Sicher leben in Blankenese

Einmal im Jahr veröffentlich die Polizei ihre Kriminalstatistik für Hamburg  und darauf aufbauend den sogenannten Stadtteilatlas.  Dort kann man bei ausgesuchten Deliktsfeldern schwarz auf weiß nachlesen, wie es um die Kriminalitätslage im eigenen Stadtteil bestellt ist. Unser Redakteur Peter Franz hat sich die Auswertung für Blankenese näher angesehen und unter anderem darüber mit dem Leiter des für Blankenese zuständigen Polizeikommissariates PK 26 in einem Audio-Interview gesprochen.

Foto:  Pixabay, Franz P. Sauerteig

Die gute Nachricht vorweg: Blankenese ist offenbar kein Brennpunkt der Kriminalität. Die Anzahl der gemeldeten Straftaten im Jahr 2023 ist gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig.

So registrierte die Polizei im gesamten Jahr2023  für Blankenese nur 829 Fälle, das sind 12 % weniger als im Jahr zuvor. Ein Rückgang der Fallzahlen zeigt sich im Stadtteilatlas des Landeskriminalamtes in fast allen Deliktsarten. Mit 385 registrierten Fällen (- 14,4 %) bilden die Diebstahlsdelikte zahlenmäßig die größte Gruppe. Die Zahl der Gewaltfälle liegt mit 23 Fällen (- 11,5 Prozent) auf einem relativ niedrigen Niveau. Starke Rückgänge ( – 40,6%) gab es auch bei den Fahrraddiebstählen. Im vergangenen Jahr wurden 92 als gestohlen gemeldete Fahrräder angezeigt.

Einbruchzahlen haben zugenommen

Prozentual deutlich zugenommen hat hingegen die Zahl der sogenannten Wohnungseinbruchsdiebstähle. Hier stieg das Fallaufkommen zwar um satte 250 %, liegt aber mit „nur“ 64 registrierten  Fällen immer noch auf einem niedrigen Niveau. Viele Einbrüche blieben bereits im Versuchsstadium stecken. Das deutet darauf hin, dass sich die Sicherungsmaßnahmen an Häusern und Wohnungen kontinuierlich verbessert haben.

Die polizeiliche Kriminalstatistik basiert natürlich nur auf Daten, bei denen Straftaten der Polizei bekannt geworden sind, das sogenannte Hellfeld. Um auch Aussagen zu den Straftaten machen zu können, die zwar stattgefunden haben, aber aus den verschiedensten Gründen nicht der Polizei mitgeteilt wurden, ist die Polizei in Deutschland dazu übergegangen, regelmäßig repräsentative, anonymisierte Umfragen in der Bevölkerung durchzuführen. Dazu dient die Studie zu „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ (SKiD), die ein erstes Mal 2020 durchgeführt und auch vom  Landeskriminalamt Hamburg wissenschaftlich begleitet wurde. Bei der ersten Umfrage bezogen sich die Aussagen zu Hamburg nur auf die Stadt als Ganzes und die sieben Bezirke, aber ohne Differenzierung nach Stadtteilen. 

Das waren noch Zeiten: Blick auf die Polizeirevierwache 27 in der Sibbertstrasse , 
die 1978  aufgelöst wurde.   (Foto: Polizeiarchiv)

In der zweiten Befragungswelle, die im März 2024 gestartet wurde, werden dann nach Auswertung der Fragebögen auch Aussagen zum Sicherheitsgefühl im Stadtteil Blankenese möglich sein. Für Hamburg wurden im Auftrag des Bundeskriminalamts und der Polizei Hamburg rund 22.000 Bürgerinnen und Bürger zufällig für die Befragung ausgewählt. Diese erhalten nun Post vom Erhebungsinstitut infas. Es geht hierbei u. a. um Themen wie Opferwerdung und Anzeigeverhalten, aber auch um Ihr subjektives Sicherheitsempfinden und Ihre Wahrnehmung der Polizei.

Die Polizei ist schließlich Garant für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (Gefahrenabwehr) und für die Strafverfolgung zuständig. In unserem Stadtteil Blankenese kümmert sich das Polizeikommissariat 26 (PK 26) am Blomkamp in Osdorf um diese Aufgaben. Betrachtet man die Grenzen des Reviers, in denen sich die Stadtteile Rissen, Blankenese, Nienstedten, Sülldorf, Iserbrook und Osdorf befinden, erkennt man den großen Zuständigkeitsbereich. In allen sechs Stadtteilen zusammen wohnen laut Statistikamt Nord rund 86.000 Menschen, auf Blankenese entfallen rund 14.000 Einwohner  in knapp 7.000 Haushalten. 

PK 26-Leiter Ott (Mitte) mit den beiden Stadtteilpolizisten für Blankenese, Junge (links) und Sagliocco

Das PK 26 im Blomkamp ist rund um die Uhr besetzt und verfügt außerdem noch über eine kleine Außenstelle in Rissen, die aber nachts nicht besetzt ist. Rund 100 Polizistinnen und Polizisten, die meisten davon im Schichtdienst,  kümmern sich am PK 26 um die vielfältigen polizeilichen Aufgaben.  Je nach Lage werden mindestens zwei Streifenwagen rund um die Uhr personell besetzt. 

Dazu kommen Sonderkräfte und Funktionsdienste sowie neun Stadtteilpolizisten, im Volksmund  BünaBe genannt. Sie bilden quasi das Gesicht der örtlichen Polizei.  Zwei der bürgernahen Beamten  teilen sich das Gebiet Blankenese.

Das PK 26 wird seit fast fünf Jahren  von Polizeioberrat Olaf Ott geleitet. Peter Franz besuchte ihn zum Audio-Interview über die Einsatz- und Sicherheitslage in Blankenese an seiner Dienststelle in Osdorf.  

Foto: Peter Franz

Das Audio-Gespräch mit Polizeioberrat Ott können Sie hier hören. (Länge Interview: 09:34 Min)

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