Neue Warnschilder am Elbstrand in Blankenese

Jedes Jahr passieren am Elbstrand schlimme Badeunfälle, allein in diesem Jahr sind 2 ertrunkene Jugendliche zu beklagen. Die Gefahren an der Elbe werden immer wieder unterschätzt.

Wer in den letzten Tagen am Elbstrand unterwegs war konnte dort neue Hinweisschilder entdecken. In 13 Sprachen wird dort deutlich vor der hohen Gefahr gewarnt. 

Dazu haben sich auf Initiative eines Anwohners und des Vereins Blankenese Miteinander e.V. die Wassersportvereine am Elbufer und das Zukunftsforum zusammengetan, um von HPA eine Überarbeitung der Beschilderung zu fordern. Die DLRG und die Wasserschutzpolizei haben sich dieser Initiative sofort angeschlossen. Die Behörde hat sich von ihrer besten Seite gezeigt. Innerhalb einer Woche kam bereits die Zusage, neue Schilder mit genormten Warnzeichen für alle Gefahren und mit Hinweisen in 13 Sprachen aufzustellen. Diese sind jetzt installiert. Endlich!

Bisher gab es bereits Warnhinweise am Strand. Diese haben aber nur auf Sog und Wellenschlag der Schiffe hingewiesen. 

©blankenese.de

Die meisten schweren Unfälle ereignen sich bei Niedrigwasser. Dann ist allergrößte Vorsicht geboten. Warum ist das so? Intuitiv denkt man doch, bei wenig Wasser besteht auch weniger Gefahr.

Bei Niedrigwasser geht der trockene Standbereich bis fast ans Ende der steinernen Stacks. Dahinter beginnt – unter Wasser unsichtbar – sofort ein steiles Gefälle in die Fahrrinne.

Wer hier an der Wasserkante läuft und wenige Meter weiter im flachen Wasser unerwartet auf die Böschung gerät, rutsch sofort ins sehr tiefe Wasser. Der schlammige Untergrund gibt dabei überhaupt keinen Halt. Eine unsichtbare, lebensgefährliche Gefahr für Nichtschwimmer.

Aber auch für gute Schwimmer ist diese Situation lebensgefährlich. Bei zurückkommender Tide ist der Strom bis zu 7 km/h stark. Dagegen kann niemand anschwimmen. Man wird gegen die Köpfe der Stacks gespült, wo gewaltige auf- und abwärts gerichtete Strudel auch sehr gute Schwimmer unter Wasser ziehen können. Selbst die Rettungstaucher der DLRG tauchen dort nur mit Leinensicherungen, wie sie vom Bergsteigen bekannt sind.

 „Baden ist bei Hochwasser gefährlich, bei Niedrigwasser lebensgefährlich“

Vor Blankenese liegen die Wracks. Hochattraktiv für viele Jugendliche, um diese zu erforschen. Ihnen ist nicht bewusst, wie hoch die Verletzungsgefahr durch die scharfkantigen, rostigen Überreste ist.

Zusätzlich zu den Schildern wurde auch empfohlen, mit einer Influencer Kampagne gerade die besonders gefährdeten Jugendlichen anzusprechen – auf den Medien, die diese auch nutzen. Ein auf weitere Informationen verlinkender Barcode auf den Schildern wäre sicher auch sehr hilfreich und Informationsveranstaltungen in den Schulen ebenfalls. Fachlich versierte Unterstützung wird dringend gebraucht – wer helfen kann, melde sich.

Bleibt also zu hoffen, dass diese Initiative zur Sicherheit am Elbstrand beiträgt, dass sie auch nach dieser Badesaison weiterverfolgt wird und dass alle Beteiligten weiter so gut und schnell zusammenarbeiten. 

Sie ist auch ein Beispiel für die Idee von Blankenese Miteinander e.V., die lokalen Vereine und Institutionen zusammenzubringen und für die Blankeneser und Blankeneserinnen in  gemeinschaftlicher Verantwortung zu handeln.

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