Kollekte per Kreditkarte

17.07.2018

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat den ersten „digitalen Klingelbeutel“ vorgestellt. Er hat die Form eines herkömmlichen Klingelbeutels, soll aber das Bezahlen per Kredit- oder EC-Karte ermöglichen. Dazu befindet sich im Griff die nötige Technik samt Akku. Das Kollektesammeln als wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes bleibe unverändert, betonte der Berliner Bischof Markus Dröge.   epd

Debakel für die Humanität

17.07.2018

Mit scharfer Kritik reagierten Hilfsorganisationen auf den „Masterplan“ zur künftigen Asyl- und Migrationspolitik. Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ sprach von einem „Debakel für die Humanität“. Auch die Diakonie übte scharfe Kritik: Der „Masterplan Migration“ laufe denjenigen hinterher, die humanitäre Grundsätze aufkündigen wollten, sagte Ulrich Lilie, der Präsident der Diakonie Deutschland.   epd

Neues Projekt: Wohnraumanpassung im Hamburger Westen und Wedel

29.06.2018

Immer mehr Menschen möchten so lange wie möglich selbstbestimmt und selbständig in ihrer vertrauten Wohnung leben. Damit dies gelingt, braucht es in manchen Lebenssituationen, etwa im Alter oder bei Krankheit, eine Anpassung des Wohnraums. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die dazu beitragen, Sicherheit und Mobilitätzu erhöhen und das Umfeld den veränderten Bedürfnissen anzupassen. Schon kleine Veränderungen machen so eine eigenständige Lebensführung möglich.

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Flüchtlingsschutz in Europa stärken

20.06.2018

EKD News: Präses Manfred Rekowski, der Leitende Geistliche der Evangelischen Kirche im Rheinland, hat Folgen der europäischen Abschottungspolitik kritisiert. „Allen politischen Verantwortlichen muss klar sein, was es heißt, das Asylrecht anzutasten und den Flüchtlingsschutz kleinzumachen: Menschen werden an Grenzen abgewiesen, von Land zu Land weitergeschickt, oder sie kommen in Seenot um“, sagte Rekowski, der Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der EKD ist. Und weiter: Eine Politik der ausgelagerten Verantwortung sei nicht hinnehmbar. „Unsere eigene Würde, ja, unsere Humanität droht daran zugrunde zu gehen.“  (weiter)

1. Lorinther 16, 13-14

14.04.2013 | 12:26

K.-G. Poehls

Wenn es auf der Konfirmandenfreizeit in Bosau darum geht, die Konfirmationssprüche auszusuchen, dann richten wir, die Helfer und ich, vorher den Raum her: einen zusammengeklappten Tisch legen wir auf den Boden, auf ihn und um ihn herum Tücher aus Tansania, auf den Tisch ein Kerzenkreuz aus Alufolie und vielen vielen Teelichten, drum herum Zettel mit über 110 Sprüchen aus der Bibel, dazu ausgeschnittenen Papierhände und Stifte. Und zwischen all das nochmals viele Kerzen, denn es ist Abend und der Raum wird dunkel sein. Wenn alles fertig ist, die Kerzen angezündet und eine leise Musik angestellt sind, werden die Konfis hereingebeten. Vorher aber heißt es noch: Schuhe aus und absolutes Schweigen!

Im Raum dann die Aufforderung, langsam um Kreuz und Sprüche herumzugehen und sich in Ruhe alle Sprüche anzugucken.

Sprüche liegen da, von denen einer vielleicht für nur eine oder einen, oder für mehrere die Kraft haben, das zu vermitteln, was sie aussagen: Sprechen sie von Liebe, so ahne ich, was Liebe bedeuten kann für mich, reden sie von Geborgenheit, so finde ich nach Haus, wollen sie Gottesworte sein, so nehme ich Gott wahr und gewinne Mut oder Zuversicht, empfinde die Schönheit,  von der sie singen. So kann es gehen mit einem Spruch und dann wird er einen Menschen begleiten – für eine Zeit, manchmal für ein Leben.

Wer von den Konfis seinen Spruch gefunden hat, der schreibt seinen Namen darunter und setzt sich in dessen Nähe auf den Boden. Und wenn dann alle sitzen, ergeht die Aufforderung, den anderen den eignen Spruch zu nennen und einen Satz zu diesem Spruch zu sagen. Schönes ist zu hören, Persönliches, Erstaunliches. Und nach dieser Runde nehmen alle noch einmal einen Stift und schreiben ihren Spruch auf die Hand aus Papier. So wie es beim Propheten Jesaja als ein Gotteswort heißt: „ Ich will deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet“ (Jes 49, 16), so soll nun gleichsam Gott und der Glaube an ihn in die Hand gezeichnet werden.

So, liebe Gemeinde, sehen die Schritte zu einem eigenen Konfirmationsspruch aus. Letztes Wochenende haben wir sie in Bosau getan. Der innere Weg aber, den ein junger Mensch geht bis zur Entscheidung, sich konfirmieren zu lassen und diese Entscheidung mit einem ganz persönlichen Konfirmationsspruch zu besiegeln, der bleibt uns, die wir die Jugendlichen begleiten, weitgehend unbekannt. So weiß ich auch gar nicht, ob ich heute mit meinen Gedanken über Deinen Konfirmationsspruch, Tiemo, bei Dir und auch bei Ihnen allen, ankomme.

„Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!“

So hat Paulus einst vor knapp 2000 Jahren an die Gemeinde in Korinth geschrieben. Und hat damit die Liebe, die so viel zitierte, besungene, romantisierte, verkitschte, oft genug leichtfertig beschworene, mit Wachsamkeit, Glauben, Mut und Stärke verbunden. Und dann steht das Wort von der Liebe plötzlich in einem ganz neuen Licht. „Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!“

„Alle eure Dinge in Liebe“ – was ist das für eine Liebe? 

Ich glaube, sie ist einfach nur größer als meine Skepsis, meine Zweifel, sie ist ernster als mein Spott und mächtiger als meine Ohnmacht all dem gegenüber, was mich an Gott und Welt verzweifeln lässt.

Sie ist überzeugt, dass nichts von all dem Üblen, das uns allen passieren kann, sie zerstört. Sie ist weder apathisch noch fanatisch, sondern gibt dem Gegenüber in ihrer Langmut und Freundlichkeit viel Raum. Sie nimmt ihr Gegenüber ernst; sie hofft und glaubt nicht in kleinen Portionen, sondern ihre Hoffnung und ihr Glaube sprengen die Grenzen der Alltagserfahrungen und des Zweifels, des Scheiterns und der Resignation: sie hofft alles, sie glaubt alles – alles an Gutem und Schönen, alles was Gott für die Menschen, für unsere Welt will.

Liebe von Gott her ist kein Geschäft, nicht einklagbar, nicht summierbar, nicht zu bilanzieren, sie ist kein romantisches Gefühl, nicht lieblich und rosarot.

Sie ist kein Privatbesitz, sondern wendet sich auch dem Nächsten und der Schöpfung zu, wird zur Nächstenliebe, wendet sich liebevoll der Kreatur zu, nimmt sich der Umwelt an. Sie teilt sich mit, mischt sich ein. Sie kann nicht stehen bleiben, das wäre ihr Tod; sie hört nicht auf, auch wenn alles andere aufhört. Sie ist wie Gott, ist Gottes großes Geschenk an uns. Und so kann sie über allem und in allem – in allen unseren Dingen - sein und alle unsere Dinge können in ihr geschehen.

„So können wir heute den Glauben des  Jesus von Nazareth verstehen. Er hat uns gezeigt, was Glaube bewirken kann.“ Dieser schlichte Satz steht in dem Bekenntnis, das wir auch in Bosau erarbeitet haben. Nun, die Rede davon, dass Jesus Vorbild sei, wird von manchen immer als theologisches Magermodell abgetan. Demgegenüber gelte es immer wieder zu betonen, dass Jesus für unsere Sünden gestorben sei, wir unser Heil in seinen Wunden hätten.

Die Liebe, die Jesus gelebt hat, für die er gestorben und in der er auferstanden ist, das Selbstverständnis von uns, seinen Anhängern, nicht als Sünder, sondern als geliebte Töchter und Söhne Gottes kommen demgegenüber immer noch zu kurz.

Jesus hat uns ein Vorbild hinterlassen – uns, die wir uns neu verstehen sollen. Nicht mehr irrende Schafe, nicht mehr unwissend, wohin wir gehören und wo unsere Heimat ist, sondern dem Gott Jesu zugehörig, von ihm in unserem Denken und Tun geleitet. Und das heißt schlicht: einer Liebe folgend, die nicht aufhört, eingebunden zu sein in den Zirkel von Gottes- und Nächstenliebe. Christen von damals und wir heute, haben eine Idee und es ist die Idee Gottes. Das  Wort „Idee“ hat im Griechischen zu tun mit „sehen“. Es geht darum, wie ich auf die Welt und die Menschen sehe. Die Idee Gottes hat in Jesus ihr Bild gefunden, in ihm ist Gottes Idee der Liebe zu sehen.

Erfüllt von der Idee Gottes spricht Jesus zu seinen Jüngerinnen und Jüngern durch die Zeiten hindurch: „Liebe denn ihn, deinen Gott, mit all deinem Herzen, mit all deiner Seele, mit all deiner Macht. Und halte lieb deinen Nächsten, dir gleich.“

Unsere Welt braucht diese Idee, braucht eine liebevolle Sicht-weise. Und wir haben sie, sie ist unter uns, wir können sie weitergeben, wir versündigen uns an allen, an den uns nahen und fernen Menschen, wenn wir sie nicht weitergeben. Liebe als Gabe, Liebe als Aufgabe:

Wenn wir uns herausziehen aus diesen beiden Grunddaten unseres Glaubens, dann verlieren wir Gott und Welt.

Und es gehören Wachsamkeit, Glauben, Mut und Stärke dazu, damit alle Dinge in Liebe geschehen können.

Wachsamkeit, um mitkriegen zu können, was ein Mensch im jeweiligen Moment konkret an Liebe braucht, Wachsamkeit, um Liebe im konkreten Moment angemessen zu praktizieren. Wachsamkeit für das rechtzeitige Gespräch oder für das entschiedene Eintreten.

Mut ist nötig, um „Liebe“ nicht nur ein leeres Wort bleiben zu lassen. Nur mit Mut lässt sich die Liebe gegen andere Menschen durchsetzen und auch gegen andere Ideale und Werte, die höher stehen wollen als die Liebe. Und nur mit Mut grenzt sich die Liebe zu den Menschen ab gegen Gleichgültigkeit, Resignation, Fremdenfeindlichkeit, Fundamentalismus, Rassismus oder was auch immer einem guten Zusammenleben der Menschen entgegensteht.  Liebe bekennt sich, Liebe greift ein und das erfordert Mut. Unsere Welt braucht Menschen mit dem Mut zur Liebe und zum Leben. Den Mut zum Tod muss sie fürchten.

Und Stärke braucht die Liebe – die Stärke auf sich selbst zu vertrauen, auf sich selbst zu setzen und nicht auf Rücksichtslosigkeit und Gier, die Stärke hinzunehmen, zu dulden, zu erdulden, auszuharren.

Grund und Quelle von Wachsamkeit, Mut und Stärke ist der Glaube an einen Gott, der so voll Liebe ist, wie der Mann aus Nazareth sie gelebt hat.

Die Aufforderung, alles in Liebe geschehen zu lassen, ist doch eine krasse Überforderung ohne die Zusage, dass diese Liebe auch in und mit uns ist und bleiben soll, dass sie zum Vorschein kommen kann in unserem Fühlen, Denken und Handeln. Diese Zusage gilt uns und heute besonders  Tiemo; und in der Sprache des Glaubens heißt sie Segen. Ich darf Ihnen und Dir, Tiemo, heute diesen Segen weitergeben. Und damit gebe ich Ihnen und Dir alles weiter. Genau das alles, was alles in Liebe geschehen soll.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

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