Der „Kleine Wassermann“ öffnet am 1. Oktober seine Türen für seine wichtigste Kundschaft – die Kinder.
Eröffnung am 1. Oktober um 16 Uhr – mit Rolf Zuckowski
Neben der großen Buchhandlung an der Elbchaussee gibt es einen Ort der Bilderbücher, Vorlese- und Erstlesebücher, der Pferde- und Freundschaftsbücher, der Raketen- und Dinogeschichten. Lesen wird so zur Lieblingsbeschäftigung.
Lois Brendel wird das Leseparadies am 1. Oktober übernehmen und bringt mit ihrem Literaturstudium und der Ausbildung zur Buchillustratorin beste Voraussetzungen mit. Wir dürfen gespannt sein, welche wunderbaren Pläne sie für die Kinder hat, um in die Welt der Bücher einzutauchen. Einige verrät sie uns im Interview, das Vera Klischan mit ihr geführt hat.
Warum noch ein „Kleiner Wassermann“ neben dem Stammgeschäft?
Hier im großen Geschäft gibt es zwar eine Ecke für Kinder. Aber mit dem neuen Laden wollen wir Kindern als gleichwertiges Publikum noch gerechter werden. Wir wollen, dass sie sich ernstgenommen und gehört fühlen. Mit dem “Kleinen Wassermann” haben wir die Möglichkeit, noch eine vielfältigere Auswahl an Bücher für sie anzubieten und sie auf Augenhöhe wahrzunehmen.

Wer ist die Zielgruppe?
Die Kinder, die Eltern, die Großeltern? Alle! Die wichtigste Zielgruppe sind natürlich die Kinder. Aber die Eltern und Großeltern besuchen mit ihnen das Geschäft, interessieren sich für das, was ihre Kinder lesen und sollen sich eben so wohl fühlen! In erster Linie soll es aber darum gehen, dass die Kinder wählen dürfen, ohne dass von Erwachsenen vorsortiert wird.
Warum ist Lesen für Kinder so wichtig?
Durch Bücher können Kinder sich eigene Welten erschließen, die nur ihnen gehören. In der Fantasie kann man Abenteuer erleben und Wege gehen, in denen man auf sich gestellt ist und somit einen Raum hat, der einem allein gehört. Ich halte das für sehr wichtig, um in Ruhe eigene Gedanken und Ideen zu entwickeln. Selbst erst einmal herauszufinden, wie man zu diesem oder jenem steht. Es ist eine Rückzugsort und anders als bei Filmen gehört einem dieser Ort ganz allein und das beflügelt die Vorstellungskraft. Darüber hinaus ist Lesen eine der wichtigsten Fähigkeiten, um später in unserer Gesellschaft handlungsfähig zu sein.
Ist das auch ein gesellschaftlicher Auftrag oder vor allem Broterwerb?
Weit mehr als Broterwerb! Natürlich muss die Buchhandlung auch wirtschaftlich funktionieren. Aber meine Aufgabe verstehe ich darin, Kinder für das Lesen zu begeistern, ihnen die Welt der Geschichten nahe zu bringen und sie zu ermutigen, sich diese zu erschließen. Alle Kinder sollen sich im „Kleinen Wassermann“ wohlfühlen. Ich möchte auch die Kinder erreichen, die man nicht auf den ersten Blick sieht, und die vielleicht Zuhause andere Schwerpunkte gesetzt bekommen.
Wird es Lesungen und Events geben?
Das wird es geben. Lesungen sind geplant und Lesewettbewerbe! Wir denken auch über Illustrations-Workshops für Kinder nach.
Wie sieht es mit Kooperationen mit Schulen, der Kirche, der Bücherhalle aus?
Das haben wir vor. Wir möchten zum Beispiel Schulklassen einladen, damit die Kinder die Buchhandlung kennenlernen und Lust aufs Lesen bekommen. Aber umgekehrt möchte ich auch von den Kindern hören, wo ihre Leseinteressen liegen, was sie besonders interessiert.
Gibt es Mädchenbücher? Hat sich der Geschmack der Kinder über die Jahre verändert?
Das ist eine interessante Frage… Es gab immer sogenannte “Mädchenbücher”, in denen es um Feen, Pferde und Freundschaften geht und die gibt es bis heute. Ich tue mich jedoch mit dem Begriff schwer, da jedes Kind anders ist, unabhängig von seinem Geschlecht, das zu großen Teilen eben doch einer gesellschaftlichen Prägung entspringt. Es gibt Mädchen, die sich für Abenteuergeschichten, Dinosaurier und Autos interessieren, so wie es jede Menge Tierliebe Jungen gibt, die Pferde und Delfine mögen. Da hat sich nicht viel verändert.
Neu ist vielleicht, dass das Angebot an Büchern noch vielfältiger geworden ist. Gerade gibt es zum Beispiel eine Reihe von Büchern, die Comics und Text miteinander verbinden und gern gelesen werden, und zwar von Mädchen und Jungen.
Ist die Toniebox der Konkurrent für Bücher?
Ich würde sagen, sie ist eher ein Zusatz wie früher Kassetten. Ich denke Hörspiele stärken eher die Begeisterung fürs Lesen und für Geschichten. Wir werden Tonies auch bei uns im “Kleinen Wassermann” führen.
Wird es auch Spielzeug geben?
Ja, es gibt auch Spielzeug, Malbücher, Stickerhefte, Stifte und alle möglichen Spiele.
Kann man eine Geburtstagstüte zusammenstellen?
Auf jeden Fall! So kann das Geburtstagskind mit seinen Eltern Bücher und Spielsachen zusammenstellen und die anderen Kinder ein schönes Geschenk für seinen Freund, seine Freundin aus der Tüte aussuchen.
Was muss man für eine Kinderbuchhandlung können?
Man muss Einfühlungsverm.gen haben. Sich in Kinder hineinzudenken ist sehr wichtig. Kinder verstehen, wie sie denken, was sie brauchen. Alles andere kann man lernen. Und um eine Kinderbuchhandlung zu eröffnen, braucht es auch etwas Mut.


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