Taub im Lärm der Welt?

16.10.2018

Über die Sehnsucht, sich selbst zu hören

Der Takt unserer Gesellschaft wird immer schneller. Wie ergeht es in einer lauten Welt den stillen Menschen? Wie fühlt sich jemand, der gern allein ist und die Dinge auf sich wirken lasst? Werden nur Extrovertierte und auf Selbstvermarktung konzentrierte Menschen belohnt?

Diesen Fragen geht der zeitkritische Roman „Wittensee“ nach. Die Autorin Susanne Bienwald erzählt von der Stille als einem Grundbedürfnis des Menschen. Sie berichtet von einer Frau, die schon in ihrer Kindheit an einem Zuviel ihres Umfeldes leidet. Sie lernt schon in der Schulzeit, die Rolle einer lauten, im Mittelpunkt stehenden Person anzunehmen. Als junge Frau erkennt sie, dass es ein Fehler war, jahrelang ihre eigene stille Natur zu verleugnen. 

Schon 1920 benannte der Psychoanalyiker Carl Gustav Jung die Lauten und die Leisen, die Extrovertierten und die Introvertierten. Sie sind oft hochsensibel und zwei notwendige Prototypen einer Gesellschaft. Was aber, wenn die Stillen in der lauten Leistungsgesellschaft keinen Raum mehr finden und unter den Informationsfluten taub und sprachlos werden?

Lesung mit der Autorin Susanne Bienwald. Moderation der Diskussion mit dem Publikum: Cornelia Strauß

Ort: Gemeindehaus Blankenese, Mühlenberger Weg 64

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