich Blonde ständig an. Ich habe angefangen zu weinen. Aber das war wirklich nur eine kleine Sache unter so viel Positivem.

Und was bewegte euch im Moment der Abreise?

L.: Ich habe mich auf meine Familie gefreut, aber war auch traurig. Wir haben ganz viele nette Menschen kennengelernt und wir haben uns so gut als Gruppe zusammengefunden. Wir waren alle füreinander da.

A.: Ich war super traurig. Die Landschaft war so toll und die Menschen. Wir hatten kein Internet – und es war schön, einfach mal „nichts mitzukriegen“.

Und was klingt nach – heute, nachdem ihr schon vier Wochen wieder in Deutschland seid?

L.: Ich erinnere den ersten Tag in Hamburg. Ich traf eine Frau mit Hund, die ich kenne, und winkte gleich zur Begrüßung. Sie reagierte überhaupt nicht. Ich habe so viel freudiges Strahlen und Winken in Indien erlebt, und es fehlt mit heute sehr. Wohlstand bedeutet nicht, auch glücklich zu sein.

A.: Ja, diese Unfreundlichkeit hier fällt wirklich auf. Einfach mal lächeln. Wenn ich Menschen anlächle, dann lächeln sie nicht zurück. Und dann frage ich mich: „Warum lächle ich“? Aber so weit will ich es nicht mehr kommen lassen.

L.: Nein, auf keinen Fall.

Stefanie Hempel

Zurück