Streitbare Bürgerin mit Teestube, Geb. 1940 – Foto Kurt W Hamann
Text von Maike und Ronald Holst – in ihrem Buch „Blankeneser Frauen“ – erschienen 2013
„JOHANNA VOM SÜLLBERG“
Überall auf der Welt konnten Spekulanten ihr Unwesen treiben, nur in dem kleinen Fischer- und Fährort Blankenese kamen Baulöwen und Investoren mit ihren Vorhaben nicht voran, denn hier gab es eine streitbare Kämpferin wider Milieuzerstörung, Spekulantentum und schiere Gewinnsucht.
Diese „Johanna vom Süllberg“ wurde 1940 im fernen Hamm geboren, hörte auf den Namen Monika und kam durch die Nachkriegswirren im Jahr 1949 in die Altonaer Haubachstraße.
Nach beruflichen Aufenthalten in der Schweiz und in England lernte sie bei einer Betriebsfeier ihres Arbeitgebers, der Münchmeier-Bank, ihren Uwe kennen und zog nach der Hochzeit zu ihm nach Blankenese.

Hier betrieb Monikas Schwiegervater seit 1931 einen Großhandel für Rohwolle, Textilien und ungegerbte Fellen, der sich bis in die Nachkriegszeit sehr positiv entwickelte.Als er 1964 verstarb, musste Sohn Uwe das Unternehmen weiter führen. Doch die Märkte änderten sich. Deshalb entschieden sich die Lühmanns eines Tages, ihre Waren im Direktverkauf zu vertreiben und eröffneten ein Geschäft im ehemaligen „Büro“ des Kohlenhändlers Silberbauer in der Bahnhofstrasse. Und da passierte es 1979:
Sanierungsprojekt Schmiedeviertel
Der kleine Lühmann-Laden lag in dem Anfang des 19. Jahrhunderts entstandenen „Schmiedeviertel“, einem Ensemble kleiner Backsteinbauten, zu dem die ehemalige Dorfschmiede gehörte und das sich von der Bahnhofstraße in den Kiekeberg zog. Die meisten Nachbarhäuser hatte ein Wedeler Bauunternehmer nach und nach aufgekauft, ließ sie leer mit offenen Türen und Fenstern stehen, mit herausgerissenen Gasleitungen, defekten Wasserrohren und zerstörten Treppenhäusern. Ziel des Unternehmers war es, die „entmieteten“ Häuser abbrechen zu lassen, um dann auf dem Gesamtgelände eine überdimensionierte sechsstöckige Überbauung zu errichten. Das Kellergeschoß allein sollte zwei Stockwerke umfassen, mit Rolltreppen für einen geplanten PRO-Markt.

Für Monika Lühmann war unfassbar, dass die vorsätzliche Zerstörung des letzten Handwerker-Viertels in Blankenese von den Behörden wohlwollend gefördert wurde. Sie setzte sich an die Spitze einer Bürgerbewegung, wurde deren Sprecherin, befasste sich mit dem Hamburger Baurecht, studierte Anträge und Genehmigungen. Bei ihren Recherchen deckte ihre Bürgerinitiative auf, dass es in der Bauprüfabteilung wie auch bei der Stadtplanung in Altona eine merkwürdige Nähe zu besagtem Bauunternehmer Kuhrt gab. Sie fanden zudem heraus, dass viele Rechtsungereimtheiten ausschließlich zum wirtschaftlichen Vorteil des Bauunternehmers existierten. Strafanzeigen wurden gestellt. Auch Ortsamtsleiter Ploen war in die Affäre verstrickt. Die Angelegenheit wurde immer merkwürdiger, als an ein und demselben Tag zwei Gutachten zum gleichen Thema und von der gleichen Behörde – mit unterschiedlichen Schlussfolgerungen – auftauchten!
Mit Unterstützung der politischen Parteien erreichte die Bürgerinitiative 1980, dass zumindest der Milieuschutz, der das Hanggebiet umfasst, bis zum Schmiedeviertel ausgedehnt wurde. Aber was besagt schon Milieuschutz?
Als die Bezirksversammlung Altona 1982 dem Bau des massigen Geschäftshauses mit 2600 Quadratmetern Nutzfläche zustimmte und die Stadt die letzten 197 qm an den Wedeler Bauunternehmer zu verkaufen drohte, zog Monika Lühmann an der Spitze der Bürgerinitiative alle Register: Unter dem Motto „Jetzt ist Schluss. Wir wollen kein zweites Rissen!“ formulierte sie mit ihren Mitstreitern einen Aufruf an alle Blankeneser, sich mit ihrer Unterschrift dem Abriss- und Bauvorhaben zu widersetzen. Sie forderten, dass das städtische Grundstück von 197 Quadratmetern unter keinen Umständen an Wilhelm Kuhrt verkauft werden solle. Das Pamphlet enthielt auch den Appell von 20 namhaften Architekten, die die streitbare Monika für den Erhalt des Quartiers gewonnen hatte.

Am 6. Mai 1982 zeichneten die Altonaer Nachrichten ein zutreffendes Bild von Frau Lühmann in der Rubrik `Zur Person´. Hier ein Auszug:
„Vor zwei Jahren hatte sie noch vage Vorstellungen über Baustufenpläne, Flächennutzungspläne und Milieuschutzverordnungen. Heute ist Monika Lühmann, die ein Woll- und Fellgeschäft in Blankenese führt, eine Expertin für Baurecht, speziell für den Bereich Blankeneser Bahnhofstrasse.
Sie ist schlank, blond, hat blaue Augen, ist Seglerin. Wenn es ihr um die Sache geht, gibt es keinen Zickzack-Kurs. Behördenvertreter und Kommunalpolitiker haben diese `mündige Bürgerin´ zur genüge kennengelernt. Wenn Monika Lühmann strahlend ihre Gesprächspartner im Gosslerhaus anlächelt, wird es gefährlich. Wer sich in Rechtspositionen einigelt, wird durch sie bald ausgeigelt. Nach Feierabend studiert sie, um argumentieren zu können, baurechtliche Vorschriften.“
Inzwischen brannte es schon mal in den leer stehenden Häusern.

Zum Schmunzeln dagegen sorgte der Auftritt eines Paares, das vor dem Bauzaun einer weißen Stretchlimousine entstieg. Sie, jung, platinblond mit riesigem Ohrgehänge. Im hautengen Minirock wollte sie auf roten hochhackigen Schuhen über die Baustelle trippeln, während er einen Kopf kleiner und dreißig Jahre älter war. Der Homburger ging noch, der Pelzmantel schleppte leicht durch die Pfützen. In seiner Rechten qualmte eine dicke Havanna, seine Lackschuhe wirkten geckenhaft. Kurz: Was wollte dieses stadtbekannte Paar auf der Baustelle? Wären das etwa die zukünftigen Nachbarn von Bielenbergs Kolonialwarengeschäft?
Eine andere Episode: Vor den beiden Lühmanns bauten sich eines Tages zwei südländische Kerle in Schrankformat auf und wollten sie bedrohen. Doch die Lühmanns und ihre Mitstreiter ließen sich weder einschüchtern, noch entmutigen. Nach beinahe 10 Jahren Kampf hatten sie es dann endlich – halbwegs – geschafft. Das „Schmiedeviertel“ haben sie gerettet, die Blankeneser Bahnhofstraße vor einer gesichtslosen 08/15 Bebauung bewahrt.
Der Neubau fiel sehr viel kleiner und niedriger aus als ursprünglich geplant. Doch obwohl beantragt und als Wohnungsbau (in einem Milieu-geschützten Wohnviertel) genehmigt, wurden – durch Abnicken des gesamten Senats – aus geplanten Wohnungen Amtsstuben des Finanzamtes. Damit gewann Kuhrt für 30 Jahre einen solventen und großzügigen Mieter, dem naturgemäß das Geld nie ausgeht.
Lühmanns Teestube
Während einer Wanderung durch Irland traf ein Hamburger Ehepaar zwei englische Wanderer. Man hielt ein Schwätzchen. „Where are you from?“ „Oh! From Hamburg? Then you must know Lühmanns tearoom! Isn’t it wonderful….?“ Eine wahre Geschichte!
Fällt heute der Name „Lühmann“ in Hamburg, New York oder sonst wo auf der Welt, verbindet man damit die Teestube gleichen Namens – obwohl sie sich unspektakulär präsentiert.

Monika Lühmann und ihr Mann beschlossen nach den Aufregungen mit dem Schmiedeviertel (1988), ihrer Handelsfirma mit dem dazugehörigen Laden eine Teestube anzugliedern, wie das in England üblich ist.
Den Handel mit Wollartikeln und Fellen gibt es inzwischen nicht mehr, aber die Teestube, die längst zu einem Restaurant geworden ist, ist nicht mehr wegzudenken.
Lühmanns Teestube ist berühmt für Cream Tea, den selbst echte Briten rühmen.
Auch deshalb kommen Besucher aus der ganzen Welt.
Die gemütlich eingerichteten Stuben, die handgetöpferten Becher, die selbst gebackenen Obsttorten und Kuchen …
Es sind das Ambiente und die Leistung, die Lühmanns Teestube so einmalig machen.
Deshalb erhält sie immer wieder überschwängliche Artikel in der Presse und Empfehlungen in internationalen Reiseführern. Und auch das Gästebuch beweist es:
`Es schmeckt wie die Erinnerung an Kindheitstage, die man nie vergisst` hat einer hinein geschrieben Ein anderer kam noch deutlicher auf den Punkt: `Es ist, als ob man in eine andere Zeit hineintaucht`.
Inzwischen hat die Teestube ein weiteres Standbein bekommen, das in Blankenese schon lange fehlte: Ein b&b-Angebot. Für Uneingeweihte sei gesagt, dass es sich um drei geschmackvoll eingerichtete Wohnungen handelt, die als „bed & breakfast“ offeriert werden.
Nun sollte man meinen, Monika Lühmann sei mit ihrer gut laufenden Teestube und dem b&b ausgelastet, hätte keine Zeit für weitere Aktivitäten. Weit gefehlt.
Schon bevor sie die Teestube hatten, führten Monika und Uwe (seit 1964 verheiratet) ein sehr gastfreies Haus, luden nicht nur Nachbarn, Freunde und Verwandte ein, sondern auch die Klassenkameraden ihrer Kinder und deren Eltern.
Eigentlich setzte sich Monika Lühmann immer für andere ein. Das scheint ihre unerschöpfliche Batterie zu sein, denn sie selbst meint dazu: „Mein Gerechtigkeitsempfinden war wohl schon immer etwas stärker ausgeprägt, als bei anderen. Ich war Klassensprecherin, später Elternvertreterin!“ so die Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Kindern.

Deutsch-deutsche Patenschaft
1990 war das Jahr der deutschen Wiedervereinigung. Monika gehörte zu der Gruppe, die aus Blankeneser Bürgerverein, der Trachtengruppe des BMTV und dem Club der Sachsen in Hamburg bestand und Partnerschaft mit dem Dresdner Vorort Loschwitz suchte. Denn das ehemalige Fischerdorf am hohen Elbhang weist eine ähnliche Lage wie Blankenese auf und ist noch heute Besuchermagnet und bevorzugter Wohnort.
Es begann damit, dass die Loschwitzer nach der Wende um den Erhalt wertvoller Bausubstanz kämpfen mussten. Über einen Fernsehbeitrag erfuhren sie von Frau Lühmann, der Blankeneser Bürgerinitiative und ihrem erfolgreichen Widerstand und holten sich Rat in Blankenese. Bald trafen sich regelmäßig Gruppen aus den 600 km voneinander entfernt liegenden Vororten, um sich kennen zu lernen und auszutauschen.
Frau Lühmann war auch dabei eine der herausragenden Personen. Sie lud die Loschwitzer in ihre Teestube ein. Als die Partnerschaft nach Jahrzehnten zu versanden drohte, war sie mit dabei, die Kontakte zu reanimieren.
Der Blankeneser Bürgerverein schrieb über den Besuch der Loschwitzer im Mai 2011: „Kaum, dass unsere Gäste aus Loschwitz ihre Zimmer im Hotel Behrmann bezogen hatten, traf man sich in der Teestube von Monika Lühmann. Das Wetter war angenehm und so saß ein Teil der Gäste draußen, was den Vorteil hatte, dass man ungestörte Gespräche führen konnte. ( … ) Heinz Lieven hatte Mühe, seine Gedichte und Geschichten von Hans Leip und anderen zu Gehör zu bringen. (…) Das Ehepaar Lühmann hatte dankenswerter Weise Getränke und Essen gesponsert. Unmengen von köstlicher Tomatensuppe wurden von Frau Lühmann gekocht und von Pastor Plank serviert. Ausreichend für eine Kaserne voller Soldaten, wie Monika Lühmann stolz bemerkte.“
Rettet den Süllberg

Anfang der 1990er Jahre verkaufte die Süllberg-Besitzerin Magrit Schulte-Haubrock Restaurant samt Grund und Boden an den Großinvestor Roland Ernst. Der Aufschrei der Hamburger, besonders aber der Blankeneser, war groß, als bekannt wurde, dass das von allen geliebte Restaurant-Ensemble abgerissen und statt dessen sechs Wohntürme im toskanischen Stil mit Eigentumswohnungen die höchste Anhöhe der Hansestadt zieren sollten. An der Spitze des Widerstandes stand Monika Lühmann, die wiederum nichts unversucht ließ, den Baufrevel zu stoppen. Höhepunkt der Proteste waren 25.000 gesammelte Unterschriften und ein Fackelumzug um den Süllberg.
1995 platzten dann – auch aufgrund der Bürgerproteste – die Bebauungspläne. Im März 2000 kam es zur Verhaftung des Großinvestors Ernst aus Heidelberg. Zwei Monate später musste seine überschuldete Firma Insolvenz beantragen. Am 30.11. des gleichen Jahres begann sich die Kempinski-Gruppe für das noch immer existente historische Restaurant-Ensemble zu interessieren, bis dann die Dresdner Bank (sie finanzierte die Immobilie) Sternekoch Karl-Heinz Hauser für den Süllberg interessieren konnte.
Zur Einweihung des in altem Glanz wiedererstandenen Süllberg-Restaurants organisierte Monika Lühmann eine viel beachtete Ausstellung historischer Postkarten vom Süllberg und seiner Umgebung, die im großen Saal des Hauses präsentiert wurde. Gewissermaßen als Abschluss ihrer Aktivitäten, als Dankeschön an die Mitstreiter, aber auch als Einladung für alle zukünftigen Gäste.
Siehe auch Magrit Schulte-Haubrock Seite …
700-Jahrfeier

2001 jährte sich die Ausstellung einer Pfandurkunde der Blankenese Fähre zum 700. Mal. Grund genug für eine Reihe engagierter Blankeneser, dies zum Anlass eines riesengroßen Festes zu nehmen. 10 Tage wurde die siebenhundert Jahre gefeiert. 250.000 Mark und viele geldwerte Leistungen waren für das Fest eingeworben worden. Über 70 Konzerte präsentierte man in Parks und sonstigen Gegebenheiten von Blankenese.
Monika Lühmanns Idee war es, den ehemaligen Hamburg-Süd-Frachter „Cap San Diego“ nach Blankenese zu holen.
Auch ein Zerstörer sowie ein Minensuchgeschwader machten während der Festtage am Bulln fest.
Natürlich war Frau Lühmann eine der herausragenden Persönlichkeiten, die zum Gelingen dieser großen Feier beitrugen.
Erinnern für die Zukunft
Im Anschluss an die 700-Jahrfeier wurde einigen Blankenesern schmerzhaft bewusst, dass eines wichtigen Abschnitts der Blankeneser Vergangenheit gar nicht gedacht worden war, nämlich der unseligen Nazizeit mit der Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung auch von Blankeneser Bürgern. Vier Frauen und vier Männer gründeten daraufhin den „Verein zur Erforschung der Geschichte der Blankeneser Juden“. Eine der Frauen war – natürlich – Monika Lühmann.
Schon 2004 konnte mit Hilfe zahlreicher Sponsoren die Ausstellung „Viermalleben – Jüdisches Schicksal in Blankenese“ realisiert werden.
Der Text einer Gedenktafel in der Blankenese Kirche „Erinnern für die Zukunft“ war auch das Motto der Ausstellung Genau darum ging es den Initiatoren: „an das Kapitel jüdischer Geschichte in Blankenese zu erinnern, das zwar zeitlich in der Vergangenheit liegt, dessen Wichtigkeit für die Gegenwart jedoch nicht zu unterschätzen ist.“ Deshalb hatten die Mitglieder der Gruppe das Schicksal von vier geachteten Blankeneser Bürgern ausführlich dokumentiert, die von heute auf morgen ausgegrenzt, verfolgt und in den Tod getrieben oder umgebracht wurden, nur weil sie Juden waren. Die Ausstellung konfrontierte zusätzlich mit 150 weiteren jüdischen Schicksalen. Sie war konzipiert vom bekannten Historiker Johannes Heer (Wehrmachtsausstellung) und gestaltet von Stardesigner Peter Schmidt. Sehr treffend wurde sie charakterisiert als „makellos in der Form und verstörend in der Wirkung“.
Die sechswöchige Ausstellung im Gemeindesaal der Blankeneser Kirche und im Jahr darauf in der Handelskammer Hamburg sorgte für weltweites Echo. Es meldeten sich auch zahlreiche Überlebende der Shoa aus aller Welt, die als Kinder oder Jugendliche zwischen 1946 und 1948 auf dem Warburg-Gelände liebevolle Betreuung und Vorbereitung auf ein Leben in Israel erfahren hatten. Sie standen zum Großteil noch immer in Kontakt zu einander und bezeichneten sich als „Kinder von Blankenese“. Wer hatte die Idee, diese Menschen 60 Jahre später noch einmal nach Blankenese einzuladen?
Um es kurz zu machen: Der Verein zur Erforschung der Geschichte der Blankeneser Juden gemeinsam mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sorgte für Sponsoren, lud die „Kinder von Blankenese“ für eine Herbstwoche des Jahres 2005 ein und stellte ein so attraktives Programm zusammen, dass sich zu viele Betroffene meldeten. So plante man eine zusätzliche Einladung für 2006. Neben offiziellen Empfängen und Essen, Museumsbesuchen, Rundfahrten zu Wasser und zu Lande, neben einem Besuch in Bergen-Belsen, Vorträgen der Gäste in Blankeneser Schulen usw. lud Monika Lühmann die jeweils über 50 Gäste zu einem Abendessen in ihre Teestube. Mit ihrem warmherzigen Empfang und der großzügigen Gastfreundschaft haben Monika Lühmann und ihre Mitstreiter den „Kindern von Blankenese“ eine beeindruckende Woche geboten.
Bewahrt das Mühlenberger Loch
In den Jahren 2001 bis 2004 ließ die Stadt Hamburg 170 ha des Mühlenberger Lochs als Erweiterungsareal für Airbus-Industries (EADS) aufschütten. Da es sich um eine seltene und naturgeschützte Süßwasser-Wattregion handelte, gab es heftige Proteste gegen das Bauvorhaben, besonders am südlichen Elbufer.
Monika Lühmann versuchte, die Gegner der gigantischen Erweiterung am nördlichen Elbufer zu sammeln und mit den Aktivitäten der Cranzer und Neuenfelder zu koordinieren. Sie erwarb vom Neuenfelder Bauern Quast – wie neunundneunzig andere Gegner auch – ein symbolisches Grundstücksteil von einem Quadratmeter, das im Bereich der geplanten Startbahnerweiterung lag. Es hat das Bauvorhaben nicht stoppen können. Nach der Enteignung wurde Frau Lühmann mit 26,50 € vom Hamburger Staat entschädigt.
Bahnhofsbebauung
Als die geplante Bahnhofsbebauung, die eine unendliche Geschichte hinter sich hatte, auf dem Kulminationspunkt angelangt war, versuchte die Baugesellschaft Monika Lühmann als Vermittlerin zwischen sich und den Protestgruppen zu gewinnen. 5.000 DM Aufwandsentschädigung sollte sie monatlich für ihre Bemühungen erhalten, was die aufrechte Monika jedoch ablehnte.
Dabei waren die für Blankenese geplanten Räumlichkeiten ausgesprochen verlockend: Das Konservatorium sollte hier seine Heimat finden, ein 1.000 Quadratmeter großer Konzertsaal entstehen, der Verband der Pianisten wollte nach Blankenese ziehen , genau so wie die Audio School of Ingeneering aus Australien. Alles wegen des großen Saals. Doch dann löste sich dieser Teil der Planung auf, weil sich die Audio School zurückzog und sich dadurch der Bau des großen Saals für Mieter nicht mehr rechnete.
Quellenangabe:
Interview mit Monika Lühmann
Mehrere Handzettel der Bürgerinitiative Blankeneser Bahnhofstraße (1985)
Hamburger Kloenschnack, Januar 1985


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