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Frühlingsanfang am 20. März

Frühlingsanfang am 20. März

Frühlingsanfang am 20. März

(20. März 2026) Wenn der Frühlingsanfang kommt, geschieht nichts Lautes. Und doch verändert sich alles. Das Licht wird heller, die Luft wärmer und milder, die Tage länger. Der Winter zieht sich zurück, nicht besiegt, sondern abgelöst. Der Frühling erinnert mich daran, dass Wandel selten dramatisch beginnt. Er beginnt im Stillen. Gerade in der aktuellen Situation der Welt wirkt diese Botschaft beinahe zart.

Manchmal scheint es mir, als hätten wir verlernt, einander zuzuhören. Als stünde die Welt unter Dauerfrost. Und doch: Während wir diskutieren, zweifeln und streiten, geschieht dort draußen etwas Unaufhaltsames. Knospen brechen auf, Vögel kehren zurück. Das Leben wagt sich erneut hervor. Eine Einladung, die Realität anders zu betrachten.

Der Frühlingsanfang im Gleichgewicht: Licht und Dunkel halten sich die Waage. Dieses Bild könnte doch symbolischer kaum sein. Auch unsere Zeit ist ein Gleichgewicht. Zwischen Angst und Hoffnung. Zwischen Abgrenzung und Gemeinschaft. Zwischen Zerstörung und Verantwortung. Die Frage ist doch: Welche Seite nähre ich?

Ein Neuanfang beginnt nicht mit lauten Parolen. Er beginnt mit Haltung. Wie sprechen wir miteinander? Wie reagiere ich auf Meinungsverschiedenheiten? Bin ich bereit, hinter einer Position einen Menschen zu sehen? Vielleicht liegt der größte Wandel dieser Zeit nicht in technischen Innovationen oder politischen Strategien, sondern im bewussten Entschluss, immer gut miteinander umzugehen.

Der Frühling zeigt, dass Wachstum nur dort möglich ist, wo Bedingungen stimmen. Auch menschliches Miteinander braucht Geduld, Wärme, Aufmerksamkeit, Respekt und die Bereitschaft, Fehler zu verzeihen. Gerade die kleinen Dinge tragen dabei doch eine erstaunliche Kraft: Ein freundliches Wort, ein echtes Zuhören, ein Dankeschön, ein Moment der Stille im warmen Sonnenschein.

Übersehe auch ich im Alltag manchmal, dass das Große im Kleinen beginnt? Kein Baum wächst ohne Samen. Kein Frieden entsteht ohne eine friedliche Entscheidung. Ich meine, es bedeutet nicht, Probleme zu ignorieren oder sich von ihnen definieren zu lassen. Der Frühling fragt mich nicht, ob ich perfekt bin. Er fragt nur, ob ich bereit bin zu wachsen. Ist das die tiefere Bedeutung dieser Jahreszeit? Dass ich mich daran erinnere, wie viel Kraft in einem Neubeginn steckt. Dass ich lerne, wieder neugierig zu sein statt misstrauisch. Dass Mitgefühl nicht als Schwäche begriffen wird, sondern als Stärke.

Brodowski.Verena.3.2026

Wenn ich den Frühling ernst nehme, dann nicht nur als meteorologisches Ereignis, sondern als innere Haltung.
Als Einladung, wieder milder zu werden, heller, wärmer, offener, aufmerksamer.

Neuanfang heißt nicht, dass alles anders wird.
Es heißt, dass ich ab jetzt anders beginnen kann.
Und vielleicht beginnt dieser Frühling genau dort: In einem bewussten Atemzug, in einem freundlichen Blick, in einem Lächeln.
In der Entscheidung, gut mit sich und miteinander umzugehen und das Kleine wieder groß zu sehen.

Verena Brodowski
Lehrkraft für Religion, Schulseelsorgerin, Leitung Stabsstelle Evangelisches Profil in der Bugenhagenschule

1 Kommentar

  1. Peter Wantje

    Liebe Verena, eine sehr einfühlbarere Botschaft, die alle lesen sollten, die immer nur auf der nörgelnder und negativen Seite unterwegs sind und unseren Gesellschaften Schaden zuführen wollen. Ebengerade zurückkommend von einem Ausflug durch die Sülldorfer Marsch konnte ich bewundern wie das neue 10cm hohe Gras die Felder mit einem intensiven Grün die Natur verzauberte!!

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