Grundsätzlich

Damit ein gutes und konstruktives Zusammenleben möglich ist, benötigen alle menschlichen Gemeinschaften eine Basis an Grundwerten, die sie teilen. Das gilt für die Familie, die Schule oder das Wirtschaftsunternehmen genauso wie für die Gesellschaft im Allgemeinen. Heute, in Zeiten des Internets, einer global agierenden Politik und Wirtschaft und zunehmend multikultureller Gesellschaften, braucht es einen Grundkonsens über Werte und Normen, der unabhängig von Kultur, Religion oder Nationalität gilt.  (Quelle: Stiftung Weltethos)

Das Thema "Weltethos" trägt Grundüberzeugungen, die der Stiftungspräsidenten der „Stiftung Weltethos“ Prof. Hans Küng in Tübingen formuliert hat:

  • Kein Friede unter den Nationen ohne Friede zwischen den Religionen.
  • Kein Friede unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen.
  • Kein Dialog zwischen den Religionen ohne globale ethische Standards.
  • Kein Überleben unseres Globus ohne ein globales Ethos, ein Weltethos – gemeinsam getragen von religiösen und nichtreligiösen Menschen.

Vom 28. August bis zum 4. September 1993 trafen sich in Chicago Vertreter vieler verschiedener Religionen zum Weltparlament der Religionen, um ein Regelwerk zusammenzustellen, das die Menschenrechtserklärung von 1948 ethisch begründen sollte. Es beteiligten sich 6.500 Menschen aus 125 Religionen und religiösen Traditionen. Sie einigten sich in der Erklärung zum Weltethos[3] auf vier Weisungen (Du sollst nicht töten, stehlen, lügen und Unzucht treiben), die in den Leitsätzen formuliert wurden:

  • Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben,
  • Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung,
  • Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit,
  • Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau.
    (Quelle

Zu den 4 Weisungen ist 2018 durch das Parlament der Weltreligionen eine 5. hinzugekommen:

  • Commitment to a Culture of Sustainability and Care for the Earth. (Engagement für eine Kultur der Nachhaltigkeit und des Schutzes der Erde)

Texte

  • Zuerst Mensch!
    Konsequenzen für einen gesellschaftlichen Dialog
    Thesen von Hermann Häring und Walter Lange