Flüchtlingsbeauftragten der Kirche wenden sich an Konferenz der Innenminister

10.06.2019

Die Flüchtlingsbeauftragten der 13 Kirchenkreise und die landeskirchliche Flüchtlingsbeauftragte haben sich anlässlich der nächste Woche in Kiel stattfindenden Innenministerkonferenz in einem Offenen Brief an die Innenminister der Länder gewandt. Sie fordern darin eine deutliche Kehrtwende in der Flüchtlingspolitik. Den Offenen Brief im Wortlaut finden Sie untenstehend. Dietlind Jochims, Beauftragte für Migrations-, Asyl- und Menschenrechtsfragen der Nordkirche Offener Brief an die Innenminister der Länder

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Pfingsten – Geburtstag der Kirche

07.06.2019

An Pfingsten feiern Christen den Heiligen Geist, der alle Gläubigen weltweit erfüllt und verbindet.

Was genau an Pfingsten passierte, warum es ein gesetzlicher Feiertag ist und welche Bedeutung die Taube hat – diese und viele weitere Fragen rund um dieses Fest beantworten wir auf der Themenseite der EKD

Seenotrettung im Mittelmeer

07.06.2019

Nach der Europa-Wahl spricht sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, für verstärkte internationale Anstrengungen bei der Rettung und Aufnahme von Geflüchteten aus. Anfang Juni hat er sich vor Ort über den Stand von zivilen Seenotrettungs- und Hilfs-Projekten für Geflüchtete informiert.  Quelle EKD

Die Kirche läuft und läuft...

03.06.2019

Am 1. September ist in Blankenese Heldenlauf und wir machen mit. Wir – das sind die beiden Gruppen, die zugunsten von Hospiz und Rundem Tisch Blankenese unter dem Dach der Blankeneser Kirche an den Start gehen. Dank großzügiger Unterstützung der Heldenzentrale und weiterer Spenden im Rahmen des Laufevents können sich die Läuferinnen und Läufer über Gelder freuen, die direkt die Arbeit im Emmaus Hospiz bzw. in der Flüchtlingshilfe fördern. Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind stets herzlich willkommen – auch zum wöchentlichen Training.

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Christin Schmidt

Liebe Christin Schmidt, für mich sind Sie das fröhlichste Gesicht in der Kirchengemeinde und zum Glück sehe ich es oft, wenn ich einmal da bin.

Ja, die Kirche ist für mich eine Heimat. Ich tue ein bisschen so, als „gehöre“ sie mir. Seit vielen Jahren bin ich in der Gruppe, die die Blumen bereitet, und ich fühle mich in diesem leeren Kirchenraum so wunderbar. Oft setzen wir aus dem Blumenteam uns noch in die erste Reihe und freuen uns – wie ein kleiner Gottesdienst. Im Anschluss, auf dem Markt, treffe ich oft Menschen aus der Gemeinde, wir sprechen über vieles, sind froh über die Begegnungen. Es ist wie ein kleiner Kosmos: die Küsterhilfe, die Gespräche, die mir auch oft Seelsorge sind, die vielen Angebote der Kirche. Und darüber steht die Gemeinschaft in allen ihren Facetten, auch ihren „Schattenseiten“. Ich fühle eine Nähe zu allen, die dort kommen – das ist für mich eine Gotteserfahrung. Es ist auch so wunderbar, bei der Austeilung des Abendmahls Menschen in die Augen sehen zu dürfen. Mir geht es in diesen Momenten richtig gut.

Und das strahlen Sie aus. Seit einem halben Jahr helfen Sie im Hospiz, wie geht es Ihnen dabei?

Es geht mir dabei gut, aber ich möchte zuerst meine Aufgabe beschreiben: Ich helfe 14-tägig, den Gästen des Hospizes
ein individuelles Frühstück zuzubereiten und auszuteilen. In diesem Rahmen ergeben sich meine Begegnungen mit den Menschen dort. Es ist sehr schön, wenn dabei auch Gespräche entstehen.

Unter Hospiz verstehen viele Menschen Leid...

Natürlich ist es Leid, ausweglos in dem Sinne, dass es keine Perspektive auf ein Leben hier gibt. Aber leidvoll ist für mich die Begegnung mit den Gästen nicht. Im Gegenteil, sie strahlen oft so viel Kraft und auch Freude aus. Vielleicht, weil sie kraftvoll den Moment leben und sich nicht auf eine Zukunft fixieren. Die Atmosphäre im Hospiz ist hell und freundlich. Überall sind frische Blumen dekoriert, es gibt herrliches Essen und die Gespräche untereinander sind nicht von Leid dominiert. Sicher kommt mal der Einwand „Es tut mir weh“ oder „Ich hätte so gerne meine Enkelkinder aufwachsen sehen.“ Aber es geht in den Gesprächen oft auch um Belange des Tages. Dennoch bin ich dankbar für die Supervision, die wir ehrenamtliche Helfer erhalten.

Wie ist Ihr Gottesbild?

Ich habe kein konkretes. Aber wenn ich z.B. jetzt so raus gucke und ich sehe in dieser kalten Luft schon die Knospen und damit sich entwickelndes Leben, dann kommt das für mich von einer Kraft, die mich sprachlos macht. Darin steckt eine Schöpfung. Auch in den Augen meiner Enkelkinder sehe ich die Tiefe einer Schöpfung.

Wenn Sie die politische und klimatische Welt heute sehen, haben Sie Angst um die Zukunft?

Ja, habe ich schon. Aber es hat wohl immer große Veränderungen gegeben, nur heute können wir vieles wissenschaftlich vorausberechnen. Ich vertraue darauf, dass diese Welt nicht zu Ende geht. Sicher wird es künftig nicht mehr so komfortabel sein wie heute. Ich mache mir schon darüber Gedanken, wie meine Enkelkinder sich diesen Veränderungen anpassen können. Doch jedes Kind, das geboren wird, ist auch ein positiver Schritt in die Zukunft. Ich bin ein „gefühlsgläubiger“ Mensch, und in Gottvertrauen sage ich mir: „wird schon“. Aber die Ohnmacht der Politiker erschreckt mich auch. Aus einer sicheren Lage nehmen wir hier Hunger, Krieg und entsetzliches Leid von Kindern und Erwachsenen wahr. Es macht mir Angst, wenn ich an das Potential von Entwicklungen denke, die ich mir nicht vorstellen mag.

Jesus fordert uns zur radikalen Umkehr auf. Ich schaffe es nicht. Wie leben Sie in dieser Ambivalenz: das Vertraute lieben, aber wissen, dass es nicht gut ist?

Mir ist mein heiles Leben bewusst und ich bin so dankbar dafür. Diese Radikalität kann ich nicht umsetzen. Ich denke so oft „ich müsste“, leider denke ich am meisten „die anderen müssen“. Ich lebe aber in dem Glauben, dass ich auch mit
meiner Schwäche von Gott wirklich geliebt bin. Das hilft mir. Ich bin begrenzt und ich darf es sein. Ich bin dankbar dafür, dass ich in schwierigen Situationen so oft ein Leuchten sehe – die andere Seite der Medaille. Das ist ein Geschenk, in der Lage zu sein, auch das Gute zu sehen.

Ist Glauben etwas, was man lernen kann?

Es beginnt mit einem Gefühl und bei mir war es meine katholische Großmutter, die mich mit in die Kirche nahm. Sie vermittelte mir Sicherheit. Dann hatte ich eine Kindergottesdienstbegleitung, die mich von zu Hause abholte. So kamen
die Struktur und der sichere Rahmen der Rituale. Und dieser Rahmen gibt Glauben einen Halt. Ich bin dankbar für die
vielen Möglichkeiten, hier in der Kirche, mich in Glaubensfragen weiterzubilden und vor allem auch, frei mit anderen
Menschen darüber sprechen zu können.

Und mit mir heute. Dafür bin auch ich dankbar.

Stefanie Hempel

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