Flottillenadmiral Ralf Kuchler ist neuer Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr

Vor der Truppenfahne (von links): Flottillenadmiral Ralf Kuchler, General Carsten Breuer, Dr. Peter Tschentscher und Generalmajor Oliver Kohl

Vor der Truppenfahne (von links): Flottillenadmiral Ralf Kuchler, General Carsten Breuer, Dr. Peter Tschentscher und Generalmajor Oliver Kohl Foto: Bundeswehr / Aljoscha Berjan

Nienstedten (1. September 2023, PM) · Die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg hat einen neuen Kommandeur: Flottillenadmiral Ralf Kuchler steht ab sofort an der Spitze der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der deutschen Streitkräfte. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, hat ihm am Donnerstag das Kommando übertragen. Bei dem feierlichen Appell in der Hamburger Clausewitz-Kaserne sprach der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher, die Grußworte. Flottillenadmiral Kuchlers Vorgänger, Generalmajor Oliver Kohl, wechselt nach Bonn und übernimmt dort das Streitkräfteamt.

Die Kommandoübergabe in den Hamburger Elbvororten verfolgten Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen der Gesellschaft. Auf den Tribünen nahmen unter anderem Platz: Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoğuz, der Doyen des Konsularischen Korps in Hamburg, Generalkonsul Kristijan Tušek aus Kroatien, geistliche Würdenträger sowie Generale der Bundeswehr und befreundeter Streitkräfte.

An sie und die Paradeaufstellung gewandt, sagte Dr. Tschentscher: Mit dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine und die dadurch ausgelöste Zeitenwende „ist wieder deutlich geworden: Frieden und Sicherheit in Europa sind nicht selbstverständlich. Sie müssen gesichert und verteidigt werden. Dazu braucht es einiges, was in den letzten Jahren vernachlässigt wurde. Und wir brauchen eben ganz besonders hervorragend ausgebildete Führungskräfte und Entscheidungsträger bei der Bundeswehr und den Streitkräften unserer Partner. Dafür sorgt die Führungsakademie der Bundeswehr – mit einem umfassenden und den Anforderungen der Zeit entsprechenden Aus- und Fortbildungsprogramm.“

General Breuer sagte in seiner Rede: „Es steht nicht weniger auf dem Spiel als unsere Sicherheit und unsere Freiheit. Daher muss mein Anspruch an die Führungsakademie als Maschinenraum der Gedankenwende hoch sein. Schärfen Sie Ihre Entscheidungskompetenz, vermitteln Sie Mut, fordern Sie sich und andere heraus. Denn bei einer Wende erfolgt ein Kurswechsel, bei dem das Schiff mit dem Bug durch den Wind geht. Auf Kurs am Wind sind wir schon, doch nun heißt es: klar zur Wende!“ Und weiter: „Wir wollen gewinnen, weil wir gewinnen müssen. Wir brauchen militärische Führer, die dieses leben – hier an der Führungsakademie, als Vorbilder, als Ausbilder.“ Die Grundlage dafür habe Generalmajor Kohl geschaffen; Flottillenadmiral Kuchler werde dies weiterentwickeln.

Generalmajor Kohl war seit 2018 Kommandeur der Führungsakademie. Während dieser Zeit sind an der Akademie 1.200 angehende General- und Admiralstabsoffiziere, 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Basislehrgangs Stabsoffizier sowie 7.000 Führungskräfte in Seminaren ausgebildet worden. In seinem Rückblick nach 1.940 Tagen bilanzierte Generalmajor Kohl, dass an der Akademie in Sachen Methodik, Didaktik und Lernumfeld „insgesamt kein Stein auf dem anderen geblieben“ sei. Zumindest habe man jeden Stein einmal angefasst und ins 21. Jahrhundert geholt. Auf den nun erreichten Stand könne und werde aufgebaut. Zugleich sei die Akademie in der Hamburger Stadtgesellschaft „fest verwurzelt und anerkannt“.

Auf dem Erreichten baut nun Flottillenadmiral Kuchler auf. Bislang war er Büroleiter des Generalinspekteurs der Bundeswehr im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin. Von 2018 bis 2021 führte er die Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven, von 2011 bis 2013 die Fregatte „Hamburg“. Weitere Verwendungen absolvierte Flottillenadmiral Kuchler unter anderem in Berlin, Bonn und Brüssel. An der Universität der Bundeswehr Hamburg hat der gebürtige Kieler, Jahrgang 1969, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsingenieurwesen studiert.

Die Führungsakademie der Bundeswehr wurde 1957 gegründet. Kernaufgabe der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der deutschen Streitkräfte ist die Aus-, Fort- und Weiterbildung berufserfahrener Offiziere aus dem In- und Ausland für Aufgaben in den Streitkräften, der NATO und EU sowie bei den VN. An der Akademie befinden sich ständig mehr als 600 Lehrgangsteilnehmerinnen und – teilnehmer, davon rund 100 ausländische Offiziere aus etwa 50 Ländern.
Darüber hinaus übernimmt die Akademie seit 2018 die Aufgabe einer strategischen Denkfabrik. Hierfür wurde in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr Hamburg das German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) eingerichtet. Als Baustein einer „Strategic Community“ trägt die Akademie dazu bei, alle Akteure im Bereich Sicherheit zu vernetzen und zu beraten.

Quelle: dorfstadt.de

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