Blankenese im Gespräch

Blankenese laufend erleben

Viele Läufer kennen in Hamburg nur die klassische Strecke um die Alster. Es lohnt sich aber, hier seinen Horizont gen Westen zu erweitern. Blankenese bietet alles, was sich das Läuferherz nur wünschen kann: idyllische Parks, steile Treppen und aussichtsreiche Strandwege. Für blankenese.de hat die begeisterte Läuferin Eva Eigelshoven die schönsten Laufrouten durch Blankenese aufgeschrieben.

Am Goßlerhaus © Eva Eigelshoven

„Mein Wecker klingelt. Aber eigentlich bin ich schon wach. Ich freue mich nämlich bereits seit gestern Abend, jetzt gleich meine Laufschuhe zu schnüren. Möglichst leise stehe ich auf, ich will ja niemanden wecken. Immerhin ist es erst kurz vor halb 6. Schnell ins Bad gehuscht und angezogen, dann ab in die Schuhe, Laufuhr starten und los. Die Haustür ist hinter mir sanft ins Schloss gefallen und vor mir liegt der noch stockfinstere Morgen. Die Luft ist frisch und klar, genauso, wie ich es mag. Langsam trabe ich die Einfahrt hinauf und biege ab in Richtung Elbe. Kein Mensch ist zu sehen, nur die Straßenlaternen spenden ein bisschen Licht. Ich kenne den Weg aber in und auswendig und muss deshalb nicht besonders auf meine Schritte achten. Ich laufe locker die Bahnhofsstraße hinab am Marktplatz vorbei, wo schon eifrig die ersten Händler ihre Stände aufbauen. Aus der Bäckerei am Eck duftet es herrlich nach frischen Brötchen. Nach zwei Kilometern habe ich das Elbufer erreicht und mache am nächsten Ponton eine kurze Pause. Tief einatmen und kräftig wieder aus. Am Horizont kann ich bereits das erste rote Glühen erkennen. Die Vorfreude auf das, was gleich kommt packt mich, und weiter gehts! Die Möwen erwachen auch und begrüßen mich mit freundlichem Geschrei. Der Strandweg liegt nun vor mir und ich bestaune die Farben am Himmel. Erst ein zartes Lila, dann Rot, und schließlich ein kräftiges Orange! Meine Schritte werden fast automatisch schneller, als wollte ich dem Sonnenaufgang in die Arme laufen. In diesen Momenten, bevor die Sonne tatsächlich über den Horizont gleitet, leuchtet die Elbe wie pures Silber. Es ist magisch…“

Leuchtturm Blankenese © privat

Seit nunmehr 11 Jahren lebe ich in Hamburg, fast 8 davon mit meiner Familie in den Elbvororten. Und in dieser Zeit habe ich den Westen der Stadt laufend kennen und lieben gelernt. Wenn ich gefragt werde, wo man in Hamburg besonders gut laufen kann, dann muss ich nicht lang nachdenken: natürlich an der Elbe. Denn hier fühlt es sich immer ein bisschen wie im Urlaub an. Und wenn ich – wie eingangs beschrieben – morgens meine Laufschuhe schnüre und mich aufmache Richtung Elbe, um den Sonnenaufgang zwischen Strandweg und Falkensteiner Ufer zu genießen, ist das jedes Mal wie eine kleine Reise, von der ich glücklich nach Hause zurück komme. 

Im Hirschpark © privat

Wer Blankenese kennt, wird wissen, dass es hier aber noch andere wunderbare Ecken gibt, die es zu erkunden lohnt. Auch und gerade besonders gut laufend. Schöne entspannte Runden lassen sich zum Beispiel zwischen den jahrhundertealten Bäumen und weiten Wiesenflächen des Hirschparks drehen, der sich seit ziemlich genau 400 Jahren zwischen Elbchaussee und Geesthang erstreckt. Wunderschöne Aussichtspunkte auf die Elbe, das malerische Witthüs, mehrere Schaugärten und das Gehege mit Damwild laden kurz zum Verweilen ein. Breite und sehr angenehm zu laufende unbefestigte Wege machen den Park zu einer idealen Laufstrecke für jedermann und -frau. 

Wenn man es lieber etwas anstrengender mag, ist das Blankeneser Treppenviertel der richtige Ort, um laufend Neues zu entdecken. Das ehemalige Fischerdorf mit seinen verwinkelten Gassen und namensgebenden Treppen bietet 5000 Stufen zwischen Süll- und Kiekeberg. Wem das noch nicht reicht, der kann elbabwärts auch noch den Waseberg erklimmen, der dank 15 Prozent Steigung nicht umsonst auch den Namen „Elb d`Huez des Nordens“ trägt. Und da soll noch mal jemand sagen, in Hamburg gäbe es keine Berge! Es gibt sogar die Möglichkeit, sich im Treppenviertel mit anderen Läufern in einem Wettkampf zu messen. Im Rahmen des Blankeneser Heldenlaufs, der alljährlich von der Heldenzentrale Hamburg (www.heldenzentrale.de) veranstaltet wird, kann man die sogenannte Bergziege² in Angriff nehmen. Dabei gilt es 6,8 km mit 184 Metern Anstieg und fast 600 Treppenstufen zu bewältigen. Der Heldenlauf stand auch schon auf meiner Rennliste – allerdings mit einer anderen Strecke (dem Halbmarathon FAN). Es war nicht zuletzt dank des großartigen Zieleinlaufs auf dem Blankeneser Marktplatz ein unvergessliches Erlebnis. 

Zieleinlauf Blankeneser Markt © privat

Für Ruhesuchende, die gern im Wald laufen, möchte ich unbedingt noch den Waldpark Falkenstein an der Grenze zu Rissen oberhalb des Falkensteiner Ufers erwähnen. Dieses Landschaftsschutzgebiet hat ein etwa 7 km langes Wegenetz, das unter Kiefern und Birken auch in den Sommermonaten schattige Laufstrecken bietet. Von hier aus kann man auch wunderbar in den Sven-Simon-Park weiterlaufen. Ein kleiner Teich, alter Baumbestand und ein unglaublich schöner Blick vom Balkon hinter dem Puppenmuseum auf die Elbe und Neßsand machen diese Grünanlage zu einem kleinen Highlight. Wer gern noch weiterlaufen möchte, findet im Westen die schöne Wittenberger Heide und im Norden den Waldpark Marienhöhe. (Siehe auch unter www.hamburg.de/sehenswertes-blankenese

Falkensteiner Ufer Foto © privat

Wenn Ihnen mein kleine „Laufrunde“ gefallen hat und Sie gern noch mehr meiner Laufgeschichten und -bilder sehen möchten, besuchen Sie mich doch einfach auf Instagram unter www.instagram.com/eva.runs .

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