Stifte und Tusche auf Papier: K.R.H. Sonderborg

15.05.2019, 19:00 Uhr | Ort: Gemeindehaus

Ausstellungseröffnung mit Thomas Sello und Björn Engholm

Er gehörte als Schüler von Willem Grimm zu den ersten Absolventen der Hamburger Kunsthochschule nach dem Krieg. 1955, als E.W. Nay von der Stadt Hamburg den Lichtwark-Preis erhielt, war Sonderborg einer der dazugehörigen Stipendiaten, denen ein Studienaufenthalt in Paris ermöglicht wurde. Damals feierte die abstrakte Kunst ihren Siegeszug in Deutschland, man begeisterte sich für die École de Paris: „L’art pour l’art“, lautete die Parole. „Ich kann nur so viel zu meinen Bildern sagen, dass ich weiß, dass ich sie gemacht habe und wann ich sie gemacht habe“. Das meinte Sonderborg durchaus wörtlich. Manche erlebten, wie der Künstler mit der linken Hand Stifte, Federhalter, Pinsel und Tusche auf großformatigen Papieren im ständigen Bewegungsstrom einsetzte. Am Schluss fügte er der Signatur dann oft auch die Dauer des Arbeitsprozesses mit Datum, Stunde und Minuten hinzu.

K.R.H. Sonderborg, 1923 als Kurt Rudolf Hoffmann im dänischen Sonderborg geboren, absolvierte ab 1938 zunächst eine Kaufmannslehre in Hamburg. Als Sohn eines Jazzmusikers waren ihm Wehr- und Arbeitspflicht zuwider, man grüßte sich mit „Swing-Heil“. Diese Haltung brachte ihm 1939/40 zwei Jahre Gestapo-Haft ein.

Zahlreiche internationale Ausstellungen und Preise machten ihn, der seinen Namen während einer Italienreise 1951 nach seinem Geburtsort geändert hatte, in New York, Sao Paulo und Tokio bekannt. 1965 wurde er zum Professor für Malerei an der Stuttgarter Kunstakademie berufen (bis 1990). Von 1996 bis zu seinem Tod im Jahre 2008 lebte Sonderborg mit seiner Familie in Blankenese. Vom Atelier im Treppenviertel unter dem Süllberg blickte er auf die Elbe. Seine Werke sind in vielen internationalen Sammlungen vertreten. Die Hamburger Kunsthalle besitzt 13 großformatige Arbeiten aus den Jahren 1957 bis 2005.

Ausstellung bis Ende Juni

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