Gedanken von Hans Küng

Bild: Kurt Stumpf

Küng, der Weltenkenner und vielseitige Theologe, Erfinder des „Weltethos“, war vom Leitmotiv eines tiefen Vertrauens inspiriert: Vertraue der Welt, den Mitmenschen und Gott. Daraus erwuchs eine Fülle von interessanten Büchern und weiterführenden Gedanken.  Hans Küng starb am 6. April 2021.
Die Freunde Hermann Häring und Walter Lange geben wöchentlich einen Denkanstoß von Hans Küng.

Wenn Sie die „Anstöße“ per Mail erhalten wollen, dann senden Sie Ihre Adresse an Kueng.Gedanken@Blankenese.de.und falls sie sich abmelden wollen, dann gilt dieselbe Adresse.

Zwei Texte von Prof. Hermann Häring:

Vortrag in Luzern am 28. November 2022
Zur inneren Dynamik und zukünftigen Relevanz von Hans Küngs Werk
Motive – Grundentscheidungen – Visionen

Und ein Text, veröffentlicht bei HERDER: Beschädigtes Menschenbild: Maria wurde frei von Erbsünde geboren – das feiern die Katholiken zu Mariä Empfängnis am 8. Dezember. Doch was heißt das eigentlich? Gedanken über ein Dogma, das viel Leid gebracht hat.

2022 – Sammlung der „Gedanken“ von Hans Küng

Advent 4. -10. Dezember: Für unsere Lebenspraxis ist das Entscheidende der Botschaft Jesu vom Reich und Willen Gottes völlig eindeutig: Es ist in Sprüchen, Gleichnissen und entsprechenden Taten eine frohe, erfreuliche Botschaft von einer neuen Freiheit. Dies bedeutet für mich hier und heute:
–  sich gerade in Zeiten von Börsenfieber und Shareholder-Value nicht beherrschen zu lassen von der Gier nach Geld und Prestige,
–  sich gerade in Zeiten einer neu aufgelebten imperialistischen Politik nicht beeindrucken zu lassen vom Willen zur Macht,
–  sich gerade in Zeiten einer beispiellosen Enttabuisierung und eines hemmungslosen Konsumismus nicht versklaven zu lassen vom Trieb zum Sex und der Sucht nach Genuss und Vergnügen,
–  sich gerade in Zeiten, da allein Leistung den Wert des Menschen auszumachen scheint, für die Menschenwürde der Schwachen, »Unproduktiven« und Armen einzusetzen. (Was ich glaube, 221) 

27. November – 3. Dezember: Gott gehört die Zukunft. Der prophetische Verheißungsglaube ist von Jesus entscheidend konkretisiert und intensiviert worden. Die Sache Gottes wird sich in der Welt durchsetzen! Von dieser Hoffnung ist die Reich-Gottes-Botschaft getragen. Im Gegensatz zur Resignation, für die Gott im Jenseits bleibt und der Lauf der Geschichte unabänderlich ist. Nicht aus dem Ressentiment, das aus der Not und Verzweiflung der Gegenwart das Bild einer völlig anderen Welt in eine rosige Zukunft hineinprojiziert, stammt diese Hoffnung. Sondern aus der Gewissheit, dass Gott bereits der Schöpfer und der verborgene Herr dieser widersprüchlichen Welt ist und dass er in der Zukunft sein Wort einlösen wird. (Christ sein 206)

20. -26. November: Und vieles gibt mir der Herr im Schlaf. Wenn mir spät in der Nacht die Augen zufallen, wenn ich eine komplexe Frage nicht durchschauen oder die Antwort nicht formulieren kann, sage ich mir oft den Psalm-Vers 127,2: »Den Seinen gibt es der Herr im Schlaf!«
Natürlich weiß auch ich, was Psychoanalyse und Hirnphysiologen durch minutiöse Forschung herausgefunden haben, dass das menschliche Gehirn in der Nacht die Tageseindrücke unermüdlich verarbeitet. Aber ich weiß noch etwas, was mir weder Psychoanalytiker noch Hirnforscher sagen können: dass ich in Gottes Hand bin und mir deshalb keine unnötigen Sorgen um den morgigen Tag machen soll. (Umstrittene Wahrheit, 298)

16. (Bußtag) -19. November: Mutterseelenallein weit draußen im See schwimmend verspüre ich ganz am Anfang, besonders bei bedecktem Himmel, doch ein klein wenig Unbehagen beim Gedanken an die gewaltige Tiefe des Sees. Nein, ich bin kein Naturmystiker, der »Gott im Wald« oder auf dem See findet.
Aber ich kann es sehr wohl erleben, dass ich mich auf »meinem« See ganz und gar vergesse. Nirgendwo kann man so wie hier diese Erfahrung machen: dass das Ich in einem größeren umfassenden Ganzen aufgeht und doch nicht zu einem Tropfen Wasser wird, sondern sich selber bleibt. Ungezählte Ideen, Gedanken, Einfälle sind mir, mich vergessend, im See gekommen. Und auch Gebete der Dankbarkeit: »Du hältst mich hinten und vorn umschlossen und hast Deine Hand auf mich gelegt« (Psalm 139,5). (Erkämpfte Freiheit, 37)

13. – 15. November: Was ist geschehen? Ich spüre, dass ich gänzlich, mit Augen und Ohren, Leib und Geist nach innen gewendet bin; das Ich schweigt, und alles Äußere, alle Entgegensetzung, alle Subjekt-Objekt-Spaltung ist für einen Augenblick überwunden. Die Musik ist nicht mehr ein Gegenüber, sondern ist das Umfangende, Durchdringende, von innen her Beglückende, mich ganz Erfüllende. Mir drängt der Satz sich auf: »In ihr leben wir, bewegen wir uns, und sind wir.«Doch dies ist bekanntlich ein Wort der Schrift aus der Rede des Apostels Paulus auf dem Aeropag zu Athen, wo Paulus vom Suchen, Ertasten und Finden Gottes spricht, der keinem von uns fern ist, in dem wir leben, uns bewegen, und sind. (Musik und Religion, 50)

6.-12. November: Wenn ich ohne Störung von außen, zu Hause allein oder auch mal im Konzert, ganz und gar intensiv Mozarts Musik aufzunehmen versuche, die Augen vielleicht geschlossen, dann spüre ich plötzlich, wie sehr ich vom Gegenüber des Klangkörpers losgekommen bin, nur noch den gestalteten Ton höre, Musik und sonst nichts. Es ist die Musik, die mich jetzt ganz umfängt, durchdringt und plötzlich von innen her klingt.  (Musik und Religion, 50) 

zwischendurch – zum Reformationstag 31.10.: Luther hat wie in den 1500 Jahren vor ihm keiner, selbst Augustin nicht, einen unmittelbaren existentiellen Zugang zu der so bald nicht mehr ursprünglich verstandenen Rechtfertigungslehre des Paulus gefunden. Und diese Wiederentdeckung, der ursprünglichen paulinischen Rechtfertigungsbotschaft unter den Verschiebungen, und Verschüttungen, den Verkleisterungen und Übermalungen von anderthalb Jahrtausenden ist eine erstaunliche, ist eine ungeheure theologische Leistung. Schon von daher legt sich eine formelle Rehabilitierung Luthers und eine Aufhebung der Exkommunikation durch Rom nahe. (Christentum 613)

30. Oktober – 5. November: Was wird die Zukunft sein für den Islam hier [in Istanbul] und in anderen Ländern, wer werden die Erben sein dieser 1300-jährigen Kultur? Werden es die Modernisten und Säkularisten sein, die meinen, auf Islam, Religion überhaupt verzichten zu können? Oder aber die Traditionalisten und Fundamentalisten, die mit einer genaueren Befolgung der religiösen Schrift meinen diesen Gesellschaften wieder ein neues geistig-moralisches Fundament geben zu können? Meine Hoffnung war und ist, dass sich weder die einen noch die anderen voll durchsetzen. Sondern dass diejenigen wieder größeres Gewicht bekommen, die die Substanz des Islam bewahren wollen, aber zugleich die Botschaft des Koran in die heutige Zeit hinein zu übersetzen versuchen. Also weder ein gottloser Säkularismus noch ein weltfremder Fundamentalismus. Vielmehr eine Religion, die gerade dem Menschen von heute wieder einen Sinnhorizont, ethische Maßstäbe und eine geistige Heimat zu vermitteln vermag. Eine Religion jedenfalls, die nicht trennt und spaltet, sondern eine Religion, die verbindet und versöhnt. 
(Erinnerungen III 254)

23. – 29. Oktober: Anlässlich eines Gesprächs mit einer Gruppe von Mullahs am 8.3.1985 in Teheran: Dies wird für mein ganzes Leben die Bestätigung meiner Grundhaltung im interreligiösen Dialog sein. Ich will nicht von einem übergeordneten „neutralen“ Standpunkt aus alles beurteilen, sondern will Offenheit und Wahrheitsgewissen, Pluralität und Identität, Dialogfähigkeit und Standfestigkeit verbinden. Diese Grundhaltung ermöglicht es mir, beim Gegebenen anzusetzen und es dem Prozess des Gesprächs überlassen, was dabei als Resultat herauskommt … Vor allem kann ich auch meinen Gesprächspartnern von vornherein ihren Glaubensstandpunkt zugestehen und von ihnen zunächst nur die unbedingte Bereitschaft, zu hören und zu lernen, erwarten. 
(Erinnerungen III, 225f )

16. – 22.10.2022: Das heute für Juden typische Symbolbild dürfte der fromme Jude mit der Torarolle sein, für Christen wohl die Abendmahlsfeier. Für den Islam aber ist typisch das Bild vom gemeinsamen Ritualgebet der sich vor Gott niederwerfenden und mit der Stirn den Boden berührenden Muslime. Hier wird jedenfalls ganz sinnenhaft zum Ausdruck gebracht, um was es dem Islam zentral geht: nicht um ein neues Gesellschaftssystem oder eine politische Ideologie, nicht um eine Anthropologie und nicht einmal um eine Theologie, vielmehr um die ganz praktische Hingabe an Gott, wie sie im Gebet, in der Glaubenshaltung und in bestimmten Riten und Pflichten zum Ausdruck kommt. (Der Islam 114)

9. -15.10.2022: Als tiefdunkler Schatten begleitet das Un-Wesen das Wesen jeder Religion unabweisbar durch alle geschichtlichen Epochen hindurch. Das ist der Grund, weswegen man die Geschichte jeder Religion unter einem positiven wie unter einem negativen Vorzeichen sehen kann … Wie im Christentum so lässt sich auch im Islam im Lauf der Zeiten nicht nur eine Gestaltung und Bewältigung der Geschichte, sondern auch ein Verfall, ein Kapitulieren vor der Geschichte erkennen. (Der Islam 51)

2. – 8.10.2022: Im Zeitalter eines erwachten ökumenischen Bewusstseins möchte ich … für ökumenische Gesamtverantwortung aller für alle werben – gerade angesichts der durch eine völlig verfehlte Politik zugespitzten weltpolitischen Situation. Aus solcher interreligiöser Verantwortung wird man am Wohlergehen auch des Islam interessiert sein müssen. Respekt vor dem Islam sollte die Basis sein, um bestimmte Reformanliegen aus dem Wesen des Islam heraus zu formulieren – in interreligiöser Solidarität mit ungezählten Musliminnen und Muslimen, die den Reformdruck ungleich existentieller verspüren als ein christlicher Theologe. (Der Islam 54f)

25.9. – 1.10.2022: In Isfahan, 8.3. 1985: Wir stehen am hellen Vormittag um etwa 11 Uhr auf dem großen Platz – und da plötzlich von ganz nahe der ohrenbetäubende Knall einer Bombe mit einer aufsteigenden riesigen schwarzen Rauchwolke! Die Iraker bombardieren Isfahan! Ein Schrecken, aber er hält sich in Grenzen und hindert mich nicht daran, kurz darauf am selben Platz eine jener schönen persischen Miniaturen zu kaufen. Ich glaube mich ja in Gottes Hand und kann in Deutschland ebenso gut wie im Iran mein Leben verlieren. So dachte ich schon, als ich mich zu dieser Iranreise entschloss.“ (Erinnerungen III, 227f)

18. – 24.9.: Von meiner Erziehung her habe ich die Bejahung des eigenen Wertes, der eigenen Fähigkeiten, aber auch der eigenen Grenzen mitbekommen. Meine Leistungen, etwa in der Schule und auch in Rom, wurden anerkannt, aber nicht überschätzt. Vielmehr lernte ich Selbstbejahung und Selbstbescheidung verbinden, Wunschbild und Wirklichkeit der eigenen Person unterscheiden. Selbstkritik ist Medizin gegen Eitelkeit. Und Selbstkritik wurde mir durch all die Jahre anerzogen, einerseits durch spirituelle Schulung und methodische Gewissenserforschung, andererseits durch wissenschaftliche Bildung und ständiges Hinterfragen eigener Positionen. (Erlebte Menschlichkeit, 624)

11. – 17.9.: Für manche Zeitgenossen ist man schon »eitel«, wenn man aufgrund seiner Kompetenz und vor allem Wahrhaftigkeit und Verständlichkeit öfter als andere Theologen zu Fernsehsendungen  eingeladen wird; oder wenn man auf einen sportlichen Körper und angemessene Kleidung Wert legt und bisweilen einen Schlips trägt; wenn man gut rasiert ist und mit 85 noch nicht alle Haare verloren hat. (Erlebte Menschlichkeit, 623f)

4. – 10.9.: Ist es denn schon »Eitelkeit«, wenn man ein gesundes Selbstbewusstsein zeigt und für kirchliche Aktionen Begründungen fordert? Nicht selten stellen Journalisten, wenn ihnen nichts mehr einfällt, die persönliche Frage: »Sind Sie eitel?«, was ich am liebsten mit der Gegenfrage beantworten würde: »Und Sie?« Doch dann erschiene man ja selber als »eitel«. (Erlebte Menschlichkeit, 623)

28.8. – 3.9.2022: Wenn man zum Markenzeichen seiner eigenen Universität erklärt wird, wenn man so viel Lob und Ehre erhält, wenn das alte Sprichwort »Viel Feind´, viel Ehr» im Lauf der Jahrzehnte sich geradezu ins Gegenteil verkehrt, da muss man sich auch im Alter überprüfen, ob man nicht in jene Untugend verfällt, der ich schon seit früheren Jahren in der Auseinandersetzung mit Rom stets angeklagt wurde: der Eitelkeit. (Erlebte Menschlichkeit, 623)

21. – 27.8.: Auch das Ziel des Ganges ist das Meer, zu dem alle Ströme fließen. Das Ziel aller Religionen ist der eine Gott, zu dem sie auf verschiedenen Wegen führen. So lernen es viele Inder schon als Kinder mit dem Vers:

„Wie verschiedene Ströme, die ihre Quellen
an verschiedenen Orten haben, allesamt ihr Wasser
in das Meer gießen, so o Herr, führen die
verschiedenen Pfade, welche die Menschen mit
ihren verschiedenen Tendenzen einschlagen,
so unterschiedlich sie auch sind,
gekrümmt oder gerade,
alles samt zu dir.“
(Spurensuche, G.W. 14, 138)

14. – 20.8..: Der Mensch muss die sichtbare Oberfläche der Dinge durchstoßen und in sich selber hineinschauen. Dann findet er zutiefst in sich, wenn er die Augen gleichsam schließt und sich nach innen wendet, in sich selber den Ursprung, den Urgrund des Seins, das Brahman, und erfährt: Dieses Brahman und das Atman – so nennt man in Indien die Seele, den Geist – sind … letztlich eins. Das ist nicht ganz so fern von dem, was die christliche Mystik gefunden hat, dass es eine letzte Einheit irgendwo in der Tiefe des menschlichen Wesens gibt. Und sie haben von dort her gefordert: ‚Gott suchen in allen Dingen, vor allem in dir selbst.“ (Erinnerungen III, 367f.)

7. – 13.8.: So verstehen sich viele Hindus aus gutem Grund als Monotheisten: Sie glauben an eine einzige göttliche kosmische Kraft, an das eine Uranfängliche, Absolute, umfassend Göttliche, und verbinden dies … mit einer bestimmten Offenbarungsgestalt des Vishnu, des Shiva oder Shakti. Gemäß einem wichtigen Konzilstext „erforschen im Hinduismus die Menschen das göttliche Geheimnis und bringen es in einem unerschöpflichen Reichtum von Mythen und in tiefgründigen philosophischen Versuchen zum Ausdruck und suchen durch asketische Lebensformen oder tiefe Meditation oder liebend-vertrauende Zuflucht zu Gott Befreiung von der Enge und Beschränktheit unserer Lage“. (Erinnerungen III, 361)

31.7. – 6.8.: In meinem Vortrag in Bombay 1964 nehme ich gegen den mittelalterlichen Monopolanspruch der „allein selig machenden“ katholischen Kirche auf Wahrheit und Heil Stellung. Ich berufe mich auf die universale Heilsperspektive der Hebräischen Bibel im Buch Genesis und des Neuen Testaments … Meines Erachtens muss … nicht nur den einzelnen Nichtchristen, sondern auch den Weltreligionen als solchen … eine Funktion im Heilsplan Gottes zugeschrieben werden“ (Erinnerungen III, 359f).

24. – 30. Juli: Auf meinem Primizbildchen vor fünfzig Jahren steht zu lesen:  »Betet auch für mich, dass Gott mir die Tür für das Wort auftue, damit ich das Geheimnis Christi verkünde.« (Kol 4,3)
Das also macht mich selbstbewußt: Ich mache mich nicht selbst zu Fundament und Maßstab, sondern das ist für mich Jesus, der Christus, mit seiner Botschaft und seinem Geschick. Dies ist das Fundament, auf dem ich stehe, der Maßstab, an den ich mich halte, das Geheimnis, aus dem ich lebe. (50 Jahre Priester)

17. -23. Juli: Zu sehr bin ich überzeugt, dass alles, auch meine Ideen und Leistungen, geschenkt sind, als dass ich nicht an jedem neuen Tag schon vor dem Frühstück zum Ausdruck bringen möchte: einen Dank für die geruhsame Nacht und eine Bitte für das, was ich vorhabe, oftmals auch anderer gedenkend, die mir Sorgen bereiten. Ein Gebet auch mittags, und so auch abends: Dank für den Tag und Bitte für die Nacht. Das Gebet ist, sagt Mahatma Gandhi, der Schlüssel für den Morgen und der Türriegel für den Abend. (Erkämpfte Freiheit, 522f )

10. – 16. Juli: Auch wenn ich Gäste aus anderen Religionen oder von keiner Religion habe, unterlasse ich es nie, ein Tischgebet zu sprechen. Die Vertikale ins Unendliche gehört bei mir selbstverständlich zum Horizont auf Erden. (Erkämpfte Freiheit, 522)

3. – 9. Juli: Es genügt, dass man sich jeden Morgen beim Frühstück, mittags und abends nur einen Augenblick besinnt und dankt, etwa für die Nacht und bittet für das Gelingen des Nächstliegenden. Ich mache das regelmäßig vor allen Mahlzeiten. So sage ich zum Beispiel: »Ich habe heute ein Gespräch mit einem Journalisten vor, das recht schwierig ist. Es mögen mir die richtigen Worte eingegeben werden und die richtige Atmosphäre herrschen.« Darum bitte ich. (Wozu Weltethos? 96 f.)

26. Juni – 2. Juli: Das Gebet spielt für mich eine große Rolle. Allerdings halte ich es auch da wieder mit Jesus, der gesagt hat: »Wenn Ihr betet, dann plappert nicht wie die Heiden, die viele Worte machen. Denn Euer himmlischer Vater weiß schon, um was Ihr ihn bittet.« (Wozu Weltethos? 96 )

19. – 25. Juni: Ich zweifle nicht daran, dass [buddhistische] Meditationsübungen auch für Christen eine Hilfe sein können: um durch Loslösung von der Welt und Einkehr nach innen zur Überwindung von Verblendung, Hass und Begehrlichkeit und so zur Ruhe, Gelassenheit, und Selbstvergessenheit zu gelangen, also zu einer wahren inneren Befreiung und zur Erleuchtung. (Erlebte Menschlichkeit, 399f)

12. -18. Juni: Der Buddha Gautama ist ein harmonisch in sich ruhender Erleuchteter und Wegweiser aus mystischem Geist: Von niemandem gesandt, fordert er für die Erlösung vom Leiden im Nirvana ein Aufgeben des Lebenswillens, ruft er zur Weltabkehr und Inneneinkehr, zu methodischer Meditation in Stufen der Versenkung und so schließlich zur Erleuchtung. So bringt er in Gleichmut ohne alle persönliche Anteilnahme jeder fühlenden Kreatur – Mensch und Tier – Sympathie, Milde und Freundlichkeit entgegen; ein universales Mitleid und friedvolles Wohlwollen. (Credo 78)

5. – 11. Juni: Ich erinnere mich, wie ich schon 1984 in einem birmanischen Meditationszentrum … eine Meditation mitgemacht hatte: In Achtsamkeit beobachte ich im Sitzen meinen eigenen Atem und versuche zugleicht nichts zu denken. Aber ich achte auf das ständige Auf-und Anschwellen und momentane Anhalten des Atems, das für Buddhisten auf die Vergänglichkeit und Substanzlosigkeit des menschlichen Daseins und aller Dinge hinweist. Dieses ruhige gleichmäßige Atmen kann jedoch, scheint mir, auch anders empfunden werden: Dass der Atem nicht stockt, sondern immer wieder neu anschwillt, erscheint mir als ein Zeichen des immer neuen Lebens. Gerade das Atmen lässt mich so das Leben bejahen und auf diese Weise meinen Geist zur Ruhe kommen. Später habe ich diese Haltung als Lebensvertrauen oder »Grundvertrauen in die Wirklichkeit« analysiert. Welches Wunder, dass auch mein Herz seit meiner Geburt jetzt schon weit über acht Jahrzehnte Tag und Nacht schlägt, ohne auch nur eine Minute auszusetzen …“ (Erlebte Menschlichkeit, 399)

29. Mai – 4. Juni: Ganz selten in der religiösen Geschichte der Menschheit gibt es Momente, wo eine geistesmächtige Gestalt in den Strom einer Religion steigt und ihn in eine neue Richtung lenkt – durch Wort, Tat und Geschick. Zu diesen wenigen Gestalten gehört der Buddha, von dem der katholische Theologe Romano Guardini mit größtem Respekt schreibt: »Dieser Mann bildet ein großes Geheimnis. Er steht in einer erschreckenden, fast übermenschlichen Freiheit; zugleich hat er dabei eine Güte, mächtig wie ein Weltkraft. Vielleicht wird Buddha der letzte sein, mit dem das Christentum sich auseinanderzusetzen hat.« (Erlebte Menschlichkeit, 379f)

22. – 28. Mai 2022: Wenn ich mich auf Jesu Weg einlasse und im Alltag mein eigenes Kreuz nüchtern auf mich nehme, kann ich das Leid nie schlechthin besiegen und beseitigen. Aber ich kann es im Glauben durchstehen und bewältigen. Ich werde dann vom Leid nie einfach erdrückt und im Leid nicht verzweifelt untergehen. Wenn Jesus im äußersten Leid der Menschen- und Gottverlassenheit nicht unterging, dann wird auch der, der in vertrauendem Glauben sich an ihn hält, nicht untergehen. (Was ich glaube, 255)

15. – 21. Mai 2022: Kein Kreuz der Welt kann jedenfalls das Sinnangebot widerlegen, das im Kreuz des zum Leben Erweck­ten aufgerichtet ist: ein Zeichen dafür, dass auch äußerste Bedro­hung, Sinnlosigkeit, Nich­tig­keit, Verlas­sen­heit, Einsamkeit und Leere von einem mit dem Menschen soli­da­rischen Gott umfangen sind. So ist dem Glau­ben­­den ein Weg zwar nicht am Leid vorbei, wohl aber durch das Leid hindurch eröffnet. (Was ich glaube, 254)

8. – 14. Mai 2022: Jesus selber hat das Leiden nicht gesucht, es wurde ihm aufgezwungen. Ich glaube auch nicht, dass der Mensch gerade im Leiden Gott am nächsten ist. Das würde ja den Himmel zur Hölle machen. (Was ich glaube, 252)

1. – 7. Mai 2022: Offizielle Verkünder des Wortes haben zu einem nicht geringen Teil die Schuld, wenn die »Frommen«das Kreuz als Entwürdigung des Menschen missverstehen. Wie viel Schindluder hat man mit dem Kreuz getrieben! Wozu musste das Kreuz in den Kirchen nicht alles herhalten. (Christ sein, 564)

24. – 30.4.2022: Es war das Parlament der Weltreligionen, das in Chicago am 4. September 1993 eine „Erklärung zum Weltethos“ verabschiedet hat, die zum ersten Mal in der Geschichte der Religionen einen minimalen Grundkonsens eben bezüglich verbindlicher Werte, unverrückbarer Maßstäbe und persönlicher Grundhaltungen formuliert hat. Ein ethischer Grundkonsens, der 

  • von allen Religionen trotz ihrer „dogmatischen“ Differenzen bejaht werden und 
  • auch von Nicht-Glaubenden mitgetragen werden kann. (Das Christentum 896)

17. – 23.4.2022: Die grundsätzliche Frage ist: Warum soll der Mensch – als Individuum, Gruppe, Nation, Religion verstanden – sich nicht bestialisch, rein triebhaft, sondern menschlich, wahrhaft menschlich, also human benehmen? Und warum soll er dies unbedingt, das heißt: in jedem Fall tun? Und warum sollen dies alle tun, und soll keine Schicht, Clique oder Gruppierung, kein Staat und keine Partei ausgenommen sein? … das ist die Grundfrage einer jeden Ethik in einer Zeit, die von zunehmenden wissenschaftlich-wirtschaftlichen Globalisierungstendenzen geprägt ist. (Das Christentum 895)

10.- 16.4.2022: Steht das Ethos im großen welthistorischen Streit zwischen Macht und Moral nicht von vornherein auf verlorenem Posten, wie die Machiavellisten unter Politikern und Pressekommentatoren uns immer wieder glauben machen wollen? Ist, wer die Einhaltung bestimmter humaner „Werte“ auch in der Außenpolitik fordert, ein naiver „Prediger“ und der, der die Politik allein auf „Interessen“ aufbaut, ein kühler „Stratege“? … Merkwürdig, dass man solch angebliche realistische Postulate noch vorträgt, nachdem selbst die so zynisch mit „Realpolitik“ operierenden osteuropäischen kommunistischen Diktaturen schließlich vor moralischen Postulaten der eigenen Bevölkerung kapitulieren mussten! (Das Christentum 892f)

3. – 9.4.2022: Wer nicht geschichtsblind ist, dem wird aufgefallen sein, dass die modernen Staatgrenzen in Osteuropa (zum Teil auch in Afrika) zu verblassen scheinen vor jenen uralten Grenzen, die von Völkerschaften, Religionen und Konfessionen einmal gezogen wurden: zwischen Armenien und Aserbeidschan, zwischen Georgien und Russland, der Ukraine und Russland und eben auch zwischen den verschiedenen Völkerschaften in Jugoslawien … Die wichtigsten Konflikte der Zukunft [so Huntington] werden entlang der kulturellen Schuldlinien (cultural fault lines), die diese Zivilisationen voneinander trennen, ausbrechen. (Das Christentum 888f)

27.3. – 2.4.2022: Die Sonderrolle der Ukraine: Nach der Übersiedlung der Metropoliten nach Moskau [1326] hatten die Orthodoxen außerhalb des Moskauer Reichs die Bildung einer selbständigen Hierarchie durchgesetzt. Aus der Not, ihre Gleichstellung beim katholischen Herrscher und im Reichsparlament (Sejm) ständig erkämpfen zu müssen, entwickelten hier die orthodoxen Laien ein nicht geringes Selbstbewusstsein … Unter ihnen herrschte kein starrer Traditionalismus und keine Fremdenangst Moskauer Prägung. Wie selbstverständlich besuchten sie katholische und evangelische Universitäten, setzten sich mit westlichen Ideen auseinander und übernahmen vieles, was sich mit ihrem orthodoxen Glauben vereinbaren ließ. (Das Christentum 321)

20. – 26. März: Vor Gott bin ich, wie ich nun einmal bin – ob ein bisschen mehr oder weniger schön, intelligent, gesund, effizient -, bin ich wertvoll, wichtig, angenommen. Und dies selbst dann, wenn ich durch keine Arbeit mehr Bestätigung finde, wenn ich durch keine Leistung mehr vor den Menschen glänzen kann. Alt oder krank geworden bleibe ich angenommen, ja geliebt, auch wenn ich durch Leistungen nichts mehr zu bringen vermag. (Vertrauen, das trägt, 21f)

13. – 19. März: Worauf kommt es letztlich an?  Dass der Mensch die Grenzen des Leistungsdenkens erkennt, Leistungszwang durchbricht. Dass er sein Leben auf eine neue Grundlage stellt … dass er sich bei allem Leben und Arbeiten in erster und letzter Instanz doch auf etwas verlässt, was ihn durch alle Erfolge und Misserfolge des Lebens, durch Gutes und Böses hindurchzutragen vermag. Kurz gesagt: dass er inmitten aller vorletzten Wirklichkeiten sein Vertrauen unerschütterlich auf jene erste und letzte Wirklichkeit setzt, die wir mit dem viel missbrauchten Namen Gottbezeichnen.  (Rechtfertigung, Serie Piper, XXI.)

6. – 12. März: Durch alle Arbeit und alle Leistungen kann der Mensch auch den Fluch des Leistungsgesetzes erfahren, gewinnt er noch keineswegs die so sehr gewünschte innere Freiheit, sondern oft neue Unfreiheit und Versklavung … Natürlich sollen wir auf Leistung nicht von vornherein verzichten, Leistung gar verteufeln. Aber wir wissen,
dass der Mensch nicht in seinem Beruf und seiner Arbeit aufgehen darf,
dass er als Person mehr ist als die Rolle, die er zu spielen hat,
dass die Leistungen zwar wichtig, aber nicht entscheidend sind. (Herzstücke, 26f)

27. Februar – 5. März: In der modernen Leistungswelt muss der Mensch sich in seiner Existenz ständig selbst rechtfertigen: nicht nur wie früher vor dem Richterstuhl Gottes, sondern vor dem oft wenig gnädigen Forum seiner näheren Umwelt, vor der Gesellschaft, ja auch vor sich selbst. Und rechtfertigen kann der Mensch sich in dieser Leistungsgesellschaft nur durch Leistung: Nur durch Leistung ist er etwas, gewinnt er das Ansehen, das er braucht. (in: Gellner/Langenhorst, Herzstücke, 26)

19. – 26. Februar 2022: Eine wahrhaftige Kirche gibt dem Menschen keine billigen Rezepte für sein privates Leben und noch weniger für die Weltpolitik in ihren verschiedenen Formen, aber sie gibt dem Menschen Boden unter die Füße, indem sie ihn wissen lässt um sein Woher und Wohin, sein Warum und Wozu. …  (Hans Küng, Sämtliche Werke, Band 5/168)

13. – 18. Februar 2022: Nur der innerlich wahrhaftige Mensch ist für die Erfassung der Wahrheit, die ihn fordert, disponiert. Die volle Wahrheit verschließt sich dem, der sich selbst gegenüber in Unwahrhaftigkeit lebt. 
In diesem Sinne ist die Wahrhaftigkeit für den modernen Menschen vielfach grundlegender als die Wahrheit … 
Wahrhaftigkeit ist so für die Menschen in einer pluralistischen Gesellschaft praktisch die Basis aller Toleranz …, die Basis allen Zusammenlebens und Zusammenwirkens. (Hans Küng, Sämtliche Werke, Band 5/76)

6. – 12. Februar 2022: Wahrhaftigkeit meint zunächst jene Grundhaltung, in der ein Einzelner oder eine Gemeinschaft trotz Schwierigkeiten für sich selbst wahr, durchsichtig bleibt, mit sich selbst übereinstimmt: die volle Redlichkeit gegenüber sich selbst und damit dann auch gegenüber den Mitmenschen und gegenüber Gott, die volle Redlichkeit im Denken, Reden und Handeln. (Hans Küng, Sämtliche Werke, Band 5/59)

30. Januar – 5. Februar 2022: Eines Tages zirkulierte in der Konzilsaula des Vatikanum II ein kleiner Zettel mit nur einem Satz ohne Quellenangabe, aber er zauberte auf das Gesicht eines jeden Bischofs ein verschmitzt-verstehendes Lächeln [in deutsch:] „Der Senat irrt nicht, und wenn er irrt, korrigiert er es nicht, damit nicht der Eindruck entsteht, er habe geirrt.“… 
Im Konzil fiel mir dann erst recht auf, wie oft in den Diskussionen „die Wahrheit“ in unwahrhaftiger Weise vertreten wurde. Und so schienen mir denn Grundhaltungen wie Freiheit und Wahrhaftigkeit in der Kirche selbst wichtiger zu sein als alle möglichen konkreten Anweisungen an die Menschen „in der heutigen Welt“ … (Hans Küng, Sämtliche Werke, Band 22/182f)

16. -22.1.2022: Verunsichert suchte ich in Rom das Gespräch mit meinem geistlichen Berater. Dessen Antwort: »Man muss eben glauben!« Glauben? Immer nur glauben? Doch plötzlich – mitten in diesem Gespräch durchzuckt mich eine Erkenntnis. Ich spreche ungern von einer »Erleuchtung«. Es war eine spirituelle Erfahrung: Wage ein Ja! Statt eines Grundmisstrauens ein Grundvertrauen: zu dir selbst, zu den anderen Menschen, zur Welt, zum Leben, zur fraglichen Wirklichkeit überhaupt! Und Sinn scheint auf, macht hell, wird Licht … (Erkämpfte Freiheit, 132 f.)

9. -15 Januar 2022: Nachdem ich schon mehrere Semester eifrig in Rom studiert hatte, traf ich während meines Berliner Feriendiakonates einen jungen Künstler, der mich in ein langes Gespräch über den Sinn des Lebens verwickelte. Dabei machte ich eine schmerzliche Erfahrung: Ich erwies mich unfähig, meinem Gesprächspartner eine überzeugende Antwort zu geben. (Erkämpfte Freiheit, 129)

1. -8. Januar 2022: Wir Menschen, und wir Menschen allein, sind sinnsuchende Wesen. Einen tieferen Lebenssinn gewinnen wir aber nur dadurch, dass wir unser Leben auf eine Tiefendimension hin öffnen. Dadurch, dass wir bei allem Leben und Erleben, bei allem Arbeiten und Verarbeiten in erster und letzter Instanz uns doch auf etwas verlassen, dessen Quelle nicht wir selber sind. (Vertrauen, das trägt, 21)

23. -29. Januar 2022: Ob man es mir nachfühlen kann, dass diese seltsame Erfahrung mich mit unbändiger Freude erfüllte? Das ist gelebte, realisierte Freiheit: Ja sagen, Grundvertrauen wagen, Lebensvertrauen riskieren. So kann ich weitermachen und einen aufrechten Gang bewahren. (Erkämpfte Freiheit, 133)


Nachrufe für Hans Küng

Walter Lange

Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel

Prof. Hermann Häring

Michael von Brück 

Biografie Hans Küng auf Wikipedia  


Sammlung

Predigt von Prof. Hermann Häring
2. Adventssonntag 2021 in der ev. Kirche am Markt in Blankenese
„Ihr müßt wieder der Leuchtturm sein“

Vortrag von Prof. Hermann Häring
„Jenes ganz und gar vernünftige Vertrauen, das sich Glauben nennt“
Grundentscheidungen im Lebenswerk von Hans Küng
Vortrag in der GemeindeAkademie Blankenese am 4. Dezember 2021


BILDER

Wenn Sie uns Bilder von Hans Küng zur Verfügung stellen, würden wir sie hier auch gern veröffentlichen.


Prof. Dr. Herbert Haag (verst. 2001) und Hans Küng

Auf der Internetseite der Stiftung: Herbert Haag bezeichnete den bedeutenden Theologen Hans Küng als seinen besten Freund. Das gemeinsame Streben nach theologischer Wahrheit und Erneuerung verband sie. Beide wurden 1960 an die Universität Tübingen berufen, wo sie zwanzig Jahre zusammen wirkten. Weitere zwei Jahrzehnte engagierten sie sich gemeinsam in der Herbert Haag Stiftung für die Freiheit in der Kirche.

Foto: Herbert Haag Stiftung

Foto: Herbert Haag Stiftung
2012: > Die Österreichische Pfarrerinitiative hat den Herbert-Haag-Preis für Freiheit in der Kirche erhalten. Deren Obmann, der Probstdorfer (Bezirk Gänserndorf) Pfarrer Helmut Schüller, nahm den Preis in der Schweiz entgegen. Die Herbert Haag-Stiftung verlieh den mit 10.000 Euro dotierten Preis für Freiheit in der Kirche. Der Niederösterreicher erhält diese Auszeichnung „für sein mutiges Einstehen für die Pfarrer-Initiative mit der Aufforderung zum Ungehorsam angesichts der Untätigkeit der Bischöfe und der römischen Verweigerung einer längst notwendigen Kirchenreform“, sagte Stiftungsvorsitzender Hans Küng in seiner Rede. Bei der Preisverleihung in Luzern in der Schweiz ging Küng mit der katholischen Kirche schwer ins Gericht: „Sie haben deutlich gemacht, dass offen eingestandener und durchgehaltener Ungehorsam gegenüber blinden und verblendeten Vorgesetzten eine höhere Form des Gehorsams sein kann als der servile oder geheuchelte Pseudogehorsam.“ <Nachricht im ORF

Im Eingangsbereich des ev. Gemeindehauses Blankenese (Foto: Febr. 2022)

Vortrag in Tübingen. Foto: Irene Dias-Küng
Die erste Messe von Hans Küng in St. Peter.
von links:  P. Günthör, Hans Küng, sein „geistlicher Vater“ Franz Xaver Kaufmann, und Otto Wüest
Foto: Irene Dias-Küng