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Fünfundfünfzig Jahre mit Yoga-Erfahrung

Fünfundfünfzig Jahre mit Yoga-Erfahrung

Fünfundfünfzig Jahre mit Yoga-Erfahrung

(Freitag, 25.08.26) Ich blicke zurück und bin einfach dankbar für ein langes, gutes Leben!
Ein Leben dass mir viel geschenkt hat. Dass es mir immer noch so gut geht, habe ich unter anderem sicherlich dem Yoga zu verdanken.
Ich praktiziere es seit ungefähr 55 Jahren. Damals war Yoga noch etwas Ungewöhnliches. Kaum einer kannte es.

Mein Mann begann damit. Als Geschäftsmann hatte er ein aufregendes Leben, Ich wollte ihm irgendwie helfen und fand ein Buch „Jung und gesund durch Yoga“, kaufte es, ohne zu wissen, was Yoga is, was es bedeutet?! Meinen Mann sprach es an; er begann sofort es zu lesen und fand auch jemanden, der schon jahrelang Yoga vermittelte oder unterrichtete. Kurt, mein Mann, war sofort voll und ganz eingenommen und überzeugt von diesem Weltbild.

Es passte auch in unser christliches Leben: Ich schloss mich diesem Weg an.

Hier wurde uns bewusst gemacht, dass wir Körper, Geist und Seele sind. Alle drei machen uns zu dem Menschen, der wir sind. Alle wirken zusammen.

Yoga ist keine Gymnastik. Übungen, die wir lernen sind mit Achtsamkeit aus zuführen. Wie bewege ich mich? Wohin lenke ich den Atem? Er muss mit einbezogen werden beim Bewegen. Ich lerne und erfahre dabei: Atem ist Leben. Ich lerne, dem Atem Raum zu geben, ihn zu lassen und auch zu beobachten. Es ist immer wieder die Achtsamkeit, die mich weiterbringt.

Das Prinzip von Ying und Yang wurde mir klar, d.h.das Ganze zu sehen im komplexen Leben – alles hat seine zwei Seiten ! Es gibt nicht das „entweder – oder!, sondern es geht um das „ sowohl – als auch“. Die Sicht von zwei Seiten. Und die Sicht, das beides zusammengehört. Das Eine ergibt sich aus dem Anderen. Nur so lassen sich Gegensätze erkennen. Wie hell und dunkel – wie oben und unten – rechts und links – schnell und langsam – Himmel und Erde. In unserem Atem erleben wir das Ein und das Aus. Wobei das Ausatmen so wichtig ist, um Raum für neue Luft zu bekommen – also das Ein.

Im Yoga finden ich den Wechsel von Strecken und Beugen und die wohltuende Wirkung. Der Ausgleich ist es, die Balance, um Harmonie zu erreichen. Wir können also nicht nur mit dem erstrebten Guten leben, wir brauchen zum Erkennen auch das Negative. Ganz wichtig wurde für mich Gelassenheit zu bewahren. Bin ich gelassen, kann innehalten, mich neu orientieren; so gelingt es vielleicht auch, einen neuen Ansatz oder eine neue Einstellung zu finden, Also: tief durchatmen – zur Ruhe kommen, mich fragen, wo stehe ich? Und in der Ruhe lerne ich – ganz bei mir zu sein. Die Wogen können sich glätten. In der Tiefe ganz bei mir finde ich einen Ort der Stille, ja, der Leere (Gedankenleere), darin kann ich los lassen und neu beginnen.

Alles Erfahrungen aus dem langgeübten Yoga. Für mich. Ich wuchs erst langsam in diese neue Zeit hinein. In den Yogaübungen findet man alle Entsprechungen für das Leben. Hier gibt es das Strecken und das Beugen – den Kopf nach oben oder den Kopf nach unten – wie es auch im Leben ist. Langsam wollen wir den Weg in die Harmonie – Ausgeglichenheit – die Balance finden. Tun und Lassen gehören zusammen.

So gehört für mich auch zu dem aktiven Tun im Yoga die Stille. Im Anschluss an das Tun findet im Yoga immer Meditation statt. Jeder hat seine Art des zur Ruhe kommens: mit einem Wort (Mantra), mit dem Atem, dem Zählen, oder auch als Christ mit dem Jesus Gebet.

Um diese innere Tiefe zu erfahren, war es für mich gut, mich mit einer, meiner Meditation zu befreunden.
Es gibt viele Möglichkeiten der Meditation. Ich fand für mich die Zen-Meditation am geeignetsten mit einem Mantra oder der Atmung. So gedankenleer wie möglich zu werden. Versuchen in diesem tiefen Raum der Stille dem Göttlichen zu begegnen. Mit dieser inneren Berührung gehe ich gelassen weiter auf meinem Weg. Yoga ist keine Religion, aber ein Weg ihr in Tiefe und Weite zu begegnen – auch unserer christlichen!

Lore

Ich bin dankbar diesen Weg gefunden zu haben.

„Und gelassen warte ich jetzt auf das Ende meines Lebensweges“

Lore Oldenburg

Titelbild: NickyPE – pixabay.com

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