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Jean Asselborn zu Besuch bei Blankenese Miteinander e.V. und der Buchhandlung Wassermann

Jean Asselborn zu Besuch bei Blankenese Miteinander e.V. und der Buchhandlung Wassermann

Jean Asselborn zu Besuch bei Blankenese Miteinander e.V. und der Buchhandlung Wassermann

Jean Asselborne ist der dienstälteste Außenminmister in der Europäischen Union. Von 2004 bis 20017 vertrat er Luxemburg in der Welt. Am 26. September sprach er in der Buchhandlung Wassermann und auch zuvor beim Forum 2026 des Vereins Blankenese Miteinder e.V. über sein reiches politisches Leben und über die Zukunft von Europa.

„Wenn Deutschland hustet, hat ganz Europa die Grippe.“ Und Deutschland hustet unüberhörbar für Jean Asselborn. Pascal Mathéus, einer der beiden Inhaber der Buchhandlung, schnitt in seiner Fragestellung die Themen an, die alle zur Zeit bewegen und besorgen. Wie kann sich Europa angesichts immer stärker werdender Weltmächte behaupten? Für den überzeugten Europäer Asselborn gibt es darauf nur eine Antwort: „Durch Zusammenschluss der europäischen Länder“. Wie segensreich wären die „Vereinigten Staaten von Europa“. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es berechtigte Hoffnung auf ein vereintes Europa. Aber davon ist der Kontinent weiter entfernt als je zuvor. Stark nationalistische Tendenzen in vielen Ländern – auch in Deutschland – sprechen von einer deutlich gegenteiligen Bewegung. Auch der Brexit trug nicht unerheblich zur Spaltung bei.
Wer könnte es denn schaffen? fragt Pascal Mathéus.
„Eigentlich nur die beiden größten Volkswirtschaften in Europa und das sind Deutschland und Frankreich.
Aber das wird derzeit nicht zu schaffen sein.“ So lautet die pessimistische Einschätzung Asselborns. Beide Länder haben mit erstarkenden rechtsnationalen Parteien zu kämpfen und mit einer kaum zu bewältigenden Migrationsproblematik. Deutschland, einst das stabilste Land in Europa, muss sich mit einer schwächelnden Wirtschaft auseinandersetzen. Der größte Autobauer der Welt entlässt aufgrund schlechter Konjunktur tausende Mitarbeiter. Die Entwicklung in der Autoindustrie spielt sich zur Zeit in China ab. 

Die besondere Bedrohungslage geht für Europa vom russischen Krieg gegen die Ukraine aus. Jean Asselborn warnt eindringlich vor einer Reduzierung der Hilfeleisteistungen für die Ukraine. Gewinnt Russland diesen Krieg, steht es an der Schwelle zu Polen und damit zu Europa und das angesichts instabiler Beziehungen zu den USA, dem einstmals verlässlichsten Partner. Für Trump hat Asselborne ledigleich ein resigniertes Kopfschütteln übrig. 

Wann riss der Kontakt zu Russland ab? Welches war der Wendepunkt in den Beziehungen, die unter Angela Merkel durchaus gepflegt wurden? Asselborn, der über ein gewaltiges Netzwerk europäischer Politiker und Politikerinnen verfügt, berichtet von entspannten Gesprächen mit seinem Amtskollegen Lawrow. In seinem Heimatort in Luxemburg habe man Anfang der 2000er Jahre mit Steinmeier zusammengesessen und über Politik gesprochen. Auch mit Putin saß der luxemburgische Außenminister an einem Tisch.

Seit dem russischen Einfall in die Krim 2014 ist dieses Verhältnis Geschichte. Kein Wort fiel zwischen Asselborn und Lawrow seither.

„Wie könnte der Krieg in der Ukraine beendet werden?“
Mit dieser alle bewegenden Frage schließt Pascal Mathéus eine hochinteressante Unterhaltung, die wie zuvor im Forum die Menschen nachdenklich entlässt. „Mit Verhandlungen und einem zuvor beschlossenen Waffenstillstand:“ lautet die Einschätzung von Jean Asselborne. Das Gespräch suchen, um Lösungen ringen… Ein Gespräch hat es immerhin vor wenigen Tagen zwischen dem deutschen Außenminister Johann Wadephul imnd Sergej Lawrow gegeben. 

Sowohl das Forum 2026 des Vereins Blankenese Miteinader e.V. als auch die Buchhandlung Wassermann setzt sich mit einer solchen Veranstaltung mit dem drängendsten Auftrag für uns alle auseinander – dem Eintreten für demokratische Werte. 

Vera Klischan


Die Einladung zum Forum

Jean Asselborn und die Teilnehmenden an dem „FORUM“ Blankenese Miteinander

Bilder des Forums

Bilder von R. Meißner

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