Die Zeit heilt nicht alle Wunden

14.03.2017 | 11:27

Silvia Linz, Leiterin des Therapeutischen Hofs Toppenstedt, sprach in Blankenese über die Weitergabe von Kriegstraumata an nachfolgende Generationen

Silvia Linz (rechts) in Hamburg-Blankenese im Gespräch mit einer Zuhörerin

 „Nachkriegskinder, die den Krieg nicht erlebt haben, können dennoch emotional aufwühlende  Erzählungen ihrer Mütter von brennenden Städten oder ihrer Väter von der Todesangst an der Front oder in einem engen U-Boot weit unter dem Meeresspiegel so intensiv nacherleben, dass sie die damalige Angst und Hilflosigkeit der Eltern oder Großeltern ebenfalls speichern.“ Das sagte Silvia Linz  in den Blankeneser Gesprächen vor fast 100 Zuhörern. „Die Bilder der Not und Panik können sich bei den Kindern emotional tief einprägen – und damit tragen sie posttraumatische Belastungen ihrer Eltern weiter.“ Gebannt lauschten die Zuhörer der psychologischen Psychotherapeutin. Silvia Linz am 14. März 2017 über psychische Auswirkungen und die Weitergabe von Kriegserfahrungen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg an nachfolgende Generationen. Fast ebenso viele Männer wie Frauen waren zu dem Vortrag gekommen, Kriegskinder im Alter von 70plus, Kriegsenkel im Alter von etwa 60 Jahren. 

Sie diskutierten mit der Psychologin über Heilungsmethoden für ihre individuellen seelischen Wunden, die 70 Jahre nach Kriegsende verstärkt zum Tragen kommen. „Auch heute können Kriegskinder und Kriegsenkel psychische Belastungen aus ihrer Kindheit lindern,“ betonte Silvia Linz,  „doch der Weg ist immer individuell, und jeder Betroffene muss die eigene passende Form finden.“  Die Psychologische Psychotherapeutin Linz berücksichtigt diese Erkenntnisse auch im Therapeutischen Hof Toppenstedt, einer Einrichtung des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein für Patienten mit einer Abhängigkeitserkrankung durch illegale Drogen. Linz: „Auch hier können belastende kriegsbedingte Erlebnisse der Familien die Patientinnen und Patienten beeinträchtigt haben.“   Cornelia Strauß

 

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