Blankenese im Gespräch

Nach 88 Jahren vorbeigerauscht: „Peking“🇩🇪

Da kommt die Peking! / Foto: (c) waw 2020
Sie war eines der letzten Frachtschiffe unter Segeln – die fast 110 Jahre alte Peking. Nun kehrte der Hamburger Viermaster triumphal nach 88 Jahren Abwesenheit in den einstigen Heimathafen Hamburg zurĂĽck. Von dort aus war er einst unter der stolzen Flagge der Reederei F. Laeisz zwischen Europa und SĂĽdamerika gependelt…

Die 1911 bei Blohm+Voss gebaute Peking ist einer der 83 auf Kiel gelegten „Flying P-Liner“. Dieses waren besonders schnittige Schiffe, die alle einen Namen mit dem Buchstaben „P“ am Bug trugen. Sie zeichneten sich aus durch Tempo und Sicherheit.

Ăśbrig geblieben von den 83 Serienschiffen sind nur vier P-Liner:

  • Die Pommern liegt als Museumsschiff in Mariehamn (Finnland).
  • Auch die Passat ist ein Museumsschiff, man kann sie an der Ostsee in TravemĂĽnde besichtigen.
  • Der einzige noch unter Segeln manövrierfähige P-Liner ist die Padua, die heute als das russische Schulschiff Kruzenshtern die Weltmeere durchkreuzt.

Ladung: Unmengen an Salpeter

Die Peking umrundete 34 Mal das sturmumtoste Kap Hoorn am SĂĽdzipfel SĂĽdamerikas. Ziel: Valparaiso (Chile). Dort lud die Peking Salpeter. Das brachte sie vor allem nach Antwerpen und Hamburg. Salpeter wurde und wird verwendet als DĂĽngemittel, Zementzusatz, Hilfsstoff in chemischen Abflussreinigern oder als Konservierungsmittel zum Pökeln von Fleisch- und Wurstwaren.

Ick heff mol en Hamborger Veermaster sehn

Als die Peking am Montag, dem 7. September 2020 nachmittags nach Hamburg zurückkehrte, säumten tausende Menschen den Elbstrand von Wedel bis zum letzten Liegeplatz in der Hafen-City. Viele hatten Tränen in den Augen.

Auch auf der Elbe Hochstimmung: Eine ganze Flottille kleinerer Privat-, Ausflugs- und Amtsboote begleitete die Heimkehrerin. Vorweg fuhr ein Feuerlöschboot der Hafenfeuerwehr und sprĂĽhte zur Ehre der Peking stundenlang Fontänen in den Himmel. Selten hat man so eine frohe und zugleich feierliche Prozession auf dem Strom gesehen…

2020: Ende einer Dienstfahrt

Jahrelang hatte die Peking in Agonie am Pier des South Street Seaport Museums in New York gelegen. Im Sommer 2017 wurde sie in maroden Zustand mit einem Spezialtransportschiff aus New York über den Atlantik nach Deutschland geholt. Auf der Peters Werft in Wewelsfleth erfolgte ab dem 2. August 2017 die aufwändige Restaurierung. Kosten: 38 Millionen Euro.

Und nun also die gloriose RĂĽckkehr nach Hamburg… Eigner ist nun die Stiftung Hamburg Maritim. Der endgĂĽltige Liegeplatz wird das im Aufbau befindliche Hafenmuseum Hamburg sein.  

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Was fĂĽr ein Empfang! Im Konvoi am Blankeneser Leuchtturm vorbei / alle Fotos: (c) waw 2020

Die wichtigsten Daten der Peking:

  • Schiffstyp: Frachtsegler
  • Rufzeichen: RQTD
  • Heimathafen: Hamburg
  • Eigner (heute): Stiftung Historische Museen Hamburg
  • Eigner (anfangs): Reederei F. Laeisz, Hamburg
  • Bauwerft: Blohm & Voss, Hamburg
  • Baukosten: 680.000 Mark (entspräche inflationsbereinigt 3,8 Mio. Euro)
  • Stapellauf: 25. Februar 1911
  • Indienststellung: 16. Mai 1911
  • Restaurierung: Peters Werft, Wewelsfleth
  • Länge: 115,00 m (LĂĽa) / 96,01 m (Lpp)
  • Breite: 14,40 m
  • Seitenhöhe: 8,60 m
  • Tiefgang: max. 7,24 m
  • Verdrängung: 6280 t
  • Vermessung: 3100 BRT, 2.883 NRT / Ab 1926: 3191 BRT / 2851 NRT
  • Besatzung: 31 Mann + 43 Seeoffiziersanwärter
  • Takelung: Bark
  • Anzahl Masten: 4
  • Anzahl Segel: 32
  • Segelfläche: 4100 m²
  • Geschwindigkeit: unter Segeln max. 17 kn (31 km/h)

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