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Hamburger Arbeitsassistenz: „Das Match finden“

Hamburger Arbeitsassistenz: „Das Match finden“

Hamburger Arbeitsassistenz: „Das Match finden“

Eigentlich sollte jedes Hamburger Unternehmen die Hamburger Arbeitsassistenz kennen: Entstanden aus einer kleinen Elterninitiative ist die gemeinnützige GmbH heute eine rund 160-köpfige Unternehmens- und Personalberatung für besondere Menschen. Und Unternehmen, die diese besonderen Menschen schätzen. Dabei schaut der „Fachdienst für die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung“ ganz genau darauf, dass Mensch und Unternehmen ein Match sind. Und sorgt darüber hinaus für viel Unterstützung während der Einarbeitungszeit. Denn nur so entsteht eine Win-Win-Situation: Unternehmen bekommen motivierte Mitarbeitende, und ein Mensch mit Behinderung eine neue berufliche Zukunft.

Und das klappt: „Über 1.500 Menschen haben durch uns schon Arbeit gefunden (Stand: xxxx), etwa 80 Prozent der Suchenden bekommen wir vermittelt. Das ist viel und ist bundesweit vorbildlich“, freut sich Achim Ciolek, einer der Geschäftsführer der Hamburger Arbeitsassistenz, kurz HAA. Grund ist sicher die große Erfahrung und das entstandene Netzwerk an Unternehmen. „Viele, die uns kennen, schätzen unsere Arbeit.“ Die gemeinnützige GmbH wurde 1992 von einer Elterninitiative als Modellprojekt mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gegründet. „Damals waren wir acht Mitarbeitende, heute sind wir rund 160, davon arbeiten etwa 80 Kolleginnen und Kollegen als Jobcoaches, d.h. sie unterstützen die zukünftigen Mitarbeitenden als Paten, bis sie den Arbeitsalltag vor Ort alleine bewältigen“, erklärt Ciolek.

Vorbildlich: Volle Unterstützung

Eine solche Arbeitsassistentin ist Marion Nieth (siehe auch Beitrag: Ein geförderter Arbeitsplatz: Glücksfall für beide Seiten). Sie ist seit 14 Jahren bei der HAA und hat in dieser Zeit etliche Menschen mit Behinderung in ihren neuen Tätigkeiten begleitet. Das Patensystem ist bundesweit einmalig. „Gerade diese intensive Unterstützung, die wir leisten – und die das Unternehmen, egal ob klein oder groß, sehr entlastet –, wird immer wieder positiv von allen hervorgehoben, die uns kennenlernen“, sagt Marion Nieth. Zu ihr kommen Menschen mit Behinderung, die gerne arbeiten möchten und eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt brauchen. „Wir suchen dann passende Unternehmen und vor allem auch die passende Nische in diesem Unternehmen – passgenau für diesen Menschen.“ Was viele Unternehmen nicht wissen: Arbeitsassistentinnen und Arbeitsassistenten sind dauerhafter Ansprechpartner für beide, Jobsuchende und Unternehmen. Das gilt sowohl während der Suche als auch der beruflichen Orientierung, und dann während der Erprobungszeit und beim Anlernen. „Wir unterstützen so lange, bis das Arbeitsverhältnis stabil ist.“ Ihre Klientel sind Menschen, die zum Beispiel nicht mehr in Werkstätten arbeiten möchten, aber auch Menschen, die aufgrund von Krankheiten und Rehabilitationsmaßnahmen ihren alten Job nicht mehr ausüben können.

Die Nische finden

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Iris Kastens macht sie sich dann auf die Suche nach dem passenden Job. Iris Kastens ist Vermittlungsberaterin, d.h. sie vermittelt zwischen den Arbeitsassistenzen und den Unternehmen. „Meine Aufgabe ist es, Kontakte zu knüpfen. Meine vier Kolleginnen und Kollegen und ich sind dafür bei Unternehmen vor Ort, aber auch auf Jobmessen und anderen Veranstaltungen bei denen man potenzielle Arbeitgeber:innen trifft“, so Iris Kastens. Auch in Blankenese kennt man sie und ihre Arbeit schon. Immer dabei: Viel Aufklärungs- und Informations-, manchmal auch Überzeugungsarbeit. Denn natürlich gibt es viele Gespräche über Ängste oder Vorbehalte. „Wir schauen uns Arbeitsbilder und -umfelder an, wir sprechen über Fördermöglichkeiten, und den Prozess, jemanden über uns in Arbeit zu vermitteln.“ Denn der unterscheidet sich: Vor jeder Einstellung gibt es eine lange Erprobungszeit in Form eines begleiteten Praktikums – zur Sicherheit für beide Seiten. „Das ist uns ganz wichtig: Kein Unternehmen muss einstellen! Aber die Chance, jemanden kennenzulernen und einem Teilnehmenden Einblicke zu ermöglichen, die zu geben, wäre schon sinnvoll“, betonen beide. Ein Prozess ohne Risiko: Im Rahmen der unterstützten Beschäftigung haben Unternehmen zwei Jahre Zeit, herauszubekommen, ob es passt. Und eine weitere Besonderheit hat die Arbeit der HAA: „Was wir machen, ist oft die Suche nach der Nische“, erklärt Iris Kastens. Nischen, die zum Beispiel ohne Subventionierung für Unternehmen nicht mehr zu leisten wären: Seien es die Patientenlotsen im UKE oder Helfertätigkeiten, z.B. als Alltagsbegleiter Altenheimen, in Kindergärten, aber auch als Küchenhelfer in Restaurants und Hotels.

Mehr Offenheit von Unternehmen – das wünschen sich beide Kolleginnen. Offenheit, die Tür zu öffnen – und das nicht nur für den Duo Day.

HAMBURGER ARBEITSASSISTENZ
HAA gGmbH
Schulterblatt 36, 20357 Hamburg
Tel. 040/431339-0
www.hamburger-arbeitsassistenz.de

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