Blankenese miteinander

Das Fundament für das Unterfeuer

Im Rahmen des Strombaukonzeptes müssen die Leuchttürme an der Elbe in Blankenese an anderer Stelle stehen. Weil sich durch die Elbvertiefung und Verbreiterung „die Kurslinie der einlaufenden Schiffe nach Süden verschiebt,“ – so heißt es bei der Hamburg Port Authority (HPA) –  „muss man für das sichere Manövrieren der Schiffe in dieser sogenannten <Begegnungsbox> auch die Richtfeuerlinie, die zwischen dem Ober- und dem Unterfeuer die Mitte des Fahrwassers anzeigt, um 125 Meter Richtung Süden verlegen. Aus diesem Grund werden zwei neue Richtfeuer gebaut“. Die alten Leuchttürme ausgraben und an neuer Stelle einpflanzen – geht nicht. Die zwei Neubauten stehen kurz vor der Vollendung. Im Gespräch mit dem Projektleiter Christian Buhmann der Fa. F + Z BAUGESELLSCHAFT, erfahren wir Einzelheiten am Unterfeuer.

Christian Buhmann vor den fertiggestellten Fundamenten

„Jörg“ geht und am Montag, den 6.7.2020 kommt „Simone“, die andere Hubinsel. Sie bringt den Leuchtturm und auch den nötigen Übergang vom Strand zum Leuchtturmfundament. Christian Buhmann ist traurig, dass er das nicht miterleben kann. Er hat seinen Urlaub lange eintragen müssen… Dafür war er, der Bauingenieur, für das Fundament das Unterfeuers an der Strandtreppe zuständig.

Das Fundament ist gelegt. Kein so einfaches Unternehmen, eher eine Herausforderung. Das hängt z.B. mit dem Untergrund zusammen. Die eigentliche Tiefe der Fundamente konnte nicht gewählt werden, weil dort eine weichere Schicht verläuft. So mußte die Gründung „kurz“ werden, der untere Bereich der Gründung breiter ausgeführt werden. Und das alles in einem aufwändigen Verfahren. Es durfte nicht gerammt werden, damit es zu keiner Erschütterung des Elbhangs kommen konnte. Es wurde auf die Lautstärke geachtet, sogar Mikrofone wurden aufgestellt, um die Bewohner vor zu großem Lärm zu bewahren. Insgesamt ein „bauschonendes Verfahren“, das große Aufmerksamkeit und Abstimmung braucht. Buhmann liebt seinen Beruf. Der Herausforderung wegen, die Zahlen müssen stimmen, die Vorgaben der HPA eingehalten werden. Besonders wird sein Beruf auch durch den Umgang mit vielen unterschiedlichen Menschen, die sich solcher Aufgabe gemeinsam stellen.

Vor dem Baubeginn war der Kampfmittelräumungsdienst vor Ort. Beim Bauen hatte die Mannschaft es immer wieder auch mit Kriegstrümmern zu tun, die damals einfach am Ufer entsorgt wurden. Daher überall z.B. noch die Ziegelreste. Und dann kommen u.a. 35 Tonnen Bewehrungseisen und 300 Kubikmeter Beton. Und jetzt kann der Turm kommen. Auftragsvolumen an seine Firma F+Z Baugesellschaft: ~ 6,07 Mio €. Seit Oktober 2019 ist Christian Buhmann vor Ort. Der 3.7.2020 ist sein letzter Tag.

Am 6. Juli kommt nun Simone wieder. Sie bringt die Zugangsbrücke mit, die am Montag zwischen Widerlager und Plattform eingehängt wird. An Bord wird auch die Stahlbetonplatte für das Fundament sein, 12 m Durchmesser und 3 m dick. Und Simone hat auch die Turmteile an Bord. Der Turm hier wird „nur“ 32 m hoch sein, der beim MSC 62,25 m, der vierthöchste Leuchtturm Deutschlands.

Wann werden wir und mit uns die Touristen nun auf die neue Plattform des Leuchtturms steigen können und den Schiffen in die Augen sehen?

Der Zugangsbereich muss gepflastert, die alten Leuchttürme, die ja nun keine Landmarken mehr sein können, abgebaut werden. Wahrscheinlich, so vermutet Christian Buhmann, wird es September werden – bis dahin bleiben die Container noch vor dem Strandweg liegen.
Für Herrn Buhmann, der Abschied in Blankenese. Er zieht nach seinem Urlaub weiter nach Danzig. Da müssen Bodenproben genommen werden, weil evtl. der Hafen erweitert wird. Ein nächstes, sicher auch spannendes Projekt!

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