Ein Garten über der Elbe

Mit dem zauberhaften Roman „Ein Garten über der Elbe“ hat Marion Lagoda allen, die Blankenese, seine Parks und vor allem den Römischen Garten kennen und lieben, DIE Lektüre des Sommers geschenkt. Die Geschichte der Obergärtnerin Hedda und des kunstvoll von ihr angelegten Gartens hat einen wunderbaren Spannungsbogen, so dass man das Buch erst nach dem Lesen der letzten Seite aus der Hand legen kann

Der Römische Garten in Blankenese ist heute wieder ein wunderschöner, verwunscher Ort mit mediterranem Flair © Wikipedia

Die girlandenförmig geschnittene Hecke, der Blick über den im Sonnenlicht glitzernden Strom, das Amphitheater und das Seerosenbecken – das sind die Überbleibsel dessen, was in den 20er Jahren im Auftrag der Familie Warburg im Römischen Garten angelegt wurde. Doch der Garten bot noch so viel mehr: Trockenmauern mit einer vielfältigen Blütenpracht, italienische Putten und einen üppigen Rosengarten, von einem schmiedeeisernen Tor begrenzt. In dieser Zauberwelt fanden in den 20er Jahren im Amphitheater Theateraufführungen statt, naürlich auch der „Sommernachtstraum“, ein Stück, das wie kaum ein anderes an diesen verwunschen Platz gehört.

Um den Garten zu diesem verborgenen Paradies zu entwickeln bedurfte es nicht nur viel jahrelanger emsiger Arbeit und Pflege, sondern auch detaillierter Planung, Ideen- und Gestaltungsvielfalt. Die Entwicklung des Areals liegt in dem Roman „Ein Garten über der Elbe“ in den Händen der Obergärtnerin Hedda Herzog (im wahren Leben Elsa Hoffa), die von der auf dem weitläufigen Grundstück am Kösterberg wohnenden Familie Clarenburg (Familie Warburg) für die Entwicklung der Fläche eingestellt wurde.

Die historischen Ereignisse über den Ersten Weltkrieg, die politisch unruhigen 20er Jahre, die Machtergreifung der Nationalsozialisten, Reichspogromnacht und Ausbruch des Zweiten Weltkrieges rahmen die Handlung ein, die bis auf die Figuren der Obergärtnerin und der Familie Warburg, im Buch Clarenburg genannt, reine Fiktion ist. Beim Lesen des Buches begleitet man Protagonistin Hedda auf ihrem Weg nach Blankenese, bei der Entwicklung ihrer Ideen für die Gestaltung des Gartens und ihre persönlichen (Liebes-)Beziehungen, die sich aus dem nahezu abgeschlossenen Mikrokosmos auf dem Berg ergeben. Die Leser beobachten die Entwicklung einer modernen Frau mit einem starken Charakter über mehrere Jahrzehnte und empfinden mit dem Fortschreiten der Geschichte immer mehr Sympathien für die anfänglich sehr spröde Hedda Herzog.

Fazit: Der Roman „Ein Garten über der Elbe“ ist ein wunderbar leicht zu lesender, süffig geschriebener Sommeroman für alle, die Blankenese, die Elbe, seine Parks und Gartenpracht lieben und Freude an historischen Details haben.

Dokumentiert und von Autorin Marion Lagoda auführlich recherchiert ist die Gestaltung des Römischen Gartens, der bei seiner Vollendung einer der ganz großen Meisterwerke der Gartenarchitektur war und 1951 von der Familie Warburg der Hansestadt geschenkt wurde. Eine ausführliche Rezsension über das Buch und ein Gespräch mit Autorin Marion Lagoda, die bisher als Fachjournalistin über Gärten schrieb, hat der NDR bereits im April 2022 veröffentlicht.

Am 15. September liest Marion Lagoda in der Buchhandlung Heymann am Bahnhof aus ihrem Roman, weitere Termine ihrer Lesereise gibt es hier

Marion Lagoda
Ein Garten über der Ebe
Hardcover mit Schutzumschlag
384 Seiten
ISBN: 978-3-570-10401-9
22,00 Euro
C. Bertelsmann Verlag

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