Bei uns nichts Neues

24.09.2018

Dokumentarfilm (65 Min.) von Shimon Lev und Astrid Vehstedt, Tel Aviv/Berlin 2014; anschließend Gespräch mit Shimon Lev

Berlin, 1930er Jahre: Die Familie Löw wohnt in der Thomasiusstraße, Tiergarten. Am 9. November 1938 erscheint die Gestapo an der Tür, um den Vater zu verhaften. Er ist nicht zu Hause. Die Eltern schicken den 16-jährigen Sohn Willy mit einem Kindertransport nach England, die 11-jährige Tochter Liane zu Verwandten nach Brüssel. Nach Kriegsausbruch wird Willy als deutscher Staatsangehöriger in einem Kriegsgefangenenlager interniert. Im Januar 1941 muss Liane zu ihren Eltern nach Berlin zurückkehren. Im Mai 1943 werden sie nach Auschwitz deportiert. Willy ist der einzige Überlebende. Der Dokumentarfilm, realisiert von dem israelischen Fotografen Shimon Lev, dem Sohn Willys, erzählt die dramatischen Ereignisse anhand von 24 der insgesamt 60 Briefe und Rot-Kreuz-Telegramme, welche die Eltern und Liane zwischen 1940 und 1943 an Willy schreiben – einzigartige Dokumente eines außergewöhnlichen Lebenswillens in dieser dunklen Zeit. Heutige Bewohner des Hauses lesen sie in ihren Wohnungen.

In Kooperation mit dem Blankeneser Kino, der Initiative Weltethos e.V. und der Jerusalem-Akademie
www.blankeneser-kino.de

Ort: Blankeneser Kino

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