Blankenese im Gespräch

Kleine Fluchten: Seen und Wälder vor der Haustür erkunden

Blankenese ist einer der schönsten Vororte der Welt, da sind wir uns ganz sicher. Das gar nicht mehr kleine Dorf am Elbstrom ist nicht nur am Wochenende Ziel zahlreicher Tagesausflügler und Touristen: Durch das malerische Treppenviertel laufen sie treppauf und treppab, genießen dabei immer wieder neue Ausblicke auf die Elbe. Oder sie gehen in den großen Parks mit den ehemaligen Herrenhäusern spazieren und freuen sich auf einer Picknickdecke über die herrliche Umgebung und Natur.

Doch die Region rund um den Hamburger Westen und die Hansestadt hat noch mehr zu bieten, als in den gängigen Reiseführern und „places, you must see“-Auflistungen steht. Vor allem für Hamburger selbst, die in den kommenden Ferienwochen nicht nur die Hansestadt, sondern auch die umliegenden Regionen neu entdecken können.

Im Frenz Verlag, der sich mit seiner Wochenender-Reihe auf Ausflugstipps für Gegenden, die unweit von großen Städten liegen, spezialisiert hat, ist nun das Buch „Wochenender – Seen und Wälder um Hamburg“ erschienen. Eine umfangreiche Sammlung reizvoller Ziele vor den Toren der Hansestadt, die den Erholungsfaktor eines wunderbaren Kurzurlaubs am See mit dem tiefen Entspannungsgefühl, das sich bei einem längeren Waldspaziergang einstellt, verbindet. Die Ausflugstipps sind in die vier Regionen, den Himmelsrichtungen entsprechend, aufgeteilt. In Schleswig-Holstein, im Norden Hamburgs gelegen, locken vor allem die vielen Seen. Unser persönlicher Favorit – und tatsächlich noch ein Geheimtipp, so dass man manchmal ganz alleine dort ist:

Der Klüthsee in der Nähe des Großen Segeberger Sees. Die Badestelle ist am Nordostufer gelegen und über eine große, sanft abfallende Liegewiese gut zu erreichen. Und danach? Lockt das Café-Restaurant „Goldmarie am See“ in Bad Segeberg. Neben Kaffee und Kuchen gibt es hier auch eine „Glückliche Currywurst“.

Bei der Goldmarie hat man einen herrlichen Seeblick

Wer im Osten Hamburgs Natur pur genießen möchte, muss gar nicht weit fahren. Rund 12 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt beginnt die Boberger Niederung. Ein Spaziergang hier fühlt sich „wie die Pausentaste vom Alltag“ an. Hier gibt es nicht nur die einzige Wanderdüne Hamburgs zu bestaunen, sondern auch Wiesen, Felder, Weiden, die von Seerosen bedeckte Bille und einen kleinen See mit beliebter Badestelle.

Harburger wissen schon lange, was sie an ihrem Außenmühlenteich haben, aber die vielen Freizeitmöglichkeiten, die der Süden Hamburgs bietet, sind damit noch lange nicht erschöpft. Vor allem die Fischbeker Heide und die Harburger Berge sind schnell von Hamburg aus zu erreichen und bieten zahlreiche Wanderwege für ausgedehnte Spaziergänge. Wer sich auf einem der „Berge“ für eine kleine Rast niederlässt, hat sogar Sicht auf den Hamburger Hafen.
Ein bisschen weiter weg, aber absolut lohnend, ist ein Abstecher ins Wendland. Auf dem Großen Rundlingsweg werden die für die Gegend typischen Rundlinge, im Mittelalter gegründete Dörfer mit einer kreisförmigen Anordnung, erkundet.

Anschließend lockt das Restaurant „Das alte Haus“ im nur wenige Kilometer entfernten Jameln. Der Ort, an dem in den 60er Jahren die Stars der Westberliner Kulturszene Uwe Bremer, Albert Schindehütte und Johannes Vennekamp unter dem Namen „Die Rixdorfer“ das Leben aufmischten, ist nun für amtliche Steaks, gute Antipasti und einen süffigen Rotwein bekannt.

Idylle mit Schafen in den Boberger Dünen



Wer im Westen Hamburgs wohnt, meint schon fast, mitten im Ausflugsziel beheimatet zu sein. Doch auch für die Elbvorortler haben die Macher des „Wochenender“ noch kleine Perlen jenseits von Wittenbergen und Klövensteen gefunden, die lohnen, entdeckt zu werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Besuch des Biohof Meibohm in Ahlerstedt? Neben jeder Menge Bauernhoftiere – allen voran Herr Schmidt, ein kurzbeiniger Dackel, der den Besuchern aufmerksam entgegen kommt – gibt es auch einen Naturkostladen und eine Biobäckerei. Die Brote kommen direkt aus dem Steinofen – das riecht und schmeckt man. Für einen kulinarischen Ausflug auf die andere Elbseite empfiehlt die Redaktion des Wochenender das Restaurant No.4 in Buxtehude. In dem historischen Gewölbekeller stehen nur vier Tische, an denen jeweils vier Gäste Platz nehmen können. Unnötig zu erklären, woher der Name des Restaurants kommt, dessen Küchenchef sich der neuen „nordischen Sternenküche“ verschrieben hat.




„Wochenender – Seen und Wälder in und um Hamburg“ sowie zahlreiche Wochenend-Geschwister mit weiteren Ausflugstipps sind im Frenz Verlag erschienen und kosten je Buch 18 Euro.
Für diese Rezension wurde ein Exemplar des Buches der Redaktion von blankenese.de zur Verfügung gestellt, die Redaktion erhält keine Kommission beim Kauf des Buches.

Das könnte auch etwas für Sie sein

Keine Kommentare

    Schreibe einen Kommentar