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Der Blankeneser Neujahrsempfang

Der Blankeneser Neujahrsempfang

Der Blankeneser Neujahrsempfang

Der erste gesellschaftliche Höhepunkt im Jahr von vielen – nicht nur in Blankenese – sehnsüchtig erwartet, drohte im Schnee zu versinken. Der Blankeneser Neujahrsempfang, der nach ein paar Jahren im Hotel Elysee endlich wieder im namengebenden Dorf auf dem Süllberg stattfand. 

Tapfer kämpften sich die Gäste durch das schneegedämpfte Wintermärchen. Autos versuchten am Straßenrand verzweifelt die aufgetürmten Schneewälle für einen Parkplatz zu überwinden und der Aufmarsch der Taxen zum Süllberg war beeindruckend. 

An der Garderobe stapelten sich die Winterschuhe. Schnell wurden die schneefesten Boots gegen angemessen festliches Schuhwerk getauscht. Ja, in diesem Jahr musste man sich die Teilnahme erkämpfen. Wieder mal ein Zeichen für die unglaubliche Attraktivität dieses Traditionsempfangs. 

Im Saal war alles wie sonst. Auf den ersten Blick sehr gut gefüllt wie immer, die Menschen im angeregten Gespräch.
Und doch forderte das Wetter seinen Tribut. Zwei Absagen der Redner mussten verkraftet werden – Armin Laschet und Marie-Agnes Strack-Zimmermann kapitulierten vor der Wetterlage. Aber auf einen Herrn aus Schleswig-Holstein ist Verlass. Wolfgang Kubicki, fast schon Stammredner, sprang aus dem hohen Norden gern ein. 

Aber zuerst ein gut gelaunter Gastgeber. Nach wetterbedingter Verspätung begrüßte Klaus Schümann den gefüllten Saal. Erleichterung über die trotz des ungewohnten Schneeeinbruchs drangvolle Enge war ihm anzusehen. Er bemühte sehr treffend Oscar Wilde, der das Leben in der Gesellschaft durchaus als Qual beschrieb, aber „davon ausgeschlossen zu sein, ist eine Katastrophe!“ 

Neujahrsempfang2026Schuemann
Klaus Schümann: Er kann „erleichtert“ und auch „ernst“

Diese Erkenntnis einte vielleicht auch viele Besucher. Er verkündete, dass der bisher übliche Losverkauf durch eine freiwillige, aber hoch willkommene Spende abgelöst sei. Sehr herzlich dankte er den Sponsoren, die diesen Abend möglich machen.

Bürgermeister Peter Tschenscher bezeichnete den Neujahrsempfang als durchaus gefährliches Pflaster für Politiker. Und nicht nur das – hier im Dorf wird geklaut. Ist es wohl ein Blankeneser Volkssport, denn die blanke Armut wird es nicht sein? Er warb engagiert für ein deutliches Ja zu den Olympischen Spielen in Hamburg. 

Der Vorstandsvorsitzende der  HASPA Dr. Harald Vogelsang schlug vor, das Rüschen mit der Creek zum Weltkulturerbe zu erheben und hatte spontan den Saal auf seiner Seite. Der Hafen, der Bulln, die Kajüte, das Sicily zum Ausklang – so schön ist das Dorf an der Elbe. Entsprechend groß war seine Begeisterung, dass der Empang aus „dem Morast der Moorweide“ zurückgeholt wurde. 

Es folgte die Journalistin Julia Ruhs, die aufgrund ihrer eigenen Geschichte vor dem Ausrutschen auf Glatteis warnte. Glatteis, das einen nicht nur auf der Straße zu Fall bringen kann. Sie positionierte sich deutlich für eine social media Grenze ab 16. 

Die Kölnerin Katharina Dröge  – Fraktionsvorsitzende der Grünen – verglich die Veranstaltung ein wenig mit Karneval und lobte die „Kostümierung“ der hanseatischen Gäste. Alle Parteien suchen zur Zeit den richtigen Kurs, insbesondere unser Bundeskanzler ihrer Meinung nach. „Wir sind am Ende eine Gesellschaft“ – lautete ihr versöhnlicher Abschluss. 

Den krönenden Abschluss stellte Wolfgang Kubicki  dar.
Alle standen deutlich länger als eine Stunde am Platz, langsam taten die Füße weh, die kleinen Partybrötchen längst verzehrt, …

Neujahrsempfang 2026
Wolfgang Kubicki 

da belebten die klaren Worte des Mannes aus Strande.
Keine Vollverschleierung, bessere Bildung für alle, solide Deutschkenntnisse für Kinder mit Migrationshintergrund zwingend schon vor der Einschulung.
Klare Worte, großer Applaus
und große Erleichterung, dass man sich endlich den Trüffelnudeln und den Minifrikadellen zuwenden konnte.

Vera Klischan
Fotos: Oliver Diezmann

2 Kommentare

  1. Anna

    Für Blankenese ist das ganz sicher ein großer Gewinn. Endlich wieder zurück an den Geburtsort! Glückwunsch.
    Aber : Was hat denn zu dem Ortswechsel geführt? Wollte die Rothenbaumchaussee die Blankeneser nicht mehr? Der „Morast der Moorweide“ kann es doch nicht gewesen sein… – oder?

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  2. Christian

    Ich war auch Gast des Empfangs – Blankenese.de hat nicht nur schnell, sondern auch punktgenau berichtet. Vielen Dank – das ist Blankeneser Klasse Journalismus! Weiter so!

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