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Karfreitag und Ostern: Die erste und die letzte Chance Gottes

Karfreitag und Ostern: Die erste und die letzte Chance Gottes

Karfreitag und Ostern: Die erste und die letzte Chance Gottes

Ich habe den Psalm 116 im Sinn. Martin Buber (jüdischer Religionsphilosoph, †1965) übersetzt den Anfang des Psalms so:
Ich liebe, denn Er hört meine Stimme, mein Gunsterflehn. Denn Er hat sein Ohr mir geneigt, und meine Tage hindurch rufe ich ihn an.
Und so steht es auch im Hebräischen – ganz vorn, wie die Überschrift: Ich liebe, denn Gott hört meine Stimme.

Gott ist es, der mich lieben lässt.
Denn von ihm her kommt alles, was meine Liebe braucht, um zu wachsen, nach außen zu gehen – so verstehe ich diese Worte.

Unterm Kreuz
„“Meine“ Konfirmanden zur Freizeit am Plöner See: „unterm Kreuz“

Gott nutzt viele Chancen, sich als Liebe ermöglichende Liebe zu erweisen. Sein Segen ist spürbar als Lebenskraft, als Schönheit, als Freundschaft, als Kinderlächeln, als Licht, als Mensch, der mein Leben erst reich macht – so viel Möglichkeiten wie das Leben selbst. Aber immer auch kann seine Liebe anders verstanden werden: als Zufall, als Glück, als Verdienst, als Selbstverständlichkeit. Unmissverständlich als Liebe, die keiner Begründung bedarf, die nichts anderes will, als Liebe zu sein, kann Liebe erst im Tod sein. Da wo nichts anderes mehr gilt, wo kein Zweifel mehr herrscht und nichts mehr den Ansprüchen des Zweifels genügen muss, auch da hat Gott seine Liebe eingepflanzt.

Und Karfreitag verstehe ich auch so, dass der Tod die letzte und erste Chance Gottes ist, sich als Liebe und als Gott der Lebendigen zu erweisen. Luther schreibt, es sei Gottes Liebe, die das Grab Jesu von innen aufgerissen habe.

Zuletzt und dann zugleich zuerst das große Ja Gottes zum Menschen, auch in der größten und letzten Verneinung: immer kommt noch ein Ja, kein Nein kann es durchstreichen. Ostern feiert: „Du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. Ich werde wandeln vor dem Gott im Lande der Lebendigen.“

Und nun ist Frühling, und Blumen blühen, Bäume knospen, und ich merke, wie sehr ich darauf warte, meine Füße auf weiten Raum gestellt zu bekommen und vor Gott zu gehen im Land der Lebendigen, da, wo es sich frei atmen lässt, wo die Seele zufrieden ist und Gutes spürt. Wo ich in den Himmel blinzle, Lachen höre um mich herum und Gott danke, dass ich bin, dass wir sind.

KGP2026

Er wird das machen.
Er neigt sein Ohr.
Er hört das Flehen.

Er ist ein wunderbarer Gott. 

„Ich liebe,
denn Er hört meine Stimme,
mein Gunsterflehn.
Denn er hat sein Ohr mir geneigt,
und meine Tage hindurch rufe ich ihn an.“

...wie im Dienst – so auch a.D.!

Klaus-Georg Poehls
Pastor emeritiert (seit dem 29.3.2026)

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