Gesperrtes Hessebad: Schulbehörde bleibt vage

20.06.2019 | 19:00

Die Schulbehörde hat Ursachen zur Sperrung des Hessebads und Kosten für die Sanierung offengelegt. Ein konkreter Plan, wie der Schwimmunterricht wieder starten kann, ist dagegen nicht bekannt.

Kein Schwimmunterricht für Schüler im frisch sanierten Hessebad wegen Personalmangels - diese Nachricht hat viele Blankeneser verärgert. Auch in der Hamburger Bürgerschaft sowie in der Altonaer Bezirksversammlung ist das Thema angekommen. Und trotzdem präsentiert die Schulbehörde unter Bildungssenator Ties Rabe (SPD) keinen greifbaren Plan, wie der Schwimmunterricht wieder aufgenommen werden soll.

Die Kommentare der Facebook-Nutzer zum gesperrten Schulschwimmbad des Gymnasiums Blankenese spiegeln ein eindeutiges Meinungsbild wider. Neben weinenden und wütenden Smileys finden sich Sätze wie: “Das ist wirklich unglaublich! Kann man was machen - oder geht alles wieder seinen Behördengang?”, “Das ist ja zum Wiehern!” oder “Letztes Jahr wurde das Bad intensiv genutzt... Das ist echt schade und dumm.”

Mehr als 1,5 Millionen Euro für Sanierung und Neubau

Zur Erinnerung: Erst im vergangenen Jahr war das Freibad im Hessepark nach einer langen Sanierungsphase wieder für den Schulbetrieb freigegeben worden. Nach langem Zaudern hat die Schulbehörde inzwischen Blankenese.de auch mitgeteilt, wie hoch die Kosten dafür waren: Sanierung und Umbau des Schwimmbades schlugen mit 1,37 Millionen Euro zu Buche. Zusätzlich zahlte Hamburg für den Neubau des Technikgebäudes 202.000 Euro.

In ihrem Antwortschreiben räumt die Schulbehörde ein, dass Schulschwimmen im Hessebad trotz besten Sommerwetters nicht möglich sei: “Es gibt derzeit nicht genügend Aufsichtskräfte, um einen sicheren Schwimmunterricht zu gewährleisten.” Damit haben sich die Recherchen von Blankenese.de bestätigt, wonach ein Schwimmeister als zusätzliche Aufsichtskraft fehlt.

Politik bleibt vage

Weiter unklar ist dagegen, ob zumindest direkt nach dem Sommerferien die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Blankenese im Hessebad wieder Sport treiben können. Sowohl Schulbehörde als auch Parteifreunde von Schulsenator Rabe bleiben vage.

"Nachdem mehr als 1,5 Millionen Euro investiert wurden, hoffe ich sehr, dass das Bad nach den Ferien wieder seiner Bestimmung zugeführt wird und es wieder Schwimmunterricht hier gibt“, sagte Hendrik Sternberg von der SPD Blankenese.

“Es tut mir leid, dass der Schwimmbetrieb aufgrund fehlender Aufsichtskräfte so lange ausfallen musste. Es muss schnellstmöglich dafür gesorgt werden, dass das Schwimmbad wieder zur Verfügung steht”, so die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok.

Die Schulbehörde wird nur wenig konkreter: “Der Schwimmunterricht wird voraussichtlich nach den Ferien in der Kalenderwoche 33 wieder aufgenommen.” Nachfragen von Blankenese.de, wie die der Personalmangel behoben werden solle und ob es beispielsweise bereits eine Stellenausschreibung gebe, ließ die Pressestelle der Schulbehörde bislang unbeantwortet.

Appell an den Elternrat

Neben SPD und Grünen reagierte auch die Linke auf Bitte um Stellungnahme zur Situation im Hessebad. “Es ist unerträglich, dass die Schulbehörde nicht dafür sorgt, dass der Unterricht ordentlich möglich ist”, sagte Wolfgang Ziegert von der Linksfraktion im Altonaer Rathaus. Er appellierte an Schüler- und Elternvertretung des Gymnasiums Blankenese, zusätzlichen Druck bei der Behörde zu machen. “Immerhin ist nächstes Jahr Bürgerschaftswahl.”

Der Elternrat wollte Blankenese.de seine Meinung zur Sperrung des Schwimmbads nicht mitteilen. Schriftlich verwies das Gremium lediglich darauf, dass die Schulleitung in dieser Sache in engem Kontakt mit der Schulbehörde stehe. Die Schulleitung des Gymnasiums bat darum, Anfragen an die Presseabteilung der Schulbehörde zu richten. Nach Informationen von Blankenese.de weiß die Schulbehörde seit Monaten von fehlendem Aufsichtspersonal im Hessebad - mit dem bekannten Ergebnis.

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