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Grüne Oase mit Geschichte

Grüne Oase mit Geschichte

Grüne Oase mit Geschichte

Zwischen Elbhang, historischen Villen und dem berühmten Treppenviertel liegt eine der ruhigeren, aber nicht weniger bedeutenden Grünanlagen Hamburgs: der Hessepark. Für viele Anwohner ist er ein Ort der Erholung, für Historiker ein Stück lebendige Stadtgeschichte – und für manche vor allem ein Ort voller Kindheitserinnerungen.

Der Hessepark entstand bereits Ende des 18. Jahrhunderts, als der Hamburger Kaufmann Rütger Heinrich Klünder das baumlose Gelände erwarb und einen Landschaftspark im englischen Stil anlegen ließ. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Areal zu einer wichtigen Grünfläche für die Umgebung. Heute prägen alte Baumbestände, geschwungene Wege und offene Wiesen das Bild des Parks.

Klünder kam als junger Mann nach Hamburg und arbeitete zunächst in der Firma Peter Godeffroy & Söhne. Später wurde er zum Direktor der Gothaer Versicherungsunternehmungen, eine der ältesten deutschen Versicherungen. Seine Frau Friederike sorgte sich um die (durch die von Napoleon auferlegte Kontinentalsperre) verarmten Blankeneser, gab ihnen Arbeit und setzte sich für die Impfung der Bevölkerung gegen Pocken ein.

Um 1800 entstand das Hessehaus, dessen Architekt heute nicht mehr namentlich bekannt ist. Der Name kommt von dem zwischenzeitlichen Besitzer Georg Heinrich Hesse (1815-1909, Mitbesitzer einer Privatbank) und nicht vom berühmten Autor Hermann Hesse. Vom Dach des zweistöckigen, klassizistischen Baus mit quadratischer Grundfläche hatte man einen weiten Blick auf die Elbe.

1926 ging das Gelände in den Gemeindebesitz über, wobei Teile des Grundstücks bebaut wurden (Teile der Oesterleystraße und der Straße „Hessepark“). In dieser Zeit entstand auch der Rosengarten, der nach dem Zweiten Weltkrieg auf den heutigen Halbkreis reduziert wurde, ursprünglich aber viel größer war und fast bis zur Straße „Am Kiekeberg“ reichte. Der Bildhauer Arthur Bock schuf zur gleichen Zeit die Skulptur „Die kleine Elbjungfrau“, die man dort bewundern kann.

Übrigens: Ursprünglich gehörte sogar der westliche Teil, also Wilmans Park samt der ehemaligen Villa von Karl Lagerfeld zum Parkgelände. Das Gebiet mit der Ölmühle der Familie Klünder ging aber in Privatbesitz über.

Doch der Hessepark ist weit mehr als nur eine historische Anlage. Für viele, die hier aufgewachsen sind, ist er eng mit persönlichen Geschichten verbunden. So erinnern sich ehemalige Kinder aus der Nachbarschaft daran, wie sie auf einem umgestürzten Baum spielten, der über Jahre hinweg zu einem festen Treffpunkt wurde – ein natürlicher Abenteuerspielplatz mitten im Grünen.

Hessepark04.2026
Hessepark

Auch feste Rituale gehörten dazu: Nachmittags um Punkt drei traf man sich auf den Wiesen, um gemeinsam Fußball zu spielen. Ohne große Verabredung, einfach selbstverständlich – wer da war, spielte mit. Der Spaziergang von der Eisdiele zum Hessepark war (und ist) ebenfalls üblich.

Untrennbar mit diesen Erinnerungen verbunden ist auch das nahegelegene Hessebad. Selbst wenn die Temperaturen längst herbstlich wurden, ging es noch ins Wasser. Das Frieren gehörte fast dazu: Mit blauen Lippen standen die Kinder schließlich unter der Dusche – ein Moment, der vielen lebhaft im Gedächtnis geblieben ist.

Im Sportunterricht sollte man, um auf die nötige Laufdistanz von 800 Metern zu kommen, eine gewisse Strecke um den „Baum der Ehrlichkeit“ laufen – geschummelt wurde trotzdem, wenn der Lehrer gerade nicht hinschaute.

Heute bietet der Park weiterhin Raum für solche Erlebnisse. Familien nutzen die großzügigen Flächen, Kinder toben auf dem Spielplatz, Schüler der Bugenhagenschule und des Gymnasiums Blankenese haben dort ein zweites Klassenzimmer und Spaziergänger genießen zwischendurch die Ruhe. Der Hessepark bleibt damit nicht nur ein Stück Natur in der Großstadt, sondern auch ein Ort, an dem Erinnerungen entstehen – damals wie heute.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Hessepark? Schreiben Sie diese gerne in die Kommentare.

https://youtu.be/7D-0qjvBLXM?is=hhie-r1ldFRaTYhT

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Valentino Wilimzig

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