Mehr als eine Mensa

Das Gymnasium Blankenese hat ein neues Herzstück, die völlig neu gestaltete Mensa, die es mit einem stylischen Café durchaus aufnehmen kann. Möglich wurde die umfassende Renovierung durch ein ehrenamtliches Projektteam mit großer Expertise. Für blankenese.de berichtet Saskia Drechsel von diesem besonderen Engagement

Früher ein Flur – Jetzt ein Raum für Begegnungen © Projektteam Cafeteria Gymnasium Blankenese

„Zu viele Schulen in Deutschland sind, was die Gebäudeausstattung angeht, eine absolute Service-Wüste“

Andrea Boysen Projektteam Cafeteria

Warmes Mittagessen oder ein schneller Snack in der Pause? Durch die Ganztagsangebote an den Hamburger Schulen gehört eine Mensa längst zum Standard. Doch nicht immer können die Schulmensen mit den Ansprüchen der Kunden, Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, mithalten. Andere Länder sind hier längst viel weiter und zeigen, wie es auch gehen kann.

Obwohl der warme Mittagstisch zur Grundausstattung der Schule gehört, fristeten die eigentlich schönen Altbauräume im Gymnasium Blankenese bisher eher ein Schattendasein.

Standortvorteil eher ein Nachteil?

Der Standort der Schule mitten im Dorf birgt nämlich neben vielen Vorzügen auch ein Problem: Der Weg zum Bäcker, zum Bahnhof und zum Marktplatz ist einfach zu kurz. In den Pausen schnell ein Brötchen, zum Mittag Pizza oder Döner, das Angebot ist da und die Nachfrage offenbar auch.

Dies trifft vor allem die Schulcaterer hart, die mit dieser Konkurrenz kaum mithalten konnten. 

Viele haben es versucht, die meisten haben schnell wieder aufgegeben. Dabei ist die Qualität des Schulessens gut. Woran liegt es dann, dass spätestens ab der Mittelstufe die Schüler*innen ins Dorf abwandern?

Diese Frage haben sich Schülerinnen und Schüler, Eltern, Schulleitung und Kollegium des Gymnasiums Blankenese gestellt und konnten neben dem außerschulischen Überangebot vor allem ein Problem identifizieren: Die Schulräumlichkeiten waren einfach zu ungemütlich! Das Mobiliar zusammengewürfelt, das Licht schlecht, die Akustik anstrengend. 

Eine Initiative von Schülervertretung, Kollegium und vor allem einem sehr engagierten Team aus der Elternschaft wollte das ändern und hat erste großen Schritte getan.

SCHÖN HIER – stimmt! © Projektteam Cafeteria Gymnasium Blankenese

Schulbau Hamburg musste mit ins Boot und konnte überzeugt werden, sich an einigen Baumaßnahmen zu beteiligen, das Schulbudget wurde angezapft und Spenden mussten eingetrieben werden. In den Sommer- und Herbstferien wurde in der Schule gewerkelt.

Das Eltern-Projekteam bestehend aus Andrea Boysen, Jesslin Rump und Petra Wuggetzer hat dabei nicht nur die Expertise zur Verfügung gestellt und ehrenamtlich das neue Design entworfen, Handwerkerangebote eingeholt und Bauaufsicht geführt, sondern wo immer nötig auch selbst Hand angelegt. Ihnen zur Seite standen Nadja Baumgärtner und Saskia Drechsel vom Elternrat der Schule.

Loungige Wohlfühlatmosphäre statt Schulmuff

Und was entstanden ist, kann sich wirklich sehen lassen. Die Essensausgabe, die beiden Räume, in denen gegessen wird und der Flur erstrahlen in neuem Glanz: Angenehme Farben, Akustikpaneele, Doppelt so viele  Sitzmöglichkeiten durch Hochtische und Barhocker, ein Podium, das auch als Bühne verwendet werden kann, Loungemöbel und Sitzsäcke. Die Mensa des GymBla kann es mit einem stylischen Café durchaus aufnehmen. 

GymBla Lounge
Lounge oder Bühne – Die neuen Räume bieten beides © Projektteam Cafeteria Gymnasium Blankenese

„Einen ‚Wohlfühl-Ort‘ für die Schüler und Schülerinnen sowie die Lehrer und Lehrerinnen zu schaffen, stand für mich an oberster Stelle.“

Jesslin Rump Projektteam Cafeteria

Und Andrea Boysen ergänzt: „Ich freue mich riesig, wenn wir hier einen Schritt in die richtige Richtung gehen und den Kindern einen Aufenthaltsort schaffen, den sie sich verdient haben, wenn man bedenkt, wie viele Stunden in der Woche sie in der Schule verbringen!“ 

An der Anzahl der Steckdosen an den Tischen, die es den Schülerinnen und Schülern erlauben, ihre Freistunden oder Gruppenarbeitsphasen sinnvoll in den neu gestalteten Räumen zu verbringen und dort zu lernen und zu arbeiten, muss noch nachjustiert werden.

Die neue Cafeteria ist mehr als eine Schulmensa

„Essen verbindet und schafft Gemeinschaft“, das ist Küchenpsychologie im besten Sinne. Die Macherinnen erhoffen sich aber noch mehr. Die Räumlichkeiten schaffen nicht nur Platz zum Essen, Arbeiten und Ausruhen. Ein extra eingepasstes Podium, auf dem tagsüber Sitzsäcke den Loungebereich bestücken und zum Hinlümmeln verführen, kann mit wenigen Handgriffen in eine Bühne für kleinere Veranstaltungen, wie Lesungen und Kammermusikabende, verwandelt werden.

Es ist angerichtet! Die neuen Räume bieten endlich ausreichend Sitzplätze zum Essen © Projektteam Cafeteria Gymnasium Blankenese

Und wir sind noch lange nicht fertig, so das Projektteam. In einem weiteren und abschließenden Bauabschnitt sollen nun nämlich auch die unteren Räumlichkeiten neue Farbe, Licht und Mobiliar erhalten. Hier werden vor allem in den Pausen Snacks und Getränke verkauft und auch diese Räumlichkeiten freuen sich auf eine liebevolle Neugestaltung.

So wurden multifunktionale Räume geschaffen. Ein echtes neues Herzstück der Schule eben.

„Der neue Spirit im Gymnasium Blankenese stimmt“

Petra Wuggetzer Projektteam Cafeteria Blankenese

„Wir haben gerne freiwillig unsere Arbeit und Ideen in einem tollen Team beigetragen und umgesetzt.“, freut sich Petra Wuggetzer „Die finanzielle Unterstützung der Elternschaft ist großartig und zeigt, dass wir alle am gleichen Strang ziehen.“

Aber jetzt wird erst einmal gefeiert. Am Donnerstag, den 17.11. werden die neuen Räume auch den Eltern mit einer kleinen Einweihungsparty vorgestellt.

4 Kommentare

  1. Veröffentlicht von „Schön hier“ – Gymnasium Blankenese, Hamburg am 07.11.2022 um 17:38

    […] Die neu gestalteten Räumlichkeiten unserer Cafeteria/Mensa bieten weit mehr als einen Platz zum Essen. Nach intensivem Austausch mit Schülerinnen, Schülern, Eltern und der Schulleitung ging es für unser Projekt-Team (Andrea Boysen, Petra Wuggetzer, Jesslin Rump, Nadja Baumgärtner und Saskia Drechsel) an die Detailplanung, in der viele Herausforderungen und Aspekte zu berücksichtigen waren. Besonders wichtig war allen vor allem auch eins: Diese Räumlichkeiten sollten nicht an typische Mensa-Räume erinnern, sondern zu einem Ort werden, an dem sich jeder gern aufhält – und das nicht nur während der Essenszeiten. Denn auch zu anderen Tageszeiten sollen diese Räume genutzt werden, z. B. für abendliche Events. Alle Eltern, die sich selbst ein Bild machen möchten, sind herzlich zum „Opening“ am 17.11. eingeladen! Auf der Seite von blankenese.de findet sich übrigens auch ein Bericht über unser Projekt: „Mehr als eine Mensa“ […]

  2. Veröffentlicht von Viola Radtke am 10.11.2022 um 12:23

    Eine sehr gelungene Umsetzung des Projektes. Angenehme. Athmosphaere dank gekonnter Farbgebung. Zweckmäßige und gut durchdachte Einrichtung. Herzlichen Glueckwunsch . Ein Gewinn für die Schule.

  3. Veröffentlicht von holger sietzke am 15.11.2022 um 19:04

    ich freue mich auch sehr darüber wie die räumlichkeiten so plötzlich an farbe und wohlgefühl zugenommen haben,das habt ihr sehr gut umgesetzt,vielen dank für all die arbeit.
    gibts denn bald wieder einen kioskverkauf einen stock tiefer und wann wird dort „aufgehübscht“ ?

    • Veröffentlicht von SaDr am 16.11.2022 um 8:13

      Der „Kiosk-Verkauf“ ist bereits wieder angelaufen, damit die Schlange in den oberen Cafeteria-Räumen nicht zu lang wird. Die Planung für den Refit der unteren Räume steht auch bereits. Die Umbauphase beginnt wahrscheinlich im Frühjahr 2023, sofern bis dahin ausreichend Spendengelder akquiriert werden können.

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