19. September

Sommer
In einem dankbaren Herzen herrscht ewiger Sommer.

Celia Layton Thaxter

18. September

friedlich
Der friedliche Strom hat blühende Ufer.

Aus China

17. September

in Frieden
Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen.
Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen.
Kein Dialog zwischen den Religionen ohne Grundlagenforschung in den Religionen.

Hans Küng

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mit Bildern von Jan Teich

16. September, Sonntag

Das Träumen ist der Sonntag des Denkens.


Henri-Frédéric Amiel

15. September

Herbst

für Abschiedszeiten, die Menschen überfallen

Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.

Dietrich Bonhoeffer

14. September

Sitzung
Was eine Sitzung ist?

Der Sieg des Hintern über den Geist.

Willibald Alexis

13. September

... für die Schifffahrt?

Was passiert hier - am Falkensteiner Ufer? Weiß jemand mehr?
Es hieß: ... irgendetwas für die Schifffahrt....

12. September

gestern: Kirche am Markt

Ein katholischer Priester ist mit den Jahren etwas schwerhörig geworden. Aber natürlich muß er jeden Samstag die Beichte anhören. Damit das richtig klappt, hat er eine Idee: Er bittet die Gemeindemitglieder, ihre Sünden aufzuschreiben anstatt aufzusagen. Diese Methode funktioniert. Voller Erfolg! Bis zu dem Tag, als der Beichtvater einen schwer atmenden alten Mann die andere Seite des Beichtsstuhls betreten hört. Erst fummelt der arme Sünder eine Weile herum, dann raschelt es und ein kleines, verknülltes Stückchen Papier erscheint unter dem Vorhang. Der alte Priester zieht es hervor und liest: "Bitte liefern Sie mir: Zwei Dosen Bohnen. Ein viertel Pfund Schinken. Eine Dose Cola. Vier Fischfilets. Sechs Brötchen. Drei Rollen Toilettenpapier. Ein halbes Pfund Kaffee. Eine Kernseife. Ein halbes Pfund Butter." Zwei Minuten brütet der verdutzte Pfarrer über dem Notizzettel, und gibt ihn dann schweigend zurück. Plötzlich kommt von der anderen Seite des Beichtstuhls ein gequältes Stöhnen: "Oh, Gott, mein Bestellzettel! Ich habe meine Sünden im Supermarkt abgegeben!"

Quelle unbekannt

abends

11. September

blau

Eines Tages, als einer von uns keine schwarze Farbe mehr hatte,
verwendete er blau. Der Impressionismus war geboren.

Auguste Renoir

 

10. September

Ein Brief bewegt  - der ganze Brief von Michel Abdollahi

Verehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Bundesregierung,

ich bin in großer Sorge um das Land und die Bevölkerung. Die Stimmung auf der Straße wird zunehmend bedrohlicher. Mich erreichen täglich dutzende Nachrichten von Menschen, die in Deutschland aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder ihrer Herkunft herabwürdigend behandelt werden.

Frau Bundeskanzlerin, mir schreiben Menschen, die auf der Straße beleidigt werden, weil sie eine andere Hautfarbe haben, ich lese von Moscheen und Synagogen, die beschmiert, von Friedhöfen die geschändet werden, mir schreiben Menschen, die bei Behörden schikaniert werden, Menschen die Angst haben, in was für einem Deutschland ihre Kinder aufwachsen werden. Ich habe das früher oft als Spinnerei und Überempfindlichkeit abgetan, ich habe die Augen selbst vor dem systematischen Rassismus in Deutschland verschlossen. Aber seit den Ereignissen der letzten Zeit, seit der Enthemmung von Teilen der Bevölkerung, seitdem öffentlich „Absaufen! Absaufen!“ skandiert wird, LKA-Mitarbeiter bei Pegida mitlaufen, KSK-Einheiten der Bundeswehr den Hitlergruß zeigen, Journalisten durch die Polizei an ihrer Arbeit gehindert werden, der Präsident des Verfassungsschutzes sich zu Verschwörungstheorien hinreißen lässt und der Bundesinnenminister die Migration als Problem bezeichnet, ist es nicht verwunderlich, wenn Menschen mit Migrationshintergrund auch in ihrem Alltag diese Erfahrungen machen. Es schreiben mir Menschen, sie hätten Angst. Ich möchte aber nicht, dass sie Angst haben.

der ganze Brief

9. September

rot eben

Früher wurde man rot, wenn man sich schämte,
heute schämt man sich, wenn man rot wird.

Graffito 

8. September

ein Geschenk...

1969:
Aus dem Vorstandsprotokoll in einem Altersheim 

Von einem Verein werden dem Haus ein Rundfunkgerät und ein Fernsehapparat mit Antenne angeboten.

Nach längerer Aussprache, die sich darauf bezieht,
dass das tägliche Betrachten der Fernsehbilder für alte Leute
gesundheitlich nicht zu verantworten sei,
wird beschlossen,
das Angebot mit Dank anzunehmen,
jedoch das Fernsehgerät nur zur Veranstaltung gelegentlicher Fernsehabende
mit empfehlenswerten Programmen zu benutzen.

(Auszug aus dem Protokoll)
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zwei Bilder stammen leider nicht aus Blankenese...

7. September

zum wechselhaften Wetter:

Wechselhaft und flüchtig ist der Geist, 
er folgt seinen Eingebungen, ganz wie es ihm gefällt. 
Der Verständige übt ihn in Disziplin, 
denn ein wohldisziplinierter Geist bereitet große Freude.

Shantideva

 

6. September

Beobachter

Eine Umfrageaktion auf dem Leipziger Hauptbahnhof

Jugendliche antworten auf die Frage
»Sind Sie eher christlich oder eher atheistisch eingestellt?«

Antwort:
»Weder noch, normal halt.«

Ein Kommentar von Prof. Dr. Eberhard Tiefensee in "Zuversicht ohne Gott ist Realität"

Anders als in Westdeutschland, wo die meisten Menschen wenigstens noch elementar religiös sozialisiert sind, handelt es sich bei den Ostdeutschen nicht um Entfremdete, sondern um Unberührte.

 

5. September

Manchmal - beim Lesen der Zeitung z.B. - kommt so ein Gefühl auf.... - aber: 

Zur Resignation gehört Charakter.

Johann Wolfgang von Goethe

4. September

Klassen

Nur Masse hat Klasse.

Graffito

 
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AZURA - am Abend vor Blankenese

3. September

besetzt

Gleich dem Vogel des Waldes,
dessen Nest ist sein Heim,
find ich Ruhe und Frieden
zuhause allein.

John Clare

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Bilder von Jan Teich

2. September

Kloster Münsterschwarzach

In der Verkleidung eines Freundes

Jener Mensch legt Hand an seine Freunde.

Seinen Bund entweiht er.

Glatt wie Butter ist die Rede seines Mundes,

aber sein Herz denkt an Angriff,
linder als Öl sind seine Worte,
und sind doch gezückte Dolche.

aus Psalm 55 - im Lektionar einer Klostergemeinschaft


1. September

Sommerfest vor dem Hospiz

Geborenwerden heißt,
zu sterben
anfangen.

Laotse

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... ohne zu vergessen, das Leben zu feiern

Bild: Ilsabe H.