Blankenese im Gespräch

Aufruhr am Gymnasium Blankenese

Ein fragwürdiger Bücherankauf am Gymnasium Blankenese steht im Fokus von Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft Hamburg prüft seit ein paar Wochen, ob Gelder veruntreut worden sein könnten. Einem Pressebericht zufolge geht es um rund 20.000 Euro, die der Schulverein für Bücher und DVDs gezahlt haben soll. Der Schulverein hält sein Vorgehen für rechtens und nennt zwei Formulierungen in dem Pressebericht unwahr.

Feststeht, dass seit dem 22. Januar bei der Staatsanwaltschaft Hamburg ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue anhängig ist. Die Anklagebehörde bestätigte blankenese.de, dass das Verfahren sich gegen den Schulleiter richte. Ausgangspunkt der Ermittlungen sei eine anonyme Strafanzeige gewesen, hieß es weiter. Wann und mit welchem Ergebnis die Ermittlungen abgeschlossen würden, könne nicht prognostiziert werden. Es ist also völlig offen, ob der Verdacht sich erhärtet oder die Vorwürfe in sich zusammenfallen.

„Bild“ macht Ermittlungen öffentlich

Die Ermittlungen waren nicht bekannt, bis „Bild“ am 16. Februar online berichtete. Demnach wurde dem Schulverein eine Sammlung von Büchern, DVDs und CDs zum Kauf angeboten, um die Schulbibliothek zu erweitern. Der Schulleiter, der auch im Vorstand des Schulvereins ist, soll „Bild“ zufolge für den Kauf geworben haben. Weiter hieß es, für die Sammlung seien etwa 14.000 Euro und 5.000 Euro geflossen – mutmaßlich aber zu Teilen über private Umwege.

Gegenüber dem Hamburger Abendblatt wies der Schulleiter die Vorwürfe zurück. Er räumte jedoch ein, dass der Schulverein die Bücher und DVDs einem ehemaligen Kollegen abgekauft habe. Der Preis sei in einem „gängigen Verfahren“ festgesetzt worden, indem die Hälfte der jeweiligen Neupreise veranschlagt worden sei. Der Vorstand des Schulvereins habe den satzungskonformen Kauf gemeinsam beschlossen.

In der Satzung des Vereins heißt es, dass Erziehung und Entwicklungszusammenarbeit sowie unterrichtliche Aufgaben gefördert werden sollen. Als konkrete Beispiele nennt die Satzung „Förderung des Gemeinschaftswesens wie z.B. Klassenfahrten und schulische Veranstaltungen (…) Förderung des Wohlfahrtswesens (…) Zubereitung und Ausgabe von Essen und Getränken an die Schüler (…) Förderung von Schulen in Entwicklungsländern“.

Schulverein erklärt sich

Der Schulverein hat in einer Mitteilung die Vorwürfe ebenfalls zurückgewiesen und sieht kein Fehlverhalten des Vorstands. In der Mitteilung vom Abend des 18. Februars stellt der Vorstand den Entscheidungsprozess für den Ankauf, die eigentliche Abwicklung und die Zustimmung durch die Mitgliederversammlung aus seiner Sicht dar. Der Vorstand bezweifelt, dass eine Beanstandung einer Quittung durch einen Kassenprüfer gerechtfertigt sei. Aus der Mitteilung geht auch hervor, dass der Schulleiter Teile des Kaufpreises ausgelegt hat. In dem „Bild“-Bericht sei unwahr, dass der Schulleiter die Bücher gekauft habe oder „einige“ die Quittung beanstandet hätten, so der Vorstand weiter.

Die Schulbehörde teilte am 17. Februar auf Anfrage von blankenese.de mit, dass ihr das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft nicht bekannt sei. Die Behörde verwies „grundsätzlich“ darauf, dass Schulvereine nicht Teil von Schule seien, sie somit nicht der Aufsicht und Kontrolle der Schulbehörde unterstünden. Vielmehr seien Schulvereine nur ihren Mitgliedern und gegebenenfalls weiteren satzungsgemäßen Organen Rechenschaft schuldig.

Gymnasium Blankenese © blankenese.de

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