Blankenese im Gespräch

Vorhin vorbeigerauscht: „Partnership“🇲🇭

Der Anfang eines langen Lulatsch / Foto: © waw 2020

Hier schiebt sich gerade die erste Hälfte des Massengutfrachters Partnership im Abendlicht an Blankenese vorbei. Er ist öfter Gast im Hamburger Hafen und wird bald am Liegeplatz angekommen sein. Der Feierabend ist dann für Käpt’n und Besatzung nicht unbedingt gekommen. Denn um Zeit und Geld zu sparen fängt die Entladung und Beladung meistens unmittelbar nach dem Anlegen an.

Das 300 Meter lange, schlanke Schiff kann beispielsweise Getreide laden. Aber ebenso Eisenerz oder Kohle. Betreiber ist die griechische Reederei Seanergy Maritime Corp, die von Athen aus neun weitere Schiffe dirigiert und an der Börse notiert ist.

Die Partnership – 2012 auf der Hyundai-Werft in Südkorea erbaut – hat eine Tragfähigkeit von 179.213 DWT. Sie ist mit einer sogenannten „Waschanlage“ (scrubber) ausgestattet. Diese filtert im Schornstein giftigen Schwefel aus den Abgasen.

Der lange Frachter "Partnership" mit der Heimatflagge Marshallinseln passiert Blankenese
Die Partnership (Marshallinseln) vor Blankenese / Foto: © waw 2020

Der Hafen Hamburg ist immer mal wieder ein Ziel der Partnership. Dann liegt sie in der Regel am Hansaport. Denn dort ist man auf Schüttgut spezialisiert. Zum Redaktionsschluss befand sich die Partnership wieder auf der Nordsee vor den Niederlanden. Aktuelle Position? Hier klicken.

Eigner ist zwar die griechische Reederei Seanergy, aber das Schiff fährt unter Flagge der Marshallinseln: 🇲🇭. Die Inselrepublik im mittleren Ozeanien gehört mit nur 53.000 Einwohnern und einer Fläche von 181 qkm (etwas lütter als Liechtenstein) zu den kleinsten Staaten der Erde. Die Beliebtheit ihrer Günstigflagge, durch die der jeweilige Eigner Heuern, Steuern und Abgaben einsparen kann, macht die abgelegenen Marshallinseln zu einem der größten Player in der weltweiten Schifffahrt.

Die Partnership ist in einem volatilen Markt unterwegs. Der weltweite Handel mit Agrarprodukten wie Getreide hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Aber die Coronakrise bescherte dem Frachthandel eine kräftige Delle. Das hat auch der Hamburger Hafen gespürt, der aber weiterhin unter den nordeuropäischen Häfen die größte Drehscheibe für Agrargüter bleibt.

Auch andere Güter, die die Partnership transportiert, sind wirtschaftlichen Berg- und Talfahrten unterzogen: Eisenerz und Kohle. Schon zu Jahresbeginn waren die Frachtraten für den Schiffstransport solcher Massengüter auf ein Viertel kollabiert. Danach kamen die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie dazu. Hafenschließungen führten zum Nachfragerückgang für Massengutfrachter und einem Verfall der Frachtraten.

Inzwischen hoffen Reedereien wie Partnerships Seanergy auf Besserung.

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