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Bargheer-Museum: Fenster als Blickachsen

Bargheer-Museum: Fenster als Blickachsen

Bargheer-Museum: Fenster als Blickachsen

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Dieses Fensterbild mit Blick auf Florenz malte Eduard Bargheer (1901 – 1979) am Kriegsende, 1945. | Foto: PR/Bargheer Museum

Zwei Künstler, ein Motiv, viele Perspektiven

Othmarschen, April 2026, Konrad Matzen) · Zwischen Innenwelt und Außenraum entfaltet sich eine Ausstellung, die den Blick neu justiert und dabei mehr offenbart, als sie auf den ersten Blick preisgibt.

Seit der Renaissance gilt das Fenster als eines der vielschichtigsten Motive der europäischen Malerei. Es strukturiert Räume, lenkt Licht und fungiert als visuelle Schwelle zwischen dem, was ist, und dem, was gesehen wird. Genau hier setzt die aktuelle Ausstellung „Fensterbilder“ an, die Werke von Eduard Bargheer und Rudolf Kügler zusammenführt.

Die Schau im Bargheer-Museum spannt einen Bogen zwischen zwei künstlerischen Positionen des 20. Jahrhunderts, die sich dem gleichen Motiv widmen und doch unterschiedliche Wege einschlagen. Bei Bargheer wird das Fenster zum poetischen Resonanzraum: Farbe und Licht verschmelzen zu einer fast schwebenden Bildsprache. Zeitgenossen beschrieben ihn nicht zufällig als „Magier im Zwischenreich“ – eine Referenz an die subtile Farbdramaturgie, die auch an Paul Klee erinnert.

Demgegenüber steht Kügler, der das Fenster als architektonisches und strukturelles Element begreift. Seine Arbeiten – von Malerei bis Skulptur – zeichnen sich durch eine präzise Reduktion aus. Räume werden nicht nur dargestellt, sondern konstruiert. Linien, Flächen und Übergänge treten in einen Dialog, der den Betrachter zur aktiven Wahrnehmung zwingt.

Trotz aller Unterschiede verbindet beide Künstler eine prägende Erfahrung: das Leben auf mediterranen Inseln. Bargheer auf Ibiza, Kügler auf Ischia – Orte, deren Licht und Atmosphäre in vielen Werken nachhallen. Dieses Licht wird in der Ausstellung selbst zum Protagonisten, gebrochen durch Fensterrahmen, reflektiert auf Farbflächen und eingefangen in abstrakten Kompositionen.

Die Ausstellung versteht sich nicht nur als Gegenüberstellung, sondern als Dialog. Das Fenster wird dabei zur Metapher für künstlerische Perspektiven: mal offen, mal begrenzend, mal verbindend. Es ist Bildmotiv und Denkfigur zugleich.

Ein zusätzlicher Anziehungspunkt: Im Rahmen der „Langen Nacht der Museen“ am 18. April bleibt das Haus unter dem Motto „Kultour bis 1 Uhr“ geöffnet. Ein Setting, das den Blick durch die Fensterbilder womöglich noch einmal verändert – wenn die Nacht selbst zum Gegenüber wird.

Quelle: Dorfstadt.de – Markus Krohn

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