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Paula Rahloff geb. Schröter

Paula Rahloff geb. Schröter

Paula Rahloff geb. Schröter

Deutschlands erste Blumenbindemeisterin, 1897 bis 1980

Mit 15 Jahren Unternehmerin

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„Ham Se jedient?“
lautete im kaiserlichen Deutschland die Begrüßungsformel unter Männern.
„Wenn ja, bei welchem Regiment?“

Hatte man „nicht gedient“, was auf  Frauen immer zutraf, war man auch kein „Mensch“.

Ausgerechnet in dieser Gesellschaft wurde Paula Schröter Unternehmerin,
und das – mit 15 Jahren,
obwohl sie außer „Frau“
obendrein noch „grün hinter den Ohren“,
also noch lange nicht mündig war.

Sie konnte am Anfang ihres Berufslebens noch kein Bankgeschäft tätigen,
keinen Mitarbeiter ein- oder ausstellen.
Durfte eigentlich überhaupt keine kaufmännischen Entscheidungen treffen.

Und trotzdem leitete Paula den Blumenbindebetrieb ihres Vaters ab 1912 über Jahrzehnte. Höchst erfolgreich übrigens!

Ihre Vorfahren:
ein Opernsänger und ein Gartenkünstler

Um zu wissen, wie es dazu kam, müssen wir ein wenig ausholen:

 J.W.O. (Johann Wilhelm Oskar) Meyer war Paulas Großvater und Leiter des „Theater Dilettanten-Vereins der Blankeneser Bürger von 1879“, in dem sich die kunstinteressierte Blankeneser Prominenz ein Stelldichein gab.

Meyer war Opernsänger und Schauspieler gewesen und hatte sich mit seinen Künsten ein ansehnliches Vermögen ersungen. Mit 50 Jahren setzte er sich als Hausbesitzer und Gastwirt der „Friedenseiche“ in der Bahnhofstraße 34 zur Ruhe. Den Eckteil seines großen Grundstücks stiftete er der Gemeinde Blankenese, die darauf eine Friedenseiche pflanzte und einen Gedenkstein für den Krieg 1870/71 setzte.  Beides ist noch heute zu bewundern.

Meyers Tochter Susanne heiratete den aus Sachsen zugewanderten Paul Schröter, der 1895 im Parterre des schwiegerväterlichen Hauses ein Blumengeschäft eröffnete. Schröter war ein geschickter Gartenkünstler. Er hatte Geschmack, war geschäftstüchtig und wurde im Laufe der Jahre ein weit über Blankenese hinaus beachteter Blumen- und Gartenkünstler.

Übrigens auch sein Bruder, der gleichzeitig mit ihm die sächsische Heimat verlassen hatte, aber in Zürich gelandet war, eröffnete ein Blumengeschäft, das noch heute, mehr als 100 Jahre später, in der bekannten Zürcher Bahnhofstraße zu finden ist.

Leider kam Paul Schröter schon 1912 bei einem Fahrradunfall ums Leben, als er die von Schlaglöchern übersäte Norderstraße (heute Oesterleystraße) abwärts fuhr, stürzte und sich das Genick brach.

BF Rahloff.Bindestube
Bindestube

Arme Suanne

Nun musste Frau Susanne das ganz auf ihren Mann zugeschnittene Geschäft übernehmen. Doch Susanne wurde seit Kindesbeinen verwöhnt. Deshalb fielen ihr die täglichen Pflichten einer Geschäftsfrau und Handwerkerin schwer.

Wie oft waren vier und mehr Kränze mit der Vorortsbahn zum Ohlsdorfer Friedhof zu bringen. Über jedem Arm hingen mindestens zwei der stacheligen schweren Gebinde. Und während der langen Bahnfahrt musste man aufpassen, dass Blumen und Schleifen nicht zerdrückt wurden!

Dann war Susanne abergläubisch. Und sie hatte Angst vor Gewittern. Da sie häufig auf Friedhöfe und in Gartenanlagen bestellt wurde, die bei einem Donnerwetter keinen Schutz boten, versuchte sie, diese Wege zu meiden. Sehr zum Nachteil des Geschäfts.

Nein, das Gärtner- und Blumenbinderleben war nichts für sie. Deshalb übernahm ihre Tochter, die 1897 geborene Paula, das Unternehmen und trat in die Fußspuren ihres erfolgreichen Vaters.

Paula war zu dem Zeitpunkt gerade 15 Jahre alt und hatte frisch die Schule beendet.

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Eine einjährige Lehre vermittelte ihr das notwendigste Fachwissen.

Mutter Susanne, der der Ruf einer „lustigen Witwe“ vorausging, gab derweil kleinere, oft aber auch aufwendige Gesellschaften. Zu ihrem Jour fixe, zu einem festen Tag in der Woche, konnten Gäste auch ohne spezielle Einladung kommen. In den Blumenladen wohlgemerkt. Den Gästen wurde zum Abschied stets ein Blumenbukett geschenkt.  Nach jeder Party war der Verkaufsraum leer geräumt!

Paula greift durch

Doch die tüchtige Paula setzte dem Treiben bald ein Ende. Schnell war aus dem ebenfalls sehr verwöhnten Backfisch eine Geschäftsfrau geworden.

Kunden waren außer Reeder- und Kaufmannsfamilien auch Handwerker und Fischer aus dem Blankeneser Hanggebiet. Sie ließen an Feiertagen und zu Jubiläen die Dielen ihrer Häuser schmücken.

Um 1910 waren Blumen eigentlich immer noch Luxus. Denn sie konnten nicht das ganze Jahr über gezüchtet werden. Doch Kunden sollten auch in den Wintermonaten mit frischem Grün bedient werden. Deshalb lieferten Schröters Kübelpflanzen, wie Palmen, die in beheizten Gewächshäusern gezüchtet und auf Wunsch üppig dekoriert wurden.

Dann begann der Erste Weltkrieg. Und mit ihm entstanden neue Schwierigkeiten. Man fand keine Arbeitskräfte mehr. Die wurden entweder in der Kriegswirtschaft eingesetzt oder mussten ins Feld.

Der Blumengroßmarkt, auf dem Paula vor Tau und Tag Waren beschaffte, bot kriegsbedingt nur wenige Blumen, denn Gartenbaubetriebe mussten sich auf die Versorgung der Bevölkerung mit Gemüse konzentrieren. Wie sollte man unter solchen Umständen ein Blumengeschäft weiterführen?

Das gelang der jungen Paula, indem sie ihre wenigen Blumen gegen Zigaretten und Wurstwaren tauschte, die sie dann unterm Ladentisch weiter verkaufte. Außerdem pflegte sie gute Beziehungen zu Gartenbaubetrieben im nahen Dockenhuden, was sich prompt auszahlte.

Nachdem der Weltkrieg mit bitterem Resultat beendet war, tauchten neue, beinahe noch größere  Schwierigkeiten auf: Die wirtschaftliche Depression, verbunden mit politischen Unruhen und der Hyper-Inflation ließ das deutsche Bürgertum total verarmen.

Blumenschmuck konnte sich kaum einer leisten.

BF.Rahloff vor 1937
Blumen Rahloff vor1937

Heirat in schlechten Zeiten

Gottlob war Paula inzwischen mit Hermann Fritz Rahloff verlobt, der Prokurist einer niederländischen Bankfiliale in Hamburg war. Ein Teil ihrer Familie war gegen Paulas Beziehung zu diesem Fitz Rahloff. Doch Mutter Susanne und Großmutter Catharina Kühn aus dem Bückelgang stimmten für Paulas Partnerwahl. Oma Kühn ließ sich sogar zu einer Äußerung gegenüber Fritz hinreißen: „Kumm man ruhig to uns, du büst ´en gooden Kirl!“ Diese Einschätzung kam von einer erfahrenen Frau, die ihren alkoholkranken Mann 40 Jahre zuvor aus dem Haus geworfen hatte.

Fritz erhielt seinen Lohn in wertstabilen holländischen Gulden. Ein Glücksfall in jenen Tagen, denn Paulas Mutter Susanne hatte ihr ganzes Vermögen durch die Inflation verloren.

Hermann Fritz Rahloff , Sohn des Blankeneser Malermeisters Hermann Friedrich Rahloff, heiratete Paula am 16. Mai 1923. Rahloffs Gulden-Gehalt erleichterte es nicht nur, das Unternehmen über die depressive Zeit zu manövrieren. Paula konnte 1923 sogar das von ihrem Großvater IWO Meyer 1903 verkaufte Nachbarhaus zurückkaufen.

Nachdem die Reichsregierung den im Versailler Vertrag festgelegten Reparationszahlungen endlich nachkam, ging es langsam bergauf mit der deutschen Wirtschaft.

Auch das Blumengeschäft Rahloff gedieh wieder. 1930 beschäftigte Paula schon sechs Mitarbeiter. Für Hermann Rahloff  war das der Moment, als kaufmännischer Leiter ins Geschäft seiner Frau einzusteigen.

„Nebenbei“ noch siebenfache Mutter

Inzwischen war das junge Paar mit reicher Kinderschar gesegnet, die die tüchtige Paula fast nebenbei großzog: Hermann (1924- 1944), Oskar (1925), Gustav (1928 – 1975), Christel (1930 – 1979), Martha (1937 – 1937), Hans-Jürgen (1939) und Peter (1943 – 2002).

Trotz ihres Einsatzes als Geschäftsfrau, Hausfrau und Mutter machte Paula 1937 mit 40 Jahren als erste Frau Deutschlands ihre Blumenbindemeister-Prüfung. 

Eine einsame Leistung! 

Im gleichen Jahr gebar sie die kleine Martha, die sieben Monate später verstarb. In dieser Zeit höchster Belastungen half ihre Mutter Susanne bei der Kinderbetreuung. Großmutter Susanne war bei der Jungmannschaft äußerst beliebt, weil sie die Kleinen verwöhnte und verzog, wo es nur ging. Meist gegen den Willen der Eltern.

Ende der 1930er Jahre, die Wirtschaft wie auch Rahloffs Blumengeschäft prosperierten, wurde der Laden auf eine Größe erweitert, die für ein Blumengeschäft der damaligen Zeit überdimensioniert war. Doch das gut gehende Unternehmen gab das her.

Nicht ganz dicht?

Großmutter Susanne genoss nach wie vor ihre abendlichen Besuche im „Sängerheim“ (Dormienstraße) bei Bier mit Köm. Jedes Mal brachte sie ihrer Freundin Anna, der Frau des Sängerheim-Wirts, kleine Blumensträuße mit. Im Ärmel geschmuggelt, damit es Paula nicht sah. Im Gegenzug erhielt Susanne das Gedeck gratis.

Eines Abends tagte im Sängerheim ein SA-Sturm als „Geschlossene Gesellschaft“. Susanne registrierte, dass für diesen Abend auch ihr Platz  vergeben war, deshalb schimpfte sie lauthals: „Diese verdammte Nazi-Scheiße!“ und wollte gehen. 

Doch die aufgebrachten SA-Männer wussten das zu verhindern. Einsperren würde man sie. Sofort. Ins KZ wohlmöglich?

Das war die Stunde des „schönen Willy“, der mit seiner Wirts-Autorität beschwichtigend in den Raum warf: „Die Frau ist nicht ganz dicht im Schädel!“ Um die braune Gesellschaft noch weiter zu beruhigen gab er eine Runde Bier aus. Das wirkte.

Blumen-Transporte per Viehwagen

Als dann der Zweite Weltkrieg ausbrach, entstanden die schon einmal erlebten geschäftlichen Schwierigkeiten neu. Zuerst war es das dürftiger werdende Blumenangebot auf dem Großmarkt. Hinzu kam, dass die Betriebsautos für den Kriegseinsatz beschlagnahmt und Mitarbeiter zur Wehrmacht und in die Kriegswirtschaft eingezogen wurden. Ware musste mit der S-Bahn nach Blankenese geholt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Friedhöfen befördert werden. Doch die Reichsbahn wollte nicht zulassen, dass Vorortszüge zum Warentransport genutzt wurden. Sie waren doch einzig zur Personen-Beförderung da. Es entstanden heftige Konflikte. Schließlich durften Gewerbetreibende ihre Waren weiter mit der S-Bahn transportieren – aber nur im „Viehwagen“, wie das Abteil für sperrige Güter im Volksmund hieß.

Bei der schwierigen Blumenbeschaffung halfen Paula abermals „gute Drähte“ zu benachbarten Dockenhudener Gärtnereien, aber auch zu hohen Vertretern der Behörde und der Partei. Außerdem tauschte sie abermals Blumen gegen Zigaretten.

Die Luftalarme in den westlichen Gauen des Reichs nahmen zu. Im März 1943 heulten einmal wieder die Sirenen. „Hamburg ist wieder dran!“ dachte Paula mitfühlend, als sie mit Kind und Kegel in den Luftschutzkeller stürzte.

Doch die RAF-Piloten warfen ihre todbringende Last auf Wedel, Rissen und Blankenese. Eine schwere Luftmine, so groß wie eine Litfaßsäule,  zerstörte das Standesamt (heute Martiniblock) in der Bahnhofstraße, die alte Post, sowie eine Reihe umliegender Wohnhäuser. Es gab Tote und Verletzte.

Der Luftdruck der Mine war so groß, dass das Dach des Rahloffschen Hauses auf der gegenüber liegenden Straßenseite weggefegt, alle Fenster und Türen herausgedrückt, quer zur Druckwelle stehende Innenwände umgeworfen wurden. Natürlich waren Mobiliar und der gesamte Hausrat zerstört. Vom Blumengeschäft ganz zu schweigen. 

Paula stand allein vor diesen gigantischen Problemen, denn ihr Mann, wie auch ihr Ältester, Hermann, waren längst zur Wehrmacht eingezogen.

Sofort nach dem Bombenschaden sorgte sie dafür, dass die Fenster eines halbwegs intakten Raums mit Brettern zugenagelt wurden und die kinderreiche Familie in diesem dunklen Verlies Unterschlupf fand. (Es war März und deshalb noch empfindlich kalt.)

In der Zwischenzeit besorgte sie Mobiliar und Hausrat. (Die NSDAP hatte aus den besetzten Gebieten tausende von Güterzügen mit geraubten Einrichtungsgegenständen herschaffen lassen, die ausgebombten „Volksgenossen“ zu Spottpreisen verkauft wurden.)

Außerdem ließ Paula wieder einmal ihre Drähte zu hohen und höchsten Parteistellen spielen. So schaffte sie es, dass nur Tage später Reparaturtrupps anrückten und das Haus auf Staatskosten instand setzten, wenn auch nicht immer ganz professionell.

Paula baute parallel zum Wohnbereich Geschäft und Binderei, die Existenzgrundlage der Familie, wieder auf.

Vier Monate später, nach der Gomorrha-Katastrophe vom Juli ´43, wurden Bombenschäden nicht mehr auf Staatskosten repariert. Es gab auch gar keine Handwerker, die das hätten machen können.

Der Blumenhandel war durch die immer bedrückender werdende  Kriegslage beinahe zum Erliegen gekommen, doch die deutsche Administration funktionierte nach wie vor:
Am 27. Juli 1944 erhielten alle Hamburger Blumenhändler ein Schreiben mit folgendem Inhalt:
Blumengeschäfte müssen werktäglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet sein, dürfen jedoch erst ab 11 Uhr verkaufen.
Die für den Verkauf bestimmte Ware muss mindesten ½ Stunde vor Verkaufsbeginn, nach Art und Sorten aufbereitet, sichtbar ausgestellt und mit Preisschildern versehen sein.
Bestellungen von Schnittblumen und Topfpflanzen sind in einem Bestellbuch mit Adresse der Käufer festzuhalten und dürfen 50% des Tagesumsatzes nicht überschreiten.

Diese und weitere Vorschriften machten es Gewerbetreibenden in Zeiten höchster Warenknappheit und fehlenden Personals zusätzlich schwer.

Hinzu kam bei den Rahloffs, dass die zwei verbliebenen Binderinnen peinlich genau auf Einhaltung aller behördlichen Anweisungen achteten und immer wieder drohten, Fehlverhalten anzuzeigen.

In diesen Wochen erreichte Paula Rahloff eine traurige Nachricht: Ihr ältester Sohn Hermann wurde in Rumänien vermisst. Hermann, der immer ein sehr guter Schüler gewesen war, wurde nach dem Abitur Organist an der Blankeneser Kirche anstelle des zum Militär eingezogenen Herrn Jückstock. 1942 erhielt er sogar einen Studienplatz an der Musikhochschule Leipzig. Einer seiner Lehrer war der berühmte Thomas-Kantor Prof. Straube. Doch im Herbst 1942 wurde auch er eingezogen.

Oskar, der zweite Sohn, kam zur Marine und tat bei einer Minensuchflotille in Brest Dienst.

Paula zog die verbliebene Kinderschar allein auf, betrieb das Geschäft so gut es ging und hoffte, dass alle Lieben heil aus diesem furchtbaren Krieg zurückkehrten.

Nachkriegszeit

Im Frühjahr 1945 – noch vor der Kapitulation – wurde die Commerz- und Privatbank, deren Gebäude heute noch an der Ecke Godeffroystr. /Bahnhofstraße steht, von der NSDAP aus ihren Räumen gewiesen und in Rahloffs Blumenladen einquartiert. Dreieinhalb Jahre mussten sich Blumengeschäft und Bank den Verkaufsraum teilen. Das war in der Schlussphase des Krieges und der Nachkriegszeit nichts Ungewöhnliches.

Der vermisste Sohn Hermann kam nicht wieder. Vater Hermann Fritz war als Major nach abenteuerlicher Flucht vom Balkan in amerikanische Gefangenschaft geraten. Als er dort an Typhus erkrankte, wurde er vorzeitig entlassen. Erst nach längerem Aufenthalt im Blankeneser Tabea-Krankenhaus konnte er als geheilt entlassen werden.

1948 kam Sohn Oskar aus französischer Gefangenschaft. Doch der Tag seiner Heimkehr sollte kein Freudentag werden, denn die Wirtschaftsbehörde hatte den Rahloffschen Verkaufsraum-Anteil einer jüdischen Familie vermittelt, die die Shoa überlebt hatte. Sie kam mit Zollstock und Papier, um die Räumlichkeiten für ihre Zwecke auszumessen.

Paula war in heller Aufregung und rief ihren Mann im Tabea-Krankenhaus an. Trotz seiner Erkrankung solle er sofort in die Oesterleystraße kommen.

Gelungener Generationswechsel

Oskar, der kaum seinen Rucksack abgestellt hatte, wollte den Familien-Besitz mit bloßen Fäusten verteidigen. Doch Paula schob sich vor ihren Sohn und siegte mit kühler Vernunft: Sie beschwerte sich zunächst bei der (deutschen) Wirtschaftsbehörde. Später ging sie zur übergeordneten Schiedsstelle der britischen Administration. Dort hatte sie Erfolg. Wegen ihrer drei noch schulpflichtigen Kinder und  ihres schwerkranken Mannes durfte sie ihren Ladenteil behalten.

Oskar wuchs in den nächsten Jahren in den Betrieb. Ein wichtiges Standbein wurde für das Unternehmen der internationale Blumenversand „Fleurop“, zu deren frühesten Geschäftspartnern sich Rahloff in Blankenese entwickelte. Langsam konnten sich Paula und Hermann Fritz, der von 1934 bis 1945 auch Vorsitzender des BSC war, ins Privatleben zurückziehen.

Ehepaar Rahloff legte ihr Geschäft in geschickte Hände, denn Oskar wurde nicht nur erfolgreicher Geschäftsmann, sondern ab 1958 für 12 Jahre Europa-Präsident der  „Fleurop“ und für weitere 6 Jahre deren Weltpräsident.

Gustav hatte einen Herzfehler und verstarb bald nach dem Krieg.

Christel studierte Höheres Lehramt, um Lehrerin am Gymnasium Willhöden zu werden. Leider wurde auch sie schwer krank, musste vorzeitig pensioniert werden und verstarb. Während ihrer letzten Lebensphase wohnte sie im „Bückelgang“, zwischen Hauptstraße und Pilippstrom, im Haus ihrer Urgroßmutter Catharina Kröger.

Paula Rahloff geborene Schroeter verstarb am 19. Oktober 1980 nach einem erfüllten Leben mit 83 Jahren.


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