Home 9 Allgemein 9 Berta Rohr geb. Hansen, 1829 bis 1899

Berta Rohr geb. Hansen, 1829 bis 1899

Berta Rohr geb. Hansen, 1829 bis 1899

Berta Rohr geb. Hansen, 1829 bis 1899

Text von Maike und Ronald Holst – 
in ihrem Buch „Blankeneser Frauen“ – erschienen 2013

Hansen war 74 Jahre alt, als er den Süllberg 1860 an das meistbietende seiner zahlreichen Kinder, an seinen Schwiegersohn Heinrich Detlev Rohr für 13.000 Courant-Mark verkaufte.

Rohrs Frau, Hansens Lieblingstochter Berta, wurde als Miteigentümerin ins Grundbuch eingetragen. Das war für die Zeit ungewöhnlich, in Blankenese aber durchaus üblich. Hansen selbst verstarb schon ein Jahr später.

Berta Rohr, geb. Hansen, ca. 1855

Die Gründerzeit brachte entscheidende Veränderungen und Modernisierungen. Das galt auch für die Rohrs, die nicht nur gute Gastronomen waren, sondern auch wagemutige Unternehmer. Sie ließen den großen Festsaal mit Galerie und einen 20 Meter hohen Aussichtsturm bauen.

Die einmalige Aussicht von Terrasse und Turm, der elegante Festsaal, die geschniegelten Ober im Frack, die gute Küche und der reich sortierte Weinkeller lockten immer mehr Besucher. Allein der Süllberg-Garten bot Platz für 1000 Gäste. Ein großes Tanzzelt, später ein Festsaal mit Galerie machten den Süllberg zum beliebten Tanzlokal für auswärtige Gäste, aber auch für Blankeneser.

Süllberg 1898

Einen großen Anteil am Erfolg des Süllbergs hatte Berta Rohr. Berta war erst 4 Jahre alt, als ihre Mutter starb, die zweite Ehefrau von Hansen. Wir können annehmen, dass ihre Stiefmutter, die tüchtige Henriette, Vorbild und Lehrmeisterin der kleinen Berta wurde. Nach der Konfirmation wurde Berta nach Haseldorf bei Wedel geschickt, um bei der Pfarrersfrau die Haushaltsführung zu lernen. Auch dort wird sie sich am meisten für die Küche und außergewöhnliche Rezepte interessiert haben. Bis heute ist das handgeschriebene Koch- und Backbuch von Berta Rohr, voll köstlichster, heute vielfach vergessener Gerichte erhalten geblieben. Weniger als zehn Eier zu einem Kuchen waren bei ihren Rezepten die Ausnahme.

Nach ihrer Heirat 1851 übernahm die 22-jährige den Kochlöffel in der historischen Süllberg-Küche. Ihre Kochkünste waren berühmt. Dank ihrer großartigen Festmenüs stieg das Süllberg-Restaurant bis in die gastronomische Spitzenklasse auf.

Und sie hatte ihr Haus rechtzeitig bestellt: Als sie 1899 siebzigjährig starb, wusste sie das Unternehmen in besten Händen. Ihr 1858 geborener Sohn Friedrich Franz hatte Koch gelernt und beherrschte die hohe Schule des Kochens wie seine Mutter.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert