Wohnen auf den Treppenstufen
Johanna Maria Raupert geb. Elmenhorst
1850 – 1923
Bismarckstein
Von 1883 bis 1890 „wohnte“ der Eisenbahner Johann Wilhelm Raupert (1845 – 1917) im Turm auf dem Bismarckstein. Zusammen mit seiner Frau Johanna und nach und nach fünf Kindern. Da ihr „Wohnbereich“ fast nur aus Treppenstufen bestand, war das eine entsetzliche Bleibe. Man konnte weder Bett, Tisch noch Stühle stellen, keinen Ofen anschließen und nicht heizen. Gekocht wurde unter einem Schutzdach vor der Tür, daneben stand ein Herzhäuschen.

Da der Verdienst des Reichsbahners nicht ausreichte, die immer größer werdende Familie zu ernähren,
machte seine Frau Johanna eine kleine Milchwirtschaft vor dem Turm auf,
denn im Sommer kamen viele Gäste,
die die herrliche Aussicht vom Turm aus über das Elbtal ins Alte Land genießen wollten.
Die Besucher mussten dabei durch den „Wohnbereich“ der Rauperts auf die Aussichtsplattform stiefeln.
Und da sie nach dem „langen Marsch“ vom Bahnhof
und der Atemnot hervorrufenden Turmbesteigung
Durst hatten,
verkaufte ihnen Frau Raupert frische Milch.
Ihr größtes Problem aber war, dass es auf dem Bismarckstein kein Wasser gab. Das musste die arme Frau mit Eimern von der Pumpe aus dem Kahlkamp holen und den steilen Weg bergan schleppen. Später machten das ihre Kinder.
Quellenangabe:
Interview mit Helmut Wichmann


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