Schulbehörde schweigt zu Hessebad-Sperrung

17.06.2019 | 16:09

Mehr als eine Million Euro hat die Sanierung des Schul-Schwimmbads im Hessepark gekostet, aber Schwimmunterricht findet nicht statt. Zu den Gründen gibt die Hamburger Schulbehörde keine Auskunft. Offenbar ist der Behörde ein grundlegendes Versäumnis peinlich - wie unsere Recherchen zeigen.

Die Sonne scheint, aber das Wasser im Schulbad im Hessepark ruht still - nicht einmal die kleinste Welle ist zu sehen. Denn das Freibad des Gymnasiums Blankenese ist für den Schwimmunterricht gesperrt. Dabei wurden erst vor rund einem Jahr aufwendige Sanierungsarbeiten abgeschlossen.

Modernisierung für mehr als eine Million Euro

Mehr als eine Million Euro an Steuergeldern gab die Stadt Hamburg aus, um das in die Jahre gekommene Schulbad von Grund auf zu modernisieren. Wie viel Geld genau investiert wurde, darüber gibt die Schulbehörde derzeit keine Auskunft. Ebenso schweigt die Behörde für Schule und Berufsbildung über die Gründe der Sperrung des Hessebads für den Schwimmunterricht und heizt so die Gerüchteküche in Blankenese an.

Schon vor Pfingsten schickte Blankenese.de eine kurze Anfrage an die Pressestelle der Schulbehörde, die Antwort lag - trotz mehrfacher Nachfrage - auch zehn Tage später immer noch nicht vor. Also haben wir uns selber umgehört. Alle Informationen deuten daraufhin, dass Hamburg am falschen Ende sparen wollte.

Beim Personal gespart?

Jahrelang arbeitete ein Schwimmmeister im Hessebad, als er ausschied, wurde eine Stelle für einen Hausmeister ausgeschrieben. Den Posten bekam Klaus Thierling, ein ehemaliger Berufstaucher. Er hat zahlreiche Zertifikate und anerkannte Qualifikationen, um beim Schwimmunterricht neben den Lehrkräften zusätzlich für Sicherheit im Becken zu sorgen. Das tat er auch im vergangenen Sommer.

Da Thierling aber nicht nur für den Zustand des Hessebads zuständig ist, sondern auch Hausmeister im Gymnasium Blankenese ist, sammelten sich unter anderem wegen der Schwimmaufsicht zahlreiche Überstunden an. Thierlings Arbeitgeber, der Landesbetrieb Schulbau Hamburg, untersagte daraufhin weitere Mehrarbeit, wie uns von verschiedenen Seiten inoffiziell bestätigt wurde.

Seit diesem Verbot fehlt eine zweite Aufsichtsperson für den Schwimmbetrieb. Der Personalschlüssel am Gymnasium Blankenese macht es offenbar unmöglich, zwei SportlehrerInnen zum Schwimmunterricht zu schicken.

"Kompetenzgerangel zwischen Behörden"

Verantwortlich für den Schwimmbetrieb im Hessebad ist die Schulbehörde. Becken, Gebäude, Gelände und Hausmeister werden jedoch vom Landesbetrieb Schulbau Hamburg, der der Finanzbehörde untergeordnet ist, verwaltet. Mindestens seit Herbst vergangenen Jahres ist klar, dass ein Schwimmmeister im Hessebad fehlt - doch getan hat sich offensichtlich nichts.

Gesche Boehlich, Fraktionsführerin der Grünen in der Bezirksversammlung Altona

“Ich habe kein Verständnis dafür, dass aufgrund von Kompetenzgerangel zwischen Schulbau Hamburg und der Schulbehörde das Bad stillgelegt wurde und die Kinder keine Möglichkeit haben, hier Schwimmunterricht zu bekommen”, sagt die Fraktionsführerin der Grünen im Altonaer Rathaus, Gesche Boehlich. Noch vor Ende der Sommerferien müsse ein Schwimmmeister angestellt werden, damit zumindest bis zu den Herbstferien wieder Schwimmunterricht im Hessebad stattfinden kann.

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