Blankenese im Gespräch

Osterfeuer – Bezirksamt gegen Bürger?

(17. November 2021) · In Blankenese und in den Elbvororten kursieren aktuell immer mehr Gerüchte darüber, ob die traditionsreichen Osterfeuer am Elbstrand auch im kommenden Jahr wie gewohnt stattfinden können. In informellen Gesprächsrunden habe das Bezirksamt Altona hierzu mitgeteilt, dass es sich in diesem Jahr nicht an den Kosten dieser traditionsreichen Veranstaltung beteiligen wird. Angeblich sollen auch weitere Projekte in Altona vor dem finanziellen Aus stehen. Bislang wurde die Bezirkspolitik hierbei weder beteiligt noch über den Inhalt der Gespräche informiert. Durch eine kleine Anfrage will die SPD-Fraktion hierüber nun Klarheit schaffen.
Dazu Henrik Strate, stellvertretender Vorsitzender der Bezirksversammlung Altona und SPD-Wahlkreisabgeordneter für Rissen und Blankenese: „Uns sind sowohl aus dem Stadtteil Blankenese, als aus dem direkten Umfeld des Bezirksamtes Gerüchte zugetragen worden, dass bereits mehrere Gesprächsrunden zum Thema Osterfeuer Blankenese stattgefunden haben. Das Bezirksamt soll hier mitgeteilt haben, dass eine finanzielle Unterstützung des Osterfeuers zukünftig nicht mehr erfolgen wird. Angeblich geht es um die Absicherung von Sicherheitsleistungen von etwa 30.000 Euro, die das Bezirksamt nicht mehr gewähren will. Sollten sich diese Gerüchte bewahrheiten, wäre das ein absoluter Skandal! Im April 2017 hat sich der Bezirk Altona klar zu den Osterfeuern am Elbstrand bekannt. Plötzlich scheint sich die Bezirksamtsleitung nicht mehr an die politischen Beschlüsse gebunden zu fühlen. Umso mehr erwarte ich eine frühzeitige Einbindung der Politik, damit wir gemeinsam nach Lösungen suchen können“.

Durch eine kleine Anfrage will die SPD-Fraktion Altona nun schnell für Transparenz sorgen. Das Bezirksamt hat jetzt sieben Tage Zeit, die Gerüchtelage klarzustellen und darzulegen, wo die Probleme liegen und welche Gespräche bereits stattgefunden haben.

Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Philine Sturzenbecher ist ebenso schockiert: „Seit meiner frühesten Kindheit gehören für mich die Osterfeuer am Elbstrand zu Altona wie der Fischmarkt und der Klövensteen. Als ich zum ersten Mal davon gehört habe, dass das Bezirksamt Altona sie aus finanziellen Erwägungen heraus auf der Streichliste hat, habe ich das zunächst gar nicht glauben können. Die Feuer sind ein ganz wichtiger Bestandteil Blankeneser und Hamburger Tradition. Das zeigt auch die Leidenschaft, mit der die vielen Ehrenamtlichen aus den Elbvororten die Osterfeuer Jahr für Jahr überhaupt erst möglich machen. Mindestens genauso viel Engagement erwarte ich auch vom Bezirksamt Altona dafür, unsere Tradition im Hamburger Westen fortzuführen.“

Für zusätzliche Irritation bei der SPD sorgt, dass es im Zuge der Gerüchte um den Fortbestand der Blankeneser Osterfeuer aus dem Umfeld des Bezirksamts auch heißt, dass aus finanziellen Gründen weitere Maßnahmen im Bezirk Altona nicht erfüllt werden können und der Fortbestand anderer Projekte gefährdet sei. 

Diese Gerüchtelage kommentiert der haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, Dennis Mielke, wie folgt: „Wenn das Bezirksamt Kenntnis darüber hat, dass Maßnahmen und Projekte aus Altona finanziell gefährdet sind, dann ist die Bezirkspolitik unverzüglich und umfassend zu informieren! Es kann nicht sein, dass solche Informationen am Rande von informellen Runden gestreut werden und wir als Kontrollgremium des Bezirksamts hierüber im Dunklen gelassen werden.“

Quelle: Dorfstadt.de – Markus Krohn

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