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Vera Mohr-Möller, 1911 – 1998

Vera Mohr-Möller, 1911 – 1998

Vera Mohr-Möller, 1911 – 1998

Bildhauerin, Malerin, Erfolgs-Autorin, Sport-Ass

Würdigung durch Justus Frantz

„Vera war ein Mensch, der sich nicht schnell preisgab, der beobachtete, der still war – aber man konnte sicher sein, irgendeine Geburt stand bevor: Eine Plastik, ein Gedicht, eine Geschichte. Einen vielseitigeren Menschen habe ich selten erlebt und doch – sie machte nichts aus sich! Sie war bescheiden bis zur Selbstaufgabe (…).

Sie konnte (…) schwierige Situationen mit ihrem Humor souverän durchstehen und hat uns wunderschöne Plastiken geschenkt, die wahrscheinlich, wenn sie sich besser in der Öffentlichkeit behauptet hätte, einen ganz anderen Stellenwert im hamburgischen Kulturleben einnehmen könnten – eine Stellung, die sie verdiente. Denn wie Vera mit dem Material umging, wie sie Feinheiten ziselierte, wie sie Grazie darstellte und kraftvoll zu modellieren wusste, ist ganz außergewöhnlich und ein Geschenk an uns, das nie vergeht!“

Auszug aus dem Brief, den der berühmte Pianist Justus Frantz anlässlich des Todes von Vera Mohr-Möller schrieb.

Unabhängiger Geist

Vera Mohr wurde 1911 in ein großbürgerliches Kieler Elternhaus geboren. Ihr Vater Hans Mohr war ein geachteter Werftdirektor. Von ihm hatte sie die technische Begabung. In dem jungen Mädchen, das noch zwei Brüder besaß, entwickelte sich schon früh ein unabhängiger Geist, was in der Schule zu ernsthaften Konflikten führte. Wegen einer „Ungebührlichkeit“ – hervorgerufen aus Gerechtigkeitsgefühl – musste sie die Anstalt schließlich verlassen. Denn sie hatte einem Lehrer bei der Zeugnisausgabe unerschrocken „Ungerechtigkeit“ vorgeworfen. Daraufhin wurde sie von ihren Eltern in ein Pensionat am Starnberger See geschickt.

Auf den Schock folgte die Erkenntnis, dass alles zwei Seiten hat: In Bayern fand sie ausgiebig Gelegenheit, von ihr geliebte Sportarten auszuüben, wie Bergsteigen oder Skilaufen. Hier durfte sie einmal wöchentlich in den Zug springen und nach München fahren,  um bei Bildhauer Horzetzki Aktmalerei und Portraitzeichnen zu lernen.  Dabei wurde das künstlerische Fundament der späteren Bildhauerin und Malerin gelegt. Das war 1928, kurz vor der Weltwirtschaftskrise.

Ab 1929 ging sie auf die Hamburger Hochschule für Bildende Künste, um Bildhauerei bei Professor Luksch zu studieren. Der schon betagte Herr gewährte seinen Studenten viel Spielraum, sodass die sechs Studiensemester eine Zeit künstlerischer Freiheit, vor allem aber eine Periode des Probierens und Entdeckens neuer Techniken und Stile für sie wurde. Damals schon entwickelte sich Veras Vorliebe für die Darstellung  tänzerischer Posen, die sie lebenslang beibehielt.

Nach Abschluss ihres Studiums heiratete sie 1932, was Anfang der 1930er Jahre üblicherweise das Ende eines künstlerischen Lebens bedeutete. Doch ihr Mann, der Hausmakler Wilhelm H.C. Möller, ließ seiner Frau alle Freiheit, weiterhin ihrem „unabhängigen Geist“ nachzuhängen und sich künstlerisch zu entwickeln.

Als sich 1934 ein erstes Kind ankündigte, zog das junge Paar von der Rothenbaumchaussee in freistehende Clubräume des Norddeutschen Regattavereins, in dem ihr Mann Wilhelm „Bobby“ Möller Mitglied war.

Für die junge Künstlerin waren Wohnung und Atelier mit weitem Blick über die Alster – direkt auf die Silhouette der Stadt – der schönste Arbeitsplatz, den sie sich hätte denken können.

Selbst nach der Geburt des zweiten Kindes im Jahr 1937 fand Vera Zeit für weitere künstlerische Entfaltung. Mit unglaublichem Eifer portraitierte sie ihre Kinder, verfasste Kinderbücher und schuf bildhauerische Werke.

Patin einer Hamburger Kult-Figur

Auf dem NRV-Bootssteg, direkt vor ihrer Haustür, war Vera mit den Geschichten über Klein-Erna in Berührung gekommen. Irgendwann kam ihr der Gedanke, zu diesen Kalauern frech hingeworfene Zeichnungen zu fertigen, und dann nach einem geeigneten Verlag zu suchen. Das könnte ein ähnlicher Erfolg werden wie es die beiden von Erich Ohser entworfenen Figuren „Vater & Sohn“ waren. 

BF.Mohr.Bobby
Bobby und Vera Möller, 1930

Die um 1900 geborene Klein-Erna-Namensgeberin Erna Nissen war schon früh segelbegeistert. Als ihre erste Jolle auf den Namen „Klein-Erna“ getauft werden sollte, blieb – oh Pech – die Sektflasche heil. Das Missgeschick wurde von Ernas Brüdern als besonderer Schenkelklopfer verbreitet. Vorrangig im Jugendsegelclub „Alster-Piraten“ (ab 1938 Jugend-Abteilung des NRV), in dem Erna und ihre Brüder Mitglieder geworden waren.

Doch bald schon erfand und kannte jeder eine Klein-Erna-Geschichte.

BF.Mohr.KleinErna

Obwohl die Witze nach verschiedenen Mustern aufgebaut waren, spielten sie durchweg im ärmlichen Milieu des Hamburger Gängeviertels, hatten immer eine lakonische Pointe und wurden stets auf „Missingsch“ vorgetragen.

Vera Mohr-Möller sammelte bzw. übernahm viele der verbreiteten Klein-Erna-Witze, illustrierte die  Geschichten und ließ sie von Druckerei Christians auf eigene Kosten produzieren, da sich kein Verleger fand. Nachdem die ersten 1.000 Exemplare in Windeseile vergriffen waren, gelang es ihr 1939 tatsächlich, einen Verleger auftun. Einzigartigkeit und Attraktivität des Büchleins lagen in den von Vera beschriebenen Dialogen und den von ihr geschaffenen Illustrationen.

Besonders die beiden ersten Bändchen wurden zum sensationellen Erfolg. Das mag auch daran gelegen haben, dass  viele der Geschichten rund um die deftige Hamburger Deern ins Feld geschickt wurden, um die Soldaten an der Front zu erfreuen. Insgesamt wurden mehr als zwei Millionen der witzigen Büchlein verkauft.

Auch nach dem Krieg erschienen mehrere Klein-Erna-Bändchen und 1969 entstand – gewissermaßen als Krönung – ein Heidi-Kabel-Film um das schlichte Mädchen: „Klein Erna auf dem Jungfernstieg“. 

Aufstieg und Verehrer

In den letzten Vorkriegsjahren fand die junge Mutter und engagierte Künstlerin nicht nur Zeit für die Kinder und fürs Häusliche, sondern auch für Hockey und Tennis. Sie begann sogar Golf zu spielen. Daraus sollte sich später eine unvergleichliche Karriere entwickeln.

Vera liebte klassische Musik, obwohl sie nie ein Instrument gespielt hat, während sich ihr sehr musikalischer Ehemann ganz der Kammermusik verschrieben hatte. Obendrein war er ein ausgemachter Kenner dieser Musikrichtung. Was lag da näher, als immer wieder Konzerte im Hause Möller zu veranstalten?

Vera Mohr-Möller, kurz VMM, hatte während dieser Zeit auch an der Gestaltung von Bilderbüchern gearbeitet, veranstaltete eine Roller-Rallye durch Blankenese und schrieb Jugendlektüre, wie „Claudia hat Köpfchen“. Ihre Phantasie und ihr Unternehmungsgeist waren kaum zu bändigen.

Wegen des stärker werdenden Bombenkrieges zog Vera Möller mit ihren beiden Kindern Peter und Monika nach Blankenese. Als sie sich auch dort nicht mehr sicher fühlte, nach Scharbeutz an die Ostsee. Hier gab es trotz des Krieges noch die Ruhe, die für eine Künstlerin notwenig ist. Hier fand sich auch ein Stoff, den es ohne Bezugscheine, dafür aber in Hülle und Fülle gab: Holz. An diesem für sie neuen Material wollte sie sich erproben. Doch schnitzend zu modellieren ist für jemanden, der bisher mit Ton gearbeitet hat, nicht einfach, erfordert sogar ein totales Umdenken, weil man am Material Holz einmal weggenommene Partien nicht wieder anfügen kann. Aber gerade diese Herausforderung faszinierte Vera.

BF.Mohr.1930
Portraitaufnahme, 1930er Jahre

Es begann um 1939/40, dass Vera einem jungen Mann ungewollt das Herz entflammte. Wolfgang Borchert hieß der um zehn Jahre Jüngere (1921 – 1947), der in glühenden Liebesbriefen um ihre Gunst warb. Die vielen erhaltenen Schreiben, die der früh verstorbene Autor an Vera richtete, enthielten eine schwer verdauliche Mischung aus echter Verehrung und theatralischem Gefallen an der Rolle eines in Liebe entbrannten Jünglings. „Wenn Du Dich mir entziehst, bricht mein Ich kühl und zwecklos zusammen vor Öde und Qual.“

Es blieb bei der unerwiderten, einseitigen Verehrung.

Nach dem Krieg gelang Borchert der künstlerische Durchbruch. Er wurde mit Stücken wie „Draußen vor der Tür“ oder seinen ergreifenden Kurzgeschichten zum herausragenden Vertreter der deutschen „Trümmer-Literatur“.

Borchert widmete Vera Mohr-Möller auch eine eigens für sie geschriebene indische Legende „Arti und Mira“ und bat darum, dass sie sie illustrieren möge. Erst nach seinem Tod, also nach 1947, konnte Vera die Bitte erfüllen. Da sich damals aber kein Verleger fand, ließ sie 50 Exemplare mit Farbkopien ihrer Illustrationen auf eigene Kosten herstellen.

Puppen-Karriere

1945 begann sie in ihrem Atelier im Hirschparkhaus (heute Witthüs Teestuben) mit der Herstellung von Puppen nach eigenen Entwürfen, denn gängige Massenware fand vor ihrem Künstlerauge keine Gnade. Aber selbst industriell hergestellte Puppen gab es in diesen schweren Jahren so gut wie nicht zu kaufen. Jeder Kopf wurde von ihr individuell geschnitzt und bemalt, die Puppenkörper von Helferinnen genäht und fachkundig mit Garderobe aus Stoffresten eingekleidet. Haarschöpfe entstanden aus Fellresten.

1946 kam es zu einer großen Verkaufsausstellung in ihren Atelierräumen. Die künstlerisch gestalteten Puppen gingen meist an englische Besatzungssoldaten,  die in den umliegenden Häusern stationiert waren oder verkehrten. (Das Hirschparkhaus war beispielsweise Sergeantenmesse.) Der Puppenpreis lag bei einer Stange Lucky Strike-Zigaretten. Dafür ließen sich Butter, Zucker, Mehl oder andere Nährmittel auf dem Schwarzen Markt eintauschen. Dass die meisten deutschen Kaufinteressierten nicht in diese hohen Preise einsteigen konnten, ist nachvollziehbar.

Die Puppenidee köchelte weiter. Inzwischen war daraus ein Plüschtier auf vier Rädern zum Ziehen geworden. Drei alternative Kuschelwesen, Häschen, Hund oder Katze, konnten vom Fahrgestell genommen und gewaschen werden, um sie anschließend wieder auf dem Untersatz zu fixieren.

Das müsste etwas für die Firma Steiff sein, überlegte sie. Doch die brieflich vorgestellte Idee kam überhaupt nicht an. Verärgert fuhr Vera zu Steiff nach Süddeutschland, um mit dem Herrn Direktor persönlich über ihren Vorschlag zu sprechen. Diese Reise muss Tage gedauert und viele Strapazen gekostet haben. Denn Ende der ´40er Jahre verkehrten nur schrecklich überfüllte Züge, die für die Strecken Hamburg/München oder ins württembergische  Giengen an der Brenz Tage benötigten.

Trotzdem betrat Vera das Steiff-Direktorenzimmer locker und kampfeslustig, während sie das Hoppeltier hinter sich herzog – und hatte damit gewonnen. Ihr toller Vorschlag wurde angenommen.

Haus in Blankenese

Nach dem Krieg fand sich die Familie wieder in Blankenese ein. Wilhelm Möller erwarb das Haus Pepers Diek 12 samt großem Grundstück, nachdem es von englischen Besatzungstruppen geräumt worden war. Doch in welchem Zustand befand sich das beinahe 400 Jahre alte Herrenhaus, das 1910 von den Architekten Lundt & Kallmorgen umgebaut und auf die Höhe der damaligen Zeit gebracht worden war?

Britische Soldaten hatten mit Benzin versucht nachzuhelfen, als das Kaminholz nicht brennen wollte. Den Feuerschaden, der selbst das Dach beschädigt hatte, kann man sich ausmalen.

Das Gebäude bedurfte deshalb einer Renovierung von Grund auf. Aber der Blick vom Herrenhaus auf die Elbe beim Mühlenberger Loch, den schon  der Niederländer Hugo Grotius 1632 beschrieben hatte, bezauberte Vera wie Wilhelm. Dieses Haus mussten sie haben.

Als ihre Kinder erwachsen waren und selbst Familie hatten, bauten Vera und Wilhelm Möller Anfang der 1960er Jahre für sich ein Einfamilienhaus mit Atelierräumen direkt neben das große Herrenhaus, während die jungen Familien weiter im ältesten Gebäude Blankeneses lebten. Dadurch konnte Vera in Ruhe ihren künstlerischen Arbeiten nachgehen und hatte trotzdem – wann immer sie wollte –  Kontakt mit Kindern und Enkeln.

Künstlerisch immer neue Wege

Schon in den ersten Nachkriegsjahren genoss Vera den Ruf einer bedeutenden Künstlerin. Dies hatte immer wieder private und öffentliche Aufträge zur Folge. Zu den von ihr geschaffenen Werken gehörte der wasserspeiende goldene Delphin der Eigner-Badewanne auf Onassis´ Luxus-Yacht „Christina“. Oder ein verchromter Brunnen mit springenden Fischen für die Internationale Gartenbauausstellung von 1953 in Hamburg. Oder eine lebensgroße Plastik für die Hamburger Lehrerbaugenossenschaft.

Mohr-Möller ging dabei immer wieder neue künstlerische Wege, indem sie beispielsweise Glasbilder aus kaputten Flaschen, aus Fahrradkatzenaugen, aus bunten Scherben als Gegengewicht zur Tristesse und Trostlosigkeit der Kriegs- und Nachkriegszeit schuf. Mit den glitzernden Materialien gestaltete sie übrigens auch die Glaskuppel eines Londoner Einkaufszentrums.

Die unermüdliche, auch technisch so begabte Künstlerin gestaltete die Bar eines Schiffes mit farbigen Glasplatten, die sie per PKW aus Frankreich holte. Die fragilen Platten goss sie in flüssiges Acryl, um auf diese Weise Schäden durch Schiffsmotorenvibration zu vermeiden. Das wiederum fügte sich zu einem äußerst stabilen, besonders aber zu einem dekorativen Kunstwerk.

Wohl erfolgreichste Golf-Familie Deutschlands

1950 trat Familie Möller geschlossen dem Golf-Club Falkenstein bei, der gerade von der britischen Besatzungsmacht zurückgegeben worden war. In der Fachpresse wurde Jahrzehnte später gewürdigt, dass sich die Möllers zu der wohl erstaunlichsten Golffamilie Hamburgs – wenn nicht Deutschlands – mauserte. Sie waren damals in der Golfwelt so bekannt, wie heute ein Bernhard Langer.

BF.Mohr.Golf
Als Golferin hatte sie Handicap 3

Vera besaß das unglaubliche Handycap 3 und errang viele nationale und internationale Titel und Preise. Die zahllosen Silberpokale, die sie dabei erhielt, ließ sie eines Tages in einen Schmelzofen wandern, um aus dem so gewonnenen Material Silberschmuck zu produzieren.

Natürlich zeigte sie ihren halbwüchsigen Kindern Peter und Monika, wie man es macht, mit Handycap 3 zu spielen und damit eine Deutsche Meisterschaft zu gewinnen.

1953 wurde Tochter Monika Hamburger Golfmeisterin und löste damit ihre Mutter ab. Weitere 13 Male gewann die Tochter diesen Titel noch.

Auch Bruder Peter stand mehrfach, neben Mutter und Schwester, auf dem Siegertreppchen.

Die beiden bestritten – zusammen mit zwei weiteren Damen – viele internationale Golf-Turniere für Deutschland. Was bedeutete: Unsere  Nationalmannschaft wurde Anfang der 60er Jahre zur Hälfte von den Möllers gestellt. Es waren herrliche Turnierzeiten.

Dann mussten Vera und Monika bei den skandinavischen Meisterschaften in Oslo in der Schlussrunde sogar gegeneinander antreten, nachdem jede andere internationale Größe aus dem Feld geschlagen war. Erst führte Vera, dann wurde sie von ihrer Tochter überholt. Während Sohn Peter, gleichfalls mit Handycap 0, bei den Herren im Finale stand. Drei Möllers gewannen an diesem Tag Silber. Welch ein grandioser Möller-Sieg.

Immer wieder neue Kunst-Aktivitäten

Nachdem sich Vera an Glasobjekten erprobt hatte, entwickelte sie eine spezielle Technik, die sie Kristallographik nannte und sich patentieren ließ: Beim Entwerfen farbiger Felder mit Farbe und Holzbeize auf Papier ergaben sich bei Minustemperaturen zunächst unbeabsichtigt an Eisblumen erinnernde kristalline Strukturen, die auch nach dem Auftauen ihre Gestalt bewahrten.

Die vielen von ihr beschrittenen Wege, Aufgaben und Arbeiten nannte sie schlicht und unprosaisch „Aktivitäten“. Es wimmelte bei ihr nur so davon. Dazu gehörte, wie schon erwähnt, ihre Liebe zur Kammermusik, der sich vor allem ihr Mann verschrieben hatte. Viele Jahre leitete er die „Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik“. Vera lieferte für deren Programme immer wieder Karikaturen, belebte Konzert-Abende mit Stegreifgedichten zu jedem beliebigen Thema, die sie aus dem Ärmel zu schütteln wusste.

In späten Jahren gewann manchmal der Gedanke bei ihr Oberwasser, sie habe sich im Leben verzettelt. Weil sie so vieles angefangen, aber mit nichts einen durchbrechenden Erfolg gehabt habe. „Niemand mache ich dafür verantwortlich, nur mich selbst!“ kommentierte sie ihre Selbstzweifel.

Doch gibt es ein erfüllteres Leben, als das von Vera Mohr-Möller? Die gleichzeitig Mutter, Künstlerin, Autorin, Technikerin, Sportlerin, Haus- und Ehefrau war?  Sie verstand es, sich immer wieder neu zu begeistern, um sich, nachdem ein Werk abgeschlossen war, einem nächsten Projekt, einer ganz neuen Erfahrung zuzuwenden.

Vera Mohr-Möller hat ihr Leben mit „Freude am Tun“ erfüllt.

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