Blankenese im Gespräch

Vorhin Vorbeigerauscht: „St. Marseille“🇱🇺

Der kleine Öl- und Chemietanker St. Marseille fährt die Elbe vor Blankenese hoch in Richtung Hamburger Hafen
Flotte Fahrt: St. Marseille, Foto: (c) 2020 waw

Der Öl- und Chemietanker St. Marseille🇱🇺 ist zwar nicht der größte Pott, der an Blankenese vorbeigerauscht ist (8100 t DWT). Aber er hat einige Besonderheiten aufzuweisen, mit denen er interessanter ist, als manche andere Schiffe vorm Hamburger Hafen.

Royaler Heimathafen

Erste Besonderheit: Die St. Marseille ist eines der wenigen Schiffe, die unter der Flagge des Großherzogtums Luxemburg fahren, obwohl das ein Binnenland im Herzen Europas ist. Die Eintragung ins dortige Schiffsregister ist u. a. möglich, wenn mehr als die Hälfte des Schiffes einem oder mehreren EU-Bürgern mit Wohnsitz in Luxemburg gehört. Das ist bei der St. Marseille der Fall.

Mit bei Redaktionsschluss geschätzten 300 Schiffen ist Luxemburg eine kleine Seefahrtsnation. Seine Seefahrttätigkeiten wickelt es ab über die Registrierungsgesellschaft EuroFlag Services (EFS). Die entstand im Jahre 2013. Vor allem deutsche Investoren hatten darauf gedrängt – um der hiesigen Steuer ein Schnippchen zu schlagen…

Das Fürstentum lockt Reeder nicht nur mit wirtschaftlich günstigen Kosten, sondern auch mit seiner politischen Stabiliät – und: mit Zugang zu Investoren aus China. Betreiber der St. Marseille ist allerdings die französische Firma ST Management SAS.

Opfer von Piraten🏴‍☠️

Zweite Besonderheit: Die St. Marseille hat schon Einiges erlebt. Im Februar 2018 attackierten fünf schwerbewaffnete Piraten den Produkttanker vor dem westafrikanischen Hafen Cotonou, Benin. Dort lag das Schiff vor Anker. Trotz Bewachung gelang es den Kriminellen an Bord zu kommen und zwei Sicherheitskräften schwere Schusswunden zuzufügen. Dann gab das Überfallkommando auf und verschwand so schnell, wie es gekommen war.

Das Problem mit der Piraterie habe ich schon vor einiger Zeit einmal grundsätzlich beleuchtet. Es ist ein immer drängender werdendes Problem für die Schifffahrt. Lesen Sie zur Vertiefung meinen Blogbeitrag „WESTAFRIKA: PIRATEN KAPERN HANDELSSCHIFFE – EU HÄLT SICH MIT SCHUTZ ZURÜCK„. Zur Einstimmung gibt es hier einen kleinen Filmtrailer zum Thema.

Daten der St. Marseille:

  • gebaut 2008
  • Tragfähigkeit 8100 t DWT
  • Länge 121.68 Meter
  • Breite 17.2 Meter.

Derzeitige Position der St. Marseille: Hier klicken.

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