Home 9 Allgemein 9 Frank Engelbrecht – FreitagsGedanken: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“

Frank Engelbrecht – FreitagsGedanken: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“

Frank Engelbrecht – FreitagsGedanken: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“

Frank Engelbrecht – FreitagsGedanken: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“


Mit diesem Ruf beenden die Karnevalisten die „tollen Tage“. Die Fastenzeit beginnt.
Wer fastet, übt Verzicht: auf Süßes, auf Alkohol, auf Fleisch. Dieser Verzicht zeigt die äußere Gestalt des Fastens. Die hat großen Wert. Ohne das Äußere verliert das Innere seine Fassung, so wie Kleidung, die hilft, unserem Inneren Ausdruck zu verleihen. Deshalb kleiden wir uns zur Hochzeit anders als zur Trauerfeier, im Urlaub anders als beim Vorstellungsgespräch.
So dient das Äußere dem, worauf es uns im Innersten ankommt. So auch beim Fasten: Der Verzicht ist der Ausdruck, die Hülle, der Rahmen für das, was diese Zeit im innersten bewegt. Wer fastet, gewinnt ein neues Gefühl für sich selbst und die Welt und sammelt sich:
Mut und Kraft für die Freiheit, die uns als Menschen aufgegeben ist.
Freiheit, in der wir uns frei machen von allem, was uns beschweren, entmutigen und unterdrücken will.
Viel mehr aber noch die positive Freiheit, in der wir so frei sind, füreinander einzustehen, Verantwortung zu übernehmen, den Rücken grade zu machen, Solidarität und Mitmenschlichkeit zu üben.

Im neuen Testament der Bibel schaltet Jesus vor den Beginn seines öffentlichen Wirkens nach der Taufe eine Fastenzeit und geht 40 Tage in die Wüste. Das erinnert an die 40 Jahre, die Mose das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten in die Freiheit führt. Ebenso ringt Jesus in den Tagen seines Fastens um innere und äußere Freiheit mit dem Satan, der zu ihm kommt, um ihn auf falsche Fährten zu locken:
in die Versuchung des Materialismus mit der Idee, alles ließe sich mit Geld kaufen,
zum Übermut, in dem wir meinen, uns könne niemand etwas, so dass wir uns aus der Gemeinschaft verabschieden,
und zur Versuchung von Macht und Einfluss, für die wir unsere Seele verkaufen.
Am Ende schickt Jesus den Satan mit all diesen Versuchungen in die Wüste. Da kommen Engel zu Jesus und dienen ihm.

Dafür ist die Fastenzeit da,
dass wir zu uns selbst kommen,
zueinander
und zu Gott.
Wir finden Frieden im Herzen und in der Welt.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei?

Von wegen. Jetzt geht es erst richtig los!

Frank Engelbrecht
Pastor der Blankeneser Kirche am Markt

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Foto oben: congerdesign from Pixabay

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