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		<title>Akku fast alle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 17:15:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leben im Ort]]></category>
		<category><![CDATA[Newsletter]]></category>
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					<description><![CDATA[FreitagsGedanken von Sandra-Valeska Bruhns]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">(<strong>Freitag, 24. Juli 2026</strong>) <br>Der Blick aufs Handy. Der Balken oben rechts wird rot, unter 20 Prozent. Leichtes Unwohlsein. Bin ich nicht zu Hause oder im Büro, beginnt die Suche nach einem Ladekabel – oder die Frage: „Hat jemand ein Ladegerät?“ Unter 20 Prozent fühlt es sich plötzlich bedrohlich an. Dabei ist das noch ein Fünftel der verfügbaren Kapazität. Rutscht die Messmarke unter 10 Prozent, wird die Nervosität größer. Wo kann ich jetzt sofort laden? Was, wenn jemand anruft und mich nicht erreicht? Die Kinder, die sich daran gewöhnt haben, dass Mama 24/7 erreichbar und verfügbar ist?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fahrt mit dem Auto. Und die Anzeige springt unter 30 Prozent. 81 Kilometer kann ich angeblich noch elektrisch durch Hamburg schnurren. Und schon beginnen die Überlegungen, wo die nächste Ladesäule sein könnte. Wieso stressen mich rund ein Drittel der maximalen Ladekapazität so sehr?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was würde mein persönlicher Akku am Ende eines Tages um 23 Uhr sagen? 11 Prozent. Höchste Zeit, eine Pause zu machen, zu schlafen und die Akkus wieder aufzuladen. Doch so einfach sind wir Menschen nicht gestrickt. Wir können den Akku noch weiter herunterkitzeln. Auf acht Prozent, wenn wir noch schnell Nachrichten lesen wollen. Und dann vertrödeln wir doch noch Zeit auf Insta.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:27% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="930" height="1024" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2024/11/ReporterSandra-930x1024.webp" alt="ReporterSandra" class="wp-image-28960 size-full"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Folge: wieder mal zu spät ins Bett, obwohl der Wecker jeden Morgen klingelt. <br>Da wünscht man sich manchmal, der eigene Akku hätte auch eine Prozentanzeige. <br>Und würde bei geringer Kapazität eine Ruhepause zum Aufladen einfordern – lang genug, um ihn wieder auf 100 Prozent zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Komisch eigentlich: <br>Bei Handy und Auto nehmen wir jede Warnung ernst. <br>Nur der eigene Akku muss oft noch durchhalten – bis nichts mehr geht. <br>Da hilft nur die Hoffnung, dass sich die verlegte Powerbank wieder anfindet. <br>Bleibt nur die Frage: <br>Ist sie überhaupt aufgeladen?</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sandra-Valeska Bruhns</em></p>
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		<item>
		<title>Zur Person – Was Demenz uns über Zusammenhalt lehrt</title>
		<link>https://blankenese.de/zur-person-was-demenz-uns-ueber-zusammenhalt-lehrt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 17:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Newsletter]]></category>
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					<description><![CDATA[Rund 1,8 Millionen Menschen leben aktuell in Deutschland mit einer Demenzerkrankung. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl Betroffener in den kommenden Jahren deutlich steigen. Dieser Trend wirft Fragen auf, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 1,8 Millionen Menschen leben aktuell in Deutschland mit einer Demenzerkrankung. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl Betroffener in den kommenden Jahren deutlich steigen. Dieser Trend wirft Fragen auf, die weit über medizinische und versorgungsbezogene Fragen hinausgehen: Werden Menschen mit Demenz in unserer Gesellschaft als vollwertige Personen mit eigenen Rechten wahrgenommen? Wovon hängt der Status als Person ab? Und nicht zuletzt, wie können wir Menschen mit Demenz zu echter Teilhabe befähigen?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Wenn Personsein zur Bedingung wird</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem Thema Demenz denken wir häufig zuerst an Verlust: Verlust von Gedächtnis, Selbstständigkeit und Persönlichkeit. Die Angst davor ist verständlich. Aber sie beruht auch auf einem sehr engen Verständnis davon, was einen Menschen zur Person macht. In unserer Gesellschaft ist dieses Verständnis eng mit dem Begriff der <em>Autonomie</em> verbunden. Gemeint ist damit in der Regel die Befähigung zur individuellen Selbstbestimmung und reflexiven Lebensgestaltung. Jene Fähigkeiten, die es uns erlauben, unser Leben nach selbst gewählten Grundsätzen und Werten zu gestalten, frei von äußeren Zwängen oder fremder Kontrolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demenz stellt diese Definition auf die Probe: Wandeln sich doch die eigenen Präferenzen unter dem Eindruck der Erkrankung und sind Betroffene doch zunehmend auf die Unterstützung bei der Wahrnehmung ihrer Selbstbestimmungsrechte angewiesen. Wer die zuvor bezeichneten Fähigkeiten verliert, läuft also Gefahr, auf Aspekte der Behandlungsbedürftigkeit reduziert zu werden, während individuelle Wünsche, Vorlieben und das Individuum als Person aus dem Blick geraten können. Häufig ist dies auch gleichbedeutend mit einer Übernahme höchstpersönlicher Entscheidungen durch Dritte. Ein prominentes Beispiel hierfür dürften medizinische Behandlungsmaßnahmen sein. Menschen mit Demenz droht so, von der eigenen Bezugsgesellschaft und ihrem rechtlichen Anspruch auf Einbindung und Teilhabe ausgeschlossen zu werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Assistierte Freiheit und kooperative Befähigung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie gut Menschen mit Demenz leben können, hängt stark von den Befähigungsstrukturen ihrer Umgebung ab. Seit 2009 ist die <a href="https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/Redaktion/PDF/DB_Menschenrechtsschutz/CRPD/CRPD_Konvention_und_Fakultativprotokoll.pdf"><em>UN-Behindertenrechtskonvention</em></a> (UN-BRK) in Deutschland geltendes Recht. Sie führt das Paradigma der <em>Assistierten Freiheit</em> ein und wendet sich an Menschen mit Behinderung – also auch Menschen mit Demenz – ausdrücklich als Bürgerinnen und Bürger. Ziel ist es, ein auf Wohltätigkeit und Fürsorge basierendes Politikverständnis in eine <em>Politik der Menschenrechte</em> zu überführen (vgl. Graumann, 2011).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Voraussetzung dafür ist das Bewusstsein, dass jeder Eingriff in die Freiheit einer Person der Begründung bedarf. Aktive Fürsorge braucht deshalb neue kulturelle Zugänge: Die Anerkennung eines <em>Lebens mit Demenz als eigene Lebensform</em> sowie die <em>Wahrung der Rechte demenziell erkrankter Menschen auf gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und umfassenden Schutz</em> sind einige davon. Dieses fürsprachliche oder anwaltschaftliche Prinzip fasst der Rechtswissenschaftler und Gerontologe Thomas Klie in der Forderung auf ein „Recht auf Demenz“ zusammen (Klie, 2021).</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Autonomie neu denken – Gutes Leben mit Demenz</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sind daher aufgerufen, Menschen mit Demenz in ihren alternativen Potenzialen anzuerkennen und zu echter Teilhabe zu befähigen. Ein erweitertes Autonomieverständnis, das Autonomie nie als voraussetzungslos, sondern immer in Beziehungen, sozialen Strukturen und Abhängigkeiten eingebettet betrachtet, kann hier neue Perspektiven stiften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle lohnt ein Blick auf die Arbeit der Philosophin Martha Nussbaum (Nussbaum, 2023), die mit dem von ihr benannten <em>Capabilities Approach</em> – auf Deutsch: Fähigkeiten-Ansatz – ein universalistisches Konzept <em>guten Lebens</em> entwickelt hat. In ihrem Buch &#8222;Gerechtigkeit oder das gute Leben&#8220; argumentiert Nussbaum, dass sich ein gutes Leben an den realen Möglichkeiten bemesse, essenzielle Lebenserfahrungen zu sammeln, Beziehungen einzugehen, diese zu gestalten und gesellschaftliche Anerkennung zu erfahren. Genau diese Anerkennung drückt sich in einem anwaltschaftlichen Verhältnis einer <em>sorgenden Gesellschaft</em> gegenüber Menschen mit Demenz aus. Sie erkennt die verbliebenen Potenziale Betroffener an und bietet sich als „Übersetzer“ und Ermöglicher in geteilten Verantwortungsbezügen an. Das ist für die Debatte um Demenz und Personalität ein wichtiger Perspektivwechsel. Geht es doch darum, nicht allein Defizite zu behandeln, sondern gezielt Potenziale in den Blick zu nehmen und Menschen mit Demenz als souveräne Bürger mit eigenen Rechten in den Blick zu nehmen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Ein Leben lernen, das anders aussieht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zentrale Gedanke dieses Textes ist, ein Leben mit Demenz nicht mehr allein als größtmögliches Übel, sondern als Gestaltungsauftrag und Lebensaufgabe anzunehmen und Demenz – ganz im Sinne der Arbeiten von Thomas Klie (2021) und Martha Nussbaum (2023) – als eigenständige <em>Lebensform</em> mit eigenen Potenzialen und anzuerkennen. Die UN-BRK bietet uns einen Rechtsrahmen innerhalb dessen Menschen mit Demenz ein Recht auf eine assistierte souveräne Lebensführung zugesichert wird. Als <em>sorgende Gesellschaft</em> sind wir dazu aufgerufen, Betroffenen diese Rechte zugänglich zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Momentan können wir Demenz nicht heilen – wir müssen also lernen, mit der Erkrankung zu leben und Menschen mit Demenz würdevoll zu begleiten.&nbsp; Es ist eine andere Form des Zusammenlebens – eine, die von uns verlangt, Autonomie neu zu denken: Nicht als Fähigkeit, die man allein besitzt oder verliert, sondern als etwas, das in Beziehungen entsteht und gemeinsam getragen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Individuelle Ängste vor dem Verlust der eigenen kognitiven Fähigkeiten werden dadurch nicht verschwinden. Aber eine Gesellschaft, die Menschen mit Demenz nicht ausschließt, sondern als Teil ihrer Mitte begreift, nimmt diesen Ängsten zumindest einen Teil ihres Schreckens – für die Betroffenen von heute und für uns alle, die wir morgen älter sein werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-4a2e0acf9bf23c35f970f91a03ac06b7 wp-block-paragraph"><strong>Quellenangaben</strong></p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-2dcc824880b799022d7ed10e24a86294 wp-block-paragraph">Graumann, S. (2011). <em>Assistierte Freiheit: Von einer Behindertenpolitik der Wohltätigkeit zu einer Politik der Menschenrechte</em> (1. Auflage). Campus Verlag.</p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-ced89b7ef3b49dc02d74e2da2769deca wp-block-paragraph">Klie, T. (2021). <em>Recht auf Demenz: Ein Plädoyer</em> (1. Auflage). Hirzel.</p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-d82d9f00b6de775c93a7180dc4fe87c9 wp-block-paragraph">Nussbaum, M. C. (2023)<em>. Gerechtigkeit oder Das gute Leben</em> (H. Pauer-Studer, Hrsg.; I. Utz, Übers.; 12. Auflage). Suhrkamp.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide"/>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 1,8 Millionen Menschen leben aktuell in Deutschland mit einer Demenzerkrankung. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl der betroAenen wohl auch in den kommenden Jahren deutlich steigen – und mit ihr eine Frage, die weit übermedizinische und versorgungsbezogene Fragen hinausgeht: Werden Menschen mit Demenz in unserer Gesellschaft eigentlich noch als vollwertige Personen mit eigenen Rechten behandelt? Mit dem demografischen Wandel wird diese Zahl weiter oder steht ihr Status als Person zur Disposition, je weiter ihre Erkrankung fortschreitet?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Der fremde Mensch – wenn Personsein zur Bedingung wird</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem Thema Demenz denken wir häufig zuerst an Verlust: Verlust von Gedächtnis, von Selbstständigkeit, von Persönlichkeit. Diese Angst ist verständlich – aber sie beruht auf einem sehr engen Verständnis davon, was einen Menschen zur Person macht. Für sind die Bedingungen hierfür oft rationales und eigenverantwortliches Handeln oder die Fähigkeit, eine zusammenhängende Lebensgeschichte zu erzählen. Wer diese Fähigkeiten verliert, läuft Gefahr, auf Aspekte der Behandlungsbedürftigkeit reduziert zu werden – während ihre individuellen Wünsche, Vorlieben und ihre Persönlichkeit als Person aus dem Blick geraten. Genau hier liegt das Problem für Menschen mit Demenz: Sie laufen damit Gefahr, ihren Anspruch auf Einbindung und Teilhabe an ihrer eigenen Bezugsgesellschaft zu verlieren – zu einem &#8222;fremden Menschen&#8220; innerhalb der eigenen Gemeinschaft zu werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Eine sorgende Gesellschaft statt Katastrophenszenarien</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie gut Menschen mit Demenz leben können, hängt daher stark von den Befähigungsstrukturen ihrer Umgebung ab. Noch immer sind viele ältere Menschen mit Demenz von Gewalt und Freiheitsentzug betroffen, zu Hause wie in der professionellen Pflege. Seit 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) auch in Deutschland geltendes Recht. Sie führt das Paradigma der assistierten Freiheit ein und wendet sich an Menschen mit Behinderung ausdrücklich als Bürgerinnen und Bürger – also als Personen. Sie sensibilisiert dafür, dass es gesellschaftliche Barrieren sind, die zu Behinderung führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Diese Rechte entfalten aber nur Wirkung, wenn sie sich im Alltag tatsächlich niederschlagen. Das ist Aufgabe eines advokatorischen, fürsprachlichen Handelns gegenüber verletzlichen Menschen.<br>Voraussetzung dafür ist das Bewusstsein, dass jeder Eingriff in die Freiheit einer Person begründet werden muss. Aktive Fürsorge braucht deshalb neue kulturelle Zugänge: Die Anerkennung eines Lebens mit Demenz als eigene Lebensform sowie die Wahrung der Rechte verletzlicher Menschen auf gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und umfassenden Schutz. In diesem geteilten Verantwortungsbezug entsteht eine Sorgende Gesellschaft – getragen von privat Sorgetragenden, bürgerschaftlich Engagierten ebenso wie von professionellen Diensten, Politik und Verwaltung. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Autonomie neu denken – gutes Leben mit Demenz. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sind also aufgerufen, Menschen mit Demenz in ihren alternativen Potenzialen anzuerkennen und zu echter Teilhabe zu befähigen – auch in Momenten existenzieller Unsicherheit, etwa wenn jemand sich gegen eine früher verfasste Patientenverfügung oder gegen eine medizinische Intervention wehrt. Solche Situationen zeigen: Ein erweiterter, relationaler Autonomiebegriff, der auf sozialen Beziehungen beruht statt auf reiner Eigenständigkeit, wird der Lebensrealität von Menschen mit Demenz wohl eher gerecht als ein rein individualistisches Autonomieverständnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle lohnt ein Blick auf die Philosophin Martha Nussbaum, die mit ihrem sogenannten Capabilities Approach – auf Deutsch: Fähigkeiten-Ansatz – ein universalistisches Konzept Guten Lebens entwickelt hat. In ihrem Buch &#8222;Gerechtigkeit oder das gute Leben&#8220; (1999) argumentiert sie: Ein gutes Leben bemisst sich nicht daran, was ein Mensch rational leisten, besitzen oder verbal ausdrücken kann, sondern daran, welche realen Möglichkeiten – welche Fähigkeiten im weiten Sinn – ihm offenstehen, essenzielle Lebenserfahrungen zu machen und aktiv mitzugestalten. Zu diesen zentralen Fähigkeiten zählt für Nussbaum ausdrücklich die Möglichkeit, Bindungen zu anderen Menschen und zu Dingen einzugehen und aufrechtzuerhalten – und die damit verbundenen Gefühle zu empfinden: diejenigen zu lieben, die einen lieben und für einen sorgen, über ihre Abwesenheit traurig zu sein, kurz: zu lieben, zu trauern, Sehnsucht und Dankbarkeit zu empfinden (vgl. Nussbaum 1999, S. 58). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist für die Debatte um Demenz und Personalität ein wichtiger Perspektivwechsel. Das eingangs beschriebene, eng an Rationalität und Sprache geknüpfte Personen-Konzept der Moderne blendet genau diese Fähigkeiten weitgehend aus – oder ordnet sie den &#8222;praktischen&#8220;, nachrangigen Fähigkeiten zu. Nussbaums Ansatz zeigt dagegen: Zu lieben, zu trauern, sich zu sehnen, Dankbarkeit zu empfinden – all das bleibt vielen Menschen mit Demenz auch dann noch möglich, wenn die kognitiv-sprachlichen Kriterien von Personalität längst nicht mehr erfüllt sind. Genau darin liegt eine der &#8222;alternativen Potenziale&#8220;, die es anzuerkennen gilt. Nussbaums Fähigkeiten-Ansatz liefert damit auch ein philosophisches Fundament für die Idee der Sorgenden Gesellschaft: Es geht nicht nur darum, Defizite zu behandeln, sondern Umgebungen und Beziehungen so zu gestalten, dass Menschen mit Demenz die ihnen verbliebenen Fähigkeiten – zu binden, zu lieben, dankbar zu sein – auch tatsächlich leben können.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Ein Leben lernen, das anders aussieht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das der wichtigste Gedanke: Ein Leben mit Demenz ist kein geringerwertiges Leben, das nur noch verwaltet werden muss. Es ist eine andere Form des Zusammenlebens – eine, die von uns verlangt, Autonomie neu zu denken: nicht als Fähigkeit, die man allein besitzt oder verliert, sondern als etwas, das in Beziehungen entsteht und gemeinsam getragen wird. Individuelle Ängste vor dem Verlust der eigenen kognitiven Fähigkeiten werden dadurch nicht verschwinden. Aber eine Gesellschaft, die Menschen mit Demenz nicht ausschließt, sondern als Teil ihrer Mitte begreift, nimmt diesen Ängsten zumindest einen Teil ihres Schreckens – für die Betroffenen von heute und für uns alle, die wir morgen betroAen sein könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-4eb6e7fbefe3d9419af548050cc7e09e wp-block-paragraph">Dieser Beitrag basiert auf dem Artikel &#8222;Geschlossene Gesellschaft? Personalität, Demenz und Teilhabe: Ein Zwischenruf&#8220; von <strong>Florian Wernicke und Stefanie Schien</strong> zusammen, erschienen in BIOSKOP Nr. 80, Dezember 2017 und dem Buch: Nussbaum, Martha C. (1999): Gerechtigkeit oder das gute Leben. Frankfurt am Main.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Gottesdienst zum Welt-Alzheimertag im Schilling-Stift</title>
		<link>https://blankenese.de/demenzsensible-gottesdienste-zum-welt-alzheimertagam-sonntag-21-september-2025/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 16:45:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Newsletter]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum zweiten Mal beteiligt sich das Schilling-Stift an der Initiative der beiden Hamburger Kirchenkreise, zum Welt-Alzheimertag (21. September) Gottesdienste zu diesem sensiblen Thema zu veranstalten. Wie in vielen Hamburger Kirchen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum zweiten Mal beteiligt sich das Schilling-Stift an der Initiative der beiden Hamburger Kirchenkreise, zum <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/ueber-uns/welt-alzheimertag" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Welt-Alzheimertag</a> (21. September) Gottesdienste zu diesem sensiblen Thema zu veranstalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie in vielen Hamburger Kirchen (s. unten) findet daher am Sonntag, den <strong>20. September um 10:00 Uhr ein Gottesdienst im Schilling-Stift </strong>statt. Im Gottesdienst des christlichen Senioren- und Pflegeheims in der Isfeldstraße 16 ist der liturgische Ablauf speziell auf diesen Anlass ausgerichtet. Eingeladen ist – neben den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stifts – Interessierte oder Angehörige von Betroffenen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr lenkt der Welt-Alzheimertag den Blick auf Menschen mit Demenz und auf diejenigen, die sie im Alltag begleiten. In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit dieser Erkrankung, mit steigender Tendenz. Ebenso betrifft sie Angehörige, Freunde sowie die vielen Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich Pflege und Begleitung übernehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Welt-Alzheimertag möchte informieren, Berührungsängste abbauen und ein Zeichen der Solidarität setzen. Dazu gehören auch Gottesdienste, die bewusst für Menschen mit Demenz gestaltet werden. Sie laden zu einer Gemeinschaft ein, in der niemand ausgegrenzt wird und in der jeder Mensch mit seinen Möglichkeiten und Grenzen willkommen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der diesjährige Welt-Alzheimertag steht unter dem Motto: &#8222;<strong>Demenz – (k)eine Frage des Alters</strong>&#8222;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lange Zeit wurde in Hamburg ein einziger zentraler Demenz-Gottesdienst gefeiert. Um mehr Menschen zu erreichen, entwickelte Pastor Jochen Weber von der Fachstelle &#8222;<a href="https://lebe-im-alter.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lebe im Alter</a>&#8220; des Kirchenkreises Hamburg-Ost ein neues Konzept: Statt einer zentralen Feier finden seit 2024 Gottesdienste an mehreren Orten in der Stadt statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Weg wird weiter ausgebaut. Rund um den 20. September 2026 laden zahlreiche Kirchengemeinden in ganz Hamburg zu Demenz-Gottesdiensten ein. Sie möchten das Thema verständlich und einfühlsam in die Mitte der Gemeinden rücken und Menschen miteinander ins Gespräch bringen. In einigen Gemeinden klingt der Gottesdienst bei Kaffee und Kuchen aus. Willkommen sind Menschen mit Demenz, ihre An- und Zugehörigen sowie alle, die sich angesprochen fühlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Cornelia Engler, Seelsorgerin im Schilling-Stift</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide"/>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-c3fda8dadb602c336582c3325f9a978f wp-block-paragraph"><strong>Demenzsensible Gottesdienste</strong> <strong>zum Welt-Alzheimertag am Sonntag, 20. September 2026</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In verschiedenen Hamburger Kirchen finden demenz-freundliche Gottesdienste statt – offen, gut verständlich, das Herz ansprechend. Einige bieten danach Gespräche bei Kaffee und Kuchen an. Die Gottesdienste finden für Menschen mit Demenz, für ihre An- und Zugehörigen und für alle anderen statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">10.00 Uhr Versöhnungskirche Eilbek: Eilbektal 33, 22089 Hamburg; Prädikantin Imke Diermann<br>10.00 Uhr Lounge des Schilling-Stifts Hamburg-Iserbrook: Isfeldstraße 16, 22589 Hamburg; Seelsorgerin Cornelia Engler<br>10.00 Uhr im Hospital zum Heiligen Geist in Poppenbüttel, Festsaal, Hinsbleek 11, 22391 Hamburg, Pastorin Petra Wilhelm-Kirst<br>10.00 Uhr im Matthias-Claudius-Pflegeheim Wandsbek: Walther-Mahlau-Stieg 8, 22041 Hamburg; Pastorin Sabine Spirgatis und Team<br>11.00 Uhr Martin-Luther-Kirche Steilshoop: Gründgensstr. 28, 22309 Hamburg; Pastor Olaf Ebert<br>11.00 Uhr Lutherkirche Wellingsbüttel: Up de Worth 25, 22391 Hamburg; Pastor Jochen Weber<br>11.00 Uhr Martinskirche Horn: Bei der Martinskirche 2, 22111 Hamburg; Pastorin Katharina Riemer</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon vorher und auch nachher finden demenzsensible Gottesdienste zum Weltalzheimertag in Hamburg statt:<br><strong>Am 18. September 2026:</strong><br>15.00 Uhr Gnadenkirche Lohbrügge, Schulenburgring 168, 21031 Hamburg; Pastorin Maren Wichern und Team</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 27. September 2026:</strong><br>10.00 Uhr Kirche St. Markus-Hoheluft: Heider Str. 1, 20251 Hamburg; in Kooperation mit dem Seniorenzentrum St. Markus und Konfirmand*innen, Pastorin Anja Blös<br>10.30 Uhr Ansgarkirche Othmarschen: Griegstr. 1a, 22763 Hamburg; in Kooperation mit dem Pflegeheim Fallen Anker (Bernadottestr. 140), Pastorin Monika Geray</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 18. Oktober 2026:</strong><br>10.00 Uhr St. Pauluskirche Heimfeld: Alter Postweg 46, 21075 Hamburg, Pastorin Regina Holst und Team</p>



<p class="wp-block-paragraph">Veranstalterinnen sind die jeweiligen Kirchengemeinden Hamburgs zusammen mit der <a href="https://www.nordkirche.de/adressen/institutionen/detailansicht/institution/arbeitsstelle-leben-im-alter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fachstelle Leben im Alter des Kirchenkreises Hamburg-Ost</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-01a0c1444cb168122f1768e4e75132d3 wp-block-paragraph"><strong>Weitere Information: <br></strong>Vom 18. bis 27. September 2026 finden in ganz Hamburg die <strong><a href="https://www.alzheimer-hamburg.de/aktuelles/aktionstage-demenz-2026-in-hamburg-vom-18-27-september-2026-gemeinsam-informieren-begegnen-und-verstehen">Aktionstage Demenz</a></strong> statt. Sie sind Teil der bundesweiten Aktionswoche rund um den Welt-Alzheimertag und laden alle Hamburgerinnen und Hamburger – mit und ohne Demenz – herzlich ein. Ziel ist es, das Bewusstsein für Demenz zu stärken, Vorurteile abzubauen und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz zu fördern.</p>
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		<title>Ein Bürgerrat für Blankenese</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 16:30:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leben im Ort]]></category>
		<category><![CDATA[Newsletter]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsforum]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Bild &#8211; neben den Autos: &#8211; 1952 (Autos baute die KI ein) Bürgerräte sind Instrumente zur Beseitigung von Defiziten unseres demokratischen Systems. Die fehlende Kommunikation zwischen der Bevölkerung und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Das Bild &#8211; neben den Autos: &#8211; 1952 (Autos baute die KI ein)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bürgerräte sind Instrumente zur Beseitigung von Defiziten unseres demokratischen Systems. Die fehlende Kommunikation zwischen der Bevölkerung und den in Politik tätigen Personen ist ein solcher Nachteil. Die in unserem System dafür vorgesehene Mitarbeit der Demokraten in den politischen Parteien wird von diesen nicht wahrgenommen. Nur weniger als 2 % der Wahlberechtigten sind Mitglieder der im Bundestag vertretenen Parteien. Dem soll durch Bürgerräte abgeholfen werden. Durch das Los oder nach dem Zufallsprinzip wird ein Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern ermittelt, welche die Zusammensetzung der Bevölkerung widerspiegelt. Diese soll dann für eine politisch und gesellschaftlich umstrittene Frage durch eine deliberative Diskussion eine Lösung erarbeiten, die den Politikern bei ihrer Arbeit hilft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie die Mobilität im Kerngebiet von Blankenese verbessert werden kann, war die Frage, die der Bürgerrat für Blankenese beantworten sollte. Ob sie für ein solches Verfahren überhaupt geeignet ist, kann durchaus mit einem Fragezeichen versehen werden. Das Gebiet ist eng bebaut und durch eine besondere Topografie geprägt. Es gibt wenige Straßen, die überhaupt für eine Umgestaltung des Verkehrs in Betracht kommen. Fraglich ist auch, ob jemand sich ein Urteil zu der Frage bilden kann, der sich noch nie mit dem Kerngebiet von Blankenese und den Verkehrsproblemen dort beschäftigt hat. Vielleicht sind das Gründe für das insgesamt magere Ergebnis der Veranstaltung.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="1000" height="519" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/1.Seite_.autofrei.jpeg" alt="1.Seite.autofrei" class="wp-image-51269"/><figcaption class="wp-element-caption">auto- und ziemlich &#8222;menschenfrei&#8220;</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammensetzung des Bürgerrates soll der Zusammensetzung der Bevölkerung entsprechen. Sozialdemografische Kriterien dafür waren Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund, eigene Mobilität, familiäre Situation und Bildungsabschluss. Ob die Zusammensetzung dem entsprochen hat, erscheint fraglich. Vorgesehen waren 30 Mitglieder. Dies ist ohnehin schon eine geringe Zahl. Tatsächlich teilgenommen haben 25 Mitglieder, jedenfalls an den erste beiden der drei Sitzungen. An der 3. Sitzung, in der zugleich die Abstimmung stattfand, haben nur im Höchstfall 20 Personen teilgenommen. Das ist eine sehr geringe Zahl. Nach dem internationalen Netzwerk für Bürgerräte ist die Mindestzahl 30. Die meisten bekannten Bürgerräte haben über 100 Mitglieder. Auch die Beteiligung von Schülern der Oberstufe des Gymnasiums Blankenese hat sicherlich nicht dazu geführt, dass die Zusammensetzung des Bürgerrates der Zusammensetzung der Bevölkerung entsprach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die ausgelosten Mitglieder sich mit der zu entscheidenden Frage vorher nicht befasst haben, ist die Sachinformation zu Beginn der Arbeit besonders wichtig. Alle Mitglieder müssen den gleichen Wissensstand haben. Dabei ist die Neutralität der Information entscheidend. Da jeder Sachverständige erfahrungsgemäß eine eigene Prägung hat, ist es unumgänglich, dass mehrere Sachverständige aus unterschiedlichen Richtungen zu Wort kommen, damit nicht durch den Sachvortrag eine bestimmte Richtung für die Diskussion vorgegeben wird. Im vorliegenden Fall hatte die auslobende Bezirksversammlung auf diesen Punkt besonderen Wert gelegt. Die Leitung des Verfahrens ist dem nicht gefolgt. Lediglich die Gymnasiasten kamen zu Wort. Obwohl es in Blankenese mindestens 4 Organisationen gibt, die sich seit Jahren mit dem Thema des Bürgerrates beschäftigen, ist keine davon angehört worden. Dies ist ein schwerer Verfahrensfehler, der das Ergebnis belastet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fand mit der Werkstatt nur eine einzige Sitzung von 6 Stunden statt, in der die verschiedenen Teilfragen&nbsp; in Gruppen und im Plenum diskutiert wurden. Die Moderation sorgte im Rahmen einer deliberativen Diskussion dafür, dass man sich auf die Themen konzentrierte, bei denen eine möglichst große Verständigung möglich war, um zu gemeinsamen Ergebnissen zu kommen. Themen, die strittig blieben, wurden fallen gelassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis hat im Wesentlichen keine neuen Erkenntnisse gebracht. Wichtige Fragen blieben offen, vor allem die Bedeutung von Zufahrtsmöglichkeiten und Parkplätzen in der Bahnhofstraße für die dort ansässigen Geschäfte, Praxen und Gewerbetreibenden. Die Betroffenen wurden nicht befragt. Immerhin hat es in der Vergangenheit wiederholt Sperrungen der Bahnhofstraße für den Kfz.-Verkehr gegeben. Was soll der neue Versuch bringen? Wie könnte eine Lösung ohne die Bahnhofstraße aussehen? <br>Weiter: Die multifunktionale Nutzung des Marktplatzes hat eigentlich mit der Mobilität in Blankenese nichts zu tun, wenn man von der Möglichkeit einer Tiefgarage unter dem Platz absieht, die aber vor Jahren verschenkt wurde. Was soll ein zusätzlicher Weg über die Bahngleise? Für die Schüler des Gymnasiums ist der Weg vom Bahnhof zur Kirschtenstraße offenbar zu weit, und der Fußgängerweg an den Schaufenstern vorbei, soll ein reiner Fahrradweg werden, die Fußgänger können durch den Goßlers Park gehen (Leitziel 4, MaßnahmeC). Von dort können sie ja die Schaufenster der Geschäfte besonders gut betrachten und die Läden, Praxen, Büros und Wohnungen einfach erreichen. Dass einem derartigen Unsinn 17 Mitglieder des Rates zugestimmt haben und nur einer widersprochen hat, spricht nicht gerade für den Sinn solcher Veranstaltungen, jedenfalls in der vorliegenden Form.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dr. Wolf-Dieter Hauenschild</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e41680a110c4e40f0a0914babb82c586 wp-block-paragraph"><strong>weiterere Texte: <br></strong><br><a href="https://blankenese.de/wie-geht-es-weiter-mit-der-mobilitaet-in-blankenese/">Wie geht es weiter mit der Mobilität in Blankenese?</a> (26.5.2026)</p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-fa5a08fc2b409cdde38e22046024e83c wp-block-paragraph"><a href="https://blankenese.de/blankenese-denkt-mobilitaet-neu-buergerinnenrat-startet-im-herbst/">Blankenese denkt Mobilität neu – Bürger:innenrat startet im Herbst</a> (18.8.2025)</p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-297122ee1dc44d43c780039abcefb7a0 wp-block-paragraph"><a href="https://blankenese.de/ein-mobilitaetskonzept-fuer-blankenese/">Ein Mobilitätskonzept für Blankenese</a> (9.4.2024)</p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-d5323398a56afe2241dde45822351c22 wp-block-paragraph"><a href="https://blankenese.de/zukunft-gestalten-dorfkern-blankenese/">Zukunft gestalten – Dorfkern Blankenese</a> (10.10.2023)<br><br> <br></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Kapitänstöchter und Schwestern: Grete Tetzen und Ilse Dreyer</title>
		<link>https://blankenese.de/kapitaenstoechter-und-schwestern-grete-tetzen-und-ilse-dreyer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 16:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Newsletter]]></category>
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					<description><![CDATA[Mutter der BSC-Jugendabteilung Heimmutter in Südwest-Afrika Grete Tetzen, geb. Dreyer,1905 bis 1997, Brandts Weg 2&#160; Ilse Dreyer, 1907 bis 2003, Brandts Weg 7 &#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Text von Maike und Ronald Holst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>Mutter der BSC-Jugendabteilung                             </td><td>Heimmutter in Südwest-Afrika</td></tr><tr><td><strong>Grete Tetzen, geb. Dreyer,1905 bis 1997</strong>, Brandts Weg 2&nbsp;</td><td><strong>Ilse Dreyer</strong>, 1907 bis 2003, Brandts Weg 7               </td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-882d8e41fdcb64ba45f531342519615a wp-block-paragraph"><strong>Text von Maike und Ronald Holst –&nbsp;<br>in ihrem Buch „Blankeneser Frauen“ – erschienen 2013</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ilse war die jüngere Tochter von Kapitän Theodor Dreyer, die mit ihrer Schwester Grete im elterlichen Haus Brands Weg 2 aufwuchs.&nbsp;Ilse verlebte eine ganz normale Jugend in den Blankeneser Treppen und an der Elbe, ging in die Kahlkampschule und schnackte gerne&nbsp; platt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zu ihrer älteren Schwester hätte nicht größer sein können. Während Ilse eher zurückhaltend war, gern las und sich schon früh für Kunst und Kultur interessierte, war Grete, die Ältere, energisch, tatkräftig, lebenstüchtig, voller Elan. Ihre Leidenschaft war der Wassersport.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="691" height="1024" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.Grossmutter.Dreyer-691x1024.jpg" alt="BF.Großmutter.Dreyer" class="wp-image-51654"/><figcaption class="wp-element-caption">Großmutter.Lisette Oestmann, Henny Dreyer mit Grete und Ilse</figcaption></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die resolute Grete</p>



<p class="wp-block-paragraph">1919 hatte Heinrich Albrecht sein Buch „Die Segler der Niederelbe“ veröffentlicht, mit dem er den Nerv der Zeit traf, als er brandmarkte, dass Damen nicht anerkannte Mitglieder eines Segelvereins werden konnten. „Nun ist eine neue Zeit aufgezogen. ( … ) Wir werden auch beim Segelsport großzügig sein müssen und dort Schranken fallen lassen, durch die unsere Damen als freie Kameraden zu uns treten können.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der BSC nahm sich diese Worte zu Herzen und öffnete sich als einer der ersten Segelvereine für weibliche Mitglieder. Doch das genügte der 14jährigen Grete Dreyer nicht. Sie wollte im Verein mit anderen Mädchen und Frauen rudern. Im gleichen Jahr (1919) überredete Grete ihren Onkel Johannes Dreyer, der im Vorstand des BSC war, zur Gründung einer Mädchen-Ruderabteilung. Was der BSC&nbsp; wagte, war eine kleine Sensation. Denn Mädchen an der Ruderpinne waren eigentlich unvorstellbar.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="577" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.Wanderfahrten.Dreyer.jpg" alt="BF.Wanderfahrten.Dreyer" class="wp-image-51658"/><figcaption class="wp-element-caption">Die jungen Damen genossen die Wanderfahrten in offenem Boot</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Den jungen Damen &#8211; mit ihrer energischen Anführerin Grete &#8211; gelang es, den BSC zum Erwerb eines zwölfriemigen, geklinkerten Ruderboots zu überzeugen, in dem die Mädchen sowohl ruxen (rudern), wie auch den allgemeinen Umgang mit einem Boot lernen konnten. In schicker weißer Matrosenuniform ruderten die jungen Damen &#8211; den Jungen gleich &#8211; auf der Elbe und ihren Nebenflüssen und nahmen endlich auf Augenhöhe an allen Clubveranstaltungen teil. Zahlreiche&nbsp; BSC-Feste bereicherten die Mädchen durch Aufführungen und Scharaden – natürlich unter Gretes Federführung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ilse und die Schicksalschläge</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die kleine&nbsp; Ilse war ruderbegeistert, genau wie ihre große Schwester. Beide genossen die neue Kameradschaft, die Wanderfahrten im offenen Boot, Übernachtungen im Heulager, Wind und Wellenschlag. Dass ihr Grete immer ein paar Entwicklungsschritte voraus war, störte Ilse nicht. Schließlich war sie ja die Ältere. Gretes Vereinsarbeit war es zu verdanken, dass zeitweise mehr Mädchen als Jungen in die BSC-Jugendabteilung eintraten. 1928 war die Jugendabteilung schließlich so populär geworden, dass der BSC einen Aufnahmestopp verfügen musste, weil es an Booten und Ausbildern mangelte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="567" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.Scharade.Dreyer.jpg" alt="BF.Scharade.Dreyer" class="wp-image-51657"/><figcaption class="wp-element-caption">SCharade beim BSC-Ball, 3. von links Ilse, rechts Grete</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Mittleren Reife besuchte Ilse die Städtische Mädchen-Fachschule in Altona, um sich als diplomierte Hauswirtschaftsleiterin verdingen zu können. Eine dieser Arbeitsstellen lag in der Lüneburger Heide. Dort erreichte sie eine schreckliche&nbsp; Nachricht:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;„Das war am 22. Januar 1930. Als der Anruf der Hamburg-Süd kam, wusste ich sofort, dass etwas passiert war!“, erzählte sie stockend „Mein Vater war mein bester Freund. Er brachte immer Leben ins Haus! Es war ein furchtbarer Schlag für unsere Familie.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geschehen war folgendes: Der prächtige, von Kapitän Theodor Dreyer gesteuerte Musikdampfer &nbsp;„Monte Cervantes“ war mit 1117 Passagieren und 330 Mann Besatzung im Beaglekanal bei Feuerland auf ein Riff gelaufen. Ein langer Riss hatte den Schiffsboden aufgeschlitzt. Schnell drang Wasser ein. Rettungsboote wurden zu Wasser gelassen und brachten die illustren Schiffbrüchigen zu einer nahe gelegenen Gefängnisinsel. Sämtliche Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten so gerettet werden. Als Kapitän Dreyer &#8211; der Vater von Grete und Ilse &#8211; noch einmal an Bord ging, um wichtige Papiere zu retten, kippte das Schiff, sank und riss ihn in die Tiefe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Ilse außer ihrem Vater beide Großväter und zwei Onkel durch den Blanken Hans&nbsp; verloren hatte, liebte sie die See. „Man muss es hinnehmen!“, war ihre Devise, denn sie gehörte zu den Menschen, die solche Schläge ertragen konnten, weil sie das Leben nicht nur als Geschenk, sondern auch als Aufgabe betrachtete.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="493" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.Monte_.Dreyer.jpg" alt="BF.Monte.Dreyer" class="wp-image-51656"/><figcaption class="wp-element-caption">Wasser dringt in die &#8222;Monte Cervantes&#8220;</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-gallery aligncenter has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="944" data-id="51650" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.Boote_.Dreyer.jpg" alt="BF.Boote.Dreyer" class="wp-image-51650"/><figcaption class="wp-element-caption">Doe Passagiere gehen in die Boote</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="673" data-id="51651" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.gekentert.Dreyer.jpg" alt="BF.gekentert.Dreyer" class="wp-image-51651"/><figcaption class="wp-element-caption">Gekentert: 22.2.1930, 13 Uhr bei Ushuaia</figcaption></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dann passierte ein neuer Schicksalsschlag, der das Selbstbewusstsein der jungen Frau tief verletzte: Bisher hatte sie bei Herren wenig Interesse geweckt, doch dann war ein besonders charmanter und gut aussehender Mann in ihr Leben getreten, der intensiv um sie warb. Ihre Mutter fand den Verehrer standesgemäß, war sogar mit einer dauerhaften Verbindung einverstanden, während Schwester Grete ihr dringend von dem Kerl abriet. „Das ist doch ein Heiratsschwindler!“&nbsp; Leider bestätigte sich diese Vermutung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auf nach Afrika</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dieser herben Enttäuschung wollte Ilse weg aus Deutschland, in dem obendrein die von ihr gehassten Nazis das Sagen hatten. Das war im Mai 1936. Hinzu kam ihr allgemeines Benehmen, das es ratsam erscheinen ließ, Deutschland besser den Rücken zu kehren: Als Hauswirtschaftsleiterin eines Dresdner Sanatoriums fiel sie immer wieder negativ&nbsp; auf, wenn sie Patienten mit „Guten Tag“ und nicht mit Deutschem Gruß und gebelltem „Heil Hitler“ grüßte. Das wurde ihr sehr übel genommen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="930" height="1024" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.GreteDreyer.rechts-930x1024.jpg" alt="BF.GreteDreyer.rechts" class="wp-image-51653" style="width:577px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Grete Dreyer.rechts</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem 1923 bei Blohm &amp; Voss gebauten Passagierdampfer „TS Njassa“ der Deutschen Ostafrika Linie&nbsp; dampfte Ilse von Rotterdam nach Kapstadt, erlebte auf der Fahrt die „große weite Welt“, lernte viele europäische Häfen kennen, passierte die gerade erst in Dienst gestellte „Queen Mary“, bewunderte ein britisches „Flugzeugmutterschiff“ (gemeint war ein Flugzeugträger), erlebte einen (deutschen) Zeppelin über den Kanarischen Inseln, speiste und tanzte mit dem Kapitän und illustren Gästen. In dem Brief an ihre Verwandten daheim schildert sie den Zauber der Reise, der besuchten fremden Länder und Inseln, ihre erfüllenden Begegnungen mit interessanten Mitreisenden und Einheimischen, wo immer das Schiff festmachte. Schließlich endet ihr langes Schreiben mit den Worten „Alles Liebe und Gute von Eurer glücklichen Ilse!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst arbeitete sie als Kindermädchen in einer deutschen Familie in Südafrika, um von dort aus ins ehemalige Deutsch-Südwest zu wechseln, wo sie im Januar 1940 in Grootfontein die Leitung des Schülerheims für Kinder deutscher Farmer übernahm. Der Ort war 1885 von Buren gegründet worden und bot mit seiner Lage in 1.460 m Höhe ein günstiges Klima. In dem Internat betreute Ilse 28 Kinder der ersten acht Schuljahre. Zur Unterstützung hatte sie nur zwei einheimische Männer, die ihr beim Putzen halfen und sie mit „Froleina Dreia“ ansprachen, sowie zwei Frauen, die einmal wöchentlich für die Wäsche kamen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Heimleiterin in Südwest</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ilse hat sich sehr bemüht, den Kindern das Zuhause zu ersetzen, sie zu erziehen und ihnen deutsche Kultur nahe zu bringen. Dabei begann ihr Arbeitstag in aller Frühe mit Frühstück und dem Vorbereiten der Pausenbrote für 28 Kinder. Einkaufen, Kochen, Organisieren, die Mitarbeiter anleiten und beaufsichtigen… Und wenn die Kinder aus der Schule kamen, musste das Mittagessen fertig sein. Eine Stunde Ruhe, dann wurden unter Ilses Aufsicht und Kontrolle gemeinsam die Hausaufgaben gemacht. Sie prüfte jede schriftliche Arbeit und ließ sich den erlernten Stoff wiederholen. Die Tochter einer ehemaligen Schülerin erzählte, dass die Klassenbesten eigentlich immer aus Ilses Heim kamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Waren die Schulaufgaben erledigt, ging es im Sommer ins städtische Freibad, wo Ilse allen nach und nach das Schwimmen beibrachte, im Winter folgte ein Spaziergang. Nach dem Abendessen las Ilse vor, während die Mädchen Strümpfe stopften, die Jungen andere Arbeiten verrichteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab keine Ablösung, keine Vertretung! Ilse war auch nachts, auch bei Krankheiten, auch am Wochenende allein für alles zuständig. Für 28 Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren. Die Kleinen litten bestimmt unter Heimweh. Wer tröstete sie? Schlichtete Streitigkeiten? Strafte bei Ungehorsam oder Unfug? Alles musste Ilse allein leisten. „Sie war äußerst diszipliniert, wurde niemals krank und hat beispielhaft gezeigt, dass man Aufgaben und Pflichten sehr genau zu nehmen hat.“ So eine ehemalige Schülerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur in den Schulferien konnte Ilse sich erholen. Meistens wurde sie von den Eltern ihrer Heimkinder auf deren Farmen eingeladen. Dort lernte Ilse Reiten, und die Ausritte gehörten zu den allerschönsten Erinnerungen an ihre Zeit in Südwestafrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der langen Auslandsjahre und des schrecklichen Welt-Kriegs (sie wurde in dieser Zeit nicht interniert) vergaß Ilse weder die Heimat noch ihre Menschen. Sie schickte in der schlechten Zeit nach dem 2. Weltkrieg immer wieder Pakete mit Nährmitteln an die Lieben in Blankenese und belebte damit die kriegsbedingt unterbrochene Verbindung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">23 Jahre führte sie das Wohnheim in Grootfontein. Doch dann zwangen sie Vernunftgründe zur Rückkehr, weil sie für den deutschen Rentenanspruch eine Mindestzahl an Beschäftigungsjahren erfüllen musste. 1959 kehrte sie zurück in den Brandts Weg &#8211; zunächst zu Schwester Grete und Schwager Theo in den Brandts Weg 2, um nach kluger Erbteilung ins Häuschen Brandts Weg 7 zu ziehen, das ihr von da an allein gehörte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Grete macht ihr Schifferpatent</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil die kaufmännische Angestellte Grete so gern Seemann geworden wäre, machte sie im Winter 1924/25 auf der Seefahrtsschule den Lehrgang zum „Schiffer auf kleiner Fahrt“, worauf nicht nur ihr Vater sehr stolz war. Denn dieses Patent zu erlangen war damals höchst ungewöhnlich für eine Frau. 1932 heiratete sie ihren Segelkameraden Theo Tetzen. 1939 wurde Sohn Dieter geboren, der später – wie seine Eltern – ein erfolgreicher Regattasegler und ebenfalls 1. Vorsitzender des BSC wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vater Theo Tetzen war schon als 17-jähriger(1921) in den BSC eingetreten. Das segelbegeisterte Paar segelte eine von Theo selbst gebaute H-Jolle „Moi Bris“ und nahm erfolgreich an unzähligen Regatten teil. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war Theo engagierter BSCer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er als nationalsozialistisch Unbelasteter zum 1. Vorsitzenden befördert. Er „führte sein Vereinsamt mit Freude und Optimismus“ bis 1962. Grete unterstützte ihn dabei, wo sie nur konnte. Besonders am Herzen lag ihr weiterhin die Jugendabteilung, die sie nach dem Krieg abermals aufbaute. Jahrelang richtete sie auch deren Weihnachtsfeiern aus. Und selbst der Adventskaffee für ältere Mitglieder war ihre Idee. Der harte Kern ihrer ersten Rudermannschaft mit den inzwischen betagten Kameradinnen bestand bis Mitte der 90er Jahre – dank Grete. Denn sie animierte ihre Freundinnen immer wieder zu Ausflügen, z.B. zu Fahrten mit der „Jan Molsen“ nach Cuxhaven. Als das Alter dann endgültig seinen Tribut forderte, hat sich Grete Tetzen mit privaten Schiffsreisen getröstet. Denn ein Leben ganz ohne von Wind und Wellen umgeben zu sein, konnte sie sich nicht vorstellen – ebenso wie ihre Schwester Ilse. Darin waren sich die sonst ungleichen Schwestern ähnlich.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="641" height="1024" data-id="51652" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.Grete_.Tetzen.Dreyer-641x1024.jpg" alt="BF.Grete.Tetzen.Dreyer" class="wp-image-51652"/><figcaption class="wp-element-caption">1988. Grete Tetzen.Dreyer in Blankeneser Tracht</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="513" height="1024" data-id="51655" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.Ilse_.Dreyer-513x1024.jpg" alt="BF.Ilse.Dreyer" class="wp-image-51655"/><figcaption class="wp-element-caption">.Ilse.Dreyer</figcaption></figure>
</figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ilse pflegt alte Kontakte</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Ilse unternahm immer wieder große Seereisen – vorzugsweise nach Südwestafrika. Aber auch umgekehrt erhielt sie von ehemaligen Heimkindern und Schülern, sogar von deren Anverwandten Besuch. Noch häufiger bekam sie Post aus dem Land der Hereros, Hottentotten und Deutschsüdwester. Sie war eben eine Persönlichkeit, an die man sich sehr gern erinnerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie reaktionsschnell sie selbst im Alter noch sein konnte,&nbsp; bewies folgendes Ereignis: Ins Haus Brandts Weg 7 stieg am helllichten Tag ein Einbrecher.&nbsp; Die schon betagte Ilse überraschte den Kerl, der gerade Schubladen und Schränke durchwühlte.&nbsp; Schließlich bemerkte er sie inmitten seiner Suche. Daraufhin meinte sie, die Situation deeskalierend: „Jetzt brauch ich erst mal ein Glas Wasser, damit ich meine Herztablette nehmen kann!“ rank schwer atmend nach Luft und ließ sich auf einen Stuhl fallen. Verblüffender Weise kam der Dieb ihrem Wunsch nach, verlangte im Gegenzug aber das Versteck ihres Silberbestecks zu erfahren.&nbsp; Damit zog er dann befriedigt ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So lang es ging genoss Ilse ihr Konzert-Abo am Sonntagmorgen in der Musikhalle. Bis zum Schluss interessierte sie sich für Wirtschaft und Politik. Und an ihrem letzten Geburtstag verblüffte sie ihre Besucher, indem sie Balladen rezitierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre letzte Ruhe haben Grete und Ilse Dreyer auf dem Nienstedtener Friedhof gefunden. Hier liegen sie zusammen mit ihren Familienangehörigen. Eine der Grabstein-Inschriften erinnert auch an ihren Vater Kapitän Theodor Dreyer, der sein nasses Grab bei der „Monte Cervantes“ vor Feuerland gefunden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-3aca40ce630b9d2e2063cb33fe53003d wp-block-paragraph"><strong>Quellenangabe</strong>:</p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-f1909d452226beeb831dfad9f6ef7840 wp-block-paragraph">Interview mit Dieter Tetzen, Neffe von Ilse Dreyer<br>Interview mit der Cousine Oestmann<br>„100 Jahre Blankeneser Segelclub“, Svante Domitzlaff, Delius&amp;Klasing, 1998<br>„Blankenese ABC“, Hamburger Kloenschnack, 2001<br>BSC-Vereinshefte 3/85,&nbsp; 3/89,&nbsp; 2/94, 1/98</p>
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		<item>
		<title>Blankeneser Schüler*innen nach dem Mittlerem Schulabschluss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valentino Wilimzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 16:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Newsletter]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Juli haben viele Blankeneser Schüler*innen der Stadtteilschulen ihre Abschlüsse erworben. Nach der zehnten Klasse erreichen manche den Ersten Schulabschluss (ESA), andere den Mittleren Schulabschluss (MSA) und weitere die Berechtigung, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-bd18fd6664f010d2d84226b81f5e30b7 wp-block-paragraph">Im Juli haben viele Blankeneser Schüler*innen der Stadtteilschulen ihre Abschlüsse erworben. Nach der zehnten Klasse erreichen manche den Ersten Schulabschluss (ESA), andere den Mittleren Schulabschluss (MSA) und weitere die Berechtigung, in die gymnasiale Oberstufe zu besuchen. Dort können sie dann nach drei weiteren Schuljahren an den Abiturprüfungen teilnehmen.</p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-b9a388923bb3a52678702e7cbf521f76 wp-block-paragraph">Wir haben vier Zehntklässler*innen zwischen MSA und Oberstufe nach ihren Erlebnissen in den letzten Jahren sowie ihren Zukunftsperspektiven gefragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blankenese.de: Welche Schul- und Freizeiterfahrung hat dich in der bisherigen Schulzeit am meisten geprägt?</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Laurin: Ich würde sagen, die Phase des Übergangs von der 4. in die 5. Klasse hat mich am meisten geprägt, weil natürlich viel Neues auf einen zukam und man nicht so darauf eingestellt war und nicht genau wusste, wie das wird. Ich habe das als sehr positiv empfunden, den Übergang, weil es auch direkt los ging hier. Aber natürlich hat das einen irgendwie geprägt und auch beschäftigt.</li>



<li>Raphael: Gut fand ich, dass es bei uns direkt losging. Wir hatten so eine Woche Eingewöhnung. Da wurde nicht darauf geachtet, dass wir nur 2 Stunden pro Tag haben, sondern es ging direkt von 8 bis 16 Uhr. Das habe ich im Nachhinein als angenehm empfunden, weil man dann direkt an die Struktur gewöhnt wurde. Auch der Übergang von der 4. in die 5. Klasse, aber auch der Übergang von der Unterstufe in die Mittelstufe. Da wurde spürbar mehr der Unterricht und das Tempo angezogen. In der 9. Klasse war dann der erste Schulabschluss — da habe ich gedacht, damit könnte ich jetzt theoretisch einen Job machen. Das hat mich ziemlich geprägt. Es gibt nur wenige, die nach der 9. Klasse abgehen und einen Job finden — das kommt vielleicht einmal im Jahr oder alle zwei Jahre vor. Damals hätte ich mir das überhaupt nicht vorstellen können.</li>



<li>Levke: Ich finde, was die anderen erzählt haben, trifft es gut. Für mich war auch prägend, dass unsere Klasse seit der 5. zusammen ist. Als ich in die 5. kam, habe ich mit den meisten Hobbys aufgehört — dadurch hatte ich das Schulumfeld stärker. In der 5. Klasse sind direkt zwei Leute gegangen, insgesamt kamen sechs dazu. Die Klasse bleibt generell gleich, aber Leute kommen und gehen — das hat mich geprägt. Das neue Umfeld, die neuen Lehrer, die neuen Freunde, mit denen man sehr viel Kontakt hat.</li>



<li>Julia: Ich habe mich immer sehr wohl gefühlt. Als ich von der Grundschule in die 5. ging, wollte ich nicht alleine sein — ich hatte meine beste Freundin dabei. Das hat mir geholfen, nie komplett alleine zu stehen, weil ich schon jemanden kannte.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blankenese.de: Auf welche Leistung oder Errungenschaft in der Schulzeit bist du besonders stolz?</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Laurin: Ich bin stolz auf die jetzige Situation — dass man den MSA überspringen konnte. Für mich wäre es sehr schwierig gewesen, den mitzuschreiben, das hätte mich emotional gestresst. Ich habe mich angestrengt, um den nicht mitschreiben zu müssen.</li>



<li>Blankenese.de: Du hast die Gymnasialprognose direkt erreicht und musstest die Prüfung nicht mitmachen. Andererseits wird früher oder später doch eine Prüfung kommen.</li>



<li>Laurin: Ich würde das als Mittelding beschreiben — man musste schon etwas tun, aber sich das Ziel setzen und darauf hinarbeiten ist eine Leistung, auf die ich stolz bin.</li>



<li>Raphael: Ich bin stolz auf meine Entwicklung in den Noten seit der 4. Klasse. Damals hatte ich hauptsächlich Vierer und Fünfer. Jetzt habe ich die Gymnasialempfehlung und konnte den MSA überspringen. Ich habe mich echt angestrengt und mich notentechnisch verbessert.</li>



<li>Levke: In meiner bisherigen Laufbahn musste ich sehr hart mit meiner LRS und meiner Konzentrationsschwäche kämpfen. Das war sehr schwierig. Wenn ich jetzt alte Arbeitshefte sehe, bin ich fasziniert, wie sehr ich mich verbessert habe. In der 8. Klasse hatte ich überwiegend G-Noten; in der 9. bekam ich wieder eine MSA-Prognose und begann, mich stark zu verbessern. Jetzt habe ich eine Gymnasialprognose und nur E-Noten — darauf bin ich stolz.</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/Bild-generieren_gpt-image-1_Origami-Schulabschluss-in-Papier_23-07-2026.png" alt="Bild-generieren_gpt-image-1_Origami-Schulabschluss-in-Papier_23-07-2026" class="wp-image-51736" style="width:485px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Schulabschluss&#8220;</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blankenese.de: Wie hast du das geschafft?</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Levke: Ich war in der Sprachförderung bei Frau G. — das hat sehr geholfen. Ich habe Arbeitshefte gemacht. Ich kämpfe noch mit Rechtschreibung und Kommasetzung, aber es ist deutlich besser. Viele Jugendliche nutzen Autokorrektur am Handy, das macht vieles leichter. In der Grundschule war es bei mir schon sehr stark.</li>



<li>Julia: Ich bin stolz, von einer MSA-Prognose im letzten Halbjahr wieder auf eine Gymnasialprognose gekommen zu sein. Das MSA-Schreiben hat mir gezeigt, dass ich mehr tun muss, besonders in der mündlichen Beteiligung. Ich habe einen Kurs besucht, um meine mündliche Beteiligung zu verbessern — das hat geholfen.</li>



<li>Laurin: Viele finden das Klassenklima sehr angenehm: Konflikte werden oft direkt untereinander geklärt und nicht sofort mit Lehrern besprochen. Das trägt jeder ein Stück weit zur guten Atmosphäre bei.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blankenese.de: Gab es etwas aus der Vergangenheit, etwa Erlebnisse, Personen, Hobbys, die deine aktuellen Ziele beeinflusst hat?</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Raphael: Ich möchte später gern etwas mit Flugzeugen machen. Mein Vater arbeitet bei Airbus — das hat mich beeinflusst. Früher bin ich viel geflogen und fand das cool; so hat sich der Wunsch mit der Zeit entwickelt.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blankenese.de: Wie würdest du deine jetzige Situation kurz beschreiben? Was läuft gut? Was ist noch offen? Was sind die konkreten Pläne für die Zeit nach dem Schulabschluss?</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Laurin: Die jetzige Situation ist eine Phase des Übergangs. Man macht sich Gedanken über das, was auf einen zukommt — neues Tempo, neue Lehrer. Wir haben alle unsere Ziele erreicht und freuen uns größtenteils auf die Oberstufe. Es war eine Erleichterung, als die Noten feststanden. Trotzdem bleiben Veränderungen durch neue Lehrer und mögliche neue Mitschüler offen.</li>



<li>Levke: Ich gehe in die Oberstufe und versuche, das Abi zu machen. Zuvor hätte ich nicht gedacht, dass ich so weit kommen würde. Meine Zukunftspläne sind noch offen; momentan steht das Abi im Vordergrund. Positiv ist, dass viele aus der Klasse weitermachen — das bietet ein bekanntes Umfeld. Offenheit besteht bei Lehrern, neuen Mitschülern und möglichen Auslandsaufenthalten.</li>



<li>Julia: Ich bin froh, weiterzukommen — ich hätte mir viel Stress gemacht, wenn es nicht geklappt hätte, weil ich keinen Plan gehabt hätte. Ich habe mich mit KI über meine Stärken und Schwächen unterhalten, das half bei der Berufsideenfindung.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blankenese.de: Habt ihr Sorgen oder Ängste in Bezug auf die Oberstufe?</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Raphael: Ja — die Oberstufe ist auf einem anderen, höheren Niveau. In manchen Fächern habe ich zwar eine positive Note, aber ich habe Dinge nicht verstanden, die für die Oberstufe relevant sind. Ich muss jetzt nachholen, damit ich Anschluss finde. Außerdem könnte die Bewertung strenger sein. Neue Kolleginnen und Kollegen sind auch eine Unbekannte.</li>



<li>Laurin: Ich habe starke Dyskalkulie (Mathe-Schwäche). Da mache ich mir Sorgen, wie das in der Oberstufe wird, denn vieles baut aufeinander auf, gerade in Mathe und naturwissenschaftlichen Fächern.</li>



<li>Levke: Genauso sehe ich es — wir haben manche Themen nicht gut oder gar nicht behandelt, die für die Oberstufe nötig sind. Ich plane, in den Sommerferien Themen nachzuholen. Bio könnte schwierig werden, weil unsere Lehrerin längere Zeit nicht da war.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blankenese.de: In der Oberstufe wird Selbstmanagement wichtiger. Ihr seid freiwillig in der Schule und müsst Aufgaben selbstständig abliefern — früher wurde vieles nachgetragen, jetzt müsst ihr aktiver sein. Das Vorhaben, in den Sommerferien Stoff nachzuarbeiten, ist deshalb ein guter Ansatz.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wo seht ihr euch ein paar Jahre nach dem Abitur — beruflich, persönlich, Wohnort?</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Julia: In fünf Jahren möchte ich entweder studieren oder eine sichere Einkommensquelle haben. Ich könnte mir vorstellen, in einer eigenen Wohnung zu leben oder für einige Jahre im Ausland zu sein — das reizt mich sehr.</li>



<li>Levke: Ich bin mir nicht sicher, ob ich Abi mache — ich werde es versuchen. Je nachdem, wie weit ich komme, will ich studieren oder ein Auslandsjahr machen (Au-pair o. Ä.). Wenn ich in Hamburg bleibe, würde ich wahrscheinlich bei meinen Eltern wohnen, sonst würde ich umziehen.</li>



<li>Raphael: Ich sehe mich auch studierend. Wenn ich in Hamburg studiere, bleibe ich wahrscheinlich bei meinen Eltern; wenn ich z. B. in Aachen studiere, würde ich in eine Studentenwohnung ziehen.</li>



<li>Laurin: Ich möchte nach der Schule ein Jahr nach Australien (Work and Travel), z. B. auf einer Solarplattform arbeiten. Dort würde ich Geld verdienen, das ich dann fürs Studium anlegen möchte. Die Idee kam über Kontakte des Vaters — eventuell vermitteln die jemanden.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blankenese.de: Liebe Schüler*innen, vielen Dank für eure die Antworten und die Bereitschaft zum Interview. Wir wünschen euch alles Gute für die Zukunft!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Tino</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Nachts auf dem Friedhof Blankenese</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 15:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Leben im Ort]]></category>
		<category><![CDATA[Newsletter]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[Foto: Peter Franz Ein Bericht, zwar aus 2025, aber aktuell, weil inzwischen &#8211; wegen der guten Erfahrungen &#8211; ein zweiter Roboter auf dem Friedhof im Einsatz ist. Er gehört der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br><figcaption class="wp-element-caption">Foto:<span style="background-color: rgba(102, 102, 102, 0.2);"> Peter Franz</span></figcaption></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Bericht, zwar aus 2025, aber aktuell, weil inzwischen &#8211; wegen der guten Erfahrungen &#8211; ein zweiter Roboter auf dem Friedhof im Einsatz ist. Er gehört der Friedhofsverwaltung, wird aber auch von dem Friedhofsgärtner Dennis Ruge mit eingesetzt und gewartet.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn abends um 21 Uhr auf dem Friedhof Blankenese die offizielle Öffnungszeit beendet ist und auch die Gärtner der Friedhofsverwaltung und der Gärtnerei Ruge längst zuhause sind, beginnt die Nachtschicht für ein seltsames Gefährt, das &#8211; wie von Geisterhand gesteuert &#8211; seine Runden über den Friedhof zieht. Es ist ein Gieß-Roboter, den sich Dennis Ruge, Chef der gleichnamigen Friedhofsgärtnerei,  vor rund einem Jahr angeschafft hat. Der rund 100.000 Euro teure  von einer Batterie betriebene Roboter  steuert die insgesamt rund 800 Gräber an, bei denen die Friedhofsgärtnerei Ruge einen entsprechenden Auftrag hat und bewässert sie in der Regel zweimal die Woche mittels eines eingebauten Tanks. Dazu wurden auf dem Friedhof eigens vier Wassertankstellen aufgebaut.</strong></p>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6a652132b0192&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6a652132b0192" class="wp-block-image size-full wp-lightbox-container"><img decoding="async" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2024/10/Friedhof-3.jpg" alt="" class="wp-image-17295"/><button
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		</button><figcaption class="wp-element-caption">Dienstbeginn des Roboters an der Wassertankstelle</figcaption></figure>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6a652132b0eb1&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6a652132b0eb1" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img decoding="async" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2024/10/Friedhof-Ruge-1031x960.jpg" alt="" class="wp-image-17299"/><button
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			</svg>
		</button><figcaption class="wp-element-caption">Dennis Ruge programmiert den Gieß-Roboter</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Einsatz des Bewässerungs-Roboters spare Dennis Ruge zwar kein Personal ein, könne es aber am Tage für die allgemeine Grabpflege effektiver einsetzen. Und nächtliches Gießen sei auch für die Pflanzen besser und zudem sparsamer, erläutert er. In Planung sei bereits die Anschaffung eines zweiten Bewässerungs-Roboters, möglicherweise dann in Zusammenarbeit mit der Friedhofsverwaltung, so Ruge. Aber da gebe es noch viel Abstimmungsbedarf.</p>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6a652132b1953&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6a652132b1953" class="wp-block-image size-full wp-lightbox-container"><img decoding="async" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2024/10/Friedhof-4.jpg" alt="" class="wp-image-17294"/><button
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		</button><figcaption class="wp-element-caption">Der Chef der Friedhofsgärtnerei erläutert Alexander Waten (li.) &nbsp;von der Friedhofsverwaltung Blankenese die Funktion der Wassertankstelle</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das gesamte System funktioniert und wie sich die Friedhofsverwaltung zu dem Projekt stellt, erläutern Dennis Ruge und Sieglinde Schmidt, die Leiterin der Friedhofsverwaltung, im folgenden Audio-Interview mit Blankenese.de.</p>



<figure data-wp-context="{&quot;galleryId&quot;:&quot;6a652132b1c69&quot;}" data-wp-interactive="core/gallery" class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6a652132b216a&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6a652132b216a" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img decoding="async" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" data-id="17300" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2024/10/Friedhof-Schmidt-1019x960.jpg" alt="" class="wp-image-17300"/><button
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		</button><figcaption class="wp-element-caption"><em>Sieglinde Schmidt, Leiterin der Friedhofsverwaltung</em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="blankenese.defriedhof-ruge/"><img decoding="async" data-id="17299" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2024/10/Friedhof-Ruge-1031x960.jpg" alt="" class="wp-image-17299"/></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Dennis Ruge, Chef der Friedhofsgärtnerei Ruge</em></figcaption></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Hier können Sie das Interview mit den beiden hören.</strong></em> (Länge: 07:54 Min.)</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2024/10/Friedhof-Nachts-auf-dem-Friedhof_07_54.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Autor: Peter Franz</em></p>
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		<title>Immer wieder Neues wagen!</title>
		<link>https://blankenese.de/immer-wieder-neues-wagen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 18:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Freitagsgedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[(Freitag, 17. Juli 2026) Herausfordernde Zeiten – in der Gegenwart multipler Krisen bleibt uns derzeit wenig Freudvolles zu berichten. Das gilt auch für die eigene Branche. Wirft man einen Blick [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(Freitag, 17. Juli 2026) <br>Herausfordernde Zeiten – in der Gegenwart multipler Krisen bleibt uns derzeit wenig Freudvolles zu berichten. Das gilt auch für die eigene Branche. Wirft man einen Blick auf die aktuellen Zahlen des Buchhandels, ist ein deutlicher Umsatzrückgang zu verzeichnen. Die Konsequenzen sind spürbar: Viele Buchhandlungen schließen, Übernahmen werden seltener, und auch wir sind sehen uns dieser Tage mit einschneidenden Einbußen konfrontiert. In solchen Situationen notfalls auch einmal auf das eigene Gehalt zu verzichten, ist als junger Unternehmer bestenfalls noch eine als Ausnahme zu beschreibende Normalität. Sprechen wir mit anderen, erfahren wir ähnliches – nicht nur im Buchhandel. Das ist also die Lage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und doch sind wir trotzige Neustarter, haben Lust, unsere Ideen wachsen zu sehen und die <a href="https://wassermann-buecher.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Buchhandlung</a> zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs zu machen, in Kontakt zu stehen. Wir glauben auch in krisenhaften Zeiten nach wie vor an den Zauber und die Wichtigkeit des Lesens, an die Kraft von Kreativität und den Willen zur Veränderung – denn Wechsel und Wandel liebt, wer lebt.</p>



<div class="wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 37%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Vor vier Jahren sind Pascal und ich hier in Blankenese gelandet, wurden warm empfangen und sind heimisch geworden. <br>Mit so zahlreichen Menschen in und um diesen Ort haben wir gemeinsame Projekte angestoßen, Ideen getauscht, manches begonnen, anderes unterwegs verloren und mit vielen Freundschaft geschlossen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em><a href="https://blankenese.de/250-jahre-usa/">Herbstlese Blankenese</a></em> ist eines dieser kollektiven Projekte, dass ohne die vielen hier, die das Festival mit ihrer eigenen Begeisterung tragen gar nicht möglich wäre. All das machten die vergangenen Jahre zu einer anstiftenden und Mut spendenden Erfahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb machen sich Pascal und ich nun erneut auf den Weg: <br>Nur ein paar Türen von unserem Geschäft entfernt, wird im Oktober ein <em>Kleiner Wassermann</em> entstehen. Eine Buchhandlung ganz und gar für Kinder. </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">(<em>Foto: Florian Wernicke (links) und Pascal Mathéus</em>)<br><br></p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="830" height="1024" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/Wassermann.Geschaeftsfuehrung-830x1024.jpeg" alt="Wassermann.Geschaeftsfuehrung" class="wp-image-51430 size-full"/></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig werfen wir unseren Hut in Eppendorfs Erikastraße in den Ring, wollen auch dort, das literarische Leben mit einer neuen Buchhandlung, schönen Büchern und unseren Events ein bisschen reicher machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Sieseby an der Schlei werden wir in diesem Jahr zum ersten Mal die <em><a href="https://wassermann-buecher.de/veranstaltung/tobias-lentzler-pascal-matheus-wer-war-jurek-becker/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jurek Becker Festspiele</a></em> veranstalten. <br>Und die <em><a href="https://blankenese.de/250-jahre-usa/">Herbstlese Blankenese</a></em> beginnt am 1. September.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum ich das alles erzähle? </p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:25% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="338" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/06/wernicke-florian.jpg" alt="Wernicke-florian" class="wp-image-51573 size-full"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><br>Nicht nur um für das eine oder andere zu werben; sondern um zu zeigen, was uns am Herzen liegt. <br>Und auch, dass Aufbruch und Wagnis auch einen Zauber in sich tragen. <br>Ob das alles klappt, das wird sich zeigen. Ob die Zeiten dafür günstige sind, wir werden sehen. Dass Buchhandel kein hochprofitables „Businessmodell“ ist, mag manchmal wirklichen Stress verursachen. Aber genau das ist es, was uns das Selbstbewusstsein gibt, um eigene Ideen zu ringen und jene in die Welt zu setzen, die vielleicht so manche Krise überstehen mögen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin dankbar, dass so viele uns bei unseren Wagnissen begleiten und unterstützen. <br>Das ist ein Geschenk. <br>Daran denke ich heute.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Florian Wernicke</em></p>
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		<title>Fußball – viel mehr als ein Spiel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 17:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[Nichts bewegt zur Zeit so wie die Fußballweltmeisterschaft. Dramatische Hitzewellen, ein sich zuspitzender Krieg im Iran, ein nicht enden wollender Krieg in der Ukraine – alles vorübergehend im Hintergrund. Die [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nichts bewegt zur Zeit so wie die Fußballweltmeisterschaft. Dramatische Hitzewellen, ein sich zuspitzender Krieg im Iran, ein nicht enden wollender Krieg in der Ukraine – alles vorübergehend im Hintergrund. Die Fußballweltmeisterschaft ist konkurrenzlos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Voller Hoffnung verabschiedeten wir Nagelsmann, Kimmich und Co. Richtung USA. Nach dem ersten gewonnenen Spiel der Vorrunde gegen Ecuador flogen Böller in die Luft. Man hätte denken können, wir sind schon Weltmeister. Im Rückblick war das frühe Jubeln gar nicht dumm, denn danach gab es nicht mehr so richtig etwas zum Feiern. Die Deutsche Mannschaft schnell auf dem Heimweg.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:27% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="890" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/Fussball.mahebukanmaho-sport-5490375.jpg" alt="Fussball.mahebukanmaho-sport-5490375" class="wp-image-51608 size-full"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Millionen selbst ernannte Bundestrainer wussten genau, woran es lag. <br>Neuer zu alt, <br>Nagelsmann zu jung und zu wenig Charisma. <br><br>Die Nation litt und diskutierte bis der neue Messias am Fußballhimmel erschien. <br>Jürgen Klopp wird uns wieder groß machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uns – stehen wir denn alle auf dem Platz? <br>Ein bisschen schon! <br>Denn wenn wir in die Gesichter der Zuschauer sehen, sehen wir das gesamte Spektrum der Emotionen. Ekstatische Freude über ein Tor, Tränen um einen verschossenen Elfmeter, betende Hände richten sich gen Himmel oder verschlossene Augen, die es kaum noch aushalten. <br>Harte Kerle, die sich kaum kennen, liegen sich weinend in den Armen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist Fußball vielleicht weit mehr als ein Spiel mit 22 Jungs und einem Ball?</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Fußball erzählt Geschichten von Hoffnung und Verzweiflung, die in 90 Minuten so unglaublich nah miteinander verknüpft sind. Jeden Fan auf den Tribünen verbindet die glühende Hingabe zu seiner Mannschaft, weit über die Grenzen von Bildung und Schichten hinaus. All das verschmilzt im gemeinsamen Hoffen und Bangen, im Jubel oder Verzweifeln, wenn die entscheidenden Tore ausbleiben und die Rückfahrkarte winkt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugehörigkeit und Gemeinschaft &#8211; diese Grundbedürfnisse bedient der Fußball. Auf der Tribüne sind wir eine Familie, die mit ihren Helden auf dem Rasen leidet oder in gemeinsamen Höhenflügen jubelt. Macht es nicht auch uns ein wenig gößer, wenn die deutsche Mannschft glänzt, wenn unser Held ein Traumtor schießt? Der Erfolg gehört plötzlich ein wenig auch uns. „Wir haben gewonnen.“ Eine ganze Nation hat gewonnen, ist zum Sieger geworden… oder zum Verlierer. Aber wie war das mit dem geteilten Leid….?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinschaft – das ist der eigentliche Zauber des Spiels auf dem Rasen.&nbsp; Das „Wir“ – die Kraft der Gemeinschaft, die in Freud und Leid verbunden ist, im Hoffen und Bangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Vera Klischan</em></p>
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		<title>Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit                    </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 16:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
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					<description><![CDATA[Juristin, Frauenrechtlerin und Politikerin ]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Juristin, Frauenrechtlerin und Politikerin </p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-882d8e41fdcb64ba45f531342519615a wp-block-paragraph"><strong>Text von Maike und Ronald Holst –&nbsp;<br>in ihrem Buch „Blankeneser Frauen“ – erschienen 2013</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“</em> So lautet Artikel 3, Absatz 2 unserer Verfassung, wie Frau Peschel-Gutzeit ihn – gemeinsam mit drei weiteren kampferprobten Juristinnen &#8211; in den 1990er Jahren durchgesetzt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass dieser nur scheinbar harmlose Satz in unserer Verfassung&nbsp; festgeschrieben wurde, könnte man als die wichtigste bleibende Spur von Lore Peschel-Gutzeit bezeichnen. Denn um diesen Satz kämpfte sie Jahre. Um jedes Wort wurde erbittert gerungen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kindheit in Kriegs- und Nachkriegszeit</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lore Maria Peschel-Gutzeit,&nbsp; geborene Gutzeit, kam am 26. Oktober 1932 in Hamburg&nbsp; als Tochter eines Generalmajors und einer Lehrerin zur Welt. Ihr Elternhaus war nach eigenem Bekunden geprägt von kritisch-positiver Einstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mutter beispielsweise leitete neben ihrer Lehrerinnentätigkeit Politikkurse an der Volkshochschule. Zu Hause erörterte sie mit der jungen Lore und ihrer Schwester schon 1949 die neue Verfassung der Bundesrepublik. Ganz besonders das Thema der Gleichberechtigung von Mann und Frau lag ihr am Herzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sicher spielte eine Rolle, dass sich schon Lores Großmutter mütterlicherseits frühzeitig emanzipiert hatte. Während ihr Mann gut die Hälfte des Jahres auf Reisen war, um sich um seine Peddigrohrfarm in Singapur zu kümmern, übernahm seine Frau als Prokuristin Fabrikation und Vertrieb von Peddigrohrmöbeln. Ein Vorbild für Tochter und Enkelin!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Familie Gutzeit wurde im 2. Weltkrieg ausgebombt. Als der Vater &#8211; ein Berufsoffizier &#8211; aus&nbsp; der Gefangenschaft heimkam, hatte er aufgrund seines fortgeschrittenen Alters keine Möglichkeit mehr, eine zivile&nbsp; Karriere zu beginnen. Den Lebensunterhalt verdiente Lores Mutter im Schuldienst. Sie beschaffte der Familie auch die Not-Unterkunft in einer Billstedter Schule. Sehr viel später und verbunden mit vielen Schwierigkeiten erhielt der Vater eine Pension.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frau Gutzeit machte ihre Töchter darauf aufmerksam, dass Gleichberechtigung in der Weimarer Verfassung zwar schon Staatsziel war. Artikel 3 der Verfassung der Bundesrepublik von 1949 aber sei ein echtes Grundrecht, auf das sich jede berufen und es notfalls auch einklagen könne. Wie Lore selbst in ihrem Umfeld beobachten konnte, wurde in der Praxis davon kaum Gebrauch gemacht. Viele Frauen resignierten, als die aus Krieg und Gefangenschaft heimkehrenden Männer z.B. in der Familie wieder ihre alten Rechte beanspruchten, über das Wohl der Kinder, die Berufstätigkeit und das Vermögen der Ehefrau bestimmten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 1939 und 1942 besuchte Lore die Grundschule Eilbektal , anschließend bis 1951 erst die Elise-Averdieck- , dann die Caspar-Vogt-Oberschule. Ab 1951 studierte sie Rechtswissenschaften an den Universitäten Hamburg und Freiburg. 1959 schloss sie ihre juristische Ausbildung ab. Anschließend war sie für etwa ein Jahr als Rechtsanwältin in der ersten bundesrepublikanischen Frauenkanzlei tätig, bevor sie Richterin am Landgericht Hamburg wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Einsatz für Gleichberechtigung der Frauen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gespannt verfolgte sie die praktische Umsetzung des Artikels 3 der Verfassung von 1949. Eine Legislaturperiode war dem Parlament damals eingeräumt worden, das bisherige Familienrecht, das massiv gegen Artikel 3 verstieß, der neuen Verfassung anzupassen. Doch erst neun Jahre nach Einführung des Artikels 3, Absatz 2 hatte man die ersten Schritte dazu&nbsp; abgeschlossen. Aber verfassungsgemäß war das geänderte Familienrecht immer noch nicht.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="770" height="1024" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.PeschelG01-770x1024.jpg" alt="BF.PeschelG01" class="wp-image-51466 size-full"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Noch stand dem Ehemann das Recht zu, über alle Fragen, die die Kinder betrafen, den „Stichentscheid“ zu treffen. D.h. wenn Eltern bei wichtigen Entscheidungen keine Einigung erzielen konnten, was häufig der Fall war, hatten die Väter das letzte Wort, nämlich den Stichentscheid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Ungerechtigkeit ließ Frau Peschel-Gutzeit keine Ruhe. Gemeinsam mit dem Juristinnenbund, dem sie 1956 beigetreten war, fand sie eine Mutter, die ihr Recht einklagte und einen Gutachter, der die Verfassungswidrigkeit der alleinigen gesetzlichen Vertretung durch den Vater vor dem Bundesverfassungsgericht nachwies.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast 40 Jahre später kämpfte Frau Peschel-Gutzeit mit einigen anderen Juristinnen für die Ergänzung des Art. 3 Abs. 2 des Grundgesetzes. Gegen alle Widerstände verlangte sie das Wort „Beseitigung“ bestehender Nachteile für Frauen, nicht etwa „Milderung“ oder „Verminderung“. Ihre plastische Argumentation war: „Wenn ich von einer Mauer, die zehn Meter hoch ist, einen Meter abtrage, bleiben immer noch neun Meter. Diese Mauer aber muss ganz fallen. Deshalb muss sie beseitigt werden!“ Dann stieß man sich an dem Wort „bestehende“ Nachteile, weil angeblich für Frauen gar keine Nachteile bestanden. Schließlich hatten die kämpferischen Damen der von Bundestag und Bundesrat eingesetzten, von Männern dominierten&nbsp; Verfassungskommission die gewünschte Formulierung abgerungen: <em>„ Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">1994 wurde dieser Satz im Bundestag verabschiedet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Foto: Mitte der 70er Jahre)</em></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Seither gehen alle Gleichstellungsgesetze, die auf Bundes- oder Landesebene beschlossen werden, zurück auf diesen Verfassungszusatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens „Das Recht zum Umgang mit dem eigenen Kinde. Eine systematische Darstellung.“ war das Thema mit dem Lore Peschel-Gutzeit 1990 in Freiburg zum Dr. jur. promovierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr erster Mann war unmittelbar nach seinem Assessorexamen 1959 gestorben. </p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="752" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.PeschelG02-1024x752.jpg" alt="BF.PeschelG02" class="wp-image-51467" style="aspect-ratio:1.3614356087262491;width:657px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">1958 mit ihrem früh verstorbenen ersten Mann</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1962 heiratete Lore Gutzeit den Richter Horst Peschel. <br>Die Ehe, aus der drei Kinder hervorgingen, wurde 1973 in beiderseitigem Einvernehmen geschieden.  Für sich beanspruchte sie danach keinen Unterhalt, weil sie weiter voll berufstätig war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1968 hatte Frau Peschel-Gutzeit von sich reden gemacht, als sie die sogenannte <em>Lex Peschel</em> auf den Weg brachte, in der festgeschrieben wurde, dass Beamtinnen aus familiären Gründen Teilzeitarbeit leisten dürften. Zusammen mit Alice Schwarzer entstand 1978 der Plan,&nbsp; die berühmt-berüchtigte Stern-Klage gegen sexistische Titelbilder zu führen. Und 1998 erarbeitete Frau Peschel-Gutzeit den Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Pornografie, der über eine Beratung in der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag nicht hinausgekommen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 1972 war Frau Peschel-Gutzeit als Richterin am Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg&nbsp; tätig, wo sie&nbsp; 1984 &#8211; gegen erheblichen Widerstand &#8211; zur ersten Vorsitzenden Richterin&nbsp; am Hanseatischen Oberlandesgericht überhaupt ernannt wurde. Von 1977 bis 1983 war sie zudem Vorsitzende des Deutschen Juristinnenbundes. 1988 trat sie der SPD bei.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Justizsenatorin in Hamburg und Berlin</p>



<p class="wp-block-paragraph">1991 berief Hamburgs Erster Bürgermeister Henning Voscherau Frau Peschel-Gutzeit zur Justizsenatorin. Dieses Amt hatte sie bis 1993 inne. Dann verlor die SPD bei der wiederholten Bürgerschaftswahl die absolute Mehrheit und ging eine Koalition mit der STATT-Partei ein, die für sich das Amt des Justizsenators reklamierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1994 wurde sie zur Nachfolgerin von Jutta Limbach als Justizsenatorin in den Berliner Senat Eberhard Diepgens berufen. In dieser Zeit wurde sie darauf aufmerksam gemacht, dass ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende sämtliche, nämlich über 400.000 Urteile des Reichskriegsgerichts und des NS-Volksgerichtshofs immer noch in Kraft waren. Das ließ Frau Peschel-Gutzeit keine Ruhe. Auf ihre Initiative hin führte schließlich ein Gesetzentwurf des Landes Berlin über Bundesrat und Bundestag 1998/99 zur Verabschiedung des Aufhebungsgesetzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Unding, für dessen Abschaffung Frau Peschel-Gutzeit erfolgreich kämpfte, waren die zweimonatigen Gerichtsferien, die 1877 eingeführt worden waren. Der historische Hintergrund war, dass viele Richter im ausgehenden 19. Jahrhundert nebenberuflich eine Landwirtschaft betrieben. Ihnen wollte man mit den Gerichtsferien Gelegenheit zur Ernteeinbringung verschaffen. 1935 wurden die Gerichtsferien schon einmal abgeschafft, jedoch 1950 von den Alliierten und der jungen Bundesrepublik wieder eingeführt. Dass diese Initiative Lore Peschel-Gutzeit nicht nur Zustimmung einbrachte, lässt sich leicht vorstellen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1007" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.PeschelG03-1024x1007.jpg" alt="BF.PeschelG03" class="wp-image-51468" style="aspect-ratio:1.0165290496922383;width:561px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Am Landgericht ca. 1972</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1997 übernahm Frau Peschel-Gutzeit noch einmal das Justizressort in Hamburg, diesmal unter Ortwin Runde (SPD) in Koalition mit Bündnis 90/Die Grünen. Nach Verlust der Regierungsmehrheit im Jahr 2001 schied sie endgültig aus dem Senatoren-Amt und kehrte der Politik den Rücken.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Würdigung</p>



<p class="wp-block-paragraph">2004 wurde Lore Peschel-Gutzeit die „Stadtältestenwürde“ vom Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit verliehen. In seiner Laudatio sprach Wowereit drei Themen an, die Lore Maria Peschel-Gutzeit in besonderer Weise bewegten. Hier Auszüge aus seiner Würdigung:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In der rechtspolitischen Diskussion trat Lore Peschel-Gutzeit mit vielen Vorstößen zur Gleichstellung und zum Abbau Frauen diskriminierender Normen hervor. So hat sie sich mit Sachverstand, persönlichem Engagement und letztlich auch Erfolg für zahlreiche Rechtsreformen eingesetzt.“</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="787" data-id="51470" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.PeschelG04-1024x787.jpg" alt="BF.PeschelG04" class="wp-image-51470"/><figcaption class="wp-element-caption">Bundespräsident Köhler überreicht Frau Peschel-Gutzeit das Bundesverdienstkreuz</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="811" data-id="51469" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/07/BF.PeschelG05-1024x811.jpg" alt="BF.PeschelG05" class="wp-image-51469"/><figcaption class="wp-element-caption">Mit Angela Merkel &#8211; September 1991</figcaption></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Das zweite Thema, dem sich Lore Maria Peschel-Gutzeit mit Überzeugung und Eifer widmete, war die innere Einheit Deutschlands. Das war ihre Maxime bei der erfolgreichen Rechtsangleichung&nbsp; wie auch der Zusammenführung der Justiz von Berlin. Sie verstand es, den Berlinerinnen und Berlinern beider Teile der Stadt aufgeschlossen und mit Respekt zu begegnen, hat versucht zusammen zu führen und sich dabei rasch großes Vertrauen zu erworben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein drittes Thema zieht sich ebenfalls wie ein roter Faden durch das Wirken von Lore Peschel-Gutzeit: Die Gerechtigkeit gegenüber nachfolgenden Generationen. Ihr Vorschlag, das Wahlrecht mit der Geburt einsetzen und es bis zur Volljährigkeit von den Eltern ausüben zu lassen,&nbsp; hat für Aufsehen gesorgt und zum Nachdenken angeregt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Ja, es gibt noch viele Bretter, an denen ich mitbohre!“ </strong><br>meinte Lore Peschel-Gutzeit bei unserem Interview 2012. Neben ihrer anwaltlichen Tätigkeit beschäftigt sie sich zurzeit damit, &#8211; in Zusammenarbeit mit Unicef und anderen Kinderhilfsorganisationen &#8211; eigene Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. Schutz für Kinder, Recht auf bestmögliche Förderung und auf Beteiligung an Entscheidungen, die die Kinder angehen, diese Rechte müssten &#8211; kindgemäß formuliert &#8211; im Grundgesetz stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2002 hat sich Lore Peschel-Gutzeit&nbsp; weitgehend aus der Politik zurückgezogen.&nbsp; Doch zu Hause zu sitzen, den Garten zu pflegen oder Damenkränzchen abzuhalten liegt ihr nicht. Im Alter von 70 Jahren ließ sie sich abermals als Anwältin nieder. Ihre Berliner Kanzlei liegt zwischen Modeläden von Prada und Yves Saint Laurent. Aber ihrem Kleiderstil ist sie treu geblieben, genau wie ihrem Schwerpunkt Familienrecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den wenigen freien Wochenenden allerdings schnurrt die ehemalige Hobbyrallyefahrerin, die Mitglied des Deutschen Damen-Automobilclubs war,&nbsp; über die Autobahn zu ihrem Heim nach Blankenese. „Wer sich hier nicht wohl fühlt, hat selber schuld!“ ist ihre Meinung. Die historische Eigenständigkeit, das Fischerdorf als gewachsener Kern und die Nähe zum Wasser gefallen ihr besonders, obwohl sie selbst nicht am Strandweg wohnt, sondern „high and dry auf dem Geestrücken“ – wie sie sagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens hat uns neben ihrem unglaublich guten Gedächtnis die Freude an bildhafter Sprache besonders beeindruckt. Ein Beispiel: „herum-maikäfern“ für hilfloses hinauszögern und argumentieren, wie ein Maikäfer, der auf dem Rücken liegend in die Luft strampelt, um auf die Beine zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin Peschel-Gutzeit in alter Fassung!“ meint sie in Bezug auf ihren Doppelnamen. (Der Mädchenname steht nach damaligem Recht an zweiter Stelle.) Dazu dass sie im Alter von 80 Jahren immer noch eine Sechs-Tage-Arbeits-Woche leisten kann, ihr Kommentar: „Es ist ein Geschenk! Ich habe immer gern gearbeitet – mein Leben lang!“</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-a388da8a764830581a96df379182f64e wp-block-paragraph">Quellenangabe:</p>



<p class="has-vivid-purple-color has-text-color has-link-color wp-elements-e526e0e5b237bfd3cac380b198df53a6 wp-block-paragraph">Interview mit Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit<br>www.emma.de/ressorts/artikel/gesetzgebung/<br><a href="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/sie">www.berliner-zeitung.de/archiv/sie</a> arbeitet als anwaeltin&#8230;<br><a href="http://www.munzinger.de/search/portrait/lore+maria+peschel-gutzeit">www.munzinger.de/search/portrait/lore+maria+peschel-gutzeit</a><br><a href="http://www.archiv.spd-berlin.de/geschichte/personen/l-z/peschel-gutzeit">www.archiv.spd-berlin.de/geschichte/personen/l-z/peschel-gutzeit</a><br>wikipedia.org/wiki/Lore_Maria_Peschel-Gutzeit</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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