Ausbau der Therapie von Schmerzen des Bewegungsapparates am Krankenhaus Tabea 

06.03.2019 | 17:40

Teilstationäre Schmerztherapie gegen chronisches Rückenleiden 

Eine Pressemitteilung aus dem Krankenhaus: 
Das Krankenhaus Tabea baut seine Kompetenzen im Bereich der Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates weiter aus: Ab April 2019 können Patienten mit chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates in der Klinik in Blankenese auch teilstationär schmerztherapeutisch behandelt werden. Das bedeutet, dass sie über drei bis fünf Wochen täglich bis zu acht Stunden in der Klinik behandelt werden und anschließend in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren. Nur wenige andere Kliniken in der Hansestadt bieten diese Form der Schmerztherapie an und es gibt insgesamt in der Stadt nur 50 Plätze. Das Krankenhaus Tabea hat sich unter diesen Kliniken auf die Behandlung von chronischen Bewegungsschmerzen spezialisiert und verfügt über zehn Plätze. 

Insgesamt leiden etwa 12 Millionen Deutsche an langanhaltenden, chronischen Schmerzen – Rückenschmerzen gelten hierbei als das häufigste Schmerzleiden1. Oft sind Patienten mit chronischen Schmerzen soweit eingeschränkt, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausführen können. Psychische Erkrankungen wie Depressionen, dauerhafte Alltagsbelastungen und Konflikte innerhalb der Familie können folgen. Eine Operation scheint häufig der letzte Ausweg zu sein. „Nur etwa 30% der Patienten, die uns durch niedergelassene Fachkollegen vorgestellt werden, kann mit einer OP geholfen werden. Es ist ein riesen Vorteil, dass wir Patienten mit chronischen Schmerzen mit einem nun nochmals erweitertes Therapieangebot helfen können,“ erklärt Dr. med. Christian Möller-Karnick, Chefarzt der Abteilung für Wirbelsäulen– und Neurochirurgie.

Ein neu gegründetes, interdisziplinäres Team mit multimodalen, also ganzheitlichem Therapieansatz nimmt sich in neu ausgebauten Räumlichkeiten den teilstationären Schmerzpatienten an. Neben regelmäßigen Gesprächen mit den Ärzten, Psychologen und Schmerztherapeuten zählt auch der Austausch zu wichtigen Praxistipps dazu, um auch nach Ende der Therapie schmerzfrei weiterzuleben. Begleitet werden die Betroffenen dabei stets von einer Schmerzschwester (Pain Nurse). Das aktive Training – ein zentraler Bestandteil der Therapie – wird gemeinsam mit einem Physiotherapeuten und einem Sportwissenschaftler durchgeführt und enthält Übungen zur Schmerzbewältigung. Es umfasst beispielsweise das „work hardening“-Konzept, ein Arbeitsplatztraining, das Übungen enthält, die den Bewegungen und Beanspruchungen im Berufsalltag entsprechen. Hierbei werden individuelle Arbeitssituationen simuliert, wodurch die Betroffenen lernen, alltägliche Anforderungen im Beruf in Hinblick auf Kraft, Ausdauer und Motorik rückenfreundlich zu bewältigen. „Das Ziel ist, dass die Patienten wieder in ihren Beruf zurückkehren können und langfristig arbeitsfähig sind. Die Behandlung der Rückenschmerzen setzt daher dort an, wo sich der Ursprung befindet und das ist sehr häufig der berufliche Alltag der Betroffenen“, erklärt Dr. med. Jan-Henrich Stork, Chefärztlicher Leiter der Abteilung Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie.

Doch nicht jeder Patient kommt für eine teilstationäre Behandlung in Frage. Hinweise, dass eine solche Therapie sinnvoll sein kann, sind u. a. eine vorige erfolglose ambulante Schmerztherapie oder eine bereits längerfristige Einnahme von Schmerzmedikamenten ohne ausreichende Schmerzlinderung. Um festzustellen, ob der jeweilige Betroffene sich für eine teilstationäre Therapie eignet, wird zunächst die Patientenakte mit dem individuellen Krankheitsverlauf geprüft. Anschließend findet ein Assessment Tag zum persönlichen Kennenlernen statt. „An diesem Tag führen wir mit dem gesamten Team Gespräche und auch ärztliche Untersuchungen durch. So können wir anschließend einschätzen, inwiefern eine teilstationäre Schmerzbehandlung der Rückenschmerzen hilfreich sein kann“, sagt Dr. med. Jan Schilling, Orthopäde und Chefarzt der Abteilung für Wirbelsäulen– und Neurochirurgie.

Die teilstationäre Behandlung in einer Tagesklinik ermöglicht den Patienten, ihren Alltag weiterhin zu leben. Sie absolvieren ihre Therapie in kleinen Gruppen à fünf Personen, kommen abends wieder nach Hause und können so hilfreiche Bewältigungsstrategien des Rückenschmerzes leichter in ihren Alltag integrieren. In der Tagesklinik sollen die Betroffenen zurück zu einem schmerzfreien Leben finden.

SchmerzpatientInnen können sich schon jetzt am Krankenhaus Tabea über die Möglichkeiten der teilstationären Schmerztherapie ab April 2019 und über die Prüfung ihres individuellen Krankheitsbildes informieren. 

Kontakt: Krankenhaus Tabea Teilstationäre Therapie von chronischem Bewegungsschmerz Tel. 040 – 866 92 244 

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