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	<title>Vera Klischan Archive - blankenese.de</title>
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	<description>Aktuelles aus Blankenese</description>
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	<title>Vera Klischan Archive - blankenese.de</title>
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		<title>Und schon wieder….</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vera Klischan]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Mua Mission Hospital]]></category>
		<category><![CDATA[Rotaryclub Hamburg-Harvestehude]]></category>
		<category><![CDATA[Tiyende Pamodzi Secondary School for Girls]]></category>
		<category><![CDATA[Vera Klischan]]></category>
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					<description><![CDATA[Es zieht Vera Klischan wieder nach Afrika, dieses Mal nach Malawi. Dort geht es nicht um ein komfortables Resort, sondern um ein Krankenhaus und eine Mädchenschule.&#160;blankenese.de hat vor der Abfahrt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Es zieht Vera Klischan wieder nach Afrika, dieses Mal nach Malawi. Dort geht es nicht um ein komfortables Resort, sondern um ein Krankenhaus und eine Mädchenschule.&nbsp;</strong><br><strong>blankenese.de hat vor der Abfahrt einmal nachgefragt.</strong></p>



<p></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide"/>



<p><br><em><a href="https://blankenese.de/malawi-blog-von-vera-klischan/">(Im Oktober 2025 war Frau Klischan schon einmal in Malawi und hat von dort aus berichtet.)</a></em></p>



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<h3 class="wp-block-accordion-heading"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-1-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-1" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title">Vera Klischan: Ein Interview vor ihrem &#8222;Dienstantritt&#8220; in Malawi</span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-1" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-1-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
<p>13.3.2026: <br><strong>blankenese.de</strong>: Liebe Vera, Du bist im November aus Südfarika zurückgekommen. Heute geht es Richtung Malawi. Nennt man das nicht Wiederholungstäter? Warum schon wieder?</p>



<p><strong>Vera Klischan</strong>: Das stimmt. Es ist meine zweite Reise innerhalb von knapp fünf Monaten. Beide Reisen sind vollkommen unterschiedlich. In Südafrika war ich für den Senior Expert Service. Nach Malawi reise ich mit meiner Freundin Cäcilie Jansson, die das Projekt dort in erster Linie vorantreibt. Außerdem reist noch eine Gruppe schwedischer Ärzte und Krankenschwestern mit. Insgesamt besteht unsere Gruppe aus elf Personen. Malawi ist ein Binnenstaat in Südostafrika, eines der ärmsten Länder der Welt.</p>



<p><strong>blankenese.de:&nbsp;</strong>Worum geht es bei dieser Reise?</p>



<p><strong>Vera Klischan</strong>: Es geht um einen Einsatz im Mua Mission Hospital.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><a href="https://muamissionhospital.com/"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1000" height="338" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/MuaMissionHospital.jpg" alt="MuaMissionHospital" class="wp-image-48913"/></a><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://muamissionhospital.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mua Mission Hospital</a></figcaption></figure>



<p>Die Ärzte – Chirurgen und Anästhesisten – werden dort von morgens bis abends die Ärmsten der Armen operieren. Unentgeltlich natürlich. Ich unterstütze, so gut ich kann, indem ich nach der Operation neben den Patienten und Patientinnen sitze und die Aufwachphase begleite. Ein Monitoring wie hier gibt es dort nicht, nur die aufmerksamen Augen der „Wache“ an der Liege.</p>



<p>Ich werde auch die Schule besuchen, die mein&nbsp;<a href="https://hamburg-harvestehude.rotary.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rotaryclub Hamburg-Harvestehude</a>gemeinsam mit zwei anderen Rotaryclubs mit einem hohen Geldbetrag unterstützt. Noch ist das Geld dort nicht angekommen, aber es wird in naher Zukunft passieren, so dass wir wichtige Absprachen mit dem Schulleiter treffen müssen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Krankenhaus-Malawi-768x1024.jpg" alt="Krankenhaus Malawi" class="wp-image-48907" title=""/><figcaption class="wp-element-caption">Krankenhaus Malawi ©Vera Klischan</figcaption></figure>



<p><strong>blankenese.de:&nbsp;</strong>Was ist das für eine Schule, die ihr dort unterstützt?&nbsp;</p>



<p><strong>Vera Klischan</strong>: Es ist die&nbsp;<a href="http://Tiyende Pamodzi Secondary School for Girls" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tiyende Pamodzi Secondary School for Girls</a>, eine weiterführende Schule für Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren. Sie können dort einen Abschluss machen, der sie zu einer Ausbildung oder einem Studium – bei guter Leistung – berechtigt.</p>



<p><strong>blankenese.de:&nbsp;</strong>Wie reagieren die Menschen in der Schule auf Euch, auf Dich? Da kommt die weiße Frau aus Deutschland und weiß alles besser oder könnt ihr euch „auf Augenhöhe“ unterhalten?</p>



<p><strong>Vera Klischan:&nbsp;</strong>Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir müssen uns auf Augenhöhe unterhalten, Respekt vor der schulischen Arbeit bekunden und vor allem die ganz anderen Bedingungen dort anerkennen. Wir können unsere Maßstäbe nicht übertragen. Da ist zum Beispiel die Frage, wie es nach der Schule weitergeht. Hier bei uns bietet sich ein Strauß an Möglichkeiten, dort scheitert eine Ausbildung möglicherweise schon am mangelndem Verkehrskonzept. Wie können die Mädchen eine weiter gelegene Ausbildungsstätte erreichen? Öffentlicher Nahverkehr Fehlanzeige! Das sind ganz wichtige Punkte, die wir in der nächsten Woche gemeinsam besprechen werden.</p>



<p><strong>blankenese.de:&nbsp;</strong>Erzähl uns noch kurz etwas zum Einsatz der Ärzte.</p>



<p><strong>Vera Klischan:&nbsp;</strong>Diese wunderbaren Ärzte, Ärztinnen und Schwestern befassen sich jeden Morgen als erstes mit den Menschen, die oft große Strecken überwunden haben, um das Mua Mission Hospital zu erreichen und nun geduldig auf den Stufen sitzen, getragen von der Hoffnung auf Hilfe. Es geht in den meisten Fällen um schwere Verbrennungen, Gaumenspalten bei den Kleinen und Entfernung von großen Lipomen. Aber natürlich gibt es auch die Fälle, die nach Hause geschickt werden, weil eine Operation nicht oder nicht mehr möglich ist. Auch das gehört zu den schweren Aufgaben der Ärzte.&nbsp;</p>



<p><strong>blankenese.de:&nbsp;</strong>Liebe Vera, heute Abend geht es los über Addis Abeba bis nach Lilongwe, die Hauptstadt Malawis. Wir wünschen dir viel Erfolg und eine sichere Heimkehr.</p>



<p><strong>Vera Klischan:&nbsp;</strong>Vielen Dank! Ich werde wie schon aus Südafrika auf&nbsp;<a href="http://www.blankenese.de/">www.blankenese.de</a>&nbsp;regelmäßig von meinen Erlebnissen in Malawi berichten.</p>



<h3 class="wp-block-heading"></h3>
</div>
</div>
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<h3 class="wp-block-accordion-heading has-medium-font-size"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-3-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-3" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title"><strong>Tag 1 in Malawi, 16. März 2026</strong></span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-3" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-3-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
<p>Gestern sind wir nach einer langen Reise in unserer Lodge nahe dem Mua Mission Hospital angekommen. Hamburg-Frankfurt-Addis Abeba -Lilongwe! Das waren unsere Stationen, um hier mitten im Busch zu landen. Die Geduld, die man in Afrika haben muss, wurde uns schon kurz nach der Landung am Flughafen abverlangt. Unser Freund Zach empfing uns mit großer Freude, sammelte alle unsere Pässe ein und war dann für gefühlte Stunden weg. Es ging um unsere Visa. Er spannte noch mehrere Personen für diesen unerlässlichen Vorgang ein, deren Funktionen unmöglich zu durchschauen waren für unsere wohl geordneten deutschen Augen. Irgendwann waren alle Visa ausgestellt. Nun zum Gepäck, das vollständig angekommen war, in den malawischen Telekomladen, um Datenvolumen fürs Internet zu kaufen. Kekse, Wasser und los ging’s in zwei Geländefahrzeugen, die schon ein reiferes Alter aufwiesen.</p>



<p>Nach nahezu vier Stunden nervenaufreibender Fahrt erreichten wir die Namalikate Lodge, wo wir alle untergebracht sind. Ich erinnerte die kleinen strohbedeckten Häuschen, die verstreut in der üppig grünen Buschlandschaft liegen, sofort. Völlig übermüdet nach unserem Nachtflug rafften wir uns für ein einfaches, aber köstliches Abendessen auf und freuten uns über das Wiedersehen nach einem Jahr. Sechs schwedische Ärzte mit Op-Schwester, die restlichen fünf aus Deutschland. Auch die, die ich noch nicht kannte, waren sehr schnell integriert. Hier geht es viel weniger um die individuelle Sympathiewelle, vielmehr um die gemeinsame Aufgabe, die uns alle eint. Den Menschen hier, die in bitterer Armut leben, medizinische Hilfe zukommen zu lassen und das Leben ein wenig leichter zu machen.</p>



<p>Damit fingen wir heute Morgen an. Nach dem Aufstehen „business as usual“. Kein warmes Wasser, kein Strom. Ich bin in Afrika. Frühstück um 6.30 Uhr, danach zu Fuß zum Krankenhaus. Dort wartete schon eine endlose Schlange von Menschen geduldig auf den Stufen. Die Hoffnung von einem oft jahrelangen Leiden erlöst zu werden, ließ sie trotz wiederholter schwerer Regengüsse geduldig ausharren.</p>



<p>Die schwedischen Ärzte begannen mit der Triage, ein Begriff, den wir am Anfang der Pandemie gelernt haben. Es heißt nichts anderes als die Beurteilung, wem geholfen werden kann und wem nicht oder wer an eine andere Adresse verwiesen wird.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="48968" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawi03-768x1024.jpg" alt="Malawi03" class="wp-image-48968"/></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="48969" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawi01-768x1024.jpg" alt="Malawi01" class="wp-image-48969"/></figure>
</figure>



<p>Nacheinander wurden die Menschen in den kargen Raum gebeten, sichtlich erschrocken von der Riege, die ihnen gegenübersaß. Anästhesisten, die Chirurgin, eine Assistentin vom Hospital und Touzen, der die Landesprache Chichewa ins Englische übersetzte. Touzen arbeitet im Mua Hospital und ist für mich einer der Hoffnungsträger, die dieses Land so dringend braucht. Er hat ohne große Schulbildung als eine Art Pfleger angefangen, sich mit viel Ehrgeiz hochgearbeitet zum Medical Assistant und studiert jetzt nebenbei mit einem Stipendium aus Deutschland, um Chirurg zu werden. Dazu behandelt er seine Landsleute ohne Ausnahme mit ungeheurem Respekt und enormer Herzlichkeit. Hoffentlich erliegt er nach Abschluss seines Studiums nicht wie so viele der Verlockung der Großstadt, wo er viel mehr verdienen könnte. Das Mua Mission Hospital benötigt Menschen wie Touzen dringend.</p>



<p></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:35% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawi02-768x1024.jpg" alt="Malawi02" class="wp-image-48971 size-full"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Nacheinander kamen die Menschen und trugen ihre Leidensgeschichte vor. Dr. Gie, die schwedische Chirurgin, wandte sich jedem einzelnen mit größter Aufmerksamkeit und Herzlichkeit zu. <br>Auch wenn sie Hoffnungen zerstören musste, tat sie dies mit größter Behutsamkeit und oft mit lindernden Tabletten, die mit auf den Weg gegeben wurden. <br>Es hat mich tief beeindruckt, wie liebevoll diese bettelarmen Menschen in ihrer abgerissenen Kleidung vom Ärzteteam wahrgenommen wurden.</p>



<p>Vom Baby bis zum sehr alten Menschen sahen wir alles heute. <br>Die oftmals blutjungen Mütter präsentierten ihre Babys und gingen überglücklich nach Hause, wenn sie ein Pflaster am Arm trugen, auf dem der OP-Termin für ihr Kind vermerkt war. </p>



<p>Ein 91-jähriger alter Mann kam aufrecht mit seinem selbst geschnitzten Stock. &nbsp;Seine Lebensenergie hat ihn zu den „Swedish Doctors“ geführt in der Hoffnung auf letzte Jahre ohne Schmerzen.</p>
</div></div>



<p>Wir haben Lipome, Nabelbrüche bei den Kleinsten, verwachsene Finger nach schwersten Verbrennungen gesehen, um nur einige zu nennen. Große Freude verbreitete Sharif, die mittlerweile 10-jährig mit ihrem Opa kam, um die schwerst verbrannte Hand in einer weiteren Operation funktionsfähig zu machen. Ich werde die Tränen des Großvaters im vergangenen Jahr nach der geglückten Operation nie vergessen. Diese Glücksmomente lassen uns um die halbe Welt reisen… trotz der Momente, die am ersten Tag den Blutdruck schon wieder in die Höhe trieben. Dazu später mehr!</p>



<p></p>
</div>
</div>
</div>



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<h3 class="wp-block-accordion-heading"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-4-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-4" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title"><strong>Tag 2 in Malawi, 17. März</strong></span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-4" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-4-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
<p>Es regnet, besser gesagt schüttet seit mehr als 24 Stunden ohne Pause. Zeitweise sind es derart sintflutartige Wolkenbrüche, dass ich mich frage, wo die Wasserrmassen bleiben. In Deutschland wäre längst der Notstand ausgebrochen. Menschen wären in ihren Häusern eingeschlossen, Autos würden durch die Straßen schwimmen. Ich erlebe eindrucksvoll, wieviel von diesen extremen Wettersituationen eine naturbelassene Landschaft aushält. Hier ist nichts versiegelt. Das Wasser kann ungehindert versickern. Wir können mühelos unsere Lodge auf leicht glitschigen Wegen erreichen. Mir dämmert, dass wir einen hohen Preis für unsere hochentwickelten Städte zahlen.</p>



<p>Heute Morgen sind Cäcilie und ich durch dichteste Buschlandschaft zu einem großen Versammlungshaus der holländischen Initiative Fera Agricola gegangen. Mitten in unwegsamer Landschaft tat sich plötzlich dieses riesengroße Haus auf. Ein Wachmann ließ uns ein und entschuldigte sich für den Stromausfall, an den ich längst gewöhnt war. Wir sahen zwei Versammlungsräume, von denen der eine mit Nähmaschinen bestückt war. In diesem Haus werden nahezu täglich Schulungen für die Frauen aus dem Dorf abgehalten, um sie im besten Fall mit einem Mikrobusiness auf eigene Füße zu stellen. Sehr beeindruckt von diesem völlig unerwarteten Projekt traten wir unseren glitschigen Rückweg an.</p>



<p>Im Krankenhaus erwartete mich der erste frisch operierte Patient, eine junge Frau. Ich nahm wieder meinen gewohnten Platz im Aufwachraum ein, um die Narkose zu überwachen. So ging es weiter. Kaum war sie auf die Station gebracht, wurde schon der nächste hereingerollt. Von Hygiene wenig zu spüren. Der Raum vermüllt, die Liegen völlig überaltert, die Decken…nun ja. Aber die Menschen waren von einem zum Teil jahrelangen Leid erlöst, manche konnten endlich ihre Hände wieder gebrauchen. Und das zählt! Nicht der Komfort, den wir mit einem Krankenhausaufenthalt verbinden und erwarten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="644" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawi-RecoveryRoom.jpg" alt="Malawi RecoveryRoom" class="wp-image-48988"/><figcaption class="wp-element-caption"><em>Recovery Room</em></figcaption></figure>



<p>Die meisten wurden von Angehörigen begleitet. Sie saßen oftmals stumm neben ihrem Familienmitglied, wagten nicht einmal die Hand zu halten. Eine Mutter musste ich auffodern ihr unruhiges Kind in der Aufwachphase mit Worten zu beruhigen. Woher kommt diese Distanz, diese Sprachlosigkeit? In den Gesichtern konnte ich oftmals sehr wenig Leben feststellen. Wie gebrochen, nahezu erloschen saßen sie neben ihren Liebsten. Ist es das harte Leben, dass viele so abstumpfen lässt? Der tägliche Kampf um genug Essen, um Kleidung, um Geld für den Arzt. Das Leben in der armseligen Behausung oftmals ohne Strom. Im Krankenhaus erlebe ich, dass Socken, dass Unterwäsche Luxus sind. Wie anders ist es bei uns….</p>



<p>Ganz ohne Frage ist es ein beglückendes Gefühl, den Ärmsten ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Aber leider stellen wir fest, dass dieses Glücksgefühl vor allem uns beseelt. Die Krankenhausleitung nimmt kaum Notiz von uns, hat uns nur im Vorbeigehen begrüßt. Von Versorgung mit einem Kaffee oder Wasser keine Spur. Wir sind hier für ihre Landsleute. Niemand verdient hier einen Cent. Sämtliche Kosten tragen wir selbst. Ein anerkennendes Wort, wenigstens Interesse an dem, was das Ärzteteam bis zur Erschöpfung leistet, wäre die Währung mit dem alle hier das wunderbare Team bezahlen sollten.</p>



<p>Eine gute Nachricht zum Schluss: Nach 24 Stunden habe ich wieder Licht in meinem Häuschen und kann die Stirnlampe vorläufig ablegen.</p>



<p></p>



<p></p>
</div>
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<h3 class="wp-block-accordion-heading has-medium-font-size"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-5-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-5" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title"><strong>Tag 3 in Malawi</strong>, <strong>18. März</strong></span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-5" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-5-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
<p>Weniger Regen ist heute die gute Nachricht. Wieder saßen wir alle mehr oder weniger verschlafen um 6.30 Uhr am Frühstückstisch. Der Weg zum Krankenhaus durch das üppige Grün am frühen Morgen ist der schönste Moment am Tag. Die Luft ist frisch, die Feuchtigkeit überzieht die herrliche Buschlandschaft mit einem leichten Dunst und es duftet nach Erde. Der Weg ist viel zu kurz für dieses wunderbare Naturerlebnis.</p>



<p>Die Ärzte beginnen zügig mit den Operationen der Menschen, die mitten in der Nacht aufgebrochen sein müssen und schon voller Hoffnung auf den Stufen sitzen. Manche sind allein, manche sind von bis zu 12 Personen eskortiert worden.</p>



<p>Cäcilie und ich haben noch frei und nutzen die Zeit, um bei der Verwaltung ein paar Dinge aufzuklären. <br>Wir haben uns fest vorgenommen, die rosa Brille abzusetzen. In den letzten Tagen wurden wir von zwei Mitarbeitern der Klinik um Geld für eine Ausbildung, bzw. um einen Computer gebeten. Es wurde heftig auf unseren Tränendrüsen herumgestampft. Um diese Geschichten auf ihre Wahrhaftigkeit zu untersuchen, befragten wir die Verwaltung. Dort blieb die Sache nebulös. Ob beide die Wahrheit gesprochen haben, wurde nicht geklärt, ebenso wie der Verbleib einer gestifteten Geldsumme. </p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="811" height="1024" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawi.Ordnung-811x1024.jpg" alt="Malawi.Ordnung" class="wp-image-49017 size-full"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Wir werden oft als „reiche Europäer“ unter Druck gesetzt. Ich habe es leider so oft erlebt, dass es letztendlich bei vielen Beziehungen, die ich hier in Malawi, in Uganda oder in Südafrika knüpfen durfte, um Geld ging. Viele Afrikaner sind davon überzeugt, dass wir in Westeuropa alle in einem sorglosen Leben gebettet sind, untermauert von einem soliden Reichtum. Das ist meine Erfahrung, die ich nicht pauschalieren möchte, die sich aber auch nicht auf Einzelfälle beschränkt. Da steckt auch ein großes Korn Wahrheit drin. Verglichen mit dem armen Malawi leben die meisten von uns in völlig abgesicherten Verhältnissen. Auch der „Reichtum“ ist durch malawische Augen betrachtet vielleicht sogar gegeben. Aber Einzelpersonen mit Geld zu versorgen und kurzfristig Löcher zu stopfen, ist nicht unser Ziel. <br></p>



<p>Die schwedischen Ärzte operieren stets mit hauseigenem Klinkpersonal, leiten sie an in der Sterilsierung der Instrumente, der Hygiene im OP, den Narkosemethoden und der Art unterschiedliche Operationen durchzuführen. Die Menschen hier sollen auf eigene Füße gestellt werden, sich nicht auf die „swedish doctors“ verlassen, die zweimal im Jahr aufkreuzen. Der Weg ist nicht leicht, zu fest gefahren sind viele Verhaltensweisen.</p>



<p></p>



<p>(<em>Bild: kreative Ordnung)</em></p>
</div></div>



<p>Das Gespräch hat uns die Augen geöffnet, noch mehr „hinter die Kulissen“ zu schauen, zu verstehen, worum es im Leben der Menschen geht und wo unsere Hilfe ansetzen kann – aber wo sie auch endet. Auch das Interesse an unserem Einsatz lässt sehr zu wünschen übrig.</p>



<p>Der Rest des Tages verging mit Wache am Bett der Operierten. Sehr zu Herzen ging uns eine junge Mutter, die ihre zweijährige, behinderte Tochter brachte in der irrationalen Hoffnung auf Hilfe. Die kleine Princess – sie heißt tatsächlich so, die kleine Prinzessin &#8211; ist ein Zwillingskind, der Bruder ist gesund. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Geburtsschaden, was man sich bei den archaischen Verhältnissne nur allzu gut vorstellen kann. In welche Zukunft mussten wir die sehr junge Frau entlassen mit Zwillingskindern, davon eines massiv behindert? Ein Netzwerk der Hilfe wie in Deutschland erwartet sie nicht. Sie steht allein da mit ihrem Kind, das sie ins Leben begleiten muss. Es ist zu hoffen, dass sie eine Familie hat, die hilft.</p>



<p>Einer nach dem anderen kam tief schlafend in den Aufwachraum, um ihn nach einiger Zeit ansprechbar wieder zu verlassen. Da war der 7-jährige Solomon, der trotz seines biblischen Namens schwer um sich schlug und in der Narkose kaum zu bändigen war. Sein Vater hat ihn auf solch rührende Art beruhigt, wie ich es nie von einem afrikanischen Vater gesehen habe. <br>Sharifa hielt mit 10 Jahren Hof. Wir kennen sie vom letzten Jahr, als ihre durch einen Brandunfall völlig verstümmelte Hand operiert wurde. Als Trost bekam sie damals ein Geschenk. Heute wurde sie erneut operiert und brachte eine große Tasche mit in Erwartung diverser Geschenke, was uns ziemlich ins Schwitzen brachte. Sie lebt allein mit ihrem wunderbaren Großvater und zog mit ihm und einer nagelneuen Jeansjacke ab. Das sind die beglückenden Begegnungen, die ich in die Tiefschwärze der afrikanischen Nacht mitnehme.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide"/>
</div>
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</div>



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<h3 class="wp-block-accordion-heading has-medium-font-size"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-9-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-9" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title"><strong>Tag 4 in Malawi, 19. März</strong></span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-9" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-9-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="450" data-id="49050" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawi.Schule-1.jpg" alt="Malawi.Schule" class="wp-image-49050"/><figcaption class="wp-element-caption">Malawi: &#8222;Meine&#8220; Schule</figcaption></figure>
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<p>Ich würde sehr viel für ein sauberes Bad geben, für warmes Wasser, für gesicherten Strom. Alles, worüber wir mit größter Selbstverständlichkeit verfügen, ist hier ein unerhörter Luxus. Aber bis nächsten Mittwoch werde ich es gut aushalten. Ich bin nicht allein. Die guten Gesprächsrunden am Abend entschädigen für die fehlende häusliche Komfortzone. Am Mittwoch reisen wir ab und bleiben eine Nacht in Lilongwe im Africa House – die Belohnung für Askese im Busch.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-7 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="750" data-id="49041" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawie.Wohnung.jpg" alt="Malawie.Wohnung" class="wp-image-49041"/><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;meine Wohnung&#8220;</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="678" data-id="49038" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawie.Wohnung2.jpg" alt="Malawie.Wohnung2" class="wp-image-49038"/><figcaption class="wp-element-caption">noch eine Unterkunft</figcaption></figure>
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<p>Der heutige Tag verlief für mich wieder im Aufwachraum. Und wieder musste ich erleben, mit welcher Sprachlosigkeit die Angehörigen ihren Familien begegnen. Ich bin sicher, dass der tiefe Schlaf vielen Angst macht, das unruhige Aufwachen. Aber kaum jemand hält die Hand oder spricht beruhigend auf das Familienmitglied ein. Starr sitzen sie oft daneben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="706" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawie.warten.jpg" alt="Malawie.warten" class="wp-image-49040"/><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;warten&#8220;</figcaption></figure>



<p>Ein kleines Mädchen wurde heute am Nabelbruch operiert, als für 15 Minuten der Strom ausfiel. Es entstand offensichtlich eine heikle Situation, denn sie wurde nach dem Eingriff von allen Anästhesisten in den Aufwachraum eskortiert und bekam sofort Sauerstoff. Die Aufregung der Ärzte war spürbar. Nach kurzer Zeit war die Kleine stabil und ein großes Aufatmen ging durch den Raum. Wie schwer muss es sein unter diesen Bedingungen weit weg vom vertrauten beruflichen Umfeld zu operieren.</p>



<p>Wenn ich am Bett der Menschen sitze, die nichts haben, oft nicht einmal Schuhe, betrachte ich meine priviligierte Situation. Warum hatte ich das Glück in einem Land wie Deutschland aufzuwachsen? Hier scheint die Zeit vor 100 Jahren stehen geblieben zu sein. Alle gehen buchstäblich mit den Hühnern schlafen, da sie kein Licht im Haus haben. Sie kochen auf Holzkohle, die Häuser sind auch tagsüber stockdunkel. Bücher, Kino, Theater, jegliche Form von Kultur ist Lichtjahre entfernt. Das, was unser Leben lebenswert macht, was uns inspiriert, ist hier nicht im Ansatz zu finden. Kein Wunder, dass die Menschen über die Jahre stumpf geworden sind? Es gibt für mich hier keinen wahrnehmbaren Fortschritt. Viele NGO’s und Menschenrechtsorganisationen sind hier unterwegs. Oftmals lese ich von Stiftungen aus Deutschland, Spanien, Amerika, die hier investiert haben, aber wo ist der Fortschritt?</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="640" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawie.Ambulance.jpg" alt="Malawie.Ambulance" class="wp-image-49039"/><figcaption class="wp-element-caption">.Ambulance in der Garage</figcaption></figure>



<p>Auf dem Gelände des Mua Mission Hospital steht eine riesige Wasseraufbereitungsanlage mit Photovoltaik. Man kann täglich damit 4000 Liter sauberes Trinkwasser produzieren. Ein Schatz in Afrika wie flüssiges Gold. Damit verbunden ist eine phantastische Solarküche. Nichts davon funktioniert. Es steht praktisch &#8211; obwohl fast neu – als technische Ruine auf dem Gelände herum. Was wird aus Afrika…?</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-8 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="519" data-id="49052" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawi.Klasse02.jpg" alt="Malawi.Klasse02" class="wp-image-49052"/><figcaption class="wp-element-caption">Schulklasse</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="449" data-id="49051" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawi.Klasse01.jpg" alt="Malawi.Klasse01" class="wp-image-49051"/></figure>
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<h3 class="wp-block-accordion-heading has-medium-font-size"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-10-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-10" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title"><strong>Tag 5 in Malawi, 20. März</strong></span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-10" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-10-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
<p>Heute haben wir einen Ausflug gemacht. Cäcilie und ich sind zur Tiyende Pamodzi Secondary School gefahren. Eine reine Mädchenschule, die mein Rotaryclub, Cäcilies Rotaryclub in Timmendorf und ein Club aus Lübeck mit einer für Afrika hohen Geldsumme unterstützen.</p>



<p>Die einstündige Fahrt führte uns über extrem schlechte Straßen – nichts für einen kaputten Rücken &#8211; durch eine malerisch schöne Landschaft. Es gab kaum Autoverkehr. Für die Menschen, die in dieser ländlichen Gegend leben, bleibt ein Auto ein Leben lang ein Traum. Ein Moped ist die Erfüllung aller Wünsche.</p>



<p>Wir wurden von der neuen Schulleiterin und ihrem Stellvertreter empfangen. Ein Rundgang offenbarte uns eine gut geführte Schule auf einem herrlichen, großen Gelände. Die Klassenzimmer waren gut eingerichtet. Da heute ein Feiertag in Malawi ist, waren nur zwei Klassen anwesend für ein Examen, das auch vor dem Feiertag nicht Halt machte.</p>



<p>Das anschließende Gespräch mit der Schulleitung ernüchterte uns durch die Frage, wie es nach der Schule für die Mädchen weitergeht. Die Schule soll kein Selbstzweck sein, vielmehr das Sprungbrett in eine Ausbildung. Die Mädchen sollen nach Möglichkeit nicht sofort in eine Ehe schlindern, sondern etwas lernen, was sie in ihrem ländlichen Leben gebrauchen können. An oberster Stelle steht eine landwirtschaftliche Ausbildung, um nicht in einer krassen Monokultur einzig und allein Mais anzubauen. Das Land sinnvoll und abwechslungsreich zu bestellen, würde ihnen auf den heimischen Märkten ein kleines Einkommen sichern und den Hunger und die Mangelernährung in vielen Familien reduzieren. Auch eine medizinische Ausbildung wäre möglich, sowie eine Schneiderlehre, um ein Mikrobusiness aufzubauen. All das haben wir vorgetragen ohne große Resonanz von Seiten der Schulleitung. Offensichtlich endet ihr Bildungsauftrag mit dem Abgangszeugnis. Frustrierend!</p>



<p>Danach haben wir noch die gemischte Primary School besichtigt, die von nahezu 1600 Jungen und Mädchen besucht wird. Da wundert es nicht, dass in einer Klasse um die 70 Kinder sitzen. Mit dem individuellen Unterricht mit differenzierten Angeboten in unseren Schulen hat das nichts zu tun.</p>



<p>Wir waren früh in unserer Lodge und nutzten die endlich erschienene Sonne, um den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Cäcilie und ich werden durch unsere finanzielle Unterstützung in regelmäßigem Kontakt mit der Schule sein und ganz sicher das Thema der Ausbildungsmöglichkeiten ansprechen. Allein eine erfolgreiche Schullaufbahn sichert den Mädchen keine Zukunft. Ganz zwingend ist eine Beratung in den letzten Klassen über den weiteren Weg. Wir werden versuchen, dass in den Köpfen der Leitung zu verankern. Warum müssen sie das von uns hören? Die Schule ist so gut aufgestellt. Ist das nicht Verpflichtung für eine gesicherte Zukunft zu sorgen, die nicht nur Ehe und Mutterschaft beinhaltet, es zumindest zu versuchen? Wenn dieses Land jemals nach vorne kommen will, dann auch durch Überwindung der archaischen Familienstrukturen.</p>
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<h3 class="wp-block-accordion-heading has-medium-font-size"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-11-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-11" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title"><strong>Tag 6 in Malawi, 21. März</strong></span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-11" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-11-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
<p>Heute ist Samstag und damit keine Operationen. Eigentlich haben alle frei. Eigentlich – denn sechs von uns – auch ich &#8211; haben sich um 7 Uhr ausgerüstet mit Material aus Deutschland auf den Weg nach Chantulu gemacht, um dort einen Erste-Hilfe-Kurs zu geben. Die malawische „Schnellstraße“ hat uns wieder viel abverlangt. Tiefe Schlaglöcher, gnadenlos schnell fahrende Trucks, Radfahrer, Ziegen, Kühe auf der Fahrbahn. Wir landeten schließlich in einer sehr ländlichen Gegend mit einfachen Behausungen ohne Elektrizität. Der Kurs sollte im Haus des „Chiefs“ stattfinden. Einen solchen Chief hat jedes Dorf. So eine Art Dorfältester.</p>



<p>Wir wurden von einer Gruppe Frauen empfangen, die sich singend und tanzend um unser Auto bewegte. Es war klar. Wir waren hoch willkommen und stiegen beglückt aus. Auch der Chief begrüßte uns mit einem eindruchsvollen Auftritt. Eine imposante Person mit eiem großen geschnitzten Holzstab und einer Art Kopfschmuck.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="750" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawi.1.Hilfe_.jpg" alt="Malawi.1.Hilfe" class="wp-image-49059"/><figcaption class="wp-element-caption"><em>Erste-Hilfe-Kurs</em></figcaption></figure>



<p>Nach einer kleinen Einführung begann Dr. Gie mit dem Kurs, der gänzlich anders ablief als wir es kennen. Fast alle Frauen können weder lesen noch schreiben. Mittel, die uns zur Vergfügung stehen, kennen diese Menschen nicht einmal. „Hol doch mal ein Eispack“ ist hier mitten im Busch ein Witz. Sterile Kompressen, Brandsalbe Fehlanzeige. Hier zu leben bedeutet Erste Hilfe zu leisten mit fast nichts an Hilfsmitteln.</p>



<p>Wir verständigten uns auf drei Module: Blutende Wunden/Verbrennungen/Frakturen, Motorradunfall und „Mango Desease“.&nbsp; Letzeres meint den Sturz eines Kindes aus dem Mangobaum, ein nahezu täglicher Vorfall. Dr. Gie hat versucht, in den Modulen die Lebenswirklichkeiten der Familien abzubilden.</p>



<p>In verschiedenen Rollenspielen haben wir die Unfälle dargestellt und was in diesen Fällen zu tun ist. Wir konnten nicht nur die Situationen anschaulich darstellen, die Darbietungen lösten auch viel Gelächter bei den etwa 25 Frauen aus, die voller Ehrfurcht vor Dr. Gie saßen.</p>



<p>Im Anschluss waren die Frauen gefragt, es selbst auszuprobieren. Unter großen Bäumen bauten wir auf der roten Erde drei Staionen auf, die die Frauen durchliefen. Voller Eifer legten sie sich Verbände an, pressten Kompressen auf die vermeintlich stark blutende Wunde und veruchten ihr verunglücktes Kind wieder zu stabilisieren. Es war eine Freude, den Frauen bei ihrer engagierten Mitarbeit zuzusehen. Alle sogen das Wissen, das wir ihnen mitgebrachten, begierig auf.</p>



<p>Nach vier Stunden hieß es Abschied nehmen von dieser tatkräftigen Runde. Die Frau des Chiefs bedankte sich herzlich bei uns. Sie ist eine eindrucksvolle Persönlichkeit, die enorm viel für die Frauen in ihrem ländlichen Umfeld tut. Sie organisiert Kurse, die die Frauen selbstbewusster und unabhängiger machen, trat uns gegenüber mit einem guten Englisch souverän auf und vermittelte uns die Stärke der Frauen in diesem Land. Sie sind es, die schwerste Körbe auf dem Kopf transportieren, ihre Wäsche im Fluss waschen, das Essen für die Familie auf Holzkohle zubreiten, die Kinder großziehen. Es sind in der Regel die Frauen, die sorgenvoll neben ihren operierten Kindern sitzen und Nächte auf dem Boden der Kinderstation verbringen, falls ihr Kind stationär aufgenommen wird. Das sind die starken Frauen Afrikas, die ich an vielen Orten erlebt habt. Leise, oft unterwürfig, aber von einer großen Kraft.&nbsp;</p>



<p>Dieser Tag wird einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Als Gruppe hat uns dieses Erlebnis nicht losgelassen. Der herzliche Empfang, die große Dankbarkeit, die hoch engagierte Mitarbeit der Frauen war uns wieder einmal Bestätigung unserer Reise und Ausgleich für viele Stunden im dunklen Zimmer ohne Strom – wie auch gerade in diesem Moment.</p>
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<h3 class="wp-block-accordion-heading has-medium-font-size"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-12-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-12" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title"><strong>Tag 7 in Malawi, 22. März</strong></span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-12" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-12-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
<p>Heute ist Sonntag. Wir sind von Father Brendan ins Kungoni Museum, welches er leitet, eingeladen. Father Brendan ist Ire und lebt seit 17 Jahren in Malawi. Dieses Museum liegt neben dem Mua Mission Hospital und beherbergt eine einzigartige Sammlung von Masken, Skulpuren und Bildern aus dem letzten Jahrhundert. Die Geschichte, die Spiritualität dieses Landes spiegelt sich in diesem großen Kulturschatz wider.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="582" height="419" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Museum_rand.jpg" alt="Museum_rand" class="wp-image-49271"/><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Wikipedia</figcaption></figure>



<p>Wir wurden durch Chikondi &#8211; ein sehr gebildeter junger Mann &#8211; durch die Sammlung geführt. Er brachte uns an Hand der Ausstellungsstücke, zu der auch eine große Anzahl Fotos gehören, die festen Riten des Volkes nahe von der Geburt eines Kindes, über die Initiation vom Kind zum jungen Mann, zur jungen Frau, bis zur Brautwerbung und zum Ende des Lebens. Bis heute gelten diese uralten Rituale, die die Menschen tragen und zusammenhalten. Die Masken sind immer noch für gewisse rituelle Handlungen oder Tänze im Einsatz. Auch wenn mir manches unverständlich bleibt, wie zum Beispiel die Tatsache, dass ein Vater sein neugeborenes Kind erst nach vier Monaten berühren darf, so sehr wurde mir die Bedeutung dieser Überlieferungen deutlich. Diese Gesellschaft wird durch lebendige Tradition zusammengehalten. Sie sind sozusagen das Dach, unter dem sich alle versammeln. Ist uns da vielleicht viel verlorengegangen?</p>



<p>Danach wurden wir zu einer Tanzveranstaltung eingeladen, exklusiv für unsere Gruppe. Zwei Stunden wurden uns die uralten Tänze von einer perfekten Tanzgruppe vorgeführt. Nicht nur die tänzerische Klasse auch die prächtigen Kostüme aus Fellen, Federn und bunten Stoffen waren einzigartig. Jeder Tanz hat eine tiefe Bedeutung, die uns vorab vermittelt wurde. Ich fühlte mich durch diese rituellen Tänze um Jahrzehnte zurückversetzt und war wieder einmal voller Dankbarkeit für den tiefen Einblick in die Kultur der Menschen hier in Malawi. Wie oft ertappe ich mich dabei, ein wenig erhaben auf das spartanische Leben hier zu schauen. Dass hinter diesen Menschen, die derart einfach leben, eine tiefe Kultur steckt, Rituale, die sie zusammenhalten und eine Tradition, die Identifikation mit der Gemeinschaft schafft, habe ich spätestens heute Morgen verstanden.</p>



<p>Am Nachmittag hat uns Father Brendan durch die malerische Umgebung geführt. Wir waren umgeben von schönster Natur, dschungelartigem Busch, der nach der Regenzeit im sattesten Grün erstrahlt. Einen reißenden Fluß haben wir auf einer abenteuerlichen Brücke überquert. Vorbei an einem riesigen Reisfeld und einer Teakplantage ereichten wir die Kirche von Mua. Father Brendan lud uns ein in ein bunt angestrichenes Gotteshaus mit vielen farbenfrohen Malereien an den Wänden. Jeden Sonntag drängeln sich über 1000 Menschen beim Gottesdienst in dieser Kirche. Ja, davon kann die katholische Kirche in Deutschland nur träumen.</p>



<p>Der heutige Tag hat mich der afrikanischen Kultur wieder ein Stück nähergebracht. Ich habe verstanden, wie sehr die Gesellschaft von uralten Traditionen geprägt ist, an denen bis heute festgehalten wird.</p>
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<h3 class="wp-block-accordion-heading has-medium-font-size"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-13-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-13" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title"><strong>Tag 8 in Malawi, 23. März</strong></span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-13" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-13-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
<p>Heute zum letzten Mal den ganzen Tag im Krankenhaus. Morgen haben wir nur noch eine Vormittagsschicht, danach wieder einen Erste-Hilfe-Kursus. Am Mittwoch treten wir unseren langen Heimweg an.</p>



<p>Heute ging es Schlag auf Schlag. Ein Patient nach dem anderen verließ den OP und wurde mir übergeben. Zeitweise hatte ich drei Personen zu betreuen. Ich werde immer versierter. Atmung überprüfen, Pulsmesser anlegen, Lage stabilisieren. So wird das hier zu einer Art Bildungsurlaub.</p>



<p>Meistens verläuft die Aufwachphase ruhig. Ein 10-jähriger Junge hat derart um sich geschlagen, dass wir ihn mit drei Personen bändigen mussten. Er wurde an seinem verbrannten Bein operiert mit einer Transplantation. Die Brandwunden hat er sich schon vor einiger Zeit zugezogen. Beide Beine waren übersät mit schwersten Narben. Als er noch schlief, hatte ich Zeit das schwer versehrte Kind zu betrachten. <br>Was muss dieser Junge an Schmerzen und Leid erlebt haben in seinem jungen Leben. Man kann nicht davon ausgehen, dass in dieser völlig naturbelassenen&nbsp;Gegend solche Wunden adäquat behandelt werden. Seine Großmutter hat sich voller Liebe um den Jungen gekümmert. <br>Ob er dieses Trauma jemals überwindet? <br>Wie gut, dass die schwedischen Ärzte ihm ein großes Stück Lebensqualität zurückgeben konnten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="872" height="1024" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2026/03/Malawi.Kind_-872x1024.jpg" alt="Malawi.Kind" class="wp-image-49097 size-full"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Eine junge Frau blickte mich nach der Operation mit großen Aufgen an und wiederholte immer wieder: <br>“Thank you, Jesus!“&nbsp; <br>Cäcilie meinte daraufhinh: <br>„Vera, endlich wirst du mal richtig gewürdigt.“</p>



<p><br>Alle haben heute viel geleistet. <br>Dazu scheint die Regenzeit vorbei zu sein und von großer Hitze abgelöst zu werden, die uns zu schaffen macht.</p>



<p>Freude auf eine warme Dusche, verlässlichen Strom und ein sauberes Bad macht sich breit.</p>



<p></p>
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<h3 class="wp-block-accordion-heading has-medium-font-size"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-14-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-14" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title"><strong>Tag 9 in Malawi, 24.3.</strong></span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-14" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-14-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
<p>Letzter Tag im Mua Mission Hospital. Es war eine gute Zeit, aber der Verschmutzungszustand meines Zimmers, speziell des Bades, verführt sehr deutlich zur Abreise. Ich werde auch die nächsten Wochen kein Reisgericht zubereiten…</p>



<p>Aber es gab so viele Dinge und Momente, die mich für den fehlenden westeuropäischen Komfort entschädigt haben.&nbsp;</p>



<p>Heute war wieder ein solcher Moment. Wir sind nach Mganga gefahren für den zweiten Erste-Hilfe-Kurs. Dort wurden wir bereits erwartet, dieses Mal nicht von 26 Personen wie in Chantulu, sondern von nahzu 90, was uns vor nicht geringe organisatorische Herausforderungen stellte. Was uns vor allem erfreut hat, war die hohe Anzahl männlicher Teilnehmer.</p>



<p>In schon erprobter Form stiegen wir in den Ablauf ein. Ich hatte wieder die Gruppe Blut/Brand und Fraktur, die ich mittlerweile souverän beherrsche. Männer und Frauen wurden getrennt in Gruppen aufgeteilt – so weit geht die Gleichberechtigung nun doch nicht. Ich erwischte eine Männergruppe und durfte hoch engagierte Teilnehmer erleben, die jede Frage beantworten konnten und sich mit wahrem Feuereifer gegenseitig Verbände anlegten und gebrochene Gliedmaßen schienten.</p>



<p>Es war eine Freude, diese dörfliche Gemeinschaft zu erleben, die bereitwillig unseren Anleitungen folgte und wie schon zuvor alles aufsog. Ihre archaische Lebensweise weit weg von der uns bekannten Zivilisation zwang uns ihnen mit einfachsten Mitteln zu zeigen, wie im Notfall geholfen werden kann. Brandwunden werden mit Honig behandelt, stark blutende Wunden mit Stoffesten abgebunden, Frakturen mit Karton geschient und einen Schwerverletzten transportiert man im Ernstfall auf einer Leiter oder Holzplanke. Da ist Phantasie und Improvisation gefragt.</p>



<p>Nach ausführlichen Dankesbekundungen von beiden Seiten bestiegen wir wieder unseren Minibus.</p>
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<div data-wp-class--is-open="state.isOpen" data-wp-context="{ &quot;id&quot;: &quot;accordion-item-15&quot;, &quot;openByDefault&quot;: false }" data-wp-init="callbacks.initAccordionItems" data-wp-on-window--hashchange="callbacks.hashChange" class="wp-block-accordion-item is-layout-flow wp-block-accordion-item-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-accordion-heading"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-15-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-15" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title"><strong>Tag 10: Abschied von Malawi&nbsp; 26.3.2026</strong></span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



<div inert aria-labelledby="accordion-item-15" data-wp-bind--inert="!state.isOpen" id="accordion-item-15-panel" role="region" class="wp-block-accordion-panel is-layout-flow wp-block-accordion-panel-is-layout-flow">
<p>Heute fliege ich zurück nach Hamburg. Eine lange Reise liegt vor uns. Wie schon erprobt geht es wieder über Addis Abeba und Frankfurt.</p>



<p>Die letzte Nacht haben wir in Lilongwe im schönen Africa House verbracht. Ein sauberes Bad, eine warme Dusche, ein frisch gemachtes Bett erwarteten uns hier. Wie schnell sich die Kostbarkeiten im Leben verändern. Für mich war es der größte Luxus plötzlich wieder über das zu verfügen, das mir zu Hause ohne Einschränkung zur Verfügung steht. Diese Wertschätzung allein hat die Reise schon gelohnt.</p>



<p>Was nehme ich mit aus diesen intensiven Tagen im Herzen eines der ärmsten Länder in Afrika? Vor allem den Abgleich mit meinem Leben in Deutschland. Es ist nicht alles gut. Auch wir erleben in unserem hoch entwickelten Land Energiekrisen, Spritpreise, die in den Himmel schießen und eine tägliche Berichterstattung über diverse Kriegsfronten. Angst und Unsicherheiten begleiten uns seit Monaten. Und trotzdem…</p>



<p>Ich habe hier die Menschen im täglichen Kampf um genügend Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf erlebt. Wieviel Kinder kamen ohne Unterwäsche mit Gummilatschen an den Füßen – wenn überhaupt. Die Bilder der bettelarmen Menschen nehme ich mit, aber auch die Freude über eine gelungene Operation, die sie oder ihre Angehörigen vom jahrelangen Leid erlöst. Die großen Runden der Menschen in den Dörfern, die um ein Feuer sitzen, gemeinsam kochen und aufeinander schauen. Ich nehme die Bilder der Kinder mit, die mit nichts in großer Horde auf einem staubigen Platz spielen.</p>



<p>Aber zu meinem Bilderkatalog gehört auch die häufig schwierige Kommunikation, die Unzuverlässigkeit in vielen Situationen. Mit unserer deutschen Zielstrebigkeit sind wir oft an Grenzen gestoßen. Um manche Dinge zu erreichen, mussten wir mehrfach Anlauf nehmen. Hier gibt es eine andere Zeitrechnung.</p>



<p>Auch liegengebliebene, unfertige Geräte oder Bauten, wie zum Beispiel die Wasseraufbereitungsanlage oder der „Privatflügel“ im Krankenhaus, machten uns fassungslos. Da steht eine solche Chance nutzlos herum… Aus meiner Sicht, nur aus meiner, gibt es kein wirkliches Fortkommen in diesem Land.</p>



<p>Ich möchte diese Reise nicht missen. Ich habe einen großen Einblick bekommen in ein ganz anderes Leben, eine ganz andere Kultur, in den täglichen Kampf, der vielen Menschen nicht erspart bleibt.</p>



<p>Ich nehme viele Fragen mit nach gerechter Verteilung von Lebenschancen und nach Verantwortung. Ich weiß, dass Afrika mich wieder einmal gelehrt hat, was in meinen Leben zählt.</p>
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		<title>Über den Tellerrand: Einsatz in Malawi</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Mar 2025 08:20:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben im Ort]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Mua]]></category>
		<category><![CDATA[Mua Mission Hospital]]></category>
		<category><![CDATA[Rotarylub]]></category>
		<category><![CDATA[Schulprojekt]]></category>
		<category><![CDATA[Vera Klischan]]></category>
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					<description><![CDATA[Tagebuchnotizen von Vera Klischan über ihren Aufenthalt in Malawi&#8222;Das Leben einer anderen Welt&#8220; Vera Klischan ist für ein Schulprojekt nach Malawi geflogen, das ihr Hamburger Rotarylub mit zwei weitern deutschen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Tagebuchnotizen von Vera Klischan über ihren Aufenthalt in Malawi<br>&#8222;Das Leben einer anderen Welt&#8220;</h3>



<p>Vera Klischan ist für ein Schulprojekt nach Malawi geflogen, das ihr Hamburger Rotarylub mit zwei weitern deutschen Clubs und einem malawischen ins Leben gerufen haben. Sie bekam die Chance, sich der schwedischen Reisegruppe anzuschließen, wohnt nun mit ihnen in&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mua,_Malawi">Mua</a>, das etwa 150 Kilometer von der Hauptstadt Lilongwe in dörflicher Umgebung liegt.</p>



<p class="has-medium-font-size"><a href="https://blankenese.de/malawi/"><strong>Hier ihr Tagebuch</strong></a></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2025/04/Malawi.Schule3.webp" alt="" class="wp-image-24238"/></figure>
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		<title>Drei Monate Lockdown: Wie Blankeneser Gastronomen der Krise trotzen -Teil 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 17:21:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einkaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Cafe in Blankense]]></category>
		<category><![CDATA[echt asien]]></category>
		<category><![CDATA[Gastronomie in Blankenese]]></category>
		<category><![CDATA[Jennifer Roeder]]></category>
		<category><![CDATA[Roederers]]></category>
		<category><![CDATA[Sushi]]></category>
		<category><![CDATA[Vera Klischan]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie geht es den Blankeneser Gastronomen nach über 100 Tagen Lockdown? Vera Klischan hat nachgefragt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p></p>
<figcaption>Ein köstliches Stück Asien in Blankenese ©Vera Klischan</figcaption>


<p>Wie geht es den Blankeneser Gastronomen nach mehr als 100 Tagen Lockdown? In der letzten Woche haben wir schon vier alteingesessene Blankeneser Gastronomen zu Wort kommen lassen. Nun war Vera Klischan für blankenese.de unterwegs und hat mit den emsigen Mitarbeitern von &#8222;<a href="https://www.echtasien.de/">echt asien</a>&#8220; und der erfahrenen Gastronomin Jennifer Röder gesprochen. Die asiatischen Köstlichkeiten haben sich als ideales &#8222;to go&#8220; Gericht bewährt und dem kleinen Restaurant zahlreiche neue Kunden beschert. Und Jennifer Röder plant schon jetzt, mit welchen neuen Kooperationen und Angeboten sie ihre Kunden im &#8222;<a href="https://www.instagram.com/roedererscafe/">Roederers</a>&#8220; in den Wochen nach dem Lockdown überraschen wird. </p>



<p></p>



<p>Jeden Abend volles Geschäft im Haus und außer Haus. Die Sushis rollten nur so über den Tresen. Und jetzt, die Tische sind leer, die Stühle hochgestellt. Corona hat die Notbremse gezogen. Not – ob sie bereits im echtasien ausgebrochen ist, hat Vera Klischan interessiert. Die Straßen sind leer, die Fenster dunkel. Viel ist nicht los bei eiskaltem Wetter und fehlender Gastronomie. Fahles Licht im Restaurant echtasien. Sofort springen die vielen Bestellzettel über dem Tresen ins Auge. Der Sushikoch an der Arbeitsplatte schaut kaum hoch. Kein Wunder – gilt es doch bis spätestens 20 Uhr alle Bestellungen zum Abtransport fertigzustellen. „Uns geht es gut. Wir sind zufrieden“ So hört man es im Restaurant. Natürlich ist es kein Vergleich mit dem laufenden Geschäft. Aber offensichtlich lieben viele Blankeneser und Blankeneserinnen die kleinen Röllchen, die gut schmecken, nicht heiß bleiben müssen und gut zu transportieren sind. „Lachs geht besonders gut“. Stammkunden bleiben treu, aber auch Neukunden entdecken das asiatische Essen. Fazit: Notbremse, aber keine Not im echtasien!</p>



<p><strong>Weiter geht es ins Roederer</strong></p>



<p>Roederer&#8217;s Cafe &amp; Bar&nbsp;– junge Mütter &amp; Väter, gute Freundinnen, Paare, Schüler und Schülerinnen, für alle ist das Café ein beliebter Treffpunkt. Draußen und drinnen immer gut besucht von „Einheimischen“ und Touristen. Jetzt geht nur noch „auf die Hand“. Den Cappuccino auf die eine, die warme Zimtschnecke auf die andere Hand muss man sofort wieder Abstand suchen. So ist die Vorschrift.</p>



<p>Vera Klischan hat sich mit der Inhaberin Jennifer Röder unterhalten:</p>



<p><strong>Mit welchen Konzepten trotz ihr der Krise?</strong></p>



<p>Diese Krise ist eine Herausforderung. Nur das To-Go-Geschäft ist möglich. Wir verkaufen immerhin Ware, die man unterwegs genießen kann. Unser Vorteil: Selbst in den größten Krisen wurde immer gegessen und getrunken. Wir wollen Flagge zeigen und auch unseren Minijobber*innen, die seit Jahren bei uns arbeiten und auch auf das Geld angewiesen sind, beschäftigen. Um das Ganze noch etwas interessanter zu gestalten, bin ich im Gespräch mit der <a href="https://www.mopo.de/hamburg/neugruendung-in-der-corona-krise-warum-dieser-hamburger-baecker-nur-sechs-brote-macht-36544656">Sören Korte Brotmanufaktur</a>, dem vielleicht besten Bäcker Hamburgs. Eventuell gibt es bald einen Pop-Up-Store im Roederer´s Café. Das wäre eine schöne win-win-Situation. Mein Motto: Immer in Bewegung bleiben!</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1345-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-3928" width="592" height="789"/><figcaption>Verführerische Zimtschnecken     ©Jennifer Röder</figcaption></figure></div>



<p><strong>Wie ist aktuell auf Eure Stammkunden Verlass?</strong></p>



<p>Die kommen und sind treu! Die meisten freuen sich sehr, dass wir am Start sind. Wir haben auch total Lust und haben Spaß hier im Laden. Das macht alle happy. Die Begegnungen sind wichtig – mit dem Kaffee in der Hand. Ein kurzer Plausch vor dem Laden ist Lebensqualität und gut für die Seele in diesen verrückten Zeiten.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2021/02/542CAE98-DB4D-434A-95EC-19642368EDF4-819x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-3929" width="571" height="713"/><figcaption>Kirschstreusel &#8211; eine der zahlreichen Köstlichkeiten     ©Jennifer Röder</figcaption></figure></div>



<p><strong>Wie bedrohlich ist der Lockdown für Dich?</strong></p>



<p>Es ist hart, aber ich werde es überleben! Die Gäste kommen wieder. Das hat die Zeit nach dem ersten Lockdown gezeigt. Es wird etwas dauern, aber es wird wieder gut. Die berühmte „Bazooka“&nbsp;&nbsp;&#8211; die November- und Dezemberhilfe – kam erst im Februar an. Das war bitter. Es laufen über Monate alle Fixkosten weiter, das muss man erst mal bewältigen.&nbsp;</p>



<p><strong>Danke, liebe Jennifer, für Deinen positiven Blick auf die Zukunft und für diese herrliche kleine Oase mitten in Blankenese. Bald sitzen wir wieder hier, lassen uns all die Köstlichkeiten schmecken und genießen vor allem mehr – Normalität.</strong></p>
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		<title>Mit Lockdown und Homeschooling: Abitur 2021</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 15:55:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben im Ort]]></category>
		<category><![CDATA[Abistreich]]></category>
		<category><![CDATA[Abitur 2021]]></category>
		<category><![CDATA[Abiturient 2021]]></category>
		<category><![CDATA[Abiturprüfungen]]></category>
		<category><![CDATA[Corona-Abitur]]></category>
		<category><![CDATA[Gymnasium Blankenese]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Leif Peters]]></category>
		<category><![CDATA[Vera Klischan]]></category>
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					<description><![CDATA[Abitur 2021 zwischen Lockdown und Homeschooling]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p></p>
<figcaption class="wp-element-caption">Leif Peters macht dieses Jahr am Gymnasium Blankenese Abitur © privat</figcaption>


<p class="has-text-align-center"><strong><u>Eine bedeutende Zäsur – das Abitur</u></strong></p>



<p class="has-text-align-center">Wie gelingt Schule in Zeiten von AHA</p>



<p>Zwölf Jahre lang war die Schule Schauplatz vieler Freuden und Enttäuschungen, neuer und zerbrechender Freundschaften, Lust auf neue Lerninhalte, motivierende Lehrerpersönlichkeiten, aber auch Frust und Langeweile &#8211; der Weg zum Erwachsenwerden wird nicht unerheblich in der Schule beschritten. Hier hat sich ein Großteil des bisherigen Lebens abgespielt und hier werden wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen.</p>



<p>Und nun – Corona! Alles ist anders! Eine Art Vollbremsung! Wie gelingt die Vorbereitung auf die wichtigste schulische Prüfung?? Gibt es eine Abifeier, einen Abistreich, vielleicht sogar gemeinsame Reisetage?&nbsp;</p>



<p>Wie kann ich mich verabschieden?&nbsp;</p>



<p>Vera Klischan hat sich mit Leif Peters, 18, unterhalten, der kurz vor dem Abitur der aktuellen Situation sogar etwas abgewinnen kann und sich von Corona in seiner Zukunftsplanung nicht beeinträchtigen lässt.</p>



<p><strong><em>Lieber Leif, Du stehst vor Deinem Abitur – eine große Zäsur im Leben! Inwieweit beeinträchtigt Corona mit den schulischen Einschränkungen Deine Vorbereitung? Fühlst Du Dich gut versorgt von schulischer Seite?</em></strong></p>



<p>Das Problem ist, dass es mir schwer fällt zu sagen, ob ich in meiner Vorbereitung auf das Abitur schwer eingeschränkt bin, da ich mich, das S1 mal ausgenommen, noch nie unter anderen Bedingungen auf eine solche Prüfung vorbereiten musste. Von Seiten der Lehrer kam bisher noch kaum ein Wort, welches mich daran zweifeln lassen würde, dass die Schule uns bestmöglich auf das Abitur vorbereitet. Von Seiten der Schule bin ich im Moment dementsprechend zuversichtlich, dass ich das nötige Wissen mit in die Prüfung nehme um diese meinen Erwartungen entsprechend zu bestehen.&nbsp;Ich glaube weiterhin nicht, dass sich mein persönliches Arbeitspensum durch den Fernunterricht großartig verändert hat.</p>



<p><strong><em>Wie war für Dich das Homeschooling, die eigene Organisation Deiner schulischen Arbeit?</em></strong></p>



<p>Zu Beginn war es eine ziemliche Herausforderung. Wir kamen damals aus den Märzferien und hatten erst kurz zuvor erfahren, dass die Schule, nach eben diesen, nicht so weiter gehen kann, wie man es gewohnt war. Man wurde mit einer doch respektablen Menge an Arbeitsaufträgen überrollt, was natürlich auch dadurch zu Stande kam, dass keine Lehrkraft zuvor schon einmal in einer solchen, oder auch nur einer vergleichbaren, Situation gewesen war. Mit der Dauer des Fernunterrichts wurde die eigene Organisation, aber auch die Kommunikation mit der entsprechenden Lehrkraft merklich besser und der Stress damit geringer.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Seit Beginn des Jahres erleben wir nun zum zweiten Mal einen solchen Lockdown und auch wenn ich weiß, dass die Meinungen darüber auseinandergehen, so finde ich doch, dass es deutlich besser organisiert ist. Es gibt regelmäßige Videokonferenzen, in der Menge angebrachtere Arbeitsaufträge und auch die Kommunikationsmöglichkeiten haben sich verbessert.&nbsp;</p>
</blockquote>



<p>Sofern man es will, kann man dem gesamten Fernunterricht auch etwas Positives abgewinnen. Die Eigenorganisation ist etwas, was man im späteren Leben vermehrt benötigen&nbsp;wird. Sollte es während der Zeit des Lockdowns gelungen sein den Lernstoff zu vermitteln und die Abschlussnoten auf demselben Level zu halten, so ist es möglich zu sagen, dass wir, als einer von wenigen Jahrgängen, die Möglichkeit hatten, die Fähigkeit der Eigenorganisation bereits während der Schulzeit zu lernen.</p>



<p><strong><em>Hast Du das Gefühl, dass für Dich oder für andere aus Deinem schulischen Umfeld durch Corona lernmäßig etwas auf der Strecke bleibt? Oder dass gar Dein Notendurchschnitt davon beeinflusst wird?</em></strong></p>



<p>Die Benotung durch die Lehrer wurde, zumindest während des ersten Lockdowns, an die äußeren Umstände angepasst. Dementsprechend wurde entsprechend wohlwollend benotet und es gab in meinen Augen keinerlei Anlass für ein Wort des Protests. Zudem wurden während dieser Zeit keine oder zumindest kaum Klausuren geschrieben.&nbsp;</p>



<p>Im Hinblick auf die Klausuren ändert sich nun der Umgang mit den Einschränkungen, da es aktuell so aussieht, als würden sämtliche Klausuren regulär geschrieben werden. In der Bewertung der Klausuren wird sich eine Berücksichtigung der aktuellen Lernsituation kaum vermeiden lassen, weshalb ich mir keine Sorgen um einen großen Fall des Notenschnittes mache.</p>



<p>Ob der aktuelle Jahrgang die Schule lernmäßig mit einem Defizit verlässt, wird sich erst im Nachhinein beurteilen lassen. Es wird von Seiten der Lehrer allerdings immer wieder betont, dass man thematisch keinen Rückstand gegenüber früheren Jahrgängen hat. Ein Defizit, sollte es eines geben, wäre also vermutlich eher in der Tiefe, mit welcher die jeweiligen Themen behandelt worden sind, erkenn- und bemerkbar.</p>



<p><strong><em>Wie sehr beeinflusst Corona die Planung für die Zeit nach dem Abitur? Ausbildung? Weltreise? Praktikum? Was hast Du vor?</em></strong></p>



<p>Ich glaube nicht, dass Corona die berufliche Zukunftsplanung von mir stark beeinträchtigen wird. Umso stärker wird Corona stattdessen Auslandsaufenthalte oder das Reisen mit Freunden beeinträchtigen. Bis zu meinem Abschluss im Juni 2021 vergeht natürlich noch einige Zeit und dementsprechend gibt es nach wie vor die, hoffentlich berechtigte, Hoffnung darauf, dass sich die Reisebedingungen wieder einigermaßen normalisieren oder es zumindest wieder möglich wäre, in Gruppen von mehr als 2 Personen, die aus mehr als einem Haushalt stammen, zu reisen. Eine Weltreise wird wohl kaum möglich sein, aber vielleicht machen die Einschränkungen ja zumindest eine Reise in Nachbarländer von Deutschland oder in Deutschland selbst&nbsp;wieder möglich.&nbsp;</p>



<p><strong><em>Wenn die Schule nach 12 Jahren endet und alle auseinandergehen, will man das feiern. Geht das überhaupt und wenn ja, wie?</em></strong></p>



<p>Genau wie bei der Frage nach der Zeit nach dem Abi ist es sehr schwierig zu beurteilen ob, und wenn ja in welchem Ausmaß, eine Feier stattfinden kann. Ich gehe stark davon aus, dass sich Möglichkeiten ergeben werden, um das Abitur entsprechend zu feiern, auch wenn Corona im Juni höchstwahrscheinlich noch immer für einige Einschränkungen sorgen wird.&nbsp;</p>



<p><strong><em>Lieber Leif, ich danke Dir herzlich, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen so reflektiert und sachlich zu beantworten. Für Dein Abitur wünsche ich Dir und Deiner gesamten Stufe den Erfolg, den Ihr für so viel Eigenverantwortung und Verzicht verdient und &#8211; ein bisschen feiern!&nbsp;&nbsp;</em></strong></p>
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		<item>
		<title>Birgit Lahann – ein großer Name mitten unter uns in Blankenese</title>
		<link>https://blankenese.de/autorin-birgit-lahann-im-interview-mit-vera-klischan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 2021 17:40:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Als endete an der Grenze die Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Autorin]]></category>
		<category><![CDATA[Birgit Lahann]]></category>
		<category><![CDATA[Dietz Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Egon-Erwin-Kisch Preis]]></category>
		<category><![CDATA[politische Autorin]]></category>
		<category><![CDATA[Vera Klischan]]></category>
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					<description><![CDATA[Die preisgekrönte politische Autorin Birgit Lahann lebt im Treppenviertel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p></p>
<figcaption class="wp-element-caption">Birgit Lahann, © Doralies Hütter</figcaption></figure>


<p><strong>Journalistin, Autorin, im besten Sinn neugierige und engagierte Gesprächspartnerin vieler prominenter Menschen … all das ist mit dem Namen Birgit Lahann verbunden. Jahrzehnte recherchierte und schrieb sie für den STERN. Daneben hat Birgit Lahann zahlreiche Bücher mit solch unterschiedlichen Themen wie Abitur, Hochzeit, aber auch suizidalen Gedanken berühmter Menschen und Biographien geschrieben. Zunehmend galt ihr Interesse politischen&nbsp;Themen, vor allem dem geteilten Deutschland.&nbsp;Mit kritischem Blick, Hoffnung und viel Herz hat sie die Menschen in der ehemaligen DDR zu Wort kommen lassen in ihrem zuletzt erschienenen lesenswertem Buch „Als endete an der Grenze die Welt“. Die Verleihung des&nbsp;Theodor-Wolff- und des Egon-Erwin-Kisch-Preises würdigen eine Frau, die ihr Leben dem Schreiben und vor allem der kritischen Betrachtung politischer Entwicklungen verschrieben hat. Einer Frau, die sich einmischt!</strong></p>



<p></p>



<p><strong>Vera Klischan hat sich in gebotenem Coronaabstand mit Birgit Lahann über ein ungemein spannendes Leben unterhalten.</strong></p>



<p><strong><em>Liebe Frau Lahann, Schreiben begleitet Ihr Leben! Das vermittelt mir Ihre berufliche Laufbahn. Das Theater, der STERN, viele Bücher machen Ihren Beruf aus. Erzählen Sie uns etwas über Ihren beruflichen Weg?</em></strong></p>



<p>Gerne. Ich gehöre ja zu einer Generation, die noch alles ausprobieren konnte. Ich wollte Schauspielerin werden, Also probieren. Bei einem Vorsprechen, wenige Tage vorm Abitur, fiel ich bei Ida Ehre durch. So studierte ich Theaterwissenschaften und Germanistik, unterbrach das Studium ein paar Mal, arbeitete Anfang der 60er als Regieassistentin bei Peter Zadek am Bremer Theater. Seine Revue „Die Geisel“ von Brendan Behan war damals ein Schock, spielte im Puff, wo Rebellen gegen Nazis und Krieg aufriefen. In der Uni bot mir mein Professor an, bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen zu arbeiten. Jeden Abend Theater, „Andorra“-Proben von Fritz Kortner mit Klaus Kammer. Alles beglückend! Und so viel gelernt. Als man meine Lektorate für Radio Bremen, WDR und ZDF immer wieder lobte und ich ein Angebot vom Südwestfunk Baden-Baden bekam, brach ich das Studium ab, machte Premierenberichte von Zürich bis Frankfurt und moderierte Kultursendungen. Es waren herrliche Jahre. Vom Rundfunk wechselte ich dann zur Zeitung, schrieb für Publik, FAZ, Frankfurter Rundschau, Welt und landete Ende der 70er im Haifischbecken STERN.</p>



<p><strong><em>Hatten/haben Sie beim STERN ein bestimmtes Ressort? Und wie sehen Ihre Beiträge aus, die Sie heute noch für das Magazin schreiben?&nbsp;</em></strong></p>



<p>Da ich von Anfang an zum Stab der Autoren gehörte, konnte ich für verschiedene Ressorts schreiben. Für Kultur über Autoren &#8211; Elfriede Jelinek, Heiner Müller, Ulla Hahn, Mario Simmel &#8211; aber auch für Politik, Gesellschaft, Unterhaltung, Sport. Als Helmut Kohl 1982 Kanzler geworden war, habe ich fünf Jahre in Bonn gearbeitet, Staatsreisen mitgemacht und Politikerportraits geschrieben. Sofort nach dem Mauerfall fuhr ich in die DDR, die ja noch ein Jahr existierte, bis sie in New York bei der UNO abgemeldet wurde. Damals begannen für mich die vielleicht aufregendsten Jahre meiner Journalistenzeit.&nbsp;&nbsp;Gleich 1990, als Ibrahim Böhme für die SPD Wahlkampf machte, um erster freigewählter Ministerpräsident zu werden, kam heraus, dass er ein Stasispitzel war. Das wurde meine erste große Geschichte, die 1992 auch ein Buch wurde: „Genosse Judas“. Und mit 65 war dann Schluss. Geschrieben habe ich danach gelegentlich noch für GEO, Cicero, die Süddeutsche, und kurz vor Peter Zadeks Tod machte ich in den toskanischen Bergen hoch über Lucca in seinem Haus in Vecoli das letzte, sehr bewegende Interview mit ihm für die ZEIT. Für den STERN schreibe ich schon lange nicht mehr. Nur 2019 noch einen Nachruf auf Michael Jürgs, einen Freund, der einmal unser Chefredakteur war.</p>



<p><strong><em>Wie kommt man von der Wochenzeitschrift zum Buch?</em></strong></p>



<p>Zum Beispiel, wenn man eine Serie über Abituraufsätze für den STERN schreibt. Die erschien 1982 erweitert als STERN-Buch: 150 Jahre Zeitgeschichte in Aufsätzen Prominenter – zum Beispiel von Walter Jens, Margarete Mitscherlich, Willy Brandt, Kempowski, Cohn-Bendit,&nbsp;mit denen ich dann über ihre Aufsätze sprach. Willy Brandt schrieb 1932: &#8222;Vielleicht kann ich Konditor mit Abitur werden.“ In diesen Zeiten war das Reifezeugnis für ihn nur ein Berechtigungsschein, der zu&nbsp;nichts berechtigt. Und es handelt&nbsp;von Duckmäusern und Rebellen, also vielen Unbekannten. Beim Suchen hatte ich Hilfe von einer tollen Kollegin. Wir stiegen in Schul- und Staats-Archive, mussten Sütterlin wieder lesen lernen und jubelten, wenn wir Interessantes fanden. Bei den Unbekannten waren die politischen Themen aus zwei Weltkriegen am aufregendsten: „Zur rechten Zeit ist uns dieser Mann erstanden“,&nbsp;&nbsp;schreibt ein Primaner 1933, „der aus reinem Idealismus Deutschland vor dem Untergang gerettet hat.“ Es war ein Jahr Schwerstarbeit. Aber gelohnt hat es sich. Und weil ich Jahr für Jahr auf der Frankfurter Buchmesse war, später auch auf der Leipziger, machte ich Autorengespräche und lernte Verleger kennen, die sich für meine Geschichten interessierten. So ergab sich das eine oder andere Buchprojekt.&nbsp;</p>



<p><strong><em>Schreibt man/Sie ein Buch anders als einen Artikel in einer Zeitschrift? Gibt es andere Schreibregeln? Was unterscheidet die Journalistin von der Autorin?</em></strong></p>



<p>Ich weiß nicht, wie es bei Kollegen ist, die auch Bücher geschrieben haben.&nbsp;&nbsp;Die Autorin Lahann unterschied sich jedenfalls nie von der Journalistin. Ich habe immer unorthodox gearbeitet, immer versucht, Geschichten so zu erzählen, dass man Lust hat, sie zu lesen. Einen guten Anfang brauchte ich. Dann kam ich weiter. Schreiben wird einem ja selten in die Wiege gelegt. Ich las damals meine besonderen Freunde: Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Alfred Kerr, fütterte mich mit Autoren, deren Stil ich bewunderte, schrieb ganz am Anfang bei Musik von Bach und bilde mit ein, von ihm Rhythmus gelernt habe. Ich schreibe, so oft es geht, im Präsens, um dem Leser das Gefühl zu geben, er sei mitten drin im Geschehen. Das schönste Kompliment über meine Art zu schreiben bekam ich von Günther Rühle, dem ehemaligen Intendanten und großen Theaterkritiker. Er schrieb mir zu meiner Biographie über Peter Weiss:</p>



<p>„Sie erzählen wunderbar, verarbeiten ohne den Seminarstil.“ Das hat mich sehr beglückt.</p>



<p>Aber Schreibregeln? Ich hatte nie welche. Ich erinnere mich, als einer unserer STERN-Chefredakteure uns zu einem Vortrag schickte, wo uns jemand erklären würde, wie man gute Reportagen schreibt. Ich habe nur gelacht und gesagt, da ginge ich nicht hin. Frau Lahann, Sie gehen auch! Okay, dachte ich, was man ablehnt, sollte man kennen.&nbsp;</p>



<p>Und da erklärte uns ein Mensch, der aussah, als hätte er gleich einen Termin bei seiner Bank, wie lang der Anfang einer Reportage sein müsse, wann und in welcher Form das Thema an die Reihe käme und fing dann an, mit Kreide und Lineal die Reportage an der Tafel zu entwerfen. Sie sah aus, als würde sie zusammenstürzen. Nach 15 Minuten stand ich auf und sagte, für diesen Journalismus sei ich zu dumm.&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong><em>Sie haben Biographien geschrieben und besonders in den letzten Jahren über das faschistische Regime der DDR. Wie kommen Sie zu Ihren Themen?</em></strong></p>



<p>Der Mauerfall fiel jedem Journalisten natürlich wie eine reife Frucht aufs Papier. Da konnte man sich vor Themen kaum retten. Und früher? Friedrich Dürrenmatt, las ich 1979, inszeniert in Basel sein Stück „Die Panne“. Das war ein Thema. Ich besuchte ihn in Neuchâtel, er fragte: Welcher Jahrgang sind Sie? 40? Hab‘ ich im Keller, kommen Sie mit. Und da lag im Gewölbe ein Heer von Flaschen. Alles Witwenweine, sagte er. Wenn hier die Männer sterben, bieten die Witwen mir ihre Weine an. Und dann tranken wir einen Roten von 1940. So vergnüglich beginnt eine Geschichte natürlich selten. Für Themen muss man Zeitungen lesen und Radio hören. Auch die STERN-Fotografen machten Vorschläge:&nbsp;&nbsp;Dreharbeiten mit Fassbinder oder Liv Ullmann, Joseph Beuys hat Geburtstag. Es gab auch Themen um die Ecke: Horst Janssen, der Meisterzeichner. Das waren die verrücktesten Begegnungen, für die man schon mal ein paar Doppelseiten bekam. 1985, als die ersten Deutschen ins All flogen, machte ich eine Reportage über Ernst Messerschmid und Reinhard Furrer. Ich schrieb über Auschwitz und den aufblühenden Antisemitismus, über Terroraschläge in Italien sprach ich mit Alberto Moravia in Rom, mit Ingrid Bergman über ihre Memoiren in London oder mit Reiner Kunze, als der aus der DDR emigrierte. An Themen war nie ein Mangel.</p>



<p><strong><em>Besonders das letzte Buch „Als endete an der Grenze die Welt“ zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung hat mich sehr beeindruckt. Bei der Lektüre habe ich mich gefragt, ob Sie tatsächlich 30 Jahre lang die Geschichten gesammelt haben und das Buch schon im Kopf hatten.</em></strong></p>



<p>Die ersten fünfzehn Jahre habe ich fast ausschließlich im Osten gearbeitet, wohnte auch eine Zeitlang in Berlin. Am Anfang habe ich oft abends noch mit den Bürgerrechtlern Bärbel Bohley, Jürgen Fuchs und Ulrike Poppe bis in die Nacht diskutiert. Dann lernte ich die großartige Fotografin Ute Mahler kennen. Wir waren eine frühe, sehr vergnügte Wiedervereinigung, sind tausende Kilometer durch den Osten gefahren, sie kannte ja auch viele Leute. Es war eine tolle Zusammenarbeit. Ab 2007,8, las ich, was die Autoren im Osten inzwischen geschrieben hatten, sah die Filme „Das Leben der Anderen“, „Gundermann“, „Nackt unter Wölfen“, und die Tochter von Ibrahim Böhme, die ein Buch über ihren Vater geschrieben hatte, bat mich, ihre Lesung auf der Leipziger Buchmesse zu moderieren. Das waren dann die Geschichten für die späteren Jahre. Im Kopf war das Thema erst eineinhalb Jahre vor dem Termin 3. Oktober. Ich saß in Berlin in der Straßenbahn, als zwei Leute hinter mir über alte Zeiten redeten. Einer sagt: Mensch, Ende 2020 ist das alles schon 30 Jahre her&#8230;Da war das Buch im Kopf. Ich rief meinen Verleger an, schlug das Thema vor, und er sagte: Ja.&nbsp;&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2021/01/IMG_8383-1-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-3767" width="379" height="505"/><figcaption class="wp-element-caption">Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung ©Vera Klischan</figcaption></figure>



<p><strong><em>Was war der Schlüssel zu den Menschen, die Ihnen ihr Leben und zum Teil auch ihre Herzen geöffnet haben?</em></strong></p>



<p>Ich kam vom STERN. Das war meist ein gutes Entrée.&nbsp;Und ich hatte mich immer gut vorbereitet auf meine Gespräche. Hatte gelesen, was wichtig war, kann zuhören, habe Routine und auch – je nach Temperament meiner Befragten &#8211; eine lockere oder ruhige Art, mit Menschen umzugehen. Als ich Stefan Heym im Wahlkampf für die PDS begleitete, sagte er ein bisschen zu herablassend: Ich hoffe, dass Sie vorbereitet sind und meinen „Nachruf“ gelesen haben.“ Ich sagte: Jawohl, Herr Lehrer. Und als ich Jürgen Fuchs fragte, warum Ibrahim Böhme mir jede noch so private Frage beantwortet hat, erschrak ich, als er sagte: „Sie waren für ihn wie ein Führungsoffizier. Wenn das Tonband lief, redete er.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Und genau das ist es, was mir immer vorgeschwebt hat: Ich wollte selbst Kompliziertes so leicht und erzählerisch wie möglich schreiben.</p>
</blockquote>



<p><strong><em>Täusche ich mich oder sind Ihre Bücher im Laufe der Jahre „politischer“ geworden?</em></strong></p>



<p>Sie täuschen sich nicht. Das gilt vor allem für das Letzte Buch. Da ist nach einer braunen eine rote Diktatur zusammengebrochen, in der das Leben so vieler Menschen mit einer unglaublichen Gewalt zerstört wurde. Im Buch davor ging es um Schriftsteller in Zeiten des Faschismus. Und da beschreibe ich, wie die Diktatur nicht erst 1933 begann, sondern sich langsam, aber sehr merkbar, schon seit dem Ersten Weltkrieg zum brutalen Faschismus entwickelte. Und das ist auch ein Alarmzeichen für unsere jetzige Zeit mit aufblühendem Rassismus und Antisemitismus.&nbsp;Brecht hatte es im Epilog seines „Arturo Ui“ geschrieben: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ Karl Jaspers drückte es so aus: “Nationalsozialismus kehrt nicht wieder. Dasselbe Unheil nimmt andere Gestalt an.“ Peter Weiss, mein „heimatloser Weltbürger“, war ein hochpolitischer Autor. Unvergessen, wie er, der Jude, der 1965 für das Oratorium „Die Ermittlung“ seine Fahrt nach Auschwitz beschreibt. Ein Text, der einen gefrieren lässt, denn: „Es ist eine Ortschaft, für die ich bestimmt war und der ich entkam.“ Rolf Hochhuth, der mit seinem „Stellvertreter“ sehr früh schon über Auschwitz und&nbsp;Pius XII schrieb, der sich Stellvertreter Christi nannte, aber die Mörder nicht laut beim Namen nannte. Hochhuth hatte nie eine Biographie bekommen. Ich schrieb sie mit höchstem Vergnügen vier Jahre vor seinem Tod. Er war ein toller, sehr offener Erzähler, und ich sagte ihm, ich würde auch ein paar seiner komischen Telefonate mit mir über einige Kapitel setzen. Fand er prima. Es war eine Freude, ihm zuzuhören. So leicht habe ich nie wieder ein Buch geschrieben. Und Hochhuth freute sich riesig, als Martin Walser schrieb: „Diese Biographie ist das Lebendigste, was ich in diesem Genre je zu lesen bekam.“ Und genau das ist es, was mir immer vorgeschwebt hat: Ich wollte selbst Kompliziertes so leicht und erzählerisch wie möglich schreiben.</p>



<p><strong><em>Sie schreiben wunderbare, gehaltvolle Bücher. Haben Sie ein Lieblingsbuch oder „Lieblingsliteratur“?</em></strong></p>



<p>Aber ja. Zu meinen Lieblingen gehört Kurt Tucholsky. Ich habe mich &#8211; als Horst Seehofer sein merkwürdiges Heimatministerium gründete &#8211; immer gewundert, warum kein Kritiker auf die Idee kam, mal in Tucholskys Text „Heimat“ zu schauen. Denn da will er „euch mal was sagen: Der Staat schere sich fort, wenn wir unsere Heimat lieben.“ Und wie er dann seine Heimat beschreibt, wunderbar! Ganz anders ist es mit Friedrich Nietzsche. Er ist ein Sprachkünstler.&nbsp;&nbsp;Sein „Zarathustra“ ist Musik, seine Sätze tanzen dazu. Schon wie er in seinem Poem „Das Wort“ schreibt, dass man es nicht plump betasten und bedrücken darf, denn “es stirbt oft schon an bösen Blicken“. Ich lese ihn so gern.</p>



<p>Und Lieblingsbücher? Da fallen mir spontan Brechts Gedichte ein. Dann Ernst Tollers „Eine Jugend in Deutschland“, Klaus Manns „Der Wendepunkt“, Sartres „Die Wörter“, Philip Roth mit „Portnoys Beschwerden“, und immer aufs Neue Dürrenmatts „Stoffe“.&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong><em>Haben Sie schon ein neues Buchprojekt im Kopf?</em></strong></p>



<p>Nein. Das kommt per Zufall. Jetzt lese ich nach rumreisen,&nbsp;recherchieren, schreiben,&nbsp;korrigieren&nbsp;endlich mal wieder Bücher.&nbsp;Im Moment Patricia&nbsp;Highsmith&nbsp;und&nbsp;Thomas Bernhard &#8211; herrlich</p>



<p></p>



<p><strong><em>Liebe Frau Lahann, ich danke Ihnen herzlich, dass Sie mir – uns – einen Einblick in Ihr erlebnisreiches Leben gewährt haben. Ich freue mich auf viele weitere Bücher von Ihnen. Sie haben mir noch einmal sehr deutlich den Stellenwert von Literatur vermittelt. Zu lesen, Inspiration aus Büchern zu schöpfen ist gerade in dieser Pandemie ein großer Schatz – und eigentlich unverzichtbar.&nbsp;</em></strong></p>
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		<title>Buchhandlung Kortes – das kleine Juwel in Blankenese</title>
		<link>https://blankenese.de/die-buchhandlung-kortes-an-der-elbchaussee-ist-ein-blankeneser-juwel-auch-im-lockdown-koennen-buecher-abgeholt-werden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Helmut Plank]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2020 13:45:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Abholfach]]></category>
		<category><![CDATA[Blankenese]]></category>
		<category><![CDATA[Blankeneser Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Buchhandlung]]></category>
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		<category><![CDATA[Hiltrud Klose]]></category>
		<category><![CDATA[Konkurrenz für Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüre]]></category>
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		<category><![CDATA[Lockdown]]></category>
		<category><![CDATA[stationärer Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Vera Klischan]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Buchhandlung Klose an der Elbchaussee ist eine Institution in Blankenese. Vera Klischan sprach mit Inhaberin Hiltrud Klose über die besonderen Herausforderungen des Lockdown für den stationären Handel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Ist der Lockdown nicht auch eine Chance neben allen unbestreitbaren Härten? Eine Chance zur Muße, zum guten Buch? Da ab zu Kortes! Frau Klose und ihre Mitarbeiterinnen stehen bereit. Die Wahl in der gut sortierten Buchhandlung fällt schwer. Romane, Biographien, Kinderbücher, Historisches, Koch- und Reisebücher – jeder wird hier fündig.&nbsp;Vera Klischan hat sich mit Frau Klose unterhalten – über Blankeneser Geschmack, Handel in Coronazeiten und vieles mehr.</strong> </p>



<p><strong><em>Liebe Frau Klose, Sie sind die Inhaberin der Buchhandlung Kortes in Blankenese. Wann haben Sie die Buchhandlung übernommen und warum</em>&nbsp;<em>ausgerechnet diese?</em></strong></p>



<p>Es gibt einen ganz einfachen Grund. Ich bin 2005 nach Blankenese gezogen. 2006 habe ich die <a href="https://www.kortes-buecher.de/">Buchhandlung Kortes </a>übernommen. Damals habe ich in einer Buchhandlung in der Innenstadt gearbeitet, die aber aus Altersgründen geschlossen werden sollte. Ich war immer gewohnt, verantwortlich zu arbeiten. Im Fachblatt habe ich vom Verkauf der Buchhandlung gelesen. Ich wollte da arbeiten, wo ich gern lebe. Es gab viele Bewerbungen. Ich habe dann Gespräche mit Herrn Völker geführt und es hat geklappt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2020/12/IMG_7878-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-3560" width="548" height="731"/><figcaption class="wp-element-caption">Hiltrud Klose       ©Vera Klischan</figcaption></figure>



<p><strong><em>Ist es mutig eine Buchhandlung zu übernehmen, wenn man E-Books und Amazon als Konkurrenz hat?</em></strong></p>



<p>Ehrlich gesagt war es für mich mutiger, mich mit 53 Jahren selbständig zu machen. Der Kredit war damals eine Entscheidung der Bank, die abgewägt hat, ob ich das Geld in meinem Alter noch bekommen soll.&nbsp;</p>



<p>E-Books hat man nicht zum Geld verdienen<em>.&nbsp;</em>Die verpflichtenden Verträge sind nicht lohnend für kleine Buchhandlungen. Amazon gegenüber steht der persönliche Kontakt mit den Kunden. Das hat sich hier bewährt. Amazon macht die ganze Buchwelt kaputt, auch die großen Buchhandlungen. Bei der Übernahme der Buchhandlung habe ich keine Angst gehabt, weil ich die Erfahrung hatte, dass ich es kann. Der kaufmännische Bereich war mir nicht vertraut. Das habe ich nach und nach gelernt. Ein mutiger Schritt, das habe ich für mich so empfunden.&nbsp;</p>



<p><strong><em>Ein Buchhändler hat gesagt:“ Es wird weniger gelesen?“ Würden Sie das bestätigen?</em></strong></p>



<p>Nein! Das Buch wird bleiben. Aber Bücher kaufen hat mit Geld zu tun. Wir sind hier in einem bevorteilten Stadtteil.&nbsp;</p>



<p><strong><em>Wie sieht Ihre Kundschaft aus? Sind es überwiegend Stammkunden? Wissen Sie von einigen bereits, was Sie empfehlen können und was auch nicht?</em></strong></p>



<p>Das dauerte! Aber nach einem Dreivierteljahr kannten wir viele Namen und Vorlieben unserer Kunden. Das ist ein großes Plus. „Sie kennen doch Frau… Haben Sie ein Buch für sie?“ Das hören wir oft.&nbsp;&nbsp;Manchmal rate ich auch vom Kauf ab, weil es nicht zu dem Menschen passt.&nbsp;</p>



<p>Gerade in diesen Coronazeiten kommen neue Kunden. Vielleicht liegt es am Homeoffice, dass einige plötzlich den eigenen Stadtteil entdecken und die lokalen Geschäfte. Dazu wächst die Skepsis gegenüber Amazon.&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong><em>Gibt es bestimmte „Stoßzeiten“ im Buchgeschäft, z.B. vor großen Ferien oder im Advent?</em></strong></p>



<p>Weihnachten! Davon lebt der Einzelhandel im ganzen Jahr! Deswegen habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie wir in diesem Jahr das Weihnachtsgeschäft überstehen. Vom Weihnachtsgeschäft bezahlen wir im Jahr die Miete und die Gehälter. Es ist das wichtigste Geschäft des Jahres. Vor den Ferien wird Reiselektür gekauft, aber danach sind alle ein paar Wochen weg und kaufen gar nichts. Auch das Wetter spielt eine Rolle. Wenn 30 Grad Hitze herrschen und gleichzeitig Fußballweltmeisterschaft ist, brauche ich hier keine zusätzliche Arbeitskraft.&nbsp;</p>



<p><strong><em>Wie hat sich Corona mit dem Lockdown ausgewirkt? Vor allem mit dem aktuellen?</em></strong></p>



<p>Im März konnte ich nicht klagen. Wir haben sehr viel Unterstützung und Zuwendung bekommen. Die Leute haben Gutscheine gekauft. So haben wir diese Zeit gut überstanden. Das war kein Problem. Jetzt im Weihnachtsgeschäft müssen wir sehen, wie es sich entwickelt.&nbsp;&nbsp;Die beiden letzten Tage vor dem Lockdown waren sehr gut. Viele kommen und sagen, sie wollen versorgt sein mit Lesestoff. Ich höre es immer wieder, dass viele Lektüre für die Zeit zu Hause benötigen.</p>



<p>Mal schauen, wie die Leute sich in der letzten Woche vor Weihnachten verhalten werden. Hier können weiterhin Bücher telefonisch oder per Mail bestellt und abgeholt werden. Das Abholfach ist voll. Im Moment sehe ich wirtschaftlich kein Problem für uns. Ich bedauere die Restaurants und den Kulturbetrieb, die lahm gelegt sind.&nbsp;</p>



<p><strong><em>Nehmen Sie alles in Ihr Sortiment auf, gibt es Schwerpunkte oder auch Bücher, die Sie in Ihrem Geschäft nicht verkaufen</em></strong>&nbsp;<strong><em>möchten?</em></strong></p>



<p>Alles, was rassistisch ist, die Menschenwürde untergräbt und frauenfeindlich ist, will ich hier nicht ausstellen. Ich möchte keine Ecke mit rechtsradikaler Literatur. Meinungsfreiheit besteht für mich darin, dass ich es bestellen würde für jemanden, der es wünscht. Ich würde aber nicht in meinem Geschäft dafür werben.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blankenese.de/wp-content/uploads/2020/12/IMG_7884-1-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-3564" width="581" height="775"/><figcaption class="wp-element-caption">Ein Blick ins Schaufenster lohnt sich immer  &#8211; oft sind es schon die künstlerischen Cover, die zum Lesen und Blättern animieren ©Vera Klischan</figcaption></figure>



<p><strong><em>Wie ist denn so der Blankeneser Geschmack? Was geht besonders gut?</em></strong></p>



<p>Sehr individuell! Auch hier! Frau Stenzel und ich sind froh, dass unser Angebot auf ein großes Interesse bei den Blankenesern trifft. Das, was wir einkaufen, wird sehr gut angenommen. Romane und geschichtliche Sachbücher gehen am besten. Besonders gut geht alles, was mit Blankenese zu tun hat.&nbsp;</p>



<p><strong><em>Wie sieht es mit Kinderbüchern aus? Lesen</em></strong>&nbsp;<strong><em>Kinder weniger als früher?</em></strong></p>



<p>Das hängt vom Elternhaus ab. Wenn das Buch selbstverständlich ist wie die Tasse oder der Teller im Schrank, wird gelesen. Schwierig wird es, wenn Eltern sich nur mit elektronischen Geräten beschäftigen. Insgesamt ist das Kinderbuch im deutschsprachigen Raum aufsteigend. Lesen hängt davon ab, wie Kinder herangeführt werden, ob man als Eltern selbst liest, den Kindern vorliest oder ihnen ein elektronisches Gerät in die Hand gibt.&nbsp;</p>



<p><strong><em>Liebe Frau Klose, verraten Sie uns zum Schluss, welches Ihr Lieblingsbuch ist?</em></strong></p>



<p>Christa Wolf! Sie ist eine großartige Autorin. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nachdenken_%C3%BCber_Christa_T.">„Nachdenken über Christa T.“ </a>habe ich fünf Mal gelesen. Sie ist eine solche bedeutende Schriftstellerin. Als Buchhändlerin muss ich anders lesen, viel mehr, professionell, um zu beurteilen, welche Bücher, welche Neuerscheinungen unsere Kunden interessieren.</p>



<p><strong>Liebe Frau Klose, ich danke Ihnen sehr, dass Sie mir hier inmitten all der herrlichen Bücher in der Abendstunde Rede und Antwort gestanden haben. Ich wünsche Ihnen und allen Blankeneser Einzelhändlern, dass Sie diese belastende Zeit gut überstehen und dass Sie uns weiterhin so gut mit Lesestoff versorgen.</strong></p>



<p></p>



<p></p>
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