Aschermittwoch: Judas

06.03.2019, 19:00 Uhr | Ort: Kirche

Hartmut Lange

Der diesjährige Gottesdienst zum Aschermittwoch wird ein besonderes Gesicht bekommen. Zum Auftakt der Passionszeit steht die Figur des Judas Iskarioth im Mittelpunkt – jener Jünger, der Jesus an seine Feinde auslieferte und sich selbst danach erhängte, von jeher eine umstrittene Figur aus der biblischen Geschichte. Bis heute dient er als Projektionsfläche für Böses und Schlechtes. Doch war er nur Täter oder auch Opfer? Die flämische Theaterautorin Lot Vekemans hat der Figur ein Monodrama gewidmet, das 2012 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wurde. Seit einigen Jahren tourt der Lübecker Schauspieler Hartmut Lange mit dem Stück durch norddeutsche Kirchen – jetzt gastiert er in Blankenese.

Judas erscheint in unserer Gegenwart, um seine Geschichte zu erzählen – nicht um seinen Namen reinzuwaschen, denn der steht ohnehin unauslöschbar für Verrat. Ist es der Versuch eines Schuldbekenntnisses oder der Rechtfertigung? Welche Gründe standen hinter seinem Tun? Wie wäre die Geschichte weitergegangen, wenn er Jesus nicht verraten und falsches Zeugnis abgelegt hätte? Der Text ist Augenzeugenbericht, Verteidigungsrede und Eingeständnis zugleich. Judas spricht über seine Wut, seine Enttäuschung und seine Sehnsüchte, ohne die Verantwortlichkeit seines Handelns zu leugnen.

Die Aufführung rückt an Stelle der Predigt und wird etwa eine Stunde dauern. Wie immer am Aschermittwoch wird danach das Aschekreuz verteilt. Wer mag, kann es sich von den Pastores auf Stirn oder Hand zeichnen lassen.

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