Blankenese erleben

Corona: Auswirkungen auf Blankenese

Die Corona-Pandemie ist eine große Herausforderung für Geschäfte, Restaurants und andere Angebote in Blankenese. Wie haben Inhaber und Geschäftsleute die Zeit der Einschränkungen erlebt, wie beurteilen sie den Neustart?

Nach der ersten Öffnung kamen viele Kunden zum Shoppen, jetzt ist es in Blankenese wieder ruhiger geworden

Das Schuhhaus Schockmann musste seine drei Filialen in Hamburg während der Corona-Krise komplett schließen. Doch der Verkauf der Schuhe lief – wenn auch eingeschränkt – weiter und zwar über den Webshop, den Michael Schockmann kurz zuvor auf der Homepage eingerichtet hatte. Eigentlich nur ein Versuch, um zum Beispiel Touristen einen nachträglichen Einkauf zu ermöglichen. Doch nach der Corona-Schließung nutzten viele Kunden die Möglichkeit, sich auf der Homepage über Formen und Größen informieren, Schuhe zu bestellen und auszuprobieren. Das konnte die Umsatzeinbußen zwar nicht ausgleichen, aber doch den größten Schaden ein wenig abfangen.

Einzelhandel: In den Stadtteilen läuft es etwas besser als in der City

Inzwischen sind die Läden wieder geöffnet, der Verkauf läuft, wenn auch nicht besonders gut. „In den Stadtteilen verkaufen wir wenigstens etwas besser als in der Innenstadt, weil die Büros noch nicht wieder voll besetzt sind und viele Menschen noch die Fahrt mit Bus und Bahn scheuen“, erzählt Verkäuferin Sabine Büttner, während sie ein Paar Sommersandalen in einem Regal platziert.

Der Web-Shop half dem Schuhgeschäft, die Corona-Schließzeit zu überstehen

Corona: Auswirkungen auf die Gastronomie

Was hat der Corona-Schock bei den Blankeneser Gastronomen verändert?  Barbara Rössler, die das Piccolo Amore am Ende der Elbchaussee betreibt, konnte zu Beginn der Pandemie sehr schnell auf einen Außer-Haus-Verkauf umstellen, weil Catering schon vorher ein wichtiger Bestandteil ihres Angebots war. Auch dass sie kurz zuvor Pizza ins Programm genommen hatte, bewährte sich in dieser Zeit.


Inzwischen ist das Piccolo Amore wieder geöffnet, doch es kommen zu wenig Kunden: „Einige treffen sich, um etwas zu trinken, aber es wird seltener etwas gegessen. Das ist nicht nur bei mir so, sondern auch in anderen Restaurants.“ Das kann auch daran liegen, dass Gastronomen teilweise die Preise anheben mussten, um zu überleben: Schließlich dürfen sie nur noch jeden zweiten Tisch besetzen und haben zusätzliche Kosten für die Hygiene-Auflagen. Der ermäßigte Steuersatz ( 7 statt 19 Prozent) auf Speisen in der Gastronomie wirkt erst ab Juli – viel zu spät, aus Sicht der Gastronomen. So können die höheren Preise noch einige Gäste verschrecken. Dabei haben sich gerade die ersten überwunden, trotz der Corona-Einschränkungen einen Restaurant-Besuch zu wagen.

Um ihren Laden am Laufen zu halten, probiert Barbara Rössler neue Konzepte aus: So wird der Abstandshalter-Tisch zur Auslage für italienischen Feinkost-Waren. Daneben stehen mit Leckereien und Wein gefüllte Körbe für ein Picknick am Strand oder im Park. Auch über Italienisch-Unterricht, Motto-Abende und eine Ausweitung des Tagesgeschäfts zulasten der Abendangebote denkt die Unternehmerin nach. Es erfordert eben viel Flexibilität und Kreativität, um das Geschäft wieder zum Laufen zu bringen. 

Kerstin Thieme freut sich über ihre treue Kundschaft

Der Internet-Shop bewährt sich in der Krise

Den Einbruch bei der Gastronomie hat auch das Weinhaus Röhr zu spüren bekommen. Doch gleichzeitig legten die privaten Bestellungen entsprechend zu. Viele Kunden nutzen das Angebot, sich die Kartons an die Haustür liefern zu lassen und per Überweisung zu zahlen. Inhaberin Kerstin Thieme: „Vielen Kunden war es wichtig, die Geschäfte vor Ort zu unterstützen. Einige hatten unser Weinhaus noch nie zuvor betreten – und manche davon werden wohl auch künftig bei uns bleiben.“

In der Krise stieg der Verkauf über den eigenen Internet-Shop an, doch inzwischen kommen die Kunden lieber wieder persönlich vorbei.  „Wir kommen ganz gut über die Runden,“ sagt Kerstin Thieme, „aber einige der kleinen Weingüter, mit denen wir zusammenarbeiten, leiden sehr unter dem Rückgang von Direktbestellungen durch die Gastronomie. Die versuchen wir jetzt verstärkt zu unterstützen.“

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