Blankenese im Gespräch

Ein „Kesebrot“ im feinen Hotel Louis C. Jacob

Ein Kinderbrief aus Nachkriegstagen

Wer hätte das gedacht – „Kesebrot und Mageladebrot“ im Sternelokal des Louis C. Jacob? Nein, der legendäre Küchenchef Thomas Martin ist nicht umgeschwenkt auf kalte Küche, vielmehr erzählt ein Kinderbrief aus der Nachkriegszeit von diesen kulinarischen Erlebnissen im Hotel, das damals nach dem Krieg dazu diente, Kinder nach langen Hungerjahren wieder aufzupäppeln. Auch der kleine Hans-Jürgen Peters kam in den Genuss der Nachkriegskur und schrieb seiner Mutter am 4.2. 1948 aus dem Louis C. Jacob diesen Brief:

 „Wie geht es Dir? Wir sind 6 Mann. Morgens gibt es Kesebrot und Mageladebrot und Butterbrot. Euch grühst Euch herzlich Hans-Jürgen Peters“.

Hans-Jürgen Peters

Der Brief erreichte die Eltern damals und sorgte sicher für Beruhigung angesichts der gesicherten Speisekarte. Doch Jahre später fand der Brief des kleinen Hans-Jürgen auf Umwegen wieder zurück ins Hotel. Die jetzige Hoteldirektorin Judith Fuchs-Eckhoff fand das Schreiben an die Eltern beim Aufräumen. Seitdem ist dieser Kinderbrief im Hotel ein gut gehüteter Schatz. 

Vor kurzem – 72 Jahre nach seinem Aufenthalt im Kinderheim Louis C. Jakob – kehrte Herr Peters mit seiner Frau zu einem abendlichen Essen ins Restaurant des Hotels zurück. Im Gespräch mit Frau Fuchs-Eckhoff kam der Brief zur Sprache, den die Chefin des Hauses dem unendlich gerührten „kleinen Hans-Jürgen“ sofort zeigte. Mit vielen Fotos im neuen Handy kehrte Herr Peters nach Hause zurück. Eine schöne, anrührende Geschichte der Nachkriegszeit, von der ein kleiner Brief im Safe des Hotels an der Elbe erzählt. Aus dem kleinen Hans-Jürgen, der zu seinen Eltern – gestärkt durch die Brote im Hotel – zurückkehrte, wurde zunächst ein Matrose und später ein Beamter der Stadt Hamburg.

Hans – Jürgen Petersen

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