Blankenese im Gespräch

Vorhin vorbeigerauscht: „Wilson Aveiro“🇧🇧

Der Frachter "Wilson Aveiro" verlässt den Hafen Hamburg über die Elbe in Richtung Nordsee und rauscht dabei an Blankenese vorbei.
Wilson Aveiro verlässt Hamburg / Foto: (c) waw 2021

Die Wilson Aveiro mit dem Rufzeichen (IMO) 9375850 ist ein Küstenmotorschiff, kurz: Kümo. So bezeichnet man kleinere Frachtschiffe, die nicht über Ozeane fahren, sondern in küstennahen Gewässern und auf schiffbaren Flüssen zum Einsatz kommen. Sie transportieren Container, Stück- und Schüttgut – Letzteres hat die Wilson Aveiro an Bord. Vielleicht ist es Getreide? Vielleicht Baustoff wie Sand? Nein, es sind in der Regel Rohstoffe für die Industrie, etwa Kohle, Erze oder Salze (mehr zur Ladung unten).

Frachter mit Tradition

Die Wilson Aveiro ist kein ganz junges Schiff mehr. Sie wurde schon 2008 gebaut. Kostenpunkt: Rund 3,5 Mio. Euro. Der Frachter fährt unter der Flagge des karibischen Insel-Staates Barbados🇧🇧. Diese sogenannte Billig-Flagge ermöglicht es dem Reeder, günstige Löhne an die Besatzung zu zahlen. Außerdem sind die Auflagen bei Sicherheitsfragen laxer.

Eigentümer der Wilson Aveiro war zunächst die familiengeführte deutsche Kapitan Siegfried Bojen-Schiffahrtsbetrieb eK im ostfriesischen Moormerland-Neermoor. Die geriet aber 2015 in Schieflage. Heute wird die neu aufgestellte Bojen GmbH & Co KG als Besitzer angegeben.

Das Schiff ist an die Reedereigruppe Wilson Group verchartert. Das ist eine über 70 Jahre alte norwegische Reederei. Sie ist an der Börse in Oslo gelistet und agiert seit über 70 Jahren am Markt.

Die Wilson-Flotte ist groß. Der Unternehmens-Sitz in der Fjordstadt Bergen kontrolliert 123 Schiffe. Diese haben eine Gesamt-Tragfähigkeit von 1.500 – 8.500 dwt. Rund 70 Prozent davon sind im eigenen Besitz. Damit ist die Wilson-Flotte eine der größten Reedereien im europäischen Short-Sea-Segment.

Transporteur der Stahlindustrie

Wilson transportiert jährlich etwa 15 Millionen Tonnen Fracht. In der Zentrale sind lediglich 30 Mitarbeiter beschäftigt. Aber die Zahl der Seeleute beträgt über 1.450.

Das Konzept der Reederei heißt laut Website: „Any ship can carry any cargo at any time“ (Jedes Schiff kann jederzeit jede Ladung befördern). Mit Deutschland haben die norwegischen Eigner besonders enge Bande. Die seit 1958 bestehende Norway-Rhine Line ist eine wöchentliche Schiffs-Verbindung zwischen Häfen in Norwegen und den Industrie-Gebieten am Rhein bis hinunter nach Duisburg. Dabei werden insbesondere Produkte der europäischen Stahl-Industrie transportiert sowie Ferro-Legierungen und Mineralien aus Norwegen.

Und hier die Daten der Wilson Aveiro:

  • Tragfähigkeit: 3.605 t DWT
  • Tiefgang: 4,4 Meter
  • Gesamtlänge (LOA): 88,25 Meter
  • Breite: 12,5 Meter

Derzeitige Position der Wilson Aveiro: Hier klicken

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