Bernt Dammann, besser bekannt als „Dammi“, ist nicht nur Malermeister, sondern auch Künstler. Seit Jahrzehnten fertigt er in seiner Freizeit Skizzen, Zeichnungen und Bilder von Blankenese und der Elbe an. Dazu kommen Bilder von der Nord- und Ostsee, der Schlei, Pellworm und auch Mallorca. Mit dem Eintritt in den Ruhestand und der Übergabe des Malereibetriebs an seinen Sohn Moritz widmet er sich nun noch intensiver seinem liebsten Hobby. Seine Werke auf Papier und Treibholz sind jetzt erstmals in einer Ausstellung zu sehen. Als Ausstellungsort fungiert – wie könnte es passender sein – die Malerwerkstatt Dammann an der Sülldorfer Landstraße. Für blankenese.de hat ihn Sandra-Valeska Bruhns in den Ausstellungsräumen besucht.
Ob in seinem Arbeitszimmer im Treppenviertel, im kleinen Atelier auf der Nordseeinsel Pellworm oder an Bord eines Schiffes – „Dammi“ malt. Mit Bleistift, Farbe, Kreide oder Tempera: Die Materialien sind so vielseitig wie seine Motive. „Ich habe Freude daran, Neues auszuprobieren, mit Materialien zu spielen und ihre Wirkung zu testen“, erklärt er und zeigt auf Bilder, die in kräftigen Farben Segelboote auf blauem Wasser vor rapsgelben Feldern zeigen.
Ein wiederkehrendes Motiv ist das Meer – die Weite, die Einsamkeit der Nordseeinseln und kleine strohgedeckte Häuser unter gewaltigem Himmel. Daneben hängen feine, detailgenaue Zeichnungen vom Treppenviertel, von der Elbe und vom Blick auf den Süllberg: bekannte Blankeneser Ansichten, deren besondere Atmosphäre „Dammi“ einfängt. „Ich male immer da, wo ich bin. Das entspannt so schön“, sagt der 82-Jährige, der sich selbst nicht als Künstler, sondern als versierten, erfahrenen Handwerker versteht.
Viele seiner Bilder ergänzt er mit Schriftzügen und Sprüchen. Unterschiedliche Schrifttypen, deren Buchstaben millimetergenau aufeinander abgestimmt sind, zeugen von handwerklicher Präzision. „Ich war fünf Jahre in München auf der Meisterschule, da lernt man so etwas“, erzählt „Dammi“. „Auch das Vergolden. So habe ich eine kleine Szene einer Bucht auf Mallorca stellenweise vergoldet – ich dachte, was die Japaner machen, muss ich auch einmal ausprobieren.“
Ein Bereich der Ausstellung ist den Neujahrskarten des Malerbetriebs Dammann gewidmet. Seit über 50 Jahren gestaltet Bernt Dammann die Karten selbst. Jedes Jahr schmückt ein anderes Motiv in einer neuen Technik die Grußbotschaft.

Im Obergeschoss der Malerwerkstatt sind zahlreiche Kunstwerke auf Treibholz zu sehen. Auf den vom Wasser gezeichneten Hölzern finden sich feine Blankeneser Motive: detailgetreue Ansichten eines segelnden Kutters oder die Silhouette des Dorfes am Elbhang. Auf einem Tisch daneben liegen weitere Objekte, die aus den fantasieanregenden Formen und Strukturen der Treibhölzer entstanden sind: der Kopf eines Krokodils, dem „Dammi“ noch ein paar Zähne hinzugefügt hat, ein Wal oder der Blick in die Glut eines Osterfeuers. „Das sind doch so schöne Holzstücke, da kann man nicht einfach vorbeigehen. Die muss man mitnehmen und etwas daraus machen“, betont er.
Die Ausstellung in den Räumen seiner Malerwerkstatt ist die erste öffentliche Präsentation seiner Werke. Besucherinnen und Besucher können sie an den kommenden Sonntagen, 8. und 15. März, jeweils von 10 bis 18 Uhr besichtigen. Wer möchte, kann eines der Kunstwerke erwerben. „Ich mache das nicht, um Geld zu verdienen. Die Zeit, die ich an den Bildern sitze, lässt sich nicht mit einem realen Arbeitslohn vergleichen“, sagt Bernt Dammann. „Aber ich freue mich, wenn meine Bilder und Objekte an Wänden hängen und anderen Menschen Freude bereiten. Alles nur im Atelier und zu Hause zu sammeln, das geht auch nicht.“



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